Mit dem Bluesound Node haben die Streaming- und Multiroom-Experten von Bluesound das Vorgängermodell des Bluesound Node 2 neu aufgelegt, sich dabei aber maßgeblich an ebendiesem orientiert. Klingt verwirrend, aber eben auch durchaus musikalisch. Wir haben den Bluesound Node (2021) Musikstreamer zum ausführlichen Test geladen.

Bluesound: Update Complete

In einer verlässlichen Regelmäßigkeit berichten wir Ihnen in der AUDIO TEST und hier auf Likehifi.de von Neuerscheinungen des kanadischen HiFi-Herstellers Bluesound. Seit nunmehr genau sieben Jahren, als in AUDIO TEST Ausgabe 06/2014 eine Kette aus Bluesound Pulse, Node und Powernode Debüt feierte, hatten wir ein gutes Dutzend Geräte des Herstellers auf dem Prüfstand. Dabei wussten verschiedene Netzwerk-Receiver und mobile Multiroom-Lautsprecher stets zu überzeugen, sodass das Unternehmen aktuell auf einen Testdurchschnitt von sehr guten 88 % stolz sein kann.

Dabei ist in den vergangenen sieben Jahren auch einiges passiert im Hause Bluesound. Für das größte Aufsehen sorgte wohl vor zwei Jahren der Wechsel Bluesounds und deren Schwesterunternehmen NAD zur Vertriebsgesellschaft Dalis. Beide Firmen gehören mit dem Lautsprecherhersteller PSB Speakers zur Lenbrook Group und waren vertriebstechnisch in Deutschland bis 2019 bei Dynaudio unter Vertrag. Die Übernahme durch den Deutschlandvertrieb Dalis war zu den Norddeutschen HiFi-Tagen 2019 deshalb eine kleine Sensation, da Dali bis dato ausschließlich eigene Produkte auf dem deutschen Markt vertrieb und daher mit der Übernahme Bluesounds und NADs ein sehr großes Vertrauen in deren Erfolg hierzulande konstatierte.

Am Puls der Zeit

Worin sie bisher wohl kaum enttäuscht wurden sein dürften. Denn allein Bluesound wurde für seine wegweisenden und innovativen Beiträge im Streaming-Sektor immer wieder mit Auszeichnungen dekoriert. Einer der ganz großen Renner aus dem Produktkatalog der Kanadier ist dabei der Netzwerk-Streamer Node, der selbst schon zwei mal in der AUDIO TEST vertreten war und erst kürzlich eine Neuauflage erfuhr. Dabei ist der Werdegang des Node ein wenig kompliziert. Denn nach dem Node Mk I, welcher in Ausgabe 06/2014 von uns für „gut“ befunden wurde, erschien zwei Jahre später der Node 2 mit gänzlich neuem Design und erweiterten Features. Der Node 2 erhielt in Ausgabe 04/2016 übrigens ein „sehr gut“ von 85 %.

Im Mai dieses Jahres kündigte Bluesound schließlich nicht den Node 3 an, sondern eine Neuauflage des Bluesound Node an, die 2021er Version vom Node sozusagen. Dessen Design wiederum hat mit dem ursprünglichen Modell Node Mk I nichts mehr gemein, sondern gleicht dafür dem Node 2 bis aufs Schräubchen. Wie dem auch sei… An einer Sache hat man jedoch festgehalten, so wird auch der Node 2021 von einem „großen Bruder“ Powernode flankiert, der auch seine Vorgängermodelle mit einer zusätzlichen Stereo-Endstufe von 160 Watt ausgestattet ist. Wobei jedoch der CD-Player verständlicherweise rausgeflogen ist.

Test: Bluesound Node (2021) - HiFi Musik-Streamer Review Anschlüsse
Ausreichend ausgestattet und übersichtlich ausgestaltet – Das Anschlussterminal des Bluesound Node quillt nicht über, aber verfügt über das Nötigste. Die wichtigste Zuleitung besteht eh im Ethernet-Netzwerkanschluss.

Bluesound Node 2021

Dass der neue Node Streamer die Formsprache des Node 2 nahezu unverändert übernahm, erwähnten wir ja bereits. Das gerade mal 46 Millimeter (mm) hohe Streaming Gerät ist an den vertikalen Gehäusekanten elegant abgerundet. Die beiden Gehäusehälften werden mittig von einer schmalen Aussparung durchzogen und sind frontseitig lediglich mit einem Miniklinke-Anschluss als Kopfhörer-Ausgang und dem Bluesound-Emblem versehen. In die Oberfläche des Toppanels ist wieder ein schwarzes Hochglanz-Bedienfeld eingelassen, welches jedoch etwas umfangreicher ausfällt als beim Node 2.

