Sonoro komplettiert mit den Grand Orchestra sein Portfolio um das erste Paar Standlautsprecher. Der Sonoro Platinum SE Plattenspieler bietet zudem einige Upgrades gegenüber dem Vorgängermodell. Wir haben beide Produkte in Kombination getestet.

Want you back for good

Längst haben sich die, von der Herstellung bis zum Moment des Abspielens, mechanischen Abspielgeräte ihren festen Platz in unseren Wohnzimmern zurückerobert – aus unseren Herzen waren sie ja nie richtig verschwunden. Vorbei ist nun die Zeit, in welcher der mythenumrankte Vinyl-Kosmos nur einem kleinen, elitären Zirkel verkappter Audionerds zugänglich schien. Heute mutet kaum etwas so hip und gleichzeitig auch so musikverbunden an, wie der lässige Gang in den Plattenladen. Kaum ein Label, dass eine Vermarktung auf Vinyl nicht zumindest in Erwägung zieht. Vinyl ist definitiv “back for good” und somit auch der Plattenspieler.

Life needs Style

Und wenn ein derart angesagtes Produkt es zudem schafft, allen Anforderungen des Zeitgeistes – als da wären Lifestyle, Performance und Konnektivität – dergestalt zu entsprechen, werden wir in der Redaktion natürlich hellhörig. Dabei handelt sich um einen alten Bekannten. Denn nachdem wir bereits den Sonoro Platinum Plattenspieler in AUDIO TEST 2/21 auf Herz und Nieren getestet haben, widmen wir uns nun hingebungsvoll dem Sonoro Platinum SE. Dem Nachfolgermodell der erfrischend jungen Audioschmiede aus Neuss.

Wir haben uns dafür eigens ein schönes Kombi-Test Setup ausgesucht, in dem ein Paar 2,5-Wege Lautsprecher aus Neuss noch eine tragende Rolle spielen werden. Sonoro komplettierte zu Beginn des Quartals sein Portfolio mit den Grand Orchestra um das erste Paar Standlautsprecher, wie wir unseren aufmerksamen Lesern bereits in der Dezember Ausgabe mit gewisser Vorfreude angekündigt haben. Die klanggewaltigen Regallautsprecher Sonoro Orchestra haben wir ebenfalls besprochen, nachzulesen in AUDIO TEST Ausgabe 07/20 ( oder hier). Wollen wir doch mal sehen, wie sich die Deluxe-Version der Orchestra-Reihe in Kombination mit dem hauseigenen Premium-Plattenspieler so schlägt.

Test Platinum SE Plattenspieler

Sonoro Platinum SE: Turn me on

Schon beim Auspacken des Sonoro Platinum SE Plattenspielers bemerken wir: Hier wurde an nichts gespart. Formschön und edel präsentiert sich das in Deutschland entwickelte Minimal-Design des Plattenspielers, den wir in seidenmatt lackiertem Schwarz in den Händen halten. Wir bestaunen klar gehaltene Formen, die sich harmonisch in ein aufgeräumtes, funktional gehaltenes Ganzes fügen. Nichts verstellt den Blick auf das Wesentliche. Die Haptik ist angenehm glatt. Das Drehmoment des rechtsseitigen Rundschalters für An/Aus sowie gewünschte Abspielgeschwindigkeit fein austariert.

Was uns neben den stilsicheren Äußerlichkeiten weiter auffällt, ist, dass im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich erhöhte Kampfgewicht des Vinyl-Boliden. Wir erinnern uns: Beide Sonoro Plattenspieler besitzen identische Abmessungen (12,5 cm Höhe, 35,6 cm Länge und 42 cm Breite). Dem entgegen bringt der Platinum SE jedoch stolze 6,3 kg auf die Waage, wobei der Platinum mit nur schlanken 3,9 kg auskommt. Als Hauptgrund darf hierfür der deutlich beschwerte und zudem Resonanz bedampfte Plattenteller verantwortlich zeichnen. Satte 1,5 kg bringt die besonders laufruhige, aus Aluminium gegossene Komponente des Platinum SE auf die Waage und wirkt analog dazu deutlich massiver als noch beim Vorgängermodell.

Test Platinum SE Plattenspieler
Die Bauteile sind überaus funktional angeordnet. Das futuristische Design des Platinum SE lenkt den Blick auf das Wesentliche.

