Verzeihen sie uns den schlechten Wortwitz. Aber bei den Numan
Retrospective 1978 Active kommt, wie der Name nahelegt, wirklich wunderschönes
Retro-Design mit dem modernen Konzept eines Aktivlautsprechers
zusammen. Und das zu einem echten Kampfpreis!

Retroaktiv

Numan gehört zur Cal-Tech GmBH mit Sitz in Berlin. Im Sortiment des Hersteller findet sich vom Digitalradio bis zur ausgewachsenen 5.1-Anlage so ziemlich alles. Aber egal um welches Modell , aus welcher Serie es sich handelt, die Fusion von guten Klang mit ansprechender Ästhetik ist das erklärte Ziel des Numan-Teams.

Retro-Optik

Und ansprechend sehen die beiden Retrospective Modelle nun wahrlich schon mal aus. Das Design ist ganz deutlich an Lautsprecher-Modelle der 1970er Jahre angelehnt. Wem das nicht von alleine auffällt, der sei auf die Zahl in der Modellbezeichnung hingewiesen. Die Gehäuse kommen in schöner, matter Optik daher und versprühen in Verbindung mit den abgerundeten Kanten und der Stoffabdeckung sofort ein leichtes Gefühl von Nostalgie, ohne dabei altbacken zu wirken. Dabei gibt es sowohl für den Bespannstoff, wie auch das Gehäuse selbst jeweils drei beliebig kombinierbare Farboptionen.

Hinter der einfach zu entfernenden Front verstecken sich pro Exemplar gleich drei Treiber. Ein 20 Zentimeter (cm) messender Tieftöner, ein 10-cm-Mitteltöner und noch ein Hochtöner mit Seidenkalotte. Bei diesem Bassreflexsystem handelt es sich dementsprechend um eine Drei-Wegebox. Bei Tief- und Mitteltöner kommen in Einklang mit dem Retro-Thema Papiermembranen zum Einsatz. Hinsichtlich der Verarbeitung gibt es angesichts des niedrigen Preises nichts zu meckern. Zwar hat man schon mal Panele, Bassreflexöffnungen und so weiter schon mal sauberer eingelassen gesehen, aber da hing dann sofort ein eklatant höheres Preisschild dran. Die Buchsen packen sicher zu. Das passt.

Neben der Anbindung über Bluetooth, stehen auch USB sowie zwei analoge Eingänge zur Verfügung

Moderne Technik

Wie gesagt, handelt es sich um die aktive Variante des auch in einer rein passiven Ausführung erhältlichen Modells. So verbirgt sich hinter dem von der Vergangenheit inspiriertem Äußeren, doch einiges an moderner Technik. Die im linken Lautsprecher untergebrachte Endstufe leistet 70 Watt pro Kanal und wird über das mitgelieferte Lautsprecherkabel mit dem rechten, passiven Lautsprecher verbunden. Wo wir gerade schon dabei sind. Mitgeliefertes Zubehör gibt es einiges. Zusätzlich findet man neben einem paar Stoffhandschuhe, auch noch jeweils ein Kabel mit Miniklinken und eines mit Cinch-Steckern, ein Stromkabel und die Fernbedienung inklusive der benötigten Batterien. Das kann sich sehen lassen. Der Frequenzgang ist mit 50 Hertz bis 20 Kilohertz mit einem Toleranzbereich von +/- 6 Dezibel (dB) angegeben. Zwar sind 6 dB kein Pappenstiel, aber uns freut es vielmehr, gerade in diesem Preissegment, endlich überhaupt diese eigentlich zur Bewertung des Frequenzgangs essenzielle Angabe zu finden. Schön das der Hersteller hier die Karten auf den Tisch legt. Das ist immerhin nicht selbstverständlich.

In Sachen Konnektivität lässt sich Numan hier aber ebenfalls nicht lumpen. Sämtliche Anschlüsse, genauso wie die Bedienungselemente finden sich am selben Lautsprecher, wie die Endstufe. Die Retrospectives bieten neben zwei analogen Inputs, einmal über 3,5-mm-Klinke und einmal über Cinch, auch einen Anschluss für USB-Speichermedien. Von diesen können natürlich auch MP3-Formate gelesen werden. Darüber hinaus kann das Lautsprecherpaar auch über Bluetooth angesteuert werden und unterstützt auch den aptX-Codec. Wir persönlich hätten uns natürlich noch einen koaxialen, oder optischen Eingang gewünscht. Aber angesichts des Preisen und wie solche Systeme von den meisten Leuten wohl letztlich genutzt werden, ist das zu verkraften. Jetzt wo alles verbunden ist, wollen wir aber auch wissen wie es klingt.

Gutmütiger Klang

Für ihre Größe können die Aktivlautsprecher auf jeden Fall mit einem angenehm vollen Bassbereich aufwarten. Der Subbass fehlt zwar etwas, aber das ist bei Regallautsprechern zu erwarten. Die Mitten erklingen präsent mit einer leichten Absenkung den Tiefmitten. Die Dynamik des Quellmaterials wird adäquat wiedergegeben. Auffallend ist auf jeden Fall die schöne Räumlichkeit für die Preisklasse. Hörbeispiel Nummer Eins für heute ist Ennio Morricones „Once Upon A Time In The West“. Wie zu erwarten folgen unsere Testprobanden hier schön der Dynamik des Stücks. Die Streicher erklingen warm und man kann sogar das Reiben der Bögen ausmachen. Der Bassbereich stützt adäquat die Wiedergabe. Auch die Tiefenstaffelung funktioniert, wie man zum Beispiel an der Staffelung zwischen Solostimme und den Hintergrundgesänge hört.

Preis: EUR 6,00
Aber nichts desto trotz geht es weiter mit einer musikalischen 180 Grad Wende. Missy Elliot mit „Loose Control“ vom Album „Respect M.E.“. Und hier machen die Numans auch sofort Laune. Wobei das zugegebener Maßen bei Songs von Missy Elliot meistens auch recht einfach ist. Deren Energie springt halt sofort aus den Boxen und man wippt mit. Die Transienten des elektronischen Beats wirken nicht verschmiert und auch bassige Signale klingen nicht unnatürlich nach. Die HiHat zischt und die Synthstabs erklingen schon ziemlich mächtig. Insgesamt sind die Retrospective 1978 natürlich nicht ganz ohne Schwächen. Aber angesichts des Preises und der dafür gebotenen Funktionen sind die Aktiv-Lautsprecher mit ihrem gutmütigen Klangbild ein persönliches Antesten auf jeden Fall Wert.

weitere Infos unter: www.numanaudio.com

Test: Numan Retrospective 1978 Active
Wiedergabequalität 71%
Ausstattung/Verarbeitung60%
Benutzerfreundlichkeit94%
Preis/Leistung95%
Vorteile
  • Retrocharme
  • Preis-/Leistungsverhältnis
Nachteile
  • kein Anschluss über koaxial/optisch
77%Gesamtwertung
Leserwertung: (10 Votes)
49%

Bildquellen:

  • IMG_6903: Bild: Auerbach Verlag
  • IMG_6876: Bild: Auerbach Verlag