Die berührungsempfindlichen Bedienelemente sind ebenso minimalistisch gehalten. So sind hier lediglich Punkte für die Wahl von Voreinstellungen und Pfeile für die Quellenwahl, sowie eine durchgehende Linie zur Lautstärkeeinstellung und ein kreisrundes Element zum Einund Ausschalten des Gerätes zu finden. Denn die ausführlichere Bedienung des Node passiert auch beim der 2021er Version wieder hauptsächlich in Bluesounds kostenfreier App für Smartphone oder Tablet.

Node 2021: Überarbeitete Ausstattung

Während Bluesound die optische Erscheinung des kabellosen Streamers Node nur minimal überarbeitet hat, so wurde die technische Ausstattung umfassend aktualisiert. So verfügt das aktuelle Modell über einen deutlich leistungsstärkeren ARM CORTEX A53 Quad-Core Prozessor mit 1,8 Gigahertz pro Kern, der dem neuen BluOS-Streaming-Modul eine achtmal höhere Rechenleistung und eine viermal schnellere Speichergeschwindigkeit beschert. Außerdem wurden dem Bluesound Node (2021) ein verbessertes Dualband-WiFi-Modul und ein Bluetooth 5.0-Chip mit aptX HD-Standard spendiert. Dieser arbeitet bidirektional. Soll heißen, dass sich der Node nun nicht mehr nur via Bluetooth mit Signal füttern lässt, sondern dieses auch an Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher ausgeben kann.

Als physische Anschlüsse stehen uns beim Node ein USB-A-Eingang, sowie Kombistecker aus Mini-Toslink und 3,5-mm-Stereoklinke zur Verfügung. Obendrein finden wir nun auch einen HDMI-Eingang vor. Ausgangsseitig geht es schon etwas umfangreicher zu. Neben einem analogen Stereo-Cinch-Output lassen sich digitale Signale via Koaxial-Toslink- und USB-Anschluss ausgeben. Außerdem lässt sich via Cinch ein Subwoofer anschließen, wobei hier natürlich die kabellose Kopplung mit dem Bluesound Pulse Sub+ vom Hersteller empfohlen wird. Für die Verarbeitung der ganzen Dateiformate von mp3 über ALAC und WAV bis hochauflösenden FLAC und sogar MQA zeichnet sich ein Digital-/Analog-Konverter (DAC) verantwortlich, welcher mit maximal 32 Bit auf 384 kHz Abtastrate die Speerspitze des technisch Machbaren darstellt.

Test: Bluesound Node (2021) - HiFi Musik-Streamer Review Display
Auch Bluesounds Node (2021) ist von dezenter Eleganz. Auf haptische Bedienelemente wird komplett verzichtet, nur berührungsempfindliche Touchpanels kommen hier zum Einsatz.

Setup und Inbetriebnahme

Die barrierefreie Simplizität, welche Bluesound bei der Performance ihrer Geräte versprechen, tritt bereits bei der Inbetriebnahme des neuen Node zutage. Denn tatsächlich bedarf es keiner fünf Minuten, bis wir die ersten Musiktöne über den Node streamen können. Wir mussten dafür das Gerät lediglich mit dem Stromnetz und via LAN mit dem Redaktionsnetzwerk verbinden. Freilich funktioniert dies bei Bedarf auch kabellos. Mit einer physischen Verbindung umgeht man jedoch das übliche Prozedere, in dem das Gerät einen Hotspot eröffnet, man sich darüber mit dem Node verbindet und die Login-Daten zum WiFi-Netzwerk wissen lässt. Die BluOS-App war eh bereits auf unserem Redaktions-iPad installiert, sodass wir direkt auf den Node zugreifen konnten. Einfach so. Plug and Play.

Wie Kollege Jörg Schumacher in seinem Testbericht zum Powernode 2 ( lesen Sie hier unseren Test) bereits treffend feststellte, ließe sich über die Applikation und ihre umfassenden Grouping- und Multiroom-Funktionen bereits ein eigener Artikel verfassen. Im Kurzen: Verschiedene Geräte aus der Bluesound-Familie lassen sich hierüber einfach verschiedenen Hörzonen oder Räumen zuordnen, miteinander koppeln und gruppieren, sodass entweder in allen Räumen der selbe Stream läuft, oder eben bei Papa in der Küche der Lifestyle-Podcast und bei Mama im Hobbykeller Metallica. Alles ist dabei in der App mehr oder weniger selbsterklärend ausgestaltet, sodass selbst Oma noch den Wagner zum laufen bekommt.