Höher, schneller, weiter

Mittig wurde eine Kork- statt einer Gummiauflage zur Entkopplung von Platte und Teller eingelassen. Das ist nicht nur sehr hübsch anzusehen, sondern das natürliche, von Haus aus warme Material schützt mit seiner porösen Struktur vor der Ausbreitung unerwünschter Vibrationen. Die schwerere Zarge des Sonoro Platinum SE tut dafür ihr Übriges und macht das Gerät indessen noch resistenter gegenüber störenden Vibrationen durch Trittschall im Hausgebrauch. Auch der 224 mm lange Tonarm des Plattenspielers wurde indes überarbeitet. Während das Vorgängermodell des Platinum SE lediglich durch ein Kugellager gedämpft wurde, haben die Audio-Ingenieure aus Neuss dem aktuellen Modell ein weiteres, leichtgängiges und besonders reibungsarmes Kugellager spendiert. Nach Angaben des Herstellers werden dadurch unerwünschte Abweichungen reduziert, während die Nadel in den Rillen des Vinylbettes hypnotisch ihre Bahnen zieht.

Here in your Arms

Der Tonarm ist wie schon beim Vorgängermodell höhenverstellbar, was immer dann von Vorteil ist, wenn wir das System austauschen möchten. Bestückt ist die austauschbare Headshell mit Bajonettanschluss des MM-Systems von Hause aus mit einem Nagaoka MP-110 Tonabnehmer. Dies stellt ebenfalls eine deutliche Verbesserung zum Ortofon 2M Red des Vorgängermodells dar.

Der Nagaoka MP-110 mit elliptischen Nadelschliff ist für ein feinfühlig betontes Mittenspektrum sowie eine gewisse Leichtigkeit im Bassbereich bekannt. Kennern des Vinylkosmos gilt der Tonabnehmer einstweilen als elegantes Upgrade für Einstiger in die Welt von echter Highfidelity und ist somit passgenau auf die Zielgruppe von Sonoro-HiFi-Produkten zugeschnitten. Böse Zungen sagen dem Schliff eine situative Überbetonung des Höhenspektrums nach. Eine Aussage, der wir uns nach gewissenhaftem Studium der Materie nicht vorbehaltlos anschließen möchten, aber wir wollen dem Performancetest an dieser Stelle nicht vorgreifen. Kehren wir indessen auf den Boden der Tatsachen zurück und richten unsere gesammelte Aufmerksamkeit auf das Innenleben des Platinum SE.

Test Platinum SE Plattenspieler
Der Sonoro Platinum SE in Aktion mit dem verbesserten MM-System, bestückt mit dem Nagaoka MP-110 Tonabnehmer.

I wanna see you from the inside

Dabei handelt es sich in der Sache um einen manuellen Plattenspieler mit Riemenantrieb, der von einem optisch regulierten und dabei besonders nebengeräuscharmen Gleichstrommotor mit 33 1/3 und 45 U/min betrieben wird. Der Riemen an der Unterseite des Plattentellers kann mit Hilfe einer roten Schlaufe ohne Probleme und mit wenig Geschick auf dem dafür vorgesehenen Pulley justiert werden.

Im Anschluss muss zur Inbetriebnahme des schicken Plattenspielers nur noch Tonabnehmer, nebst Gegengewicht montiert werden. Der Tonarm wird dabei nach Montage des MM-Systems in eine Position parallel zum Chassis gebracht und durch Justierung des Gegengewichtes austariert. Sonoro empfiehlt in diesem Zusammenhang einen Wert von 1,8 Gramm, dem wir entsprechend der Skalierung des Antiskatings anpassen.

Wer experimentierfreudig ist, kann diesen Wert variieren und unterschiedliche Ergebnisse in der Bass- und Höhenperformance erzielen – natürlich in Relation zum verwendeten Tonabnehmer. Ein spannendes Experiment, von dem wir heute jedoch absehen. Klangbegeisterte Neulinge im ausgewiesenen Experten-Territorium Vinyl können an dieser Stelle dennoch beruhigt sein.

Sonoro legt zum Gerät ein detailliertes Handbuch in Papier bei, indem jeder Schritt nachvollziehbar erklärt wird. Uns bleibt lediglich noch die vergoldeten Ausgänge mit den mitgelieferten Cinchkabeln zu bestücken und über den Phono-Ausgang unseres Rotel RA-1592 Referenz-Verstärkers eine geerdete Verbindung zum Endgerät herzustellen.

Test Platinum SE Plattenspieler Rückseite
Hohe Konnektivität wird bei Sonoro großgeschrieben. Ein USB-Anschluss mit integrierten A/D-Wandler auf 16 Bit/48 kHz und ein aptX-Bluetoothsender sorgen für gute Verbindungen.

