Kaum ein Hersteller weiß, uns mit so einer geringen Fehlerquote zu überzeugen wie Monitor Audio. Immer wieder attestieren wir den Briten herausragende Leistungen, welche in ihrer Preisklasse seinesgleichen suchen. Doch warum hat noch immer kaum jemand die Engländer auf dem Schirm? Wir machen uns ran an den Test der Monitor Audio Bronze 500 Standlautsprecher (6. Generation) - das Flaggschiff der Bronze-Serie.

Zwischen all den prominenten Akteuren des HiFi-Business schafft es hin und wieder auch mal ein Underdog, sich einen festen Platz weit oben in unserer ewigen Bestenliste zu erkämpfen. Monitor Audio fällt genau in diese Kategorie. Seit ihrem Debüt in der AUDIO TEST im Jahre 2009 erhielten die Briten erst ein mal ein Testergebnis von weniger als 91 Prozent. Mit einem ausgezeichneten Durchschnittsergebnis von 91,8 % ist es doch etwas verwunderlich, weshalb Lautsprecher aus dem Hause Monitor Audio, welche in Deutschland übrigens von der Pannes Vertriebs KG vermarktet werden, noch immer eher zu den Geheimtipps unter Kennern zählen. Dabei ist der Hersteller mit seiner nunmehr vierzigjährigen Geschäftslaufbahn absolut kein Frischling mehr und ob seiner durchaus preiswerten Lautsprecher auch nicht einem exklusiven Kreis von Topverdienern vorbehalten. In unserer Redaktion gibt es auf jeden Fall den ein oder anderen bekennenden Fan. So dekorierte Kollege Johannes Strom erst vor Kurzem den Standlautsprecher Silver 500 6G mit dem Prädikat Referenzklasse (AUDIO TEST 04/2020) und machte beim Eintreffen des aktuellen Testmusters Monitor Audio Bronze 500 auch ordentlich Stimmung für den Kandidaten.

Monitor Audio Bronze 500 (6) Test Review Standlautsprecher Speaker
Über die vergoldeten Anschlüsse bietet Monitor Audio die Möglichkeit, die beiden Wege des Lautsprechers von einander separiert anzusteuern.