Bevor wir jetzt mit wütenden Leserbriefen überhäuft werden: Natürlich gibt es auch Omas, die Metallica hören. Bitte verzeihen Sie dieses oberflächliche Szenario und genehmigen Sie uns ausnahmsweise diese Art der Vermittlung. De facto stehen Hörerin oder Hörer mehr als 23 Streaming-Clients zur Verfügung. Neben den üblichen Verdächtigen wie Tidal, Qobuz und Spotify sind dabei auch Plattformen für Liebhaber vertreten, wie etwa HighResAudio und die Neil Young Archives, von denen wir, ehrlich gesagt, selbst zum ersten Mal hören. Darüber hinaus lassen sich freilich auch lokal gespeicherte Dateien entweder via AirPlay 2 oder per Zugriff auf NAS-Laufwerke abrufen.

Test: Bluesound Node (2021) - HiFi Musik-Streamer Review Display
Kryptische Zurückhaltung – simple Punkte und Linien kommunizieren die Platzierung von Presets und die Lautstärkeeinstellung des Node Mk II.

Bluesound Streamer im Klangtest

Wir haben den Bluesound Node (2021) per Lichtleiterkabel mit Coplands DAC215, der Endstufe eines Rotel 1592 und letztlich mit zwei Standlautsprechern Antal 40th von Triangle verbunden. Ausführliche Erfahrungsberichte zum Copland DAC und zur Antal 40th können Sie übrigens auch in Ausgabe 06/21 von AUDIO TEST nachlesen. Über das Netzwerk stellen wir dem Streamer bis zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlichte Master des aktuellen Album von Capyac in einer Auflösung von 24 Bit auf 192 kHz zur Verfügung. An der Darbietung des kabellosen Musikstreamers Node gibt es schlichtweg nichts auszusetzen. Wir könnten die Musik genau so gut auf einem komplett analogen Setup hören und möchten schwören, dass wir keinen Unterschied ausmachen könnten. Innerhalb des von uns wahrnehmbaren Spektrums klingt alles genau wie es soll – voller Details und Dynamik.

Als wir zu Flying Moon In Space gleichnamigen Debütalbum wechseln, machen wir den Direktvergleich. Wie groß ist der Unterschied wirklich zwischen unkomprimierten Master-Spuren und dem Spotify-Stream? Um es kurz zu machen: Groß! Hallfahnen sind matter, Obertonstrukturen weniger voll und alles klingt deutlich lebloser, irgendwie blasser. Kein Wunder, liegt doch bei 44,1 kHz die Nyquist-Frequenz schon bei 22 kHz, darüber ist einfach Schluss. Und ja, wir können doch eigentlich eh gar nicht hohe Frequenzen hören. Aber dass allein der Unterschied zwischen 44,1 kHz und 96 kHz dennoch auf dem richtigen Setup absolut wahrnehmbar ist, wird wohl niemand bestreiten, der bereits High-Res-Erfahrungen gesammelt hat.

Um den kurzen Exkurs abzuschließen: Dass wir diese Unterscheidbarkeit mittlerweile komplett auf Basis von Netzwerk-Straming nachvollziehen können, hätten wir noch vor zehn Jahren nicht im Traum zu glauben gewagt. Mittlerweile gehört es doch zur unabstreitbaren Realität, in der Bluesound immer wieder spannende Impulse gibt und aufzeigt, in welchen Sphären der Zeitgeist dieser Tage bereits rumspukt. Abschließend können wir dem kanadischen Hersteller an dieser Stelle attestieren, mit dem nicht mal 550 Euro schweren Node Netzwerkplayer mal wieder seinen Anspruch auf die Pole Position in diesem Sektor untermauert zu haben. In Sachen Usability, Performance und Preis-/Leistungsverhältnis ist der Bluesound Node (2021) kaum zu übertreffen. ■ Text: Alex Röser

Preis und Verfügbarkeit

Den Bluesound Node (2021) Musikstreamer gibt es zum Preis von 539 Euro (UVP) im autorisierten Fachhandel zu kaufen.

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 06/2021.

Webseite: www.bluesound-deutschland.de

► Lesen Sie hier: Test vom Bluesound Powernode 2i Multiroom Streaming Verstärker mit HDMI

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Test: Bluesound Node (2021) - HiFi Musik-Streamer
In der 2021er Neuauflage von Bluesounds Node vereint der Hersteller allerhand Erfahrung im Digital-Sektor mit den Vorzügen der mittlerweile heiß begehrten BluOS-Software. Alle gängigen Digitalquellen und Streaming-Clients werden vom Gerät abgedeckt und nach höchstem Standard verarbeitet. Freilich lassen sich auch diverse Gruppierungen und Multiroom-Setups vornehmen.
Wiedergabequalität93%
Ausstattung/Verarbeitung80%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis-Leistung90%
Vorteile
  • exzellente User-Experience
  • vielseitig einsetzbar
Nachteile
  • keine
90%Bluesound Node (2021)
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Bildquellen:

  • Bluesound Node Streamer: Auerbach Verlag