Cambridge Audio Yoyo S, Yoyo M: Dass man Haustiere wie Hunde oder Katzen in Kleidungsstücke steckt, verwundert keinen mehr. Nun sind einige Hersteller von Lautsprechern auf den Stoff gekommen. So auch Cambridge Audio aus England. 

Cambridge Audio, gegründet wurde die Premium-Audio-Marke 1968, stellt uns zwei Modelle der neuen Serie Yoyo zur Verfügung. Beide haben eines gemeinsam: eine Marton-Mills-Stoffbespannung.

Der Textilhersteller aus Yorkshire kann auf eine fast 90jährige Tradition zurückblicken und stellt die 100 % Kammwolle in höchster Qualität her, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sich Cambridge Audio diese Firma als Partner ausgesucht hat. Der maßgeschneiderte Stoff ist akustisch transparent und so behandelt, dass dieser Wasser und Schmutz abweist. Durch diese wunderschöne Optik erhält der Yoyo basierend auf dem aktuellen Stand der Technik einen wundervollen Retro-Charme und erinnert an vergangene Zeiten. Selbst die Haptik ist ausgesprochen angenehm, so dass man die Yoyos liebend gern in die Hand nimmt. Die Yoyo-Speaker haben noch eines gemeinsam. Sie haben Bezeichnungen, wie man sie von Kleidungsstücken gewöhnt ist: S, M und L. Bei beiden Testmustern gibt es noch weitere Parallelen. Dazu gehören ein hochwertiges, integriertes Mikrofon, mit dem man über die Speaker Anrufe tätigen kann. Die Steuerung des Gerätes kann man außerdem mit Hilfe von Gesten vornehmen. Einfach über die Oberfläche wischen und der Titel wird gestoppt beziehungsweise abgespielt.

Der passive Radiator befindet sich auf der Rückseite des Yoyo S und schafft ein gutes Bassfundament. Unterhalb befinden Netz-Anschluss und der Aux-In-Eingang

Die Verbindung zur Quelle findet entweder über einen klassischen Aux-Eingang statt, oder natürlich über Bluetooth. Der Verbindungsaufbau war gewohnt einfach und stellte uns vor keine Schwierigkeiten. Einmal unsere Quelle mit dem Cambridge Audio-Speaker verbunden, war der Yoyo in der Lage, sich dies auch nach dem Ausschalten zu merken und automatisch gleich wieder zu verbinden, ohne dass wir manuell eingreifen mussten. Sollte das Mobiltelefon über NFC (Near Field Communication, also die Kommunikation zwischen zwei nahe zu einander befindlichen Geräten) verfügen, verbinden sich beide Geräte automatisch. Ein weiteres Highlight, was alle Bluetooth-Speaker der Serie verbindet, ist die Freisprech- und Konferenzfunktion. Sind die Yoyos mit dem Smartphone verbunden, können alle Anwesenden im Raum ein Gespräch mitverfolgen und sich daran beteiligen. In unseren Testmustern wurden jeweils Akkus mit unterschiedlicher Kapazität verbaut. Sollte dieser leer gespielt sein, kann er über den Netzanschluss aufgeladen werden. Beide Modelle besitzen ein Standardgewinde, um sie zu befestigen z.B. auf einem Stativ.

Modell „S“

Das kleinste Modell der Serie ist nicht so klein, wie man es sich vorstellt. Mit 24,6 × 12,8 × 6,75 Zentimetern (B × H × T) gehört er nicht zu den kleinsten Exemplaren in seiner Kategorie. Durch seine stattliche Größe ist das Klangbild ausgesprochen ausgewogen und wirkt sehr erwachsen. Doch dazu später mehr. Unter der oberen Gummimappe verbergen sich sechs Druckknöpfe (Freisprechen, Bluetooth, Aux, Leiser, Lauter, An/Aus). Diese werden bei Aktivierung von unten mit einer LED beleuchtet. In der Mitte befinden sich noch fünf kleine LEDs, die in unterschiedlicher Helligkeit leuchten können und die Lautstärke anzeigen. Diese Anzeige wird auch genutzt, um dem Nutzer den Akkustand mitzuteilen. Dazu muss nur unterhalb des Bluetooth-Speaker ein Kopf gedrückt werden und dann gibt es die Echtzeit-Information. Der Akku hält im Schnitt stolze 14 Stunden und sollte mal bei der Quelle (Smartphone oder MP3-Player) der Saft ausgehen, kann diese über den USB-A-Port (5 Watt) wieder aufgeladen werden.

Den kleinsten Yoyo gibt es in vier Farben: Dunkelgrau, Hellgrau, Blau und Grün. Wobei das Blau uns sehr gut gefällt. Würden wir den Yoyo S ausziehen, sähen uns zwei Breitband-Lautsprecher und ein kleiner Subwoofer entgegen. Um den Bassbereich noch zu verstärken, ist auf der Rückseite ein passiver Bassstrahler, auch Radiator genannt, verbaut. Diese werden zur Erweiterung der effektiven Membranfläche des Tieftonbereiches verbaut. Der Radiator ist nicht mit dem Verstärker der Yoyos verbunden und wird nur durch den inneren Luftdruck des Speakers bewegt. Besonders in kleineren Lautsprechern wird ein passiver Basstrahler verwendet, da ein Bassreflexrohr meist zu überdimensioniert wirkt. Mit 1,2 Kilogramm eignet sich der Yoyo S gerade so für den mobilen Gebrauch. Doch sein Gewicht mitzunehmen, lohnt sich.

