Marantz Horizon Test

Test: Marantz Horizon – High End Streaming / WLAN Design-Lautsprecher


Mit der neuen Horizon-Reihe möchte Marantz an seine traditionsreiche Historie im Lautsprecherbau anknüpfen und gleichzeitig ein echtes Design-Statement setzen. Der aktive WLAN-Lautsprecher beherbergt zudem viele moderne Technologien und innovative Funktionen. Ob er damit sowohl für designbewusste als auch audiophile Nutzer zu einer ernstzunehmenden Wahl wird, wollten wir im ausführlichen Praxistest herausfinden.

Neue Horizonte

Marantz ist in der HiFi-Szene als Hersteller hochwertiger Verstärker jeglicher Couleur bekannt. Lautsprecher assoziiert man eher weniger mit dem amerikanisch-japanischen Hersteller. Obwohl das Unternehmen auch in diesem Bereich gerade in den 1970ern und 1980ern tätig war.

So investierte Marantz Mitte der 1970er Jahre verstärkt in die Entwicklung hochwertiger Lautsprecherserien. 1976 wechselte etwa der renommierte JBL-Lautsprecherdesigner Edmund „Ed“ May zu Marantz. Schon vor seiner Zeit war bei Marantz die Lautsprecherserie Imperial erschienen (zwischen Ende der 1960er und 1970er). Aber Ed sorgte dafür, dass Marantz die High Definition (HD)-Serie herausbringen konnte.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test
Hinter dem prägnanten Bullaugen-Element an der Front hat der Horizon Speaker diverse LED, die den Lautsprecher perfekt illuminieren. (Bild: Auerbach Verlag)

Diese HD-Modelle der späten 1970er (z.B. HD-44/55/66/77 und später HD-880 u. a.) wurden für ihre Klangqualität enorm gelobt und sie stärkten den Ruf der Marke Marantz im Lautsprechersegment.

Kurz darauf folgte die Design Series (DS) – optisch edlere Lautsprecher mit ähnlicher Technik wie die HD-Reihe, aber in eleganter Möbel-Optik.

Doch leider verstarb Ed May 1980 plötzlich. Nach seinem Tod wurde die Lautsprecherproduktion zwar nicht eingestellt, aber deutlich zurückgefahren.

So erschienen in sporadischen Abständen weitere Lautsprecher wie der P 1230 (1981 – 1983), der LS 50 (1988-1993) oder der heute noch erhältliche Regallautsprecher LS 502 (um 2010).

Marantz sorgte Ende 2024 aber wieder mit zwei neuen Lautsprechermodellen für Aufsehen, die die gewohnten Pfade der passiven Lautsprecherkonzepte verlassen. Denn der Marantz Horizon und der Grand Horizon (LS502) sind als aktive und kabellose WLAN-Lautsprecher konzipiert. Für diesen Test haben wir uns für den kleineren Horizon entschieden und ihn als Standalone-Lautsprecher direkt in unseren Hörraum bestellt.

Schöne Rundungen

Schon das Unboxing des Speakers macht großen Spaß und weckt die Vorfreude, den Horizon direkt zum Spielen zu bringen. Das Auffälligste an den Horizon Lautsprechern ist dabei ganz augenscheinlich ihr besonderes Design. Damit greift Marantz tatsächlich den Geist seiner Design-Serie aus den 1970ern wieder auf. Immerhin waren die DS-Lautsprecher absolut wohnraumtauglich und als solches sind beide Horizons auch zu bezeichnen.

Das kugelförmige Gehäuse des Horizon Lautsprechers integriert das für Marantz typische runde „Bullaugen“-Motiv auf der Front in Form einer zentralen Abdeckung. Um diese Front erstreckt sich ein beleuchteter LED-Ring („Marantz AuraControl“), der als berührungsempfindlicher Lautstärkeregler dient. Ein eingebauter Annäherungssensor sorgt dafür, dass der Ring aufleuchtet, sobald man sich nähert, und die Lautstärke in Form eines Leuchtrings mit Markierungen anzeigt.