Moderne Zeiten

Da jedoch heutzutage schon lange nicht mehr alle Verstärker und oder Receiver mit Vorverstärker und Entzerrer ausgestattet sind, kommt der Platinum SE mit einem umgehbaren Vorverstärker daher. Wir finden das angemessen, da sich Sonoro zurecht mit der Konnektivität seiner Geräte rühmt. Analog dazu lässt sich die Platinum-Serie schnörkellos mit nahezu allem koppeln, was eine Bluetooth-Verbindung aufweisen kann.

Dank eines aptX-Bluetoothsenders ist eine Verbindung zu jedem beliebigen Bluetooth-Kopfhörer oder Lautsprecher ohne weiteres möglich. Selbst eine Verbindung zum iPhone unseres Testprobanden funktioniert problemlos. Wer seine Plattensammlung – zugegebenermaßen etwas frevelhaft – digitalisieren möchte, ist beim Platinum SE ebenfalls an der richtigen Adresse. Hierfür ist der USB-Anschluss mit integrierten A/D-Wandler auf 16Bit/48kHz vorgesehen.

Do Digital

Eine entsprechende Musiksoftware wie Ableton Live, Logic oder Qbase ist im Kaufpreis nicht mit inbegriffen. Im opulenten Handbuch findet sich jedoch, wie beim Vorgängermodell, der Verweis auf das wirkmächtige Freeware Tool Audacity. Nach der kinderleichten Installation sind die Inputs schnell zugewiesen und schon können wir munter mit der Digitalisierung unserer Schätze aus Vinyl beginnen. Sofern wir das denn möchten. Wir empfehlen für das sogenannte Rippen auf jeden Fall das WAV-Format mit 44,1 kHz, bei 16 Bit Tiefe.

Damit auch nichts Wesentliches der ausgelesenen Audioinformation verloren geht. Ein bisschen Schwund ist aber immer. Wer das komprimierte mp3-Format bevorzugt, muss bekanntermaßen auf einen Gutteil Klangqualität verzichten. Damit die Titel hörbar werden, muss die aufgenommene Spur lediglich noch auf 0,0 db normalisiert werden. Wer möchte, kann das Signal noch komprimieren oder das charakteristische Vinylrauschen mit wenigen Klicks entfernen. Aber das ist am Ende Geschmacksache.

Test: Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher
Der Grand Orchestra ist ein wahres Kraftpaket mit seinen zwei durch einen Doppelmagneten angetriebenen 6“ Tieftönern.

Ein Herz und eine Seele 

Nachdem der Sonoro Platinum SE betriebsbereit gemacht wurde, gilt es nun die massiven Standlautsprecher Grand Orchestra vom gleichen Hersteller auszupacken. Diese bringen mit 24,8 kg pro Stück ein veritables Eigengewicht mit. Nach Entfernung des samtigen Schutzmaterials erblicken wir ein komplett schwarz gehaltenes, handgeschliffenes Holzgehäuse mit edlem schwarzmattem Finish.

Das sich über abgerundete Gehäusekanten und hochwertige Oberflächen erstreckt. Bei einer Abmessung von 28 x 35 x 104 Zentimetern (inklusive Standfüße) kommen die Sonoro Grand Orchestra ohne sichtbare und dabei häufig unschöne Verschraubungen aus. Auch die Rückseite folgt der minimalistischen Doktrin und weist einzig ein Paar hochwertige Anschlüsse für Bananenstecker auf. Alles schmiegt sich – wie aus einem Guss – nahtlos in die aufwändig versteiften Schallwände aus HDF (Hochdichte Faserplatte).

Außer an den Seiten können wir zudem keine parallelen Wände entdecken. Was die Entstehung von stehenden Wellen und unerwünschten Resonanzen im Inneren des Grand Orchestra verhindern soll. Die hintere Schallwand des Standlautsprechers ist abgeschrägt. Dadurch wird ein besseres Timing in der Performance erzielt, was den Hörgenuss durch gesteigerte Authentizität noch vergrößert. Denn hohe Frequenzen bewegen sich ja per Definition schneller durch den Raum als tiefe Frequenzen. Im Inneren des Gehäuses des Zweieinhalb-Wege-Lautsprechers verbergen sich zwei identische, PE-beschichtete Papiertreiber mit Druckgusskorb, die zu zwei mit Doppelmagneten angetriebenen 6“ Tieftöner mit einem Durchmesser von ca. 15 Zentimetern fusionieren.

Test: Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher  AMT
Das Kleinod mit Neodym-Antrieb, der patentierte AMT Bändchenhochtöner sorgt für ein besonders breites Frequenzspektrum.

