Ein Feinstaubfilter der hält, was der Hersteller verspricht, war mit dem JitterBug von AudioQuest bereits bei uns im Test zu Gast. Heute schicken wir den USB-Filter in den direkten Vergleich mit seinem Nachfolgemodell, dem AudioQuest JitterBug FMJ.

Dass sich die Nutzung neuer digitaler Zuspieler gegenüber der CD und analogen Quellen endgültig emanzipiert hat, lässt sich auch an Angebot und Nachfrage nach Gizmos und Gadgets zum Feintuning des Digitalsignals ablesen. So wie es bei Phono-Passionisten von der richtigen Bürste über Plattentellerauflage und Auflagegewicht eben alle möglichen Wege zur Klangoptimierung gibt, so tummeln sich mittlerweile auch im Digitalsektor immer mehr Filter, Isolatoren und streng genommen, gehören auch Software-Tools wie Raumeinmessungen und auch Player dazu.

AudioQuest

Ein Hersteller, der sich sowohl auf analoger als auch auf digitaler Ebene der Qualitätsverbesserung dank kleiner Helferlein verschrieben hat, ist AudioQuest. Das kalifornische Unternehmen offeriert von hochwertigen Strom- und Signalkabeln über Steckadapter und Werkzeuge auch D/A-Wandler und Netz- sowie USB-Filter. So hatten wir in der AUDIO TEST und hier auf Likehifi.de bereits einige Produkte auf dem Prüfstand und konnten bisher stets – allen Zweiflern zum Trotz – deutlich spürbaren Zugewinn in Performance und Qualität der jeweiligen Signalketten feststellen. Ganz besonders beeindrucken konnte uns dabei der Netzstromfilter AudioQuest Niagara 7000 ( lesen Sie hier unseren Test), der mit knapp neuneinhalbtausend Euro Marktwert zwar absolut keine Anschaffung für Zwischendurch darstellt, aber dafür einen nachhaltig positiven Einfluss auf selbst die hochwertigste High-End-Anlage nimmt. Aber auch am anderen Ende des Preisspektrums wusste AudioQuest bisher zu überzeugen. So hatten wir in unserem AUDIO TEST Tuning-Special den USB-Filter JitterBug zu Gast, der trotz anfänglich hochgezogener Augenbraue mit 91 Prozent ein ausgezeichnetes Ergebnis einfuhr.

AudioQuest JitterBug FMJ

Und genau dieses unscheinbare kleine Gerät haben wir nun nochmal in die Redaktion gebeten, um sich einem direkten Vergleich mit seinem Nachfolgemodell, dem JitterBug FMJ zu stellen. Wie auch der AudioQuest DAC Dragonfly und der JitterBug Classic ähnelt der AudioQuest JitterBug FMJ einem handelsüblichen USB-Stick. Das Kürzel FMJ jedoch steht dabei für den ersten sichtbaren Unterschied zwischen den beiden JitterBug-Modellen. Während der ursprüngliche USB-Filter noch in einem eher dürftig daherkommenden Kunststoff-Gehäuse untergebracht war, ist das neue Modell in einen hochwertigen Metallkorpus gefasst. FMJ steht hier also für Full Metal Jacket. In wiefern sich der Schaltungsaufbau des neuen JitterBug von seinem Vorgänger unterscheidet, lässt sich dadurch jedoch schwer ausmachen, da das Gehäuse nahtlos und „einbruchssicher“ ausgeführt ist. Was die Ausgestaltung der Schaltungstopologie angeht, hält sich Audioquest auch ziemlich bedeckt, sodass sich hier nicht genau sagen lässt, was beim aktuellen Modell verändert wurde.

Auf den zweiten Blick

Was sich sagen lässt, ist, dass die Wirkungsweise des AudioQuest JitterBug auf einer Reduktion von Zeitfehlern im eingegebenen Digitalsignal fundiert und zusätzlich die Versorgungsspannung des USB-Ports von hochfrequenten Störsignalen, so genanntem HF-Noise, befreit. Durch die Glättung von Schwankungen in der Abtastrate, dem Jitter, gewinnt das Signal somit einiges an Obertonfülle zurück, was schon beim vergangenen Test des JitterBug für einen deutlich plastischeren und natürlicheren Sound gesorgt hat.