Monitor Audio Bronze 500 (6G) Standlautsprecher

Bei diesem Speaker handelt es sich um den größeren von zwei Standlautsprechern aus Monitor Audios Bronze-Kollektion, welche neben dem uns vorliegenden 500er und dem 200er noch zwei Rear-Speaker, den On-Wall-Lautpsrecher Bronze FX, den Center-Lautsprecher Bronze C150, den Subwoofer Vronze W10 und den Bronze AMS Atmos-Speaker umfasst. Die Ambition der Produktreihe als Heimkino-Anlage ist also glockenklar. Jedoch geht es uns für diesen Bericht zunächst um ausgewachsenen Stereo-Sound. Nicht ohne Ironie schoss uns dieses Attribut sofort in den Kopf, als wir den Bronze 500 Standlautsprecher im Hörraum aufbauten. Denn für den größten Lautsprecher der Bronze-Kollektion ist der Speaker mit gerade mal 97 Zentimetern (cm) Höhe auf einer Grundfläche von 23 mal 32 cm alles andere als ein Hüne. Doch als erfahrener HiFi-Redakteur weiß man natürlich, dass man sich von der Größe eines Lautsprechers keinesfalls in die Irre führen lassen darf. Vielmehr ist es beim Lautsprecher wie beim Menschen: Auf den Charakter kommt es an. Doch dazu später mehr. Wir wollen uns zunächst noch ein wenig den äußerlichen Merkmalen des Lautsprechers widmen. Dieser fällt im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Bronze 6 knapp 10 cm kürzer, dafür etwa 5 cm breiter aus. Bei unserem Testmuster handelt es sich, wie auch beim Bronze 6, um einen offenen Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher, welcher mit drei Chassis bestückt ist. Um genau zu sein, handelt es sich hier zum einen um zwei C-CAM-Tiefmitteltöner von acht Zoll Durchmesser und einen 25 Millimeter (mm) messenden C-CAM-Hochtöne mit vergoldeter Kalotte. Diese ist in einen Uniform Dispersion Waveguide eingelssen und schimmert edel durch das hexagonale Dispersionsgitter hindurch, welches kennzeichnend für die Britische Lautsprecherschmiede bisher vornehmlich bei den Geräten der Silver- und Gold-Serie zu finden war. Aktiv wird der Hochtöner oberhalb der 2700 Hertz (Hz). Das mittlere Chassis ist für das Frequenzband bis 550 Hz zuständig. Darunter übernimmt schließlich der untere Treiber, welcher im Inneren des mit 15 mm relativ dünnwandigen Gehäuses seine eigene akustische Kammer zugewiesen bekam. Insgesamt weist der Hersteller für den Bronze 500 einen Frequenzumfang von 32 Hz bis 30000 kHz aus, wobei vor allem die beiden Dual HiVe II-Ports als Reflexkanäle bei wandnaher Positionierung ihren Teil zum Tiefgang des Lautsprechers beitragen. Denn ohne helfende Wände langt die Basswiedergabe des Speakers offiziell nur bis 41 Hz. Verkabelt ist das ganze System übrigens mit hochwertigen versilberten Kupferkabeln. Abgesehen davon, dass der Monitor Audio Bronze 500 deutlich breiter und flacher ausfällt als sein Vorgänger, so unterscheidet er sich vor allem in der Zusammenstellung der Treiber vom Bronze 6 (5G). Dieser verzeichnete neben dem Hochtöner noch drei Tiefmitteltöner und verfügte über einen frontseitig verbauten Bassreflex, wodurch sich seine Positionierung im Hörraum etwas flexibler gestaltete. Jedoch vermuten wir beim Bronze 500 allein deshalb etwas mehr Durchsetzungskraft in den Tiefen, da der Durchmesser Tieftöner des Vorgängermodells ganze anderthalb Zoll weniger zählte. Außerdem zeigte sich der Bronze 6 deutlich weniger belastbar als unser Testgerät. Dieser erweist sich mit einer Nominalimpedanz von 8 Ohm und einer empfohlenen Verstärkerleistung zwischen 60 und 200 Watt als flexibler und gleichzeitig leistungsstarker Zeitgenosse, welcher sich ohne Probleme in verschiedenste Geräteketten integrieren lassen sollte.

Monitor Audio Bronze 500 (6) Test Review Standlautsprecher Speaker
Das hexagonale Difussorgitter sorgt für die exzellente gestreuten Höhen, welche das Klang- bild weit und spritzig erscheinen lassen.

Feinschmecker im Test

Den nächst größeren Verwandten unseres Testgeräts fühlte Kollege Strom damals unter anderem mit dem Titel „Strong“ von London Grammar auf den Zahn und attestierte dem Silver 500 eine aufrichtige und homogene Wiedergabe. Diesen Eindruck haben wir beim selben Titel auch auf dem Monitor Audio Bronze 500. So kraftvoll der Lautsprecher Hannah Reids Stimme transportiert, so feinfühlig zeichnet er die hochfrequenten Hallfahnen in den Hörraum. Auch „Purple Rain“, wovon es übrigens auch ein wunderbares Cover von London Grammar gibt, untermauert diesen Eindruck. Dem ein oder anderen könnten die Bässe vielleicht etwas überbetont daherkommen, was uns angeht, so ist der selbstbewusste Tiefgang des Speakers ganz nach unserem Geschmack. Der Sound des Lautsprechers ist raumfüllend und einnehmend. Freilich trägt auch der Song so einiges dazu bei, jedoch weiß der Bronze 500 hervorragend mit dem verträumten Mix zu harmonieren. Eine ganz klare Parallele zwischen Prince und Monitor Audios Bronze 500: Beiden wohnt deutlich mehr Strahlkraft inne, als ihre physische Statur vielleicht zunächst erwarten lassen mag. Der Bronze 500 überzeugt außerdem durch eine gestochen scharfe Feinauflösung, ohne jedoch jemals spitz zu klingen. Vielmehr schafft der vergoldete C-CAM-Hochtöner eine Brillanz, welche schon gut an die eines Bändchens heranreicht. Zudem gibt sich der Speaker äußerst dynamisch. Besonders deutlich wird dies stets bei orchestraler Musik. In diesem Falle illustriert es die Grand Dame Marie Callas gemeinsam mit dem Ensemble des französischen Nationaltheaters. Die Arie „L‘Amour est un oiseau rebelle“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“ besonders deutlich. Das im Piano gespielte Staccato der Streicher steht in einem sehr eindrucksvollen Kontrast zum expressiven Fortissimo des Chores. Während der Lautsprecher die leisen Momente jedoch mit sehr viel Spannung zu übersetzen weiß, erklingen die lauten Passagen rund und erstaunlich unaufdringlich. Viele Lautsprecher dieser Preisklasse neigen bei diesem Stück dazu, die Einsätze des Chores etwas zu brachial zu artikulieren. Der Monitor Audio Bronze 500 Lautsprecher zeichnet sich hier durch Zügelspannung aus.

