Technik 

Die von uns getestete Version Lyravox Karlina Pure – im übrigen eine kleine Weltpremiere, die erst auf der High End 2019 in München der Öffentlichkeit vorgestellt wurde – findet eine Spezialanfertigung eines Keramikhochtöners von Accuton Verwendung. Auch der Mitteltöner ist eine Keramikmembran des deutschen Premium-Spezialisten, mit dem man eng zusammenarbeitet. Beide Treiber sind in einem separaten Gehäuse untergebracht, das vom Bass abgesetzt ist. Genau genommen könnte man also auch von einem externen Subwoofer sprechen. Der Tieftöner ist ein Modell von ScanSpeak. Die verbauten Class D-Verstärker sind die neuste Generation der Hypex Ncore-Reihe. Hier zeigt sich noch einmal deutlich das Anti-Dogma der Hamburger. Jeder Treiber hat übrigens seine ganz eigene Endstufe, insgesamt also drei pro Lautsprecher an der Zahl. Das ist nicht als reine Materialschlacht zu verstehen, sondern hat seinen Grund in der Beherrschbarkeit der anspruchsvollen Vollkeramiktreiber. Das heimliche Highlight für uns aber ist die Leistungsfähigkeit des verbauten Raumkorrektur-DSP-Systems, welches auf Profi-Niveau arbeitet. Auch bei großen Beschallungsanlagen auf Konzertreisen oder bei Festinstallationen zum Beispiel im Theater oder Musical kommen solche Systeme zum Einsatz. Dort bespielen so meist hunderte Lautsprecher, die in ihrer Laufzeit und dem Frequenzgang auf den Raum abgestimmt werden. Beim Karlina Pure geht es jedoch gerade mal um drei Wege. Und hier wiederum um jedes halbe Dezibel. So kommt der Lautsprecher ab Werk in einem linearen Setting abgestimmt. Über die Fernbedienung, welche übrigens genauso im Lieferumfang ist wie die komplette Verkabelung, können dann individuelle Presets abgerufen werden. Das Einrichten der DSP-Presets wird wiederum nicht automatisch, sondern ausschließlich vom Fachmann nach Kundenwunsch übernommen. Zu komplex sind die Eingriffe, zu unterschiedlich jede Hörumgebung. Wenn man perfektes Zusammenspiel sucht, wird man das nicht in einer automatischen Einmessung finden. Stellen Sie sich vor Sie gehen zum Schneider und lassen sich einen Anzug nach Maß fertigen. Den nähen Sie schließlich auch nicht selber, sondern sagen, wie Sie es gerne hätten. Gefällt es nicht, wird angepasst. Im Mittelpunkt steht die Benutzererfahrung, nicht die Software, Messungen, Menüs oder Setups. So verwundert es auch kaum, dass der Lautsprecher mit zeitgemäßen Features wie Auto-Detect der Quelle, Auto-Standby und Wake-up-on-signal aufwartet. Sie drücken auf Play, der Lautsprecher spielt. Und zwar genau so, wie es ihnen gefällt. Egal ob digitales AES/EBU, koaxial, optisches S/PDIF oder doch lieber analoges Cinch oder symmetrisches XLR. Klingt zu schön um wahr zu sein? Dann lassen Sie uns endlich über den Klang reden! 

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Klang 

Können Sie sich vorstellen, wie ein Lautsprecher klingt, den man nicht hört? Oder anders gefragt, wissen Sie wie Musik in Realität klingt, also so, als wären Sie bei der Performance dabei? Prima. Dann wäre nämlich alles gesagt. Man könnte es auf ein Wort reduzieren: authentisch. Man sucht nach Fehlern, nach Formanten, die unnatürlich oder künstlich klingen, nach Transienten, die verwischen, nach Bässen, die schwammig ausklingen oder matschen. Und je länger man danach sucht, desto mehr Kopfschmerzen und Wahnvorstellungen bekommt man. Man findet einfach nichts davon. Nicht nur die individuelle Anpassung, auch die absolut auf den Punkt gebrachte Abstimmung der verwendeten Komponenten führen dazu, dass dieser Lautsprecher in seinem Realitätsgrad kaum zu toppen ist. Klanglich kann den Hamburgern keiner etwas vormachen. Der einzige Weg das noch zu überbieten, wäre die Karlina Pure im Preis von 17800 Euro zu unterbieten. Aber selbst mit dieser Hausnummer als All-inclusive-Paket ist das Preis-Leistungs-Niveau unschlagbar. Wenn Sie noch eins oben drauf setzen wollen, empfehlen wir die Lyravox Karlina komplett inklusive integriertem Streamer für 1.000 Euro Aufpreis. Am Klang ändert sich dadurch aber nichts. Der bleibt maßgeschneidert. 

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Mehr Infos unter www.lyravox.com

Dieser Artikel erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 4/2019.

Test: Lyravox Karlina Pure Aktivlautsprecher – Maßgeschneiderte High End-Systeme
Wir können leibhaftig nachvollziehen, wie es damals für die Menschen gewesen sein muss, als das erste Auto durch die Straßen Deutschlands fuhr, vorbei an Postkutschen, Eseln und Schubkarren. Offene Münder, Ehrfurcht, ein bisschen Angst. Die Lyravox Karl-Serie und im Speziellen das von uns getestete Modell Karlina Pure ist der Tesla der HiFi-Industrie. Überlegen, zukunftsorientiert, zeitgemäß.
Wiedergabequalität100%
Ausstattung/Verarbeitung98%
Benutzerfreundlichkeit98%
Preis/Leistung94%
Vorteile
  • infividuelle Anpassung
  • souveräner, kompromissloser Klang
  • Plug-and-Play
Nachteile
  • keine
98%Gesamtwertung
Leserwertung: (4 Votes)
98%

Bildquellen:

  • Lyravox Karlina Pure Voderseite: Johannes Strom
  • Werkstatt Lyravox: Lyravox
  • Lyravox Karlina Pure Rückseite: Johannes Strom
  • Lyravox Karlina Pure Treiber Top: Johannes Strom
  • Lyravox Karlina Pure Anschlussfeld: Johannes Strom
  • Lyravox Karlina Pure Treiber Hochtöner: Johannes Strom
  • Lyravox-Pure-RC: Lyravox
  • Die Geschäftsleitung von Lyravox: Lyravox