Kredenzen uns Monitor Audio mit dem Bronze Cinema 500 Heimkino-Set den aktuell vielleicht besten Deal in Sachen 5.1. Surround-Lautsprecher Setups? Wir machen den Test!

Surround der Superlative!

Weihnachten kommt dieses Jahr schon früher. Zumindest für uns in der AUDIO TEST Redaktion, denn erstens ist als Testredakteur das ganze Jahr irgendwie ein bisschen wie Weihnachten (ständig kommen Pakete für einen mit schönen Sachen drin) und zweitens haben uns Monitor Audio ein Bronze Cinema 500 Set zum Test überlassen. In der letzten Ausgabe (AUDIO TEST 08/20) hatten wir ja schon das Privileg, die 200er Variante dieses 5.1-Surround-Sets testen zu dürfen ( lesen Sie hier unseren Testbericht). Was wir da gehört haben, zog uns schlichtweg die Schuhe aus. Ziemlich wortwörtlich sogar, denn bei einer so überzeugenden Performance will man sich nur noch gemütlich im Hörraum einnisten, die Füße hochlegen und Filme und Serien in feinstem Surround glotzen bis man von Andreas vom Empfang rausgeschmissen wird, weil er jetzt den Laden dicht macht.

Das Monitor Audio Bronze Cinema 500 Set besteht, wie auch sein kleineres Geschwisterlein, aus einem Bronze C150 Center-Lautsprecher, einem Paar Bronze FX als Rear-Lautsprecher, einem aktiven Bronze W10 Subwoofer und eben den beiden namensgebenden Bronze 500 Standlautsprechern, die hier als Front-Lautsprecher dienen. Wie auch beim 200er Set wird unser Test-Setup in Kombination aktuell zum Sonderpreis gegenüber dem Einzelkauf angeboten. Es kostet 2.299 Euro (Anm.: mittlerweile liegt der Preis für das Set aufgrund gestiegener Produktions- und Transportkosten bei 2.499 Euro). Das sind gerademal 299 Euro mehr gegenüber dem Bronze Cinema 200 Set, was den Preis pro Kanal sozusagen auf 383,17 Euro anhebt. Das ist natürlich kein Taschengeld, aber unserer Meinung nach immer noch ein verdammt niedriger Preis in puncto ausgewachsener 5.1-Surround-Systeme. Doch genug, widmen wir uns dem Namenspatron des Cinema Sets, den Monitor Audio Bronze 500 Standlautsprechern

Monitor Audio Bronze 500 Standlautsprecher

Die Monitor Audio Bronze 500 sind die größten Standlautsprecher der Bronze Serie ( lesen Sie hier unseren Test der Standlautsprecher). Ausgelegt auf maximalen Schalldruck und Tiefgang und besonders dann angebracht, wenn das heimische Wohnzimmer mit geräumigen bis pompösen Ausmaßen auffällt. Dennoch sind die Bronze 500 keine unhandlichen Monolithen, sondern lassen sich vollkommen entspannt alleine aufstellen. Das sogar, wenn man eher in die Kategorie schlaksig gebauter Testredakteur mit Spaghettiarmen fällt. Das relativ leichte Gewicht geht jedoch keineswegs zu Lasten der Verarbeitungsqualität der Bronze 500. Diese ist absolut solide. Das Gehäuse unserer Testprobanden ist makellos mit weißer Strukturfolie beklebt. Bläschenbildung? Fehlanzeige! Die in einem leichten Hellgrau abgesetzte Schallwand ist matt lackiert und verleiht dem Design noch etwas mehr Pep.

TEST: Monitor Audio Bronze 500
Einer der beiden Tiefmitteltöner arbeitet sich ausschließlich an den Bässen ab.