Grand Orchestra mit AMT Bändchenhochtöner

Hochseitig thront das Kleinod der Konstruktion in Form eines Air Motion Transformer Bändchenhochtöners mit Neodym-Antrieb, kurz AMT genannt. Der Vorteil dieser patentierten Bauweise ist ein kürzerer Bewegungsradius. In der Sache handelt es sich um eine mehrfach gefaltete, golden schimmernde, circa 85 Quadratzentimeter große Membranfläche. So ist es für das Designwunder aus Neuss problemlos möglich, auch kleinste Audioimpulse adäquat umzusetzen. Sogar Frequenzen von bis zu 32 kHz @ -6 dB, bei einem Wirkungsgrad von 87,5 dB SPL (2,83 V / 1) und einer Lastimpedanz von 4 Ω werden wiedergegeben. Zu Schade, dass das menschliche Gehör nur Frequenzen bis 20 kHz wahrnehmen kann. Aber etwas Headroom kann wohl nie schaden.

Die empfohlene Verstärkerleistung beträgt handelsübliche 50 – 170 W. Bleibt uns nur noch, die Standlautsprecher im gewünschten Stereodreieck ordentlich zu positionieren und sich auf die Couch zu setzen. Natürlich mit gemessenem Abstand zur Wand, aufgrund des Bassreflexes. Wer das in seiner Wohnung nicht realisieren kann, verwendet einfach die mitgelieferten Schaumstoffstopfen. Und rückt die Boxen problemlos näher an die Wand. Die Verbindung des Rotel RA-1592 Verstärkers mit den Sonoro Grand Orchestra geht entsprechned leicht von der Hand. Dafür verwenden über unser hochwertiges Lautsprecherkabel von in-akustik .Legen wir doch mal eine Platte auf.

Test: Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher Rückseite
Auch ein Rücken kann entzücken. Die abgeschrägte Rückansicht des Sonoro Grand Orchestra befördert einen authentischen Tempoausgleich bei der Entwicklung der Schallwellen.

Sonoro Anlage im Klangtest: God is a DJ

Beginnen wir das Hörerlebnis mit einem Test in puncto räumlicher Gestaltung sowie frequenzieller Aufteilung. Dafür lassen wir auf dem Sonoro Platinum SE Plattenspieler mit Johannes Brahms „Ungarischen Tanz“ ein ganzes Orchester rotieren. Nachdem uns das vertraute Knistern der Nadel erwartungsvoll gestimmt hat, werden wir sofort vom ikonischen Hauptthema der Streicher mitgerissen. Wir bemerken mit Wohlwollen, dass das dynamische Spektrum vollkommen und mit großer Räumlichkeit abgebildet wird. Pauken und Schlagwerk zaubern uns aufgrund ihrer spritzigen Explosivität unvermittelt ein Lächeln auf das Gesicht. Beim markanten Mittelteil angekommen, in dem sich verklärt gedehnte Fragmente des Hauptthemas mit immer wieder ausbrechenden Streichern abwechseln. Bleibt uns nicht viel mehr, als der heiteren Komposition andächtig bis zu der energetischen Schlussklammer zu lauschen. Nichts wirkt in diesem anspruchsvollen Klangbild überbetont oder gar unterrepräsentiert. Auch die Becken sind brillant übersetzt, nichts tönt klirrend oder gar schneidend. Der Kombination von Nagaoka MP-110 und AMT müssen wir schon gleich zu Beginn einen mehr als sauberen Job attestieren. Entgegen manch böser Zungen, die einen überbetonten Höhenbereich ausmachen wollten.  

Und nun zu etwas völlig anderem

Bruce Springsteen gehört zu den wenigen großen Künstlern einer vergangenen Epoche, die es verstehen, eine generationenübergreifende Fangemeinde zu bedienen. Zumindest nach einhelliger Meinung der Redaktion. Unvergessen sein Auftritt 1988 in Berlin und bis heute erstaunlich vielseitig sein Schaffen. Gönnen wir uns mit der 1982 erschienen „Nebraska“ seine wohl düsterste Scheibe. Die im gleichen Jahr größtenteils alleine von Springsteen im Schlafzimmer aufgenommen wurde. Feinfühliger Minimalismus und Textlastigkeit ist hier Programm. Wir entscheiden uns für Song Nummer zwei: „Atlantic City“.

Nachdem die Platte kreist, zieht uns sofort die fragile und melancholische Stimme von „The Boss“ in ihren Bann. Die akustische Rhythmus-Gitarre arbeitet warm und definiert im Hintergrund. Springsteens Backing-Vocals sind wunderbar sphärisch und verwaschen. Die Harp imitiert hymnisch einen bluesigen Bläsersatz. Vielmehr braucht dieses klassische Singer-Songwriter-Arrangement mit Welthitcharakter auch gar nicht, um uns zu bezaubern. Erneut erstaunlich räumlich und dynamisch von den Grand Orchestra in Szene gesetzt und vom Platinum SE tadellos abgespielt.

