Bowers & Wilkins P9 Signature: Groß war die Freude, den P9 Signature von Bowers & Wilkins im Labor begrüßen zu dürfen. Der Ruf eilte dem neuen Kopfhörer des britischen Herstellers bereits voraus.

Es kommt nicht so häufig vor, dass Bowers & Wilkins ein neues Mitglied in seine Familie aufnimmt. Bewehrtes weiter zu optimieren und Produktpflege zu betreiben, ist eher die Sache der Briten. Ihnen haben wir zahlreiche Technologien, wie zum Beispiel den sagenhaften Nautilus-Hochtöner, leuchtend gelbe Kevlarmembrane oder abgerundete Lautsprechergehäuse zu verdanken. Bower & Wilkins ist es auch immer gut gelungen, die technischen Highlights ihrer hochpreisigen Produkte nach und nach und mit Erfolg im gesamten Produktprogramm zu integrieren und damit die gesamte Palette aufzuwerten.

So hielt in nahezu allen Lautsprechern der Hochtöner mit Nautilus-Technologie Einzug. Die Kopfhörer von B&W profitieren natürlich in ähnlicher Weise vom Know-how des Herstellers. Zum fünfzigsten Geburtstag der Marke im Jahr 2016 entstand der P9 Signature. Der Zusatz Signature steht für besondere Jubiläumsmodelle. Schon beim ersten Kontakt mit dem P9 wird klar, welche Zielgruppe man in Worthing im Auge hat.

Einen Pluspunkt sammelt Bowers & Wilkins mit dem Zurückgreifen auf austauschbare Ohrmuscheln, deren Polster mit Magneten befestigt sind

Der P9 ist ein Lifestyle-Produkt par excellence. Die Verpackung erinnert mit ihrem dicken weißen Karton und der verwendeten silbernen Schrift und Grafik sehr stark an das iPhone. Alles fühlt sich irgendwie Apple an. Nun gut, der Hersteller wirbt schließlich auch mit Apple-Kompatibilität. Das Gerät selbst ist von solch hoher Qualität, dass man vor dem Aufsetzen am liebsten noch einmal die Frisur checken würde, um nicht ganz hinten runter zu fallen. Für die Kopf- und Ohrpolster wurde feinstes italienisches Leder verwendet. Offenbar möchte B&W nicht nur den Hörsinn ansprechen. Ein massiver Bügel aus Aluminium verbindet beide Ohrmuscheln, deren Ohrpolster magnetisch am Gehäuse haften.

Als besonders praktisch erweist sich der faltbare Bügel

Die ganze Konstruktion wirkt wie aus einem Guss. Eine Besonderheit sind die leicht schräg angeordneten Treiber. Damit soll der Eindruck entstehen, man höre ein Paar Lautsprecher mit klassischer Bühnenabbildung. Technisch basiert der Kopfhörer auf dem bisherigen Topmodell, dem P7. Beide Geräte treiben 40 mm Chassis mit einer Impedanz von 22 Ohm an. Allerdings ist der Frequenzumfang des P9 mit 2 Hz bis 30 kHz gegen 10 Hz bis 20 kHz wesentlich breiter. Das klingt nach ordentlich Substanz.

Klangtest

Doch genug der Technik. Auf den Klang kommt es an. Nach allem was uns bis jetzt über den P9 Signature zu Ohren gekommen ist, sind die Erwartungen entsprechend hoch. 

 Als Musikquelle dient ein aktuelles Macbook. Schließlich empfiehlt B&W ausdrücklich die Verwendung des Kopfhörers an mobilen Geräten. Zu Gehör kommt der Titel „Learning to Fly“ vom fantastischen Pink Floyd Album „A Momentary Lapse of Reason“ aus dem Jahr 1987. Bald wird klar, wohin die Reise geht. Der P9 glänzt mit reichlich Bassfundament. Bei Liebhabern der tiefen Töne bleibt so bestimmt kein Auge trocken. Sehr beeindruckend. Über das Intro des Songs hinaus ist der Kopfhörer auch in der Lage, genug Feinzeichnung zu liefern, um die Aufmerksamkeit des Hörers bei der Stange zu halten. Es entsteht im Verhältnis zum stets präsenten, tiefen Grundton eine für manche Geschmäcker möglicherweise zu zurückhaltende Abbildung hoher Frequenzen. Im Gegensatz zu anderen getesteten Kopfhörern verlagert der P9 die Bühne tatsächlich wie vom Hersteller beabsichtigt vor den Zuhörer. Das erklärt zum Teil den ersten Höreindruck. Ähnlich einem Paar Lautsprecher werden die Höhen direkt von vorne abgestrahlt, während einem die Bässe rundum ins Geschehen einbetten.

Klangtest 2

Bevor wir das endgültige Urteil fällen, bekommt der Prüfling ein weiteres Stück zur Aufgabe. Mit „Naked And True“ feierte die US-amerikanische Jazz- und Soulsängerin Randy Crawford 1995 einen ihrer großen Erfolge. Die bekanntesten Titel dieses Albums sind wohl „Give Me The Night“ oder „Come Into My Life“. Crawfords ausdrucksstarke Stimme und die Mischung aus Funk und Jazz begeistern auch heute noch. Ihr warmer und rauchiger Gesang ist unverwechselbar. Geeignet für winterliche Abende mit dem P9 Signature. „Naked And True“ zeigt noch einmal, wie wichtig die Aufnahmequalität für das Hörerlebnis ist. Das soll keineswegs bedeuten, dass „A Momentary Lapse Of Reason“ weniger gut aufgenommen wurde. Bei Jazz und Soul kommt die Qualität von Studioaufnahmen nur besonders zur Geltung. Und hier spielt der neue Kopfhörer von B&W sein Potential aus. Randy Crawfords Stimme erhält ihren typischen Charakter und Höhen werden besser als bisher präsentiert. Neben dem ausgeprägten mittleren Tonbereich begleiten als besonderes Schmankerl knackige Tiefen den Auftritt unseres Testgerätes.

weitere Infos unter: www.bowers-wilkins.de

Test - Bowers & Wilkins P9 Signature - Der Schönling
Dieser Kopfhörer sieht also nicht nur verdammt gut aus. Er hört sich auch so an. Mit besonderem Augenmerk auf der Basswiedergabe haben die Techniker von Bowers & Wilkins den P9 Signature voluminös abgestimmt ohne mittlere und hohe Frequenzen unter den Tisch fallen zu lassen. Mit seiner fantastischen Verarbeitungsqualität und ausgesuchten Materialien nimmt der Brite eine Sonderstellung unter den mobilen Abhören ein. Er hat das Zeug zum Klassiker.
Wiedergabequalität88%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit88%
Preis-/Leistungsverhältnis87%
Vorteile
  • abnehmbare Ohrmuscheln
  • echtes Leder und schräg positionierte Treiber
  • Auflösung
Nachteile
  • Bassdominanz gegenüber mittleren und hohen Frequenzen
88%Bowers & Wilkins P9 Signature
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