Die im Lieferumfang enthaltenen und frei justierbaren Standfüße sind übrigens im gleichen Grauton gehalten. Ein weiteres schönes Detail ist, dass sowohl Spikes wie Gummifüße im Lieferumfang enthalten sind und man so für jede Art von Fußboden optimal gerüstet ist. Kein großes Killerfeature, aber uns freut so was immer, da es von einer gewissen Aufmerksamkeit des Herstellers zeugt. Apropos schöne Details. Die Front der 2,5-Wege-Bassreflexkonstruktion kommt komplett ohne sichtbare Schrauben aus. Auch wenn man die magnetisch haftende Frontblende abnimmt. So gefällt uns die Bronze 500 sowieso am besten, da man nun freie Sicht auf das schicke hexagonale Dispersionsgitter vor dem Hochtöner hat. In ähnlicher Form findet sich das so auch bei den Modellen der Silver und Gold Serie von Monitor Audio. Der dahinter liegende Hochtöner stellt – wie alle hier in diesem Set verbauten Treiber – eine Eigenentwicklung von Monitor Audio dar. Es handelt sich um ein C-CAM Gold Modell mit einem Kalottendurchmesser von 25 Millimetern (mm). Falls sich jetzt akronymbedingte Verwirrung einstellt: C-CAM steht für Ceramic Coated Aluminium/Magnesium. Sprich als Membranmaterial kommt hier eine mit Keramik überzogene Aluminium/ Magnesium-Legierung zum Einsatz. Der Zusatz Gold bedeutet schlicht und ergreifend, dass beim Hochtöner noch eine zusätzliche Schicht Gold auf die Kalotte aufgebracht wurde.

Eingefasst ist der Hochtontreiber von einem sogenannten UD-Waveguide, der auch in den Höhen ein möglichst ungerichtetes Abstrahlverhalten erzeugen soll, um so nicht nur an einem schmalen Sweetspot für eine optimale Wiedergabe zu sorgen. UD steht übrigens passender Weise für Uniform Dispersion. Ab 2.700 Hertz (Hz) werden dann die beiden Tiefmitteltöner angekoppelt, wobei einer der beiden erst unter 550Hz in der Wiedergabe mitmischt. Bei diesen Treibern handelt es sich ebenfalls um C-CAM Modelle – hier zwar ohne Gold dafür aber mit wesentlich größerem Membrandurchmesser von 203mm. Insgesamt bringt es die Monitor Audio Bronze 500 auf einen stattlichen Frequenzgang von 32 Hz bis 30 Kilohertz (kHz). Wobei man anmerken muss, dass die Grenzfrequenzen sich hierbei nicht auf den konventionellen –3 Dezibel (dB) Punkt beziehen, sondern für –6 dB angegeben werden. Wo nicht explizit anders erwähnt, gilt das übrigens für alle folgend genannten Frequenzgänge.

Wirft man einen Blick auf die Rückseite der Bronze 500, so findet man neben den Öffnungen der beiden Dual HiVe II-Bassreflexports auch das Anschlussfeld des Standlautsprechers. Dieses ist mit separaten Anschlüssen für den Hochton- und den Tiefmitteltonbereich ausgestattet, so dass sowohl Bi-Wiring wie auch Bi-Amping möglich ist. Die nominale Impedanz der Bronze 500 ist mit 8 Ohm und die Belastbarkeit mit 200 Watt (W) angegeben. Auch mit bulligen Endstufen sollte man sich hier also schwer tun, unsere Testkandidaten an ihre Grenze zu bringen. Wahrscheinlich ruiniert man sich bei dem Versuch angesichts des hohen Kennschalldruckpegels von 90 dB sowieso vorher das Gehör.

Monitor Audio Bronze 500 (6) Test Review Standlautsprecher Speaker

Monitor Audio Bronze C150 Centerlautsprecher

Widmen wir uns nun dem Center-Lautsprecher C150. Zunächst sei gesagt, dass der Monitor Audio Bronze C150 in Sachen Verarbeitungsqualität auf dem gleichen hohen Level spielt, wie die Bronze 500. Das Anschlussfeld kommt mit identischer Ausstattung daher. Aber natürlich gibt es diverse Unterschiede. So handelt es sich beim Bronze C150 Centerspeaker zum Beispiel nicht um ein Bassreflex-System, sondern um eine geschlossene Konstruktion. Diese sind im Vergleich zu Bassreflexsystemen für ihre besonders hohe Impulstreue bekannt. Von daher macht die Entscheidung, den Center-Lautsprecher des Surround-Sets in geschlossener Bauweise zu fertigen absolut Sinn, da ein Center nicht für das Tieftonfundament verantwortlich ist, natürliche Transienten jedoch die Sprachverständlichkeit fördern. Und Sprachwiedergabe ist wiederum sehr wohl die Aufgabe des Centers.

