Nach zahlreichen Rezensionen englischsprachiger Musik im letzten Jahr, soll nun zur Abwechslung mal deutsche Texte in Form eines romantischen Liederzyklus zu Gehör kommen. „Die Stadt und das Mädchen“ mit Bernd Begemann als Sänger und Kai Dorenkamp am Klavier. 

Bühnenreif – Bernd Begemann

Im Stil klassischer Bühnenentertainer á la Harald Juhnke oder Frank Sinatra verleiht der Hanseat seinen Kompositionen rein schon durch die nostalgische Stimme Glanz. So oder ähnlich könnte es klingen, wenn die Altmeister heutzutage noch einmal Gelegenheit zum Auftritt bekämen. Bernd Begemann´s Performance unterstreicht diesen Eindruck. 

Aufgelesen

Im Netz findet man einige entsprechende Kommentare zu seinem neuen Album „Die Stadt und das Mädchen“. So auch Benjamin Lebert, seines Zeichens Autor (u.a. Crazy), der meinte:

„Bernd Begemanns Album ‚Die Stadt und das Mädchen‘ ist Nostalgie in Ebenholz und Elfenbein. Und noch weitaus mehr als das. Wie Laternenschein stets etwas Anachronistisches hat, obwohl er den Asphalt unserer Gegenwart bescheint, so durchdringen diese nur mit Gesang und Klavier dargebrachten Lieder unsere Nacht, lösen Bilder aus dem Dunkel. Bilder und Geschichten, die tief berühren, verzaubern. Von tastenden Hoffnungen, von Schnellstraßen, die dem fliehenden Horizont nachjagen, von dem engen Bewegungsraum unserer Entscheidungen. Die Geschichten streifen einander mit der dringlichen Zärtlichkeit, die sich nur Fremde entgegenbringen können. Fremde, die sich für wenige Herzschläge lang im Auge des Anderen wiedererkennen. Die zwölf Lieder auf diesem Album sind allerdings keine Fremde, sondern gewissermaßen neue Bekannte. Sie stammen aus dreißig Jahren, in denen sich Bernd Begemann immer wieder als ausgezeichneter Musiker und Chronist erwiesen hat. Sie sind mit Bedacht ausgewählt und neu eingespielt worden. Bernd Begemanns Gesang kommt im besten Sinne der Empfindung einer Erinnerung gleich: der Erinnerung an all das, was unser Leben – ungeachtet unserer eigenen Einflüsterungen – wirklich ausmacht. Eine Erinnerung, ohne die wir vielleicht nicht bestehen können in den gnadenlos alten, gnadenlos neuen Gefilden, die uns dort draußen erwarten.“ 

Es dreht sich bei diesem durchaus romantischem Liederzyklus also nicht nur um Liebesgeschichten. Angelehnt an klassische Werke des 19. Jahrhunderts wie „Die schöne Müllerin“ oder „Die Winterreise“ geht es um Themen, die unseren modernen Alltag in einer Großstadt betreffen.

Zeitgenössische Lieder mit einem gewissen Augenzwinkern und Hang zur Ironie – veröffentlicht von popuprecords.

 

Musik: Die Stadt und das Mädchen - by Bernd Begemann & Kai Dorenkamp
AUFNAHMEQUALITÄT
ATMOSPHÄRE
KULTFAKTOR
ANSPRUCH
3.9Gesamtwertung

Über den Autor

Christian Kautz

Musik ist nicht nur eine Abfolge von Tönen. Sie begeistert, fesselt und verbindet. HiFi ist mehr als reines Mittel zum Zweck, sondern zum Ausdruck gebrachter Lifestyle. Christian Kautz - Autor, Enthusiast und Musikliebhaber

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