Monitor Audio Bronze 500 (6) Test Review Standlautsprecher Speaker
Einer der beiden Tiefmitteltöner arbeitet sich ausschließlich an den Bässen ab.

Die Reihe komplett

Es lässt sich festhalten, dass Monitor Audios Bronze 500 Standlautsprecher unser Testprozedere – wie bereits die Silver 500 und Gold 300 – mit Bravour absolvieren. In mittelgroßen Räumen weiß der Lautsprecher mit jeder Art von Elektronik umzugehen und zeigt sich auch auf musikalischer Ebene vielseitig und alles andere als wählerisch. Dass es sich bei bei Monitor Audio um einen Hersteller handelt, der trotz sowohl qualitativ als auch Preis-/Leistungstechnisch herausragenden Lautsprechern noch immer unter dem Radar der Masse fliegt, erscheint uns von Test zu Test absurder. Also falls Sie derzeit auf der Suche nach einem neuen Schallwandler suchen oder nach einem Beweis dafür suchen, dass State of the Art auch mal nur knapp tausend Euro kosten kann, statten Sie dem Fachhändler Ihres Vertrauens mal wieder einen Besuch ab!

Monitor Audio Bronze 500 – Preis und Verfügbarkeit

Die Monitor Audio Bronze 500 Standlautsprecher in der 6. Generation gibt es zum Preis ab 1.198 Euro (UVP – Paarpreis) im HiFi-Fachhandel zu kaufen. In puncto Ausführungen stehen vier Farbausführungen zur Wahl. Für den Vertrieb in Deutschland ist die Pannes Vertriebs KG verantwortlich.

Webseite: www.derbesteklang.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in AUDIO TEST Ausgabe 06/2020.

► Lesen Sier hier: Test vom Monitor Audio Bronze Cinema 200 5.1 Heimkino-Lautsprecher-Set

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Test: Monitor Audio Bronze 500 (6G) Standlautsprecher - Wann kommt der Durchbruch?
Für uns steht fest: Trotz seiner eher gedrungenen Statur gehört Monitor Audios Standlautsprecher Bronze 500 zu den Großen seiner Zunft. Kaum ein Lautsprecher dieser Preisklasse wusste uns bisher so vollends zu überzeugen. Raumfüllende Performance, liebevolle Verarbeitung und feinfühlige Musikalität vereinen die Briten in diesem Klangkünstler. Vor allem mit Blick auf teils vollkommen überbewertete Mitbewerber wünschen wir Monitor Audio den baldigen Durchbruch!
Wiedergabequalität96%
Ausstattung/Verarbeitung100%
Benutzerfreundlichkeit70%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • herausragender Klang
  • extrem gutes Preis-/Leistungsverhältnis
94%Gesamtergbnis
Leserwertung: (1 Judge)
99%

Bildquellen:

  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag
  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag
  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag
  • AUDIO TEST Ausgabe 05/2021: Auerbach Verlag
  • Monitor Audio Bronze 500: Auerbach Verlag