Die Designsprache zieht sich durch: Von Verstärkern wie dem Model 1 oder der 10er-Serie bis hin zum Horizon Lautsprecher. Das bekannte Marantz-Rautenmuster ist überall verewigt. (Bild: Marantz)

Das Gehäuse ist rundum mit dem speziellen Marantz Radiance 360° Seamless EcoFiber Akustikstoff bespannt – einem nachhaltigen Textil aus recyceltem Ozeanplastik. Dieser Stoff ist dreifarbig schimmernd und mit Goldfäden (Lurex) durchzogen, was den luxuriösen Look unterstreicht. Diesen besonderen Akustikstoff hat Marantz gemeinsam mit der österreichischen Hersteller Willy Herrmann entwickelt – viele Monate hat man am richtigen Stoff getüftelt.

Der Horizon ist in drei Farbvarianten erhältlich: Midnight Sky, Moon Ray und Marantz Champagne. Jede Ausführung kommt mit einem farblich passenden Sockel aus Naturmarmor, der dem Gerät Stabilität verleiht und die Wertigkeit noch einmal zusätzlich betont. Was sich auch im Gewicht des Speakers niederschlägt, denn selbst der „kleine“ Horizon bringt 12,5 kg auf die Waage.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test
Das Gehäuse ist mit dem speziellen Marantz Radiance 360° Seamless EcoFiber Akustikstoff bespannt. Der Stoff ist dreifarbig schimmernd und mit Goldfäden durchzogen, was den luxuriösen Look unterstreicht. (Bild: Auerbach Verlag)

Wer möchte, kann den Marantz Horizon auf einem optional erhältlichen Dreibein-Standfuß aus amerikanischem Nussbaum montieren.

Diese stylishe Lautsprecherständer kostet 750 Euro. Zusammen mit dem Horizon Lautsprecher (UVP 3.800 Euro pro Stück), kommt man also auf eine stolze Gesamtsumme von 4.550 Euro.

Für einen Lifestyle-Speaker, der mit dem B&W Zeppelin oder Bose-Speakern konkurriert, ist das definitiv eine Menge Geld.

Marantz richtet sich mit dieser neuen Modellreihe aber gezielt an eine designbewusste Zielgruppe, wie Begüm Tomruk, Kreativdirektorin und Chefdesignerin bei Marantz, erläutert:

„Unser Ziel war es, ein Produkt zu schaffen, das die Menschen wirklich beeindruckt und Marantz die Möglichkeit eröffnet, ein völlig neues Publikum anzusprechen.“

Kreisrunde Technik

Kommen wir vom aufregenden Design des Marantz Horizon zur Technik, denn die kann sich nicht nur hören, sondern auch sehen lassen – sie greift nämlich den Kreisgedanken gekonnt auf. Wobei es eigentlich kein Kreis ist, sondern eher ein Stern, der die Technik ausmacht. Begüm Tomruk ergänzt: „Ich bin der Meinung, dass die Form der Funktion folgt, aber das funktioniert auch umgekehrt. Beim Horizon wurden die Treiber auf koordinierte Weise innerhalb der Form positioniert. Dies führte automatisch zu einer verbesserten Stereoqualität und mehr Klangtiefe, was enorm zur Audioqualität beigetragen hat. Das Ergebnis ist ein Produkt mit einem sehr starken, sehr satten Klang.“

► Mehr über die Hintergründe zur Entwicklung und zudem Design vom Marantz Horizon lesen Sie hier in unserem Interview mit Begüm Tomruk, Kreativdirektorin und Chefdesignerin bei Marantz

Marantz Horizon Treiber
Blick auf das Treiber-Array vom Horizon. (Bild: Marantz)

So finden wir im Speaker einen 165 mm messenden Subwoofer (Marantz Gravity), zwei 25 mm Hochtöner (Seidenkalotte) sowie 50 mm große Breitband-Mitteltöner. Der Subwoofer fungiert dabei als Zentrum, um das sich die anderen Treiber anordnen.