In puncto Treiberbestückung kommt hier der gleiche Hochtöner zum Einsatz wie bei den Bronze 500. Auch die Übergangsfrequenz zu den beiden Tiefmitteltönern ist gleich. Jedoch handelt es sich beim C150 um eine reine 2-Wege- Konstruktion und die C-CAM Tiefmitteltöner haben einen Membrandurchmesser von 140 mm. Die nominale Impedanz liegt ebenfalls bei 8 Ohm, wobei die Belastbarkeit mit 120 W etwas geringer ausfällt. Der Frequenzgang ist mit 66 Hz bis 30 kHz angegeben.

Monitor Audio Bronze FX

Beim Monitor Audio Bronze FX handelt es sich um einen echten Spezialisten für den Einsatz als Surround-Lautsprecher, sowohl für die hintere wie auch die seitliche Aufstellung. Das bietet den klaren Vorteil, dass ein solcher Lautsprecher nicht die fokussierten Wiedergabeeigenschaften eines für den konventionellen Stereobetrieb ausgelegten Lautsprecherpaars aufweisen muss. Stattdessen können diese komplett auf einen einhüllenden Klang ausgerichtet werden, was sich auch in der Anordnung der Treiber beim Bronze FX widerspiegelt. Beide 25mm C-CAM Gold Hochtöner strahlen schräg zur Seite ab, während nur der 140 mm Tieftöner direkt nach vorne gerichtet ist.

Darüber hinaus kann der Bronze FX als Di-Pol oder Bi-Pol betrieben werden. Die Umschaltung erfolgt über einen rückseitigen Kippschalter. Im Di-Pol-Betrieb wird einer der beiden Hochtöner in der Phase gedreht, was ein nochmals diffuseres Klangbild erzeugen soll. Wie schon beim Bronze C150 handelt es sich beim Bronze FX um eine geschlossene Konstruktion. Das ist besonders sinnvoll, zumal der Bronze FX speziell auf die Wandmontage ausgelegt ist. Die Impedanz der Surround-Spezialisten liegt bei 8 Ohm, während die Belastbarkeit mit 80 W angeben wird. Die obere Grenzfrequenz ist zu den bisher genannten Modellen identisch. Die untere Grenzfrequenz des Bronze FX liegt hingegen bei 74 Hz.

Monitor Audio Bronze Cinema 500 - 5.1 Heimkino Lautsprecher Set Test Review FX Surround Subwoofer FX
Der Bronze FX lässt sich mittels Kippschalter zwischen Bi-Pol und Di-Pol-Betrieb umschalten, wobei im Di-Pol-Modus einer der beiden Hochtöner in der Phase gedreht wird.

Monitor Audio Bronze W10 Subwoofer

Kommen wir schlussendlich zum Monitor Audio Bronze W10. Der aktive Subwoofer ist mit einem 220 W starken Class-D-Endstufenmodul bestückt, welches einen nach vorne abstrahlenden 250 mm C-CAM Tieftöner antreibt. Eine weitere 250 mm Passivmembran auf der Unterseite des Subwoofers unterstützt die Tieftonwiedergabe. Damit bringt der Bronze W10 es auf eine untere Grenzfrequenz von 29Hz gemessen bei –3dB. Neben schierer Tieftonpower, bietet der Subwoofer aber auch noch eine Menge praktischer Funktionen. So ist er etwa mit einem zwischen 120 Hz und 50 Hz regelbaren Tiefpassfilter mit 24 Dezibel Flankensteilheit ausgestattet. Darüber hinaus besitzt er noch drei DSP-Presets (Movie, Music und Impact) und ist mit einem Schalter zum Invertieren der Polarität ausgestattet. Anschlussseitig besitzt der W10 sowohl einen Stereo-Cinch-Eingang, sowie einen weiteren Cinch-Eingang für den LFE-Kanal.