Dabei sollte jedoch noch erwähnt werden, dass die neue Ausführung des JitterBug FMJ im Metallgehäuse bei Weitem nicht nur stiltechnische Ursachen hat. Denn die neue Materialzusammensetzung des Gehäuses dient in erster Linie der Isolation der im Inneren verborgenen Schaltung. Auch die neue Schutzabdeckung des USB-Eingangs dient der HF-Filterung und somit der der Signalsäuberung. Die unscheinbare Verschlusskappe möchte auf den ersten Blick zwar nicht so essenziell anmuten, ist jedoch aus stark absorbierenden Carbon gefertigt und somit von grundlegender Relevanz in der Arbeit des AudioQuest JitterBug FMJ.

Audioquest Jitterbug FMJ USB Noise Filter Rauschfilter
Audioquest empfiehlt den JitterBug USB-Filter „in Reihe“ zwischen einem Computer, Smartphone, NAS, Streamer oder Car-Audio-System und einem USB-Eingang zu verwenden.

AudioQuest USB Filter: Anwendungsbereiche

Doch was genau lässt sich denn jetzt eigentlich mit einem JitterBug von AudioQuest anstellen? Vieles! So lässt sich der kleine Stecker eigentlich überall dazwischenschalten, wo ein USB-Signal zur Datenübertragung eingesetzt wird. Das können genau so Audiosysteme in Autos sein, wie USB-Service-Buchsen an Ethernet-Streamern. Möchte man über eine an den Server angeschlosse Festplatte Musik streamen, so lohnt es sich, den JitterBug zu konsultieren um hier eine sauberere Datenübertragung zu gewährleisten. Aber auch in ganz anderen Anwendungsbereichen lohnt sich die überschaubare Investition von nicht mal 60 Euro bestimmt. Denn freilich lassen sich auch Scanner und Drucker in ihrer Leistung etwas feintunen. Wobei wir auf diese Anwendung als Fachmagazin für audiophile Belange freilich erstmal keine Rücksicht genommen haben. Wir haben den JitterBug vs. JitterBug FMJ Direktvergleich tatsächlich im Tonstudio durchgeführt, wo beide Modelle die digitale Ausgangsleistung eines USB-Interfaces der, euphemistisch ausgedrückt, Einstiegsklasse nachbessern sollen.

Test: Audioquest Jitterbug FMJ Review USB Filter
Das namensgebende Gehäuse des AudioQuest JitterBug FMJ ist aus Metall gefertigt und isoliert somit die Elektronik zusätzlich von störenden Umwelteinflüssen. Auch die neue Verschlusskappe steuert da ihren Teil zu bei.

Versuchsaufbau


Mit einer Samplingrate von 96 Kilohertz (kHz) speisen wir analoge Signale aus Mikrofonen und Synthesizern, welche wiederum durch ein Achtkanal-Mischpult, rein analoge Vorverstärker und Kompressoren geschleift werden, in eine DAW am iMac. Dieser gibt sie wiederum an den DAC zurück, welcher wiederum zwei Paar aktive Nahfeldmonitore (ELAC AM 200 und Canton AM 5) ansteuert. Wir drehen drei Runden mit den gleichen Signalqualitäten: ein mal ohne JitterBug, einmal mit JitterBug und zum Schluss einmal mit dem AudioQuest JitterBug FMJ. Dabei lassen wir intern ein Tool zur FFT-Analyse mitlaufen.

Runde Eins

In der ersten Runde ohne USB-Filterung konstatieren wir zunächst unsere Ausgangslage, welche durchaus nicht rosig aussieht. Oberhalb der 5 kHz vernehmen wir einen großen Rauschanteil, der um die 15 kHz herum richtiggehend garstig daherkommt. Dieser legt sich wie eine dünne Staubschicht vor allem auf extrem obertonreiche Strukturen wie Hallfahnen, welche dadurch deutlich matter klingen als gewünscht. Bei Gesangsaufnahmen leiden vor allem die charakterstarken Transienten, welche im Idealfall vor allem bei Close-Ups im Pianissimo durch den gewissen authentischen „Hauch“ einer Stimme die mitreißende Intimität verleihen. Unverkennbare Synthie-Flächen im Stile eines Jupiter oder CS-80 werden um ihren Hochglanz beraubt und bekommen zusätzliche Störfrequenzen im Hochtonbereich aufgebrummt.