Modell „M“

Diese Ausführung ist für ein breites Stereo-Klangbild konzipiert und müsste eigentlich „2x M“ heißen, denn wenn man sich das mittlere Produkt der Yoyo-Linie zulegt, erhält man immer ein Paar der Bluetooth-Speaker. Der Vorteil dieser Kombination liegt auf der Hand. Musik wird meist in Stereo aufgenommen. Beim Kauf des Yoyo M erhält man zwei separate Boxen, die individuell aufgestellt werden können. Die Stereoklangwiedergabe ist ausgezeichnet. Wir hatten über einen Monat diese Lautsprecher an unserem Arbeitsplatz angeschlossen (via Bluetooth) und konnten eine traumhafte Bühne erleben. Sprache und Gesang wurden genau in der Mitte wiedergegeben. Als würde der Computer-Monitor als Center-Lautsprecher funktionieren. Wir mussten uns mehrmals davon überzeugen, dass dies nicht der Fall war. Auch bei orchestraler Musik hörten wir die verschiedenen Instrumentengruppen links beziehungsweise rechts und den Gesang von vorn.

Auf der Unterseite findet man auch die USB-Aufladebuchse für Smartphones

Wir haben dies nicht so erwartet und waren echt beeindruckt davon. Hinzukommt, dass die Fidelität für die Größe überraschend gut ist und die Yoyo M sehr laut aufspielen können. Wer auf der Suche nach einem Desktop-Lautsprecher-Paar ist, kann hier fündig werden. Verbunden werden beide miteinander via Bluetooth. Dazu muss man bei jeden von ihnen eine bestimmte Kombination von Tasten drücken bis sie sich gefunden und gekoppelt haben. Einer übernimmt dann die Masterfunktion und ist unser Ansprechpartner für die Quelle. Natürlich können sie aber auch einzelne Speaker verwendet werden. Zum Beispiel einer in der Küche und einer im Bad. Im Inneren der einzelnen Box arbeitet je ein Breitbänder und ein Subwoofer und sorgt für ein rundum gutes Klangbild. Ein kleiner Unterschied zum Modell S ist, dass es das Modell M nicht in Grün gibt. Sonst kommt der M aber wie der kleine Yoyo daher: Bluetooth, Aux-Anschluss, USB-Ladefunktion für unterwegs, Gestensteuerung, Freisprechfunktion, NFC und Ladestandsanzeige. Doch statt 14 Stunden halten die beiden Speaker jeweils beachtliche 24 Stunden. Das ist wirklich spitzenmäßig. Wird die Lautstärke an einem der beiden verändert, so verändert sie sich auch auf dem anderen Lautsprecher und so sind die beiden Speaker immer aufeinander abgestimmt. Selbstredend können sie auch über die Quelle gesteuert werden. Mit etwa 50 Prozent mehr Volumen als dem Yoyo S kommt die Medium-Variante auf über drei Liter und wiegt dafür nur 300 Gramm mehr als der kleine Bruder.

Klangauswertung

Am Besten klingen beide Yoyo-Modelle, wenn eine Wand in ihrem Rücken ist, dass heißt, wenn sie wandnah aufgestellt sind. Es muss nicht sein, sie erhalten durch diesen akustischen Trick jedoch etwas mehr Tiefgang. Generell ist ihr Fundament für ihre Größe vorbildlich, aber natürlich nicht zu vergleichen mit reinen Regal- oder sogar Standlautsprechern. Wir haben beide mit der selben Musik gefüttert. Angefangen mit Kool & The Gang und passend dazu „Celebration“. Genügend aufgedreht, kann man damit schon einen kleinen Raum zur Disco machen. Selbst im Freien geben sich die Yoyos noch kraftvoll.

Mit dem Titelsong „Mein Freund Bunbury“ aus dem gleichnamigen Musical von Gerd Natschinski testen wir die musikalische Bühne. Wie bereits beschrieben, ist diese bei den Yoyo M sehr groß und steht herkömmlichen Lautsprechern in Nichts nach. Voller Begeisterung über diese Räumlichkeit, vergessen wir die Zeit. Dass wir sie tagtäglich als Desktop-Lautsprecher nutzen, ist das größte Kompliment, das wir ihnen machen können. Man kann den Yoyo S für unterwegs nutzen und die Yoyo M als Desktop-Lautsprecher. Also am besten beide kaufen!

weitere Infos unter: www.cambridgeaudio.com

Test: Cambridge Audio Yoyo S, Yoyo M - Bitte warm anziehen!
Der Yoyo S ist ein transportabler Bluetooth-Lautsprecher, mit erwachsen wirkender Klangwiedergabe, der Dank seiner Größe auch eine angenehme Tiefe erreicht. Die Höhen und Mitten kommen klar zur Geltung. Das Highlight ist der aus Baumwolle bestehende Stoffbezug.
Wiedergabequalität89%
Ausstattung/Verarbeitung84%
Benutzerfreundlichkeit84%
Preis-/Leistungsverhältnis88%
Vorteile
  • mit englischer Baumwolle bespannt
  • als Paar erhältlich
Nachteile
87%Cambridge Audio Yoyo S, Yoyo M
Leserwertung: (0 Votes)
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