Deshalb sitzt auf ihn nach oben zeigend einer der drei Mitteltöner. Die beiden anderen befinden sich jeweils links und rechts des Subwoofers. Direkt über ihnen sind dann die Hochtöner angebracht.

Es ist also ein 3-Wege-Stereo-System mit Upfiring Lautsprecher und Subwoofer. Oder im Heimkino-Jargon ausgedrückt: ein 2.1.1-System.

Die Verstärkerleistung des WLAN-Lautsprechers ist beachtlich. Sie liegt bei 310 Watt RMS und 745 Watt Spitze. Dabei deckt er einen Frequenzbereich von 30 bis 20.000 Hertz bei ±3 dB ab.

Sein kontinuierlicher max. Schalldruck ist mit 104 dB @1 m angegeben und in der Spitze kommt er auf bis zu 114,5 dB. Das ist wirklich sehr laut für einen Aktiv-Lautsprecher dieser Art.

Anschlussfreudig

Auf der Rückseite des Horizon finden wir unter der magnetisch haltenden Abdeckung einen Cinch-Eingang, an dem wir einen analogen Zuspieler via klassischem Line-In anschließen können. Weiterhin gibt es einen digitalen Eingang via Toslink – also optisch. Zudem einen USB-C-Anschluss für USB-Sticks oder externe Festplatten mit unserer Lieblingsmusik darauf. Keine Sorge, er stellt die entsprechende Stromversorgung dafür zur Verfügung.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test Rückseite
Der Horizon unterstützt HDMI eARC und kann als hochwertiger TV-Lautsprecher mit 3D-Sound genutzt werden. (Bild: Auerbach Verlag)

Besonders gut gefällt uns, dass es HDMI mit eARC gibt. Wir haben ja bereits geschrieben, dass der Horizon einen Mitten-Treiber hat, der nach oben feuert. Das lässt auf Atmos-Fähigkeiten schließen. Die Fähigkeit eARC zu verarbeiten, verleitet uns dazu, diese Fähigkeit im Praxistest bestätigt zu wissen. Und ja, der Marantz Horizon kann Dolby Atmos, Dolby TrueHD und DSD Dolby Digital+ sowie Dolby Digital verarbeiten. Ist es demnach möglich ihn als Soundbar zu nutzen? Das verraten wir Ihnen etwas später.

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Ab ins System

Wie eingangs erwähnt, lässt sich der Horizon als WLAN-Lautsprecher eingruppieren. Dazu setzt er auf die HEOS-Plattform als Betriebssystem. Wir müssen also die HEOS-App starten, die man im App-Store (oder Play-Store) kostenfrei herunterladen kann. Eine Anmeldung per E-Mail ist zur Nutzung der App erforderlich. Über die App können wir den Horizon zu unseren eventuell schon vorhandenen HEOS-fähigen Geräten hinzufügen.

Falls die App den Marantz-Speaker nicht findet, fordert sie uns auf, die Connect-Taste auf der Rückseite des Lautsprechers kurz zu drücken. Sie befindet sich unter der magnetischen Abdeckung, unter der wir die Anschlüsse finden. Ist die Taste betätigt, leuchtet die Farbe des Horizon-Rings grün und wir können ihn mit der App koppeln. Anschließend geben wir an, an welcher Stelle des Raumes sich der Horizon Lautsprecher befindet (wandnah, im Raum etc.) und wir können loslegen.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test App
Die Position des Lautsprechers kann man in der App angeben, damit der Speaker seinen Klang daran anpassen kann. In der HEOS-App lässt sich unter „MyMirage“ unter anderem die Klanggröße / Räumlichkeit des Horizon einstellen. (Bild: Auerbach Verlag)

Direkt aus HEOS streamen wir Internetradio, unsere Smartphone-Inhalte, Musik vom USB-Stick oder die bekannten Musikdienste auf den Horizon. Das läuft flüssig und ohne Unterbrechungen. Der Marantz Speaker kann natürlich auch kabellos mit unseren hauseigenem Musikserver Verbindung aufnehmen – er beherrscht Roon, AirPlay 2 sowie Bluetooth.

