Aktiv, multiroomfähig, simpel einzurichten und detailverliebter Klang, so wollen sich die Teufel Stereo M präsentiert sehen. Wir haben sie auf Herz und Nieren geprüft.

In der Ausgabe 3/2018 der AUDIO TEST konnten wir bereits die aktiven Standlautsprecher Teufel Stereo L testen, die Stereo M sind quasi deren Regalversion. Wobei die 43 Zentimeter hohen und 21 Zentimeter breiten kleinen Schwestern den gleichen Funktionsumfang besitzen. Auch sie arbeiten aktiv, sind dank Raumfeldtechnologie multiroomfähig, können analoge Line-In-Signale in jeden Raum übertragen und verfügen über eine Einbindung aller üblichen Streamingdienste wie Tidal, Napster, TuneIn und das obligatorische Spotify.

Dabei verarbeiten sie die Signale mit einer Quantisierung von 24 Bit und einer Abtastrate von 48 kHz. Wobei hier wirklich nur Tidal dank seiner Verbreitung in CD-Qualität annähernd die HiRes-Fähigkeit der Lautsprecher ausnutzt. Die anderen Dienste setzen auf komprimierte Formate, die naturgegeben verlustbehaftet sind.

Wer allerdings zu Hause einen Musikserver betreibt, auf dem hoch aufgelöste Musik schlummert, der kann auf die Stereo M bauen. Die Raumfeld-App erlaubt nämlich den Zugriff auf Netzwerkressourcen und macht so den Multiroom- und HiRes-Musikgenuss möglich. Dabei ist der Hörer nicht unbedingt auf die kostenfreie App angewiesen. Steuern wir beispielsweise das bereits vorhandene Setup via HiFi-Cast kommuniziert die App mit den Teufel-Lautsprechern problemlos.

Teufel Stereo M Steuer-Tasten

Der Drehregler dient der Lautstärkeregelung und ist der Ein- und Ausschalter, zumindest für den Standby-Modus. Der eigentliche Netzschalter ist ein Kippschalter auf der Rückseite

Einrichtung in drei Zügen

Was haben wir in unserem Testraum schon für verzweifelte Versuche unternommen, Multiroom- Lautsprecher einzurichten. Die Stereo M machen es glücklicherweise absolut richtig. Wir schalten sie ein, starten die Raumfeld- App und folgen einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm. Innerhalb von 5 Minuten sind sie ins Netzwerk eingebunden.

Sehr erfreulich finden wir die Änderungen der Nutzerführung in der App. Hier gibt es nämlich nach erfolgreicher Lautsprecherinstallation ein kleines Tutorial, in dem wir unterschiedliche Musikstile über die Stereo M anhören können und uns ihre Funktionstasten erklärt werden.

Blick auf die Technik der Stereo M

Schon bei der Testmusik, die uns im Tutorial vorgespielt wird, bemerken wir die Kraft der Teufel. Der interne Class D-Verstärker befeuert die Stereo M mit einer maximalen Gesamtausgangsleistung (RMS) von 160 Watt, wobei sechs Verstärkerkanäle getrennt zur Geltung kommen. Somit haben wir es also mit einem 3-Wege-System zu tun, was mit einem Frequenzgang von 40 – 22 000 Hz aufwartet. Wichtig: Es vereint Hoch- und Mitteltöner in Koaxialbauweise in einen Schallpunkt. So erreichen das Ohr praktisch alle Frequenzen zum gleichen Zeitpunkt. Das soll zu einer besonders glaubwürdigen und natürlichen Wiedergabe führen.

Neben der Einbindung via WLAN können wir die Stereo M per LAN mit dem Netzwerk verbinden, einen entsprechenden RJ45 Anschluss finden wir auf der Rückseite. Gleich daneben ist eine USB-Schnittstelle für Speichermedien. Die können wir sogar wie einen Medienserver ins System einbinden. Dazu gibt es auch Bluetooth und den bereits erwähnten Line-In-Anschluss via Cinch. Wie schon bei den Stereo L ist die Positionierung des Bluetooth-Pairing- Schalters direkt neben dem Setup-Button nicht ideal. Da lässt sich beim rückwärtigen Tasten schnell etwas verwechseln. Also lieber einmal mehr draufschauen, bevor Sie „drücken“.

Teufel Stereo M Rückseite

Einen analogen Cinch- und einen USBAnschluss finden wir auf der Rückseite der Stereo M. Statt WLAN kann auch LAN zur Einbindung ins Netzwerk genutzt werden

Wirklich groß

Nun kommen wir aber zu dem, auf das jeder Lautsprecher-Tester hinarbeitet: der Bewertung des Klangs. Hierfür greifen wir gleich in die Vollen und streamen vom heimischen Medienserver das Album „It‘s Time“ von Michael Bublé. Das haben wir als HiRes-Version mit 24 Bit und 44,1 kHz vorliegen.

Der erste Titel ist das unvergleichliche „Feeling Good“. Es wurde ursprünglich für das Musical „The Roar Of The Greasepaint – The Smell Of The Crowd“ geschrieben und 1965 von Nina Simone für ihr Album „I Put A Spell On You“ interpretiert, wodurch es unvergesslich wurde. Große Fußstapfen in die Michael Bublé da hineintritt. Doch er meistert mit seiner intensiven Stimmperformance diese Herausforderung beeindruckend. Zudem ist das Lied bombastisch inszeniert. Die flirrenden Geigen am Anfang, die sanft zum Streichen übergehen, damit dann beim ersten „Feeling Good“ das gesamte Bläserensemble einsetzen kann – Gänsehautgarantie.

Die Stereo M schmettern mit Wucht die Töne in den Raum und verführen uns mit einem intensiven Musikerlebnis. Spürbare Bässe, detaillierte Höhen und zackige Mitten machen ein echtes „Feeling Good“ im wortwörtlichen Sinn. Anders als bei den Stereo L sind hier die Bässe auch besser dosiert und passen sich ausgewogener ins Klangbild ein. Die Tiefe und der Detailreichtum werden sehr genau präsentiert, solange es nicht zu viele, laute Instrumente auf einmal sind. Die Teufel werfen die Klangbühne weit in den Hörraum, halten sie nicht hinter der vierten Wand zurück. Der Stereoraum, die Tiefenstaffelung, die Details – alles passt.

Test: Teufel Stereo M - Die Aktiven mit der bassigen Seele
Mit den Teufel Stereo M erleben wir jeden Ton intensiv, egal ob in den Höhen, Mitten oder Tiefen. Sie zeichnen die Klänge sehr fein nach, wobei sie niemals analytisch vorgehen. Sie geben dem Sound eine eigene vollmundige Note, um jede Musikrichtung zum Erlebnis zu machen. Eine selbst bei ungünstigen Hörpositionen gut arrangierte Räumlichkeit und ermüdungsfreies Hören begeistern uns bei diesen Multiroom-Lautsprechern.
Basswiedergabe93%
Mittenwiedergabe87%
Höhenwiedergabe83%
Wiedergabequalität88%
Ausstattung/Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit92%
Vorteile
  • Einfache Installation
  • sehr gut ausbalanciertes Stereopanorama
  • voller, ausgewogener Bass
Nachteile
  • bei vollem Orchester schwächelt Tiefe
88%Gesamtergebnis
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Bildquellen:

  • Teufel Stereo M Steuer-Tasten: Bild: Auerbach Verlag
  • Teufel Stereo M Rückseite: Bild: Auerbach Verlag
  • Teufel Stereo M: Bild: Auerbach Verlag