Demo

Nachdem wir den Dual CS 526 von allen Seiten betrachtet, eingestellt und vermessen haben, kommen wir nun zum Höhepunkt eines jeden Tests: dem Klang. Wie erwähnt, ist für den – neben einem stabilen und kraftvollen Antrieb – vorwiegend der MM-Abtaster OM 10 von Ortofon zuständig. Dessen Signal verstärken wir mit unserem Rotel RA-1592 (► lesen Sie hier unseren Test vom Rotel RA-1592 Verstärker) und hören das Ergebnis über Dynaudios Contour 30 (►lesen Sie hier unseren Test der Dynaudio Contour 30).

Unsere erste Wahl ist das Amiga-Lizenz-Album von Depeche Mode: „Greatest Hits“ aus dem Jahr 1987. Die Band, welche auch in der DDR das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägte, überzeugt hier durch eine extreme Bandbreite an eingängigen Melodien, kombiniert mit neuartigen Soundcollagen und viel Gespür für Klangästhetik. Selbst heute noch überrascht die LP und ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit, sowie die Zukunft.

„Shake The Disease“ ist der erste Titel der A-Seite, den der Dual CS 526 für uns interpretiert. Sofort fällt uns der exzellent gebaute Stereoraum auf. Synthesizer-Klänge links und rechts, die mittige Stimme von David Gahan und die clever gemachte Tiefenstaffelung. Der OM 10 tastet präzise und gefühlvoll die Rille ab und sorgt für das typische Schallplattenfeeling der gehobenen Preisklasse: Klar, präzise, warm und ehrlich. Wobei er die Musik nie tot analysiert oder „einen auf CD macht“. Beim Titel „A Question Of Lust“ gefällt besonders der Hallraum, der die Stimme von David Gahan umschließt. Alles fügt sich in diesem Lied in bester Perfektion zusammen – eine wirklich tolle Symbiose von digital erzeugter Musik mit analoger Stimme auf einem analogen Abspielgerät.

Klassik doppelsinnig

Klassik, gleich im doppelten Sinne, erwartet uns beim zweiten Testalbum. Einmal Klassik in interpretatorischer Hinsicht, weil hier das London Symphony Orchestra aktiv wird. Und einmal Klassik in inhaltlicher Hinsicht, denn das Orchester spielt Musik von Jethro Tull – klassischen Rock. Das sorgt im Testraum sofort für eine unvergleichliche Atmosphäre, denn schon der erste Titel „Locomotive Breath“ der Platte „The London Symphony Orchestra Plays The Music Of Jethro Tull“ ist ein mitreißender Klassiker. Da vergessen wir sogar, dass wir eigentlich zum Testhören hier sind. Wir lauschen einfach aus Freude diesem brillant umgesetzten Klassik-Rock-Album. Das ist wohl das beste Kompliment für einen Plattenspieler überhaupt. Er drängt sich nicht mit überambitioniertem Tongewimmel in den Vordergrund und enttäuscht nie bei Laufruhe, Kanaltrennung oder Dynamik. Der Dual CS 526 spielt beherzt und ehrlich unsere Vinylschätze und ist dabei ein treuer und stets verlässlicher Begleiter.

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 8/2018 mit großen Plattenspieler-Spezial.

Test: Dual CS 526 Plattenspieler - Mal richtig abschalten
Dem Dual CS 526 gelingt es, mit der elektronischen Motorsteuerung die negativen Auswirkungen von Halbautomaten auf die Laufruhe auszumerzen. Leider haben die Schwarzwälder sich gegen ausrichtbare Füße entschieden, um den Plattenspieler exakt und genau in Waage zu bringen. Eine höhenverstellbare Basis kann hier Abhilfe schaffen. Die Wahl des Ortofon OM 10 stellt sich hingegen als genau richtig heraus. Er bringt eine gut ausbalancierte Dosis an Brillanz, Weite und Bass in den Sound, und zwar so, wie wir sie bei analoger Wiedergabe erwarten.
Wiedergabequalität91%
Ausstattung/Verarbeitung93%
Benutzerfreundlichkeit87%
Preis/Leistungsverhältnis80%
Vorteile
  • klare Kanaltrennung, hohe Dynamik feinste Aufl ösung
  • brillanter Gleichlauf
Nachteile
  • keine in der Höhe einstellbaren Füße
89%Gesamtergebnis
Leserwertung: (18 Votes)
37%

Bildquellen:

  • Dual CS 526: Bild: Auerbach Verlag
  • Dual CS 526: Bild: Auerbach Verlag
  • Dual CS 526: Bild: Auerbach Verlag
  • Dual CS 526: Bild: Auerbach Verlag
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