Monitor Audio Bronze Cinema 200 - 5.1 Heimkino Lautsprecher Set Test Review FX Surround Subwoofer W10
Über das Anschlussfeld des Bronze W10 Subwoofers kann man nicht nur die obere Grenzfrequenz einstellen, sondern auch zwischen DSP-Presets umschalten.

Klangtest: Surround goes Super Saiyan

Wen es nun um den Klang des Monitor Audio Bronze Cinema 500 Set geht, so bringt uns das in eine leicht missliche Lage, denn wir haben schon beim 200er Set nicht zu knapp mit Superlativen um uns geworfen. Wieso ist das ein Problem? Nun ja, weil das Bronze Cinema 500 Set wirklich nochmal eine Schippe drauflegt und wir lobestechnisch langsam an unsere sprachliche Grenzen stoßen. Aber da müssen wir jetzt durch. Die exzellenten klanglichen Grundeigenschaften teilen sich die Surround-Geschwister ohnehin. Herausragende Sprachverständlichkeit, sauber artikulierter und dennoch wuchtiger, raumausfüllender Klang und minimaler Konfigurationsaufwand.

Auch im Verbund mit den Bronze 500 ist das Surround-Set einfach super abgestimmt. Wenn wir als Ausgangspunkt wie gewohnt nach dem Einstellen der korrekten Abstände den Übergangspunkt zwischen Sub und allen anderen Lautsprechern nach THX-Standard auf 80Hz setzen, fällt im direkten Vergleich mit den 200ern auf, das die Wiedergabe nochmal etwas offener und luftiger wirkt. Auch scheinen Atmo-Sounds etwas mehr in den Vordergrund zu rücken, was wohl an dem leicht höheren Wirkungsgrad der 500er liegt. Wenn man nun jedoch die Bronze 500 von den Fesseln des Hochpassfilters am AV-Receiver befreit, wird schnell deutlich, dass hier noch eine gehörige Portion mehr an brachialer Basspower zur Verfügung steht. Und nur um das klar zu stellen, wir sprechen hier von Basspower im Sinne von: „Nagelt den Geschirrschrank zu, sonst gibt’s ein Unglück“.

Das Schöne ist vor allem, dass man hier bei Bedarf alle Optionen hat. Man muss sich wirklich anstrengen, um dem Set einen ungefälligen Klang zu entlocken. Also die absolut gegenteilige Erfahrung zu vielen anderen Surroundsets, wo das Setup meist doppelt so lange dauert, wie der Film den man kucken wollte. Für diesen Preis ein 5.1.-Surround-Set anzubieten, was so einfach herrausragende Ergebnisse liefert, legt die Messlatte für alle anderen höher. Bravo Monitor Audio! You’ve done it again. ■ Text: Jörg Schumacher

Preis und weitere Infos zum Monitor Audio Bronze Cinema 500 5.1 Heimkino-Set

Das 5.1-Heimkinosystem Bronze Cinema 500 von Monitor Audio können Sie im HiFi-Fachhandel zum attraktiven Preis von 2.499 Euro kaufen.

Mehr Infos unter: www.derbesteklang.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 1/2021.

► Lesen Sie hier: Test vom Monitor Audio Bronze Cinema 200 – 5.1 Heimkino-Lautsprecher-Set

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Test: Monitor Audio Bronze Cinema 500 - 5.1 Heimkino-Lautsprecher-Set
Was sollen wir noch sagen? Preis-Leistung: schon fast albern gut. Optik: sehr schick. Klang: dynamisch, raumfüllend, präzise und wuchtig zu gleich mit herausragender Sprachverständlichkeit. Setup: kinderleicht. Abschließendes Urteil: Testredakteur ist verliebt, Trennungsschmerz bei Abholung ist vorprogrammiert.
Wiedergabequalität97%
Ausstattung/ Verarbeitung100%
Benutzerfreundlichkeit100%
Preis-Leistung100%
Vorteile
  • Abstimmung
  • Klang
  • Preis/Leistung
Nachteile
  • Keine
98%Gesamtergebnis
Leserwertung: (20 Votes)
45%

Bildquellen:

  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag
  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag
  • Monitor Audio Bronze Cinema 500 Set: Auerbach Verlag