In der App können wir zudem diverse Multi-Room-Szenarien erstellen, sodass der Horizon das Büro beschallt, während ein anderer HEOS-Lautsprecher in der Küche arbeitet. Selbstverständlich lassen sich hierüber auch zwei Horizons als Stereopaar koppeln, wir haben für unseren Test aber den Speaker als Einzellautsprecher getestet.

Steuerung am Gerät

Neben der App-Steuerung lässt sich der Horizon auch direkt an der Front bedienen. Der schick designte Ring um das Bullauge des Horizon (Marantz AuraControl) fungiert nämlich auch als intuitive Touchsteuerung. Halten wir unseren Finger länger auf eine Stelle, erhöht sich die Lautstärke bis zu dem Punkt, an dem wir den Ring berühren. Die Lautstärke wird durch weiß aufleuchtende LEDs angezeigt.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test
Der Horizon begeistert mit seinem runden Gehäuse und der innovativen und intuitiven LED-Touchsteuerung. Marantz Fans erfreuen sich zudem am bekannten Designmuster, das man auch von anderen Produkten des Herstellers kennt. (Bild: Auerbach Verlag)

Außerdem können wir den Ring auf der Unterseite berühren und damit die Wiedergabe pausieren. Die Lautstärkeeinstellung und die Pause-Funktion reagieren allerdings mit einer leichten Latenz auf unsere Berührung. Die Marantz Entwickler haben das allerdings bewusst so konzipiert, damit man den Speaker nicht direkt lauter oder leiser stellt, wenn man ihn nur kurz berührt.

Klangliches Feintuning

Wie zwei Absätze weiter oben geschildert, fragt der Horizon bei der Ersteinrichtung nach seinem Aufstellungsstandort, beispielsweise Nahe der Wand. Ist dies eingegeben, passt er seinen Grundsound entsprechend an. Doch damit müssen wir uns nicht zufriedengeben, denn der Klang des Speakers lässt sich via DSP weiter individualisieren.

In der HEOS-App, genauer gesagt im Player, rufen wir dazu den „Sound Mode“ auf. Als Basiseinstellung dient hier „Auto“. Das sorgt für einen symmetrisches Klangerlebnis egal ob wir nur Stereo hören oder eine 3D-Abmischung. Als weitere Option können wir den Modus „Sound Master“ nutzen.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test Standfuß
Schicke Erweiterung: Den optionalen Tripod-Standfuß gibt es für 750 Euro zu kaufen. (Bild: Marantz)

Dieses Feature boostet den Sound in dem Sinne, dass er konkreter und greifbarer wird. Wir können Ihnen nach unserem Praxistest nur empfehlen, diesen Modus statt „Auto“ zu verwenden. Er gefällt uns klanglich deutlich besser. Das ist natürlich auch Geschmackssache, aber ausprobieren sollten Sie ihn.

Besonders spannend wird es beim dritten Klangmodus, der vielversprechend „MyMirage“ (übersetzt: „Meine Fata Morgana“) genannt wird. Genau wie die mystische Luftspiegelung, die uns etwas vorgaukelt, das in Wirklichkeit nicht existiert, lässt auch dieser Modus den Klang in einer faszinierenden Weise erscheinen – als wäre er mehr, als er tatsächlich ist.

MyMirage DSP

Zunächst haben wir hier einen Schalter für die „Klanglandschaft“. Damit aktivieren wir eine jazzig, groovige Hintergrundmusik, die der Horizon dann in Endlosschleife automatisch abspielt. Quasi eine Art Bildschirmschoner für den WLAN-Speaker. Leider hört man deutlich, wenn die Wiedergabe des entspannten Musikstücks (Dauer ca. 45 Sekunden) wieder von vorne startet, denn dann setzt sie knapp 2 Sekunden aus. Für einen Speaker dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich, aber vielleicht bessert Marantz hier beim nächsten Update nach.