Test: Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher & Platinum SE Plattenspieler
Edles Gespann in mattschwarz. Beide Sonoro Produkte gibt es auch in mattweiß zu kaufen.

Master of Ceremony

Am Ende unseres Performancetests wählen wir noch einen Titel über den Cambridge Audio CXN Silver. Um abschließend noch einen differenzierteren Eindruck von der Performance unserer 2,5-Wege Standlautsprecher zu gewinnen. Aus aktuellem Anlass entscheiden wir uns für den Song „War Pigs“ von Black Sabbath. Denn Ozzy Osbournes markante Stimmlage eigent sich für einen Höhentest par excellence. Der Titel startet mit einem satt verzerrten Gitarrenriff von Tony Iommi. Unterfüttert von einem schweren und dabei recht übersichtlichen Basslauf von Geezer Butler. Während Bill Wards Schlagzeug lediglich Akzente auf die Zählzeit gibt. Bis hierhin gibt sich der Sonoro Grand Orchestra nicht die geringste Blöße.

Die dominierende Gitarrenarbeit klingt vom Feedback bis zum Bending im höchsten Maße audiophil. Die heulende Sirene im Hintergrund malt verstörend Bilder einer Schlacht – kurz, es herrscht Gänsehautalarm. Wie zum Beweis nicken die Köpfe der Redaktion im 6/8 Takt. Dann kommt der Break. Eine geachtelte wohl definierte Hi-Hat führt uns über ein satt klingendes, dosiertes Gitarren-Stakkato Riff zielsicher zum Gesangseinsatz. Intoniert vom Zeremonienmeister Ozzy Osbourne höchstpersönlich. All das klingt sehr dynamisch und sauber, räumlich definiert und sehr aufgeräumt. Der Rest ist Rockgeschichte.

Sonoro Grand Orchestra & Platinum SE: Preis und Verfügbarkeit

Den Sonoro Platinum SE Plattenspieler gibt es zum Preis von 799 Euro (UVP) und die Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher zum Preis von 1.999 Euro (UVP) im Fachhandel oder direkt bei Sonoro zu kaufen. Farbausführungen: schwarz matt und weiß matt.

Webseite: www.sonoro.com/grand-orchestra // www.sonoro.com/platinum-se

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 04/2022. Die dargestellte Testwertung von 92% sowie die u.s. Wertungstabelle bezieht sich auf den Sonoro Platinum SE Plattenspieler. Die Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher erzielten im Test eine Gesamtwertung von 91%.

▶ Lesen Sie hier: Test: Sonoro Orchestra Lautsprecher (2-Wege-Bassreflex)

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Test: Sonoro Grand Orchestra Standlautsprecher & Platinum SE Plattenspieler

Sonoro Grand Orchestra

Sonoro konnte seine Produktpalette mit den Grand Orchestra Standlautsprechern sinnvoll um das erste paar Standlautsprecher ergänzen. Das Produkt richtet sich an all jene HiFi-Begeisterte, denen neben audiophilen Qualitäten auch ein schnörkellos Design wichtig ist. Hervorheben möchten wir die Räumlichkeit und die Basskraft der Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher.

Sonoro Platinum SE

Der Platinum SE präsentiert sich als echtes Upgrade zum Vorgängermodell, das in Sachen Lifestyle, Bedienkomfort sowie hoher Konnektivität die höchsten Ansprüche bedienen kann. Besonderes Lob verdient neben dem beschwerten Plattenteller, der Korkentkopplung sowie dem zusätzlichen Gelenk im Tonarm der Nagaoka MP-110 Tonabnehmer. Wem dieses MM-System nicht hochwertig genug sein sollte, kann es mit wenigen Handgriff en auswechseln. Auch hier gibt es von uns eine klare Kaufempfehlung.

Wiedergabequalität 90%
Ausstattung/Verarbeitung 97%
Benutzerfreundlichkeit 87%
Preis/Leistung99%
Vorteile
  • sehr räumlicher Klang / fulminante Bassperformance / abgeschrägte Rückwand (Sonoro Grand Orchestra)
  • Verbessertes MM-System / zusätzliches Gelenk im Tonarm / schwerer Plattenteller (Sonoro Platinum SE)
Nachteile
  • keine
92%Sonoro Platinum SE
Leserwertung: (1 Judge)
84%

Bildquellen:

  • Sonoro Platinum SE Grand Orchestra Test Review: Auerbach Verlag