Questyle Audio CMA600i: Markus Nagler von NT Global Distribution stellt uns dieses Mal vor eine interessante Frage: Ist der CMA600i ein DAC, ein Pre-Amp oder ein Kopfhörer-Verstärker? Die Antwort lautet eindeutig: Es ist ein Multitalent in erstaunlich kompaktem Format. 

Fokussiert konzentriert

Was tun, wenn man digital übertragene Musik in High-Res-Qualität mal raumfüllend über Lautsprecher oder auch völlig entspannt über Kopfhörer genießen möchte aber einfach keinen Platz für zahlreiche Einzelgeräte hat? Oder der Lebenspartner beziehungsweise die Partnerin den Wunsch geäußert hat, die Wohnung nicht mit allzu vielen HiFi-Komponenten zu „dekorieren“? Mit dem CMA600i bietet Questyle ein Konzentrat an technischen Raffinessen an und verpackt diese in 10 Millimeter starkes Aluminium, das für eine optimale Abschirmung gegen elektro-magnetische Strahlung (EMI) und eine maximale Reduzierung von Resonanzschwingungen sorgt.
Neben der gewohnt schnörkellosen und klaren Formensprache setzt man mit der anthrazit-grauen Oberfläche einen optischen Akzent und bietet eine edle, dezente Alternative zum sonst üblichen Silber. Die ebenfalls aus Aluminium bestehenden Füße sind auf CNC-Maschinen gedreht und verleihen dem Desktop-Alleskönner einen stabilen und sicheren Stand.

Neben den klassischen analogen und digitalen Eingängen besitzt der CMA600i zwei seltene XLR- und zwei Cinch-Ausgänge. Er ist auch als externe Soundkarte verwendbar

Beeindruckende Fakten

Wer nun glaubt, durch die Wahl eines Kompaktgerätes qualitative Abstriche machen zu müssen, der irrt. Beanspruchte die Entwicklung des äußeren Designs auch nur 3 Monate, so investierten die Soundtüftler über ein Jahr um die Klangperformance auf zehn weltweit anerkannte Kopfhörer und fünf der renommiertesten  Aktivlautsprecher abzustimmen. Hierfür wurde die Hauptschaltungsstruktur fünfmal angepasst und über 50 Komponenten auf ihre wechselseitige Wirkung getestet. Herausgekommen ist ein intelligentes Wandler- und Verstärkungs-System, das dem Musikkonsumenten höchste technologische Noblesse bei einfacher benutzerfreundlicher Bedienbarkeit bietet. Das Ergebnis kann man nicht nur hören und erleben, sondern auch in den Datenblättern nachlesen. Betrachtet man den integrierten Kopfhörer-Verstärker, so stehen ein symmetrischer 4-Pin-XLR-Ausgang und zwei 6,35-Millimeter-Klinkenbuchsen zur Verfügung und Verzerrungswerte von 0,00042 % sowie eine „ultra-weite“ Bandbreite von 600 kHz bei +0, –3 dB auf dem Papier. Auch die Signal to Noise Ratio SNR (Signal-Rausch-Verhältnis, auch Stör- oder Rauschabstand genannt) von 113 dB sucht unter Mitbewerbern seines Gleichen. Erreicht werden diese Werte durch die patentierte „Current-Mode-Verstärkung“, bei der das Tonsignal mittels Stromgegenkopplung in einer Transistorschaltung mit konstantem Strom verstärkt wird, bevor es das Gerät wieder in Spannungsmodus gewandelt verlässt. Die Funktionsweise haben wir bereits bei Questyle Audios „Gold Serie“ in der AUDIO TEST 05/2016 näher vorgestellt.

Einen Kipphebel als Powerknopf heutzutage zu verbauen, ist eine ungewöhnliche Idee

Nach demselben Prinzip arbeitet auch der unabhängig fungierende Vorverstärker, der die Speisung eines Endverstärkers oder auch von Aktivboxen wahlweise per RCA/Cinchkabel oder XLR-Ausgang ermöglicht. Dank der ALPS Motorpotentiometer erfolgt die analoge Lautstärkeregelung wahlweise über die mitgelieferte Fernbedienung oder per Drehknopf. Im DAC kommt ein AKM AK4490 Chip zum Einsatz der mit einer unabhängigen +/-7 V Ultrahochspannungs-Regelung versorgt wird. Der rückseitige USB-Eingang unterstützt sowohl PCM 44.1 – 384k/16-32 bit Signale als auch DoP (DSD über PCM) 64 bis 128 und True DSD64 bis DSD256. Weiterhin werden der optische und der SPDIF- Eingang bei 192 kHz / 24-Bit unterstützt.

Purer Genuss

Nach so vielen verheißungsvollen Fakten wollen wir den CMA 600i nun im Praxistest zeigen lassen, was er zu leisten vermag. Im Mediaplayer (Foobar 2000) unseres Tablet-PCs entscheiden wir uns für Celine Dions „Recovering“. Ein Song in dem nur ein Klavier beziehungsweise ein Flügel und die unvergleichliche Stimme der kanadischen Sängerin den Raum mit purem Gänsehaut-Feeling füllt. Der DAC wandelt die Signale schnell und präzise und schickt sie unverfälscht an den Kopfhörerverstärker bevor sie kraftvoll, warm und seidig klar durch die Membranen an unsere Ohren dringen. Jeder Anschlag der Hammerköpfe des Pianos gepaart mit emotional bewegenden Gesang erzeugen ein fantastisches Klangspektrum das einem direkt durch Mark und Bein geht. Es ist unglaublich, wie detailgetreu und facettenreich der CMA 600i die Musik in den Raum stellt. Egal ob als Vorverstärker, über Kopfhörer oder auch über Aktivboxen bietet er dem Musikliebhaber ungetrübten Hörgenuss in feinster Auflösung.

weitere Infos unter: www.nt-global.de

Test: Questyle Audio CMA600i
Mit dem Fokus auf bestmögliche Klangreproduktion hat Questyle eine Vielzahl seiner patentierten Wandlungs- und Verstärkungsverfahren in ein kompaktes Multifunktionsgerät gebündelt und bietet dem anspruchsvollen Musikkonsumenten einen preislich erschwinglichen Einstieg zur Reproduktion digital übertragener Audiosignale.
Wiedergabequalität95%
Ausstattung/Verarbeitung94%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis/Leistung100%
Vorteile
  • TrueDSD
  • CMA-Verstärkung
  • symmetrischer XLR-Ausgang
Nachteile
  • keine
94%Gesamtwertung
Leserwertung: (7 Votes)
76%

Über den Autor

Erik Schober

Als Musiker und Dirigent verschiedener Orchester und Ensembles weiß ich genau, wie sich live die verschiedenen Instrumente und die menschliche Stimme anhört. Demzufolge habe ich hohe Erwartungen an eine Hifi-Anlage. Diesem schweren Urteil muss sich jeder Lautsprecher und das Zubehör bei mir stellen.

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