Doch egal, wir deaktivieren jetzt die „Klanglandschaft“ und schauen uns die drei Regler genauer an. Zum einen bestimmen wir mit „Wärme“ den Bassanteil. So klingt der Horizon bei einem Wert von -50 heller, während er bei +50 regelrecht zur Boombox wird. Über den Regler „Räumlichkeit“ regeln wir die Klangbühne schmaler oder breiter. Gerade bei Klassik macht eine breitere Klangbühne richtig Spaß.

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Neben dem von uns getesteten Horizon gibt es auch das größere Grand Horizon Modell (Preis 6.000 Euro). (Bild: Marantz)

Bei Vocal-fokussierter Musik wird es mit kleinerer Weite angenehm intim. Als dritten Regler steht der Modus „Klarheit“ zur Verfügung. Diese können wir reduzieren, wenn wir etwa schlechtere Aufnahmen hören – vielleicht eine stark komprimierte MP3 – dann fallen die Komprimierungsfehler weniger stark auf. Andererseits können wir die Klarheit auch extrem erhöhen. Was eventuell wichtig sein kann, wenn Stimmen nicht so deutlich zu hören sind.

Alles in allem macht es großen Spaß, mit den drei Reglern zu experimentieren und sich so das optimale Klangerlebnis zu kreieren. Der Begriff „Fata Morgana“ (Mirage) ist dabei durchaus treffend, denn unseren Ohren wird ein viel größerer Lautsprecher vorgespielt, als er tatsächlich ist – eine unglaublich faszinierende Illusion!

Massig bassig und detailreich

Im Klangtest hören wir uns durch unsere Redaktionsstandards – Musikstücke, die wir mit jedem Lautsprecher im Hörraum anhören, einfach weil wir sie in- und auswendig kennen. So können wir im Test eine Grundlage schaffen, was uns klanglich im Gegensatz zu anderen Lautsprechern auffällt. Das ist im Falle des Marantz Horizon etwa der schon wirklich gut akzentuierte Bass, der sich nie in den Vordergrund drängelt, aber immer wahrnehmbar fundiert umhüllend bei der Sache bleibt. „Wozu noch einen Subwoofer?“, fragt man sich da. Der Horizon hat das Modul bereits integriert und das arbeitet auf dem Bassniveau eines Devialet Speakers.

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test Standfuß
Der farblich passende Sockel aus Naturmarmor verleiht dem Horizon Stabilität und unterstreicht die Wertigkeit des Speakers. (Bild: Marantz)

In den Mitten kommt der Horizon ebenso selbstbewusst und charakterstark daher. Selbst bei älteren Jazzaufnahmen klingen die Stimmen ausbalanciert, ungemein klar und perfekt ins Zentrum gesetzt. Die Verständlichkeit ist brillant, ohne zu überzeichnen. Das ist auch bei Hörspielen so, wo die Stimmverständlichkeit besonders im Fokus steht – jedenfalls bei klassisch inszenierten Produktionen.

Auch die Höhen sind perfekt abgestimmt. Im Test ergibt sich stets ein ausgewogenes und äußerst detailreiches Klangbild, bei dem selbst die kleinsten Nuancen klar hörbar werden. Es ist beeindruckend, wie der Horizon diese Feinheiten in Szene setzt – für so manche klassische HiFi-Anlage wird es schwer da mitzuhalten.

TV-Sound

Die Klangbühne des Horizon – also die Ausdehnung des Klangs über die physischen Grenzen des Lautsprechers hinaus – ist wirklich beeindruckend. Es klingt fast so, als wären zusätzlich Lautsprecher an den Enden des Regals platziert, auf dem der Horizon steht.

Am Fernseher ersetzt der Horizon tatsächlich eine Atmos-Soundbar. Dolby-Atmos-Musik lässt sich über den Speaker ebenfalls raumfüllend anhören. Kino-Blockbuster sind herrlich immersiv und vor allem die Stimmen sind deutlich separiert, aber ohne aus dem Gesamtbild zu fallen. So bleibt das Kinofeeling erhalten und wir hören genau, was die Figuren von sich geben. Auch die Filmmusik und die Hintergrund werden sehr plastisch wiedergegeben und wir vermissen eine klassische Soundbar in keinem Moment unserer Testsession mit dem Horizon.

