Größer, mehr Leistung und wesentlich mehr Chic – so fassen wir die Änderungen zusammen, die den KSD 2040 Aktivboxen seit ihrem ersten Test in der AUDIO TEST 2/2012 widerfahren sind. Ob sie dabei auch ihre Tugenden, die wir damals lobten, ausbauen konnten?

Es war seinerzeit in der AUDIO TEST Ausgabe 2/2012, in der testeten wir die KSD 2040 Aktivlautsprecher zum ersten Mal. Seit damals haben die Lautsprecher von KSdigital eine große Wandlung vollzogen. So messen sie jetzt nicht mehr 114, sondern 132 Zentimeter in der Höhe und bringen statt 29 nun 49 Kilogramm auf die Waage. Aber wen interessieren schon Gewicht und Größe? Es geht doch bei Lautsprechern um so viel mehr.

Wo geht’s zum Bauhaus?

Wir mussten vor kurzem auf einer Reise ein paar Stunden gezwungenermaßen einen Zwischenstopp in Dessau machen. Dort durften wir an der Westseite des Hauptbahnhofs nämlich auf den Bus des Schienenersatzverkehrs der Deutschan Bahn warten. Warum wir das hier erwähnen? In unmittelbarer Nähe der Haltestelle steht das legendäre Bauhaus und genau daran erinnern die KSD 2040 Standlautsprecher auf den ersten Blick.

Funktionale Formensprache, verpackt in einer sandsteinfarbenen Hülle. Ein auffällig unauffälliger Eindruck, den die aktiven Standlautsprecher dadurch beim Betrachter hinterlassen. Sie gehören definitiv in einen großen Raum, der jedem Einrichtungsgegenstand viel Luft zum Atmen lässt. Hier wirken sie nicht nur optisch, sondern entfalten ihren vollen Sound. Wobei sie auch in kleineren Räumen ihre Berechtigung haben. Dafür sorgt allein schon der clever durchdachte Standfuß.

KSdigital KSD 2040: Wer neigt, gewinnt

Lautsprecher mit cleverem Fuß? Was sollen denn Lautsprecherfüße mehr machen, als dafür zu sorgen, dass die Boxen sicher und möglichst entkoppelt stehen? KSdigital zeigt, dass auch mehr geht. Die silbernen Brücken, auf denen die KSD 2040 ruhen, erlauben nämlich das Gehäuse gestuft nach hinten zu neigen. Damit können wir die Lautsprecher allein über eine simple Änderung des Abstrahlwinkels an große oder kleinere Räume anpassen oder an einen nahen und weiten Abstand zum Hörer.

Optisch macht dieses „schwebende Stehen“ natürlich auch etwas her. Leider schneiden die Kanten der Brücken in die Hand, als wir daran ziehen, um die Lautsprecher auszurichten. Da darf KSdigital ruhig noch mal etwas nachbessern. Zumal die Kanten und die Oberfläche des Lautsprechergehäuses so wunderbar handschmeichelnd verarbeitet sind. Angenehmer Nebeneffekt der samtigen Oberfläche: Fingerabdrücke saugen sich hier niemals fest und besonders staubanfällig ist sie ebenfalls nicht.

KSdigital KSD 2040 Test Review Standlautsprecher Aktivlautsprecher Studiomonitor
Optisch und haptisch sind die KSdigital KSD 2040 ein Hingucker und „Anfasser“

Im XLR-Format

Da es sich bei den KSD 2040 um Aktivlautsprecher handelt, ist der Blick auf ihre Rückseite besonders interessant. Was dürfen wir alles anschließen? Optisch? Coaxial? Vielleicht auch USB? Nein? Aber Cinch! Auch nicht? Was denn sonst? „XLR“, lautet die Antwort.

Hier merken wir deutlich Anspruch und Herkunft von KSdigital. Die Firma fertigt nämlich Referenzmonitore für den professionellen Einsatz und will ihre Erfahrungen aus dem Studio ins heimische Wohnzimmer transformieren. Und im Studio ist XLR, bzw. Symmetrie, der Standard. Das merken wir besonders daran, dass nicht nur analoges, sondern auch digitales XLR hier seinen Einsatz fi ndet. Darüber können die KSD 2040 Signale von bis zu 24 Bit bei 192 kHz verarbeiten.

Neben den XLR-Anschlüssen in digital und analog finden wir nur noch Ein- und Ausgänge für das KSD-Remote RC-100, was allerdings im Studiobereich eingesetzt wird und nicht zum Heimsortiment des deutschen Herstellers gehört. Aber es gibt noch ein paar Regler auf der Rückseite, um Bass und Höhen abzusenken oder zu verstärken.

Lobenswert hierbei: Die Drehschalter haben ein fühlbares Raster. Da stellen wir beide Lautsprecher einfach identisch ein. Außerdem gesellt sich ein Volumenregler hinzu, damit wir wirklich die perfekte Balance zwischen beiden Boxen finden.

Anschlusspanel KSdigital KSD 2040 Test Review Standlautsprecher Aktivlautsprecher Studiomonitor
Das Anschluss-Panel mit XLR-Anschlüssen zeigt die Herkunft aus dem Profi -Bereich

Wichtig: Der Lautstärkeregler arbeitet ähnlich eines Trimmers. Er verstärkt das Tonsignal oder senkt es um einige Dezibel um einen Null-Punkt in der verbauten Vorstufe herum ab. Die Lautstärke der internen vier Endstufen bleibt gleich. Das ist daran zu merken, dass das subtile Grundrauschen, was ja praktisch bei allen Aktivboxen auftritt, immer auf demselben Level bleibt, selbst wenn Volume auf kleinster Stufe steht. Auch ist hier immer noch leise die Musik zu hören.

