Sky hat einen Lautsprecher auf den Markt gebracht. Ja, Sie haben richtig gelesen. Dabei vertrauen die Briten auf die innovativen Ideen und Fertigungsqualitäten des französischen Herstellers Devialet. Wir haben sie natürlich umgehend getestet.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, dass der etablierte Pay-TV-Anbieter Sky sein Angebot im Hardware-Segment ausweitet. Das Unternehmen präsentierte 2009 seinen eigenen Digital-Receiver und der Sky Q bietet heute vielen der über fünf Millionen Kunden des Konzerns ein mannigfaltiges Programm. Nun schickt Sky eine eigene Gerätekomponente für die Klangwiedergabe seines Fernsehprogramms ins Rennen: die Sky Soundbox. Jedoch hat sich Sky freilich nicht zu einem Hersteller von HiFi-Equipment avanciert, sondern für die Fertigung der Soundbox ein uns bereits bekanntes Unternehmen aus Frankreich mit ins Boot geholt: Devialet. Deren exotischer Wireless Speaker Phantom Gold haute uns so richtig von den Socken (► lesen Sie hier unseren Test vom Devialet Gold Phantom) – wir erinnern bloß an die vom Hersteller angegebene Spitzenleistung von satten 4 500 Watt! Mit Blick auf eine kraftvolle und impulsstarke Filmtonwiedergabe scheint uns Devialet daher der optimale Partner. Und auch bei Devialet wird man sich über diese Zusammenarbeit gefreut haben, beschert Sky dem noch recht jungen Unternehmen mit seiner immensen Reichweite ein breites Premium-Publikum, was natürlich nicht zu verachten ist.

Test Sky Soundbox Devialet Soundbar Review

Auf eine vielseitige Einsetzbarkeit abseits des Sky-Programms ist die Soundbox nicht ausgelegt. Ein optischer Input steht als einzige externe Option zur Verfügung

Sky Soundbox

Ist Devialets Phantom bereits optisch an Extravaganz kaum zu übertreffen, so kommt die Sky Soundbox um einiges unauffälliger daher. Das Gerät misst gerade mal knapp 38 Zentimeter (cm) in der Breite und 21 cm in der Tiefe und lässt sich somit problemlos in jedes Geräte-Arrangement integrieren. Mit zehn Zentimetern Höhe jedoch passt die Soundbox eventuell nicht vor jeden Fernseher. Doch so unscheinbar wie das Gerät von außen auch wirken mag – ein Blick auf die technische Ausstattung der Soundbox zeigt, dass Devialet auch hier wieder eher klotzte als kleckerte. Sechs Tieftöner und drei Breitband-Chassis wurden der kompakten Soundboxspendiert. Die Tieftöner sitzen dabei an allen vier Seiten des Geräts, während die Breitbänder nach vorne und jeweils zu den beiden hinteren Ecken abstrahlen. Durch diese Treiberanordnung und automatische Ausmessung von Schallreflexionen verspricht Devialet einen 360° Raumklang, was uns jedoch etwas skeptisch stimmt.Ihre Kraft bezieht die Soundbox, wie auch der Wireless-Speaker Phantom, von Devialets patentierter Verstärker-Technologie ADH (Analog Digital Hybrid).

Sky-Kunden im Vorteil

Bespielen lässt sich die Soundbox lediglich per Lichtleiterkabel oder Bluetooth – und natürlich HDMI. Denn man merkt schon, dass es sich hier ganz klar um ein Gerät aus dem Hause Sky handelt und Devialet lediglich dessen technische Realisierung übernommen hat (auf der Homepage des Herstellers sucht man nach der Sky Soundbox übrigens vergebens). Denn wesentliche Klangeinstellungen, wie zum Beispiel der vielversprechende Sky-Q-Sound, lassen sich nur im Menü eines angeschlossenen Sky-Receivers konfigurieren. Außerdem ist der Aufpreis, den Sky von Nicht-Inhabern eines Abonnements abverlangt nicht von schlechten Eltern. So bezahlt man als Sky-Kunde 299 Euro und ohne laufendes Abo gleich mal 300 Euro mehr – und das für weniger Features. Wie zum Beispiel die integrierte Modus-Erkennung. Wird die Soundbox zusammen  mit dem Sky-Receiver betrieben, erkennt die Soundbox, ob nun gerade ein Film, ein Live-Konzert oder ein Fußballspiel geschaut wird und schaltet selbstständig in einen entsprechenden Klangmodus. So gibt es außerdem drei weitere über den Receiver einstellbare Modi. Der Kids-Modus setzt eine Limitierung auf die ausgegebene Lautstärke. Der Dialog-Modus hebt die Mitten hervor, während der Nacht-Modus die Bässe etwas dämpft. All diese Funktionen sind jedoch nur verfügbar, wenn Sie einen Sky-Receiver besitzen.

Test Sky Soundbox Devialet Soundbar Review Fernbedienung

Die beigelegte Fernbedienung verfügt nur über die wesentlichsten Funktionen. Das meiste wird am Sky-Receiver konfiguriert

Backflash

Für einen Praxistest haben wir exemplarisch an dieser Stelle „If I Had A Heart“ von der schwedischen Musikerin Karin Dreijer, alias Fever Ray herausgepickt. Sofort fällt es uns wieder ein: Die Soundbox wird zwar von Sky vertrieben, gebaut haben sie jedoch die raffinierten Tüftler von Devialet. Mit einer umwerfenden Energie schallt die Musik aus dem kleinen Kasten in unseren Hörraum. Die Bässe sind unfassbar energetisch und trotzdem präzise, während gleichzeitig feine akustische Details, wie etwa winzige Texturen in Dreijers Vocals wunderbar herausgehoben werden. Klanglich ist die Soundbox beeindruckend, aber ein Sky-Abo ist sehr von Vorteil.

 

 

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmals in Ausgabe 07/18 der AUDIO TEST.

Test: Sky Soundbox - Soundbar in Kooperation mit Devialet
Skys Soundbox von Devialet ist wirklich ein kleiner Wunderkasten. Sowohl die verbauten Features, als auch die klanglichen Qualitäten heben das kleine Gerät deutlich von Mitstreitern dieser Produktklasse ab. Allerdings ist es ein wenig schade, dass die vorzüglichen Eigenschaften, welche die Soundbox mitbringt, zum größten Teil den Sky-Kunden vorbehalten sind.
Wiedergabequalität85%
Ausstattung/Verarbeitung75%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis-/Leistungsverhältnis80%
Vorteile
  • Klangqualität
  • Räumlichkeit
  • viele Feature
Nachteile
  • viele Features nicht ohne Sky-Receiver nutzbar
84%Gesamtergebnis
Leserwertung: (51 Votes)
31%

Bildquellen:

  • Sky Soundbox: Bild: Auerbach Verlag
  • Sky Soundbox: Bild: Auerbach Verlag
  • Sky Soundbox: Bild: Auerbach Verlag