Vielleicht sein einziges Manko: Mit einer Höhe von knapp 40 Zentimetern ist der Horizon in den meisten Fällen wohl einfach zu groß, um als Soundbar-Alternative unter dem Fernseher zum Einsatz zu kommen. Dafür erhalten Sie jedoch einen stilvollen und wunderbar klingenden Design-Lautsprecher, um den Sie Ihre Freunde und Gäste mit Sicherheit beneiden werden. ■ Text: Thomas Kirsche, Benjamin Mächler

Marantz Horizon High End Streaming Lautsprecher Test
Der Horizon ist in drei Farbvarianten erhältlich: Midnight Sky, Moon Ray und Marantz Champagne. (Bild: Marantz)

Marantz Horizon: Preis und Verfügbarkeit

Den Marantz Horizon gibt es zum Preis von 3.800 Euro (UVP) im Fachhandel zu kaufen. Farbausführungen: Schwarz (Midnight Sky), Hellgrau (Moon Ray), Champagner (Marantz Champagne)

Datenblatt Marantz Horizon

Allgemein
GeräteklasseStreaming-/WLAN-Lautsprecher
HerstellerMarantz
ModellHorizon
Preis (UVP)3.800 Euro (pro Stück)
PreiskategorieLuxusklasse
Maße (B/H/T)36 × 39 x 21 cm
Gewicht12,5 kg
Informationenwww.marantz.com/de
Technische Daten*
SystemStereo
Bauform3-Wege plus Upfiring, aktiv
Frequenzverlauf30 Hz – 20 kHz (+/-3dB)
Leistung745 W (max.)
Verbindung zur QuelleWLAN, AirPlay 2, Bluetooth (5.4),
Spotify Connect,
Kabel (analog, digital)
Streamingja (u.a. HEOS, Spotify, Amazon Music,
TIDAL, Deezer HiFi)
StromverbrauchStand-by: 1,7 Watt
Betrieb: 30 Watt (halbe Lautstärke)
Raumempfehlung15 m² bis 30 m²
individuelle Klangeinst.ja
Eingänge1 x Cinch, 1 x Optisch,
1 x USB-C, 1 x HDMI (eARC),
1 x LAN

*Herstellerangaben

Webseite: www.marantz.com/de

► Lesen Sie hier: Test: Marantz Model M1 – Wireless 2.1-Kanal Streaming-Verstärker

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Fazit
Der Marantz Horizon vereint einzigartiges Design, hochwertige Verarbeitung, durchdachte Technik und exzellenten Klang. Technisch überzeugt er mit einer 3-Wege-Stereo-Konfiguration, Dolby Atmos-Fähigkeit und durchdachter Anschlusssektion. Besonders hervorzuheben ist der ausgewogene Klang, der sowohl in den Bässen als auch in den Höhen fein nuanciert bleibt. Die Stereobühne ist beeindruckend weit und als TV-Soundlösung macht der Horizon ebenfalls eine starke Figur. Allerdings könnte da seine Größe zum Hindernis werden. Mit einem Preis von 3.800 Euro (bzw. 4.550 Euro mit Standfuß) ist der Horizon wahrlich kein Schnäppchen – doch er richtet sich an eine Zielgruppe, die sowohl Wert auf Design als auch auf erstklassigen Klang legt und bereit ist, in Ästhetik und High-End-Sound in gleichem Maße zu investieren.
Wiedergabequalität
96
Ausstattung/Verarbeitung
100
Benutzerfreundlichkeit
90
Preis/Leistung
70
Leserwertung14 Bewertungen
55
Vorteile
herausragender Klang
Klangmodi zur Individualisierung
vielseitige Konnektivität
Nachteile
relativ hoher Anschaffungspreis
93
Gesamtergebnis

Bildquellen:

  • Marantz_Horizon_Test_00: Auerbach Verlag