Runde Zwei

Mit dem Ursprungsmodell des JitterBug verzeichnen wir schon deutlich bessere Werte. Zwar ist das Signal nicht komplett frei von Störfrequenzen, jedoch sind sie sichtlich und hörbar reduziert. Transienten kommen nun schon deutlich klarer zur Geltung, wodurch Räume natürlicher und Stimmen präsenter klingen. Direkt in die Kette gespeiste Synthesizer klingen deutlich direkter und weniger LoFi.

Runde Drei

Es wäre übertrieben zu sagen, dass der eigentliche Protagonist dieses Tests, der AudioQuest JitterBug FMJ, eine allmächtige Superwaffe gegen Signalverunreinigungen darstellt, welche für wenig Geld mit Plug & Play das Homestudio in die Abbey Road verwandelt. Aber das AudioQuest hier ein für seinen Preis extrem wirkmächtiges Hilfsmittel anbietet, das genau das erledigt, was es verspricht, lässt sich nicht von der Hand weisen. Der JitterBug FMJ verdrängt signalinternes Rauschen zwischen etwa 3,5 kHz und 7 kHz fast ins Unhörbare und öffnet somit den Raum für kristallklare Hallfahnen. Durch die Reduktion des Jitters werden zudem hochfrequente Anteile des Signals um einiges besser übertragen als selbst bei seinem Vorgänger. Auch feinste akustische Pigmente in den Transienten einer Stimme und in den Synthie-Pads gehen nun nicht auf dem Weg in die DAW verschütt, sondern verleihen dem Sound das gewünschte Maß an Brillanz.

Wer noch immer einen Blick der Skepsis im Gesicht trägt soll sich doch gern mal ein Modell bestellen und selbst ein wenig rumprobieren. Ist man nicht überzeugt, kann ja stets vom Widerrufsrecht Gebrauch gemacht werden. Der wirklich bescheidene Marktwert lädt hier dazu ein, spontan zu sein. Ob nun Eingangs- oder Ausgangsseitig, ein Zugewinn ist AudioQuests JitterBug FMJ USB Noise Filter in jedem Falle und sollte, um den geschätzten Redaktionskollegen Strom zu zitieren, zur Grundausstattung eines jeden Tuning-Freunds gehören.

AudioQuest JitterBug FMJ – Preis und Verfügbarkeit

Der JitterBug FMJ USB-Störungsfilter von AudioQuest ist zum Preis von 59 Euro (UVP) im Fachhandel erhältlich.

Weitere Informationen: www.audioquest.com

Anmerkung: Dieser Text erschien erstmals in Ausgabe 06/21 der AUDIO TEST

► Lesen Sie hier: Test vom AudioQuest DragonFly Red USB-DAC

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Test: AudioQuest Jitterbug FMJ (USB-Störungsfilter)
Wer eine Affinität dafür hat, sein Setup mit wenig Aufwand deutlich aufzuwerten ist mit Audioquests JitterBug FMJ sehr gut beraten. Der unscheinbare USB-Filter reinigt digitale Signale mit einer Kombination aus HF-Filtrierung und Reduktion von Taktzittern hörbar und ist mit nicht mal 60 Euro obendrein überaus erschwinglich.
Wiedergabequalität93%
Ausstatung/Verarbeitung93%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • Plug & Play
  • ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis
93%Gesamtergebnis
Leserwertung: (1 Judge)
100%

Bildquellen:

  • Audioquest Jitterbug FMJ USB Noise Filter: AudioQuest
  • Test: Audioquest Jitterbug FM: Auerbach Verlag
  • Test: Audioquest Jitterbug FMJ: Auerbach Verlag