Das leise aber in der Stille wahrnehmbare Grundrauschen bleibt erhalten, selbst wenn eine Weile kein Signal an die Lautsprecher herangetragen wird. Das können die Aktiven der Mitbewerber oft besser. Die schalten sich in den Standby, wenn kein Signal anliegt. Um die KSD 2040 vollkommen geräuschlos zu machen, müssen wir sie über den Powerknopf ausschalten.

Zwischen den Zeiten

Zu Beginn des Textes hatten wir bereits kleine Unterschiede zwischen den alten und neuen KSD 2040 erwähnt. Doch es gibt noch mehr. Die Neuen haben jetzt eine Peak-Leistung von 240 Watt statt der 170 Watt der alten Version. Außerdem decken sie nun einen Frequenzbereich von 34 bis 24 000 Hertz ab. Die Vorgängerversion setzte bereits bei 28 Hertz ein. Dafür hatte die aber noch keinen digitalen XLR-Anschluss. Und der wichtigste Unterschied: Nun arbeiten ein 1 Zoll großer Hochton-Kompressionstreiber sowie ein 6 Zoll großes Mitteltonchassis sowie drei 6 Zoll Basschassis in der neuen KSD 2040.

KSdigital KSD 2040 6.5 Zoll Koaxialchassis Detailshot Test Review Standlautsprecher Aktivlautsprecher Studiomonitor
Das 6.5 Zoll Koaxialchassis sorgt für ein präzise ortbare Klänge

Die Version von 2012 musste noch mit einem Lautsprecher weniger auskommen. Wobei die clevere Konstruktion mit Koaxialchassis beibehalten und weiterentwickelt wurde. Dank ihr sollen die KSD 2040 ein stabiles und von der Lautstärke unabhängiges Stereopanorama mit bester Mitten-Ortung erlauben. Das macht uns natürlich neugierig und wir werfen unseren Streamer an und schauen, was die Aktiven von KSdigital liefern.

Willkommen im Studio mit den KSdigital KSD 2040

Zwar scheint zum Testzeitpunkt die Sonne durchs Fenster und die Narzissen auf dem Rasen präsentieren ihre Köpfe mit gelbem Stolz, aber das soll uns nicht hindern Schuberts „Winterreise“ zu lauschen. Sie macht auch ohne Schnee und Kälte Spaß. Schon nach den ersten Klängen wissen wir: Was wir hier stehen haben, das sind keine normalen HiFi-Lautsprecher, denn sie arbeiten viel mehr wie ein Präzisionswerkzeug. In der Aufnahme nehmen wir etwa solch kleine Details, wie das Treten des Pianisten auf die Pedale des Klaviers oder das Klappern der Hämmer auf den Saiten deutlich wahr. Dazu sei angemerkt, wir kennen die Aufnahme in- und auswendig und es war uns vorher nie aufgefallen.

Alle Töne werfen die KSD 2040 mit hochpräziser Genauigkeit in den Raum. Wir wähnen uns in einem High-End-Studio, Sänger und Klavier stehen nebenan und wir sitzen am Mischpult und lauschen der Performance. Wir machen weiter mit techniklastiger Musik. Ein Mix aus Pop, House und Techno läuft – so etwas, was jede zeitgenössische Party in Gang bringt. Hier nehmen wir das erste Mal den tollen Bass bewusst wahr. Klar, der war auch schon bei der „Winterreise“ vorhanden, doch spielte da eine eher untergeordnete Rolle. Nun hat er seine eigene Hauptrolle im Spiel der Töne.

Wieder beeindruckend deutlich ist die analytische Genauigkeit der Standlautsprecher. Sie wollen uns nicht mit weich gespültem Einerlei umgarnen, sie wollen uns zeigen, wie die Musik zusammengesetzt ist. Das gelingt ihnen von der ersten Millisekunde an. Interessanter Effekt dabei: Trotz ihres analytischen Ansatzes, haben wir während der gesamten Hörsession nie das Gefühl, dass unsere Ohren überstrapaziert würden. Ermüdungsfreies Hören ist also auch mit Studiopräzision möglich. Für die, die vielleicht auch mal gern selbst etwas abmischen oder sich professionell mit Musik beschäftigen, sind die KSdigital KSD 204 wirklich eine Offenbarung.

Weitere Informationen: www.ksdigital.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 4/2019.

Test: KSdigital KSD 2040 Aktivlautsprecher - Analysten im Bauhaus-Chic
Die KSD 2040 von KSdigital sind aktive Standlautsprecher mit 2,5-Wege-Arbeitsweise und vier leistungsstarken Endstufen. Allein die digitalen und anologen XLR-Anschlüsse zeigen ihre Abstammung aus dem Profi-Studiobereich. Dabei macht ihr äußeres Erscheinungsbild dem Bauhausgedanken alle Ehre. Ans Herz legen können wir sie allen Musikliebhabern, die gern wie im Studio Musik hören wollen.
Wiedergabequalität100%
Ausstattung/ Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit80%
Preis/Leistung80%
Vorteile
  • Wiedergabe auf Profi-Studio-Niveau
  • leistungsstarke Endstufen
  • perfektes Stereopanorama
Nachteile
  • nur symmetrische Anschlüsse
  • leichtes Grundrauschen im Betrieb
94%Gesamtwertung
Leserwertung: (1 Judge)
99%

Bildquellen:

  • Paar KSdigital KSD 2040: Auerbach Verlag
  • Rückseite KSdigital KSD 2040: Auerbach Verlag
  • Koaxialchassis KSdigital KSD 2040: Auerbach Verlag
  • KSdigital KSD 2040: Auerbach Verlag