Um die perfekte Hörposition zu finden, sollte man auf die korrekte räumliche Wiedergabe achten. Am besten überprüft man diese mit einer Aufnahme eines klassischen Stücks, dargeboten von einem Sinfonieorchester, in dem viele Instrumentengruppen vereint sind. Da es verschiedene Orchestersitzordnungen gibt, die auch werkspezifisch oder vom Dirigenten abhängig sind, kann es keine absolut verbindliche Aussage zu den Orchestersitzordnungen geben. Die Grafik soll dabei einen Anhaltspunkt liefern, wo auf der Basisbreite und in welcher Tiefenstaffelung die Instrumentengruppen am häufigsten zu erkennen sein sollten. Ein alter Leitsatz ist verbindlich: Die Oboe ist aus der Mitte des Orchesters herauszuhören, wobei die Violinen mit Sicherheit von vorne links erklingen und die Kontrabässe häufig von rechts vor den Blechbläsern im Stereopanorama erscheinen. Das Wichtigste ist aber immer, dass eine klare Aufstellung im Klangbild zu erkennen ist, also dass Instrumente eindeutig in der Basisbreite lokalisierbar sind und auch die Staffelung auf dem Orchesterpodium in der Tiefe herauszuhören ist. Bei einem Wiedergabesystem ist dabei die Dämpfung des Übersprechens der Stereokanäle ineinander nicht ganz unwichtig. Damit ist gemeint, dass es sehr viel ausmacht, wenn sich der linke und der rechte Kanal so wenig wie möglich überlagern. Wird diese Überlagerung größer, nimmt also die Dämpfung ab, dann zentriert sich das klangliche Geschehen in der Mitte zwischen den Lautsprechern. Informationen in der Breite und der Tiefe eines Stereosignals gehen verloren. Ist die Dämpfung sehr groß, dann eröffnet sich plötzlich eine in allen Dimensionen erweiterte akustische Bühne. Besonders wichtig ist dies bei der Schallplattenwiedergabe, die mit einer Kanaltrennung am Abtastsystem von bestenfalls 35 Dezibel reproduziert wird und von der eben genannten Wiedergabekette enorm profitiert. Etwas unkritischer sieht es systembedingt bei der CD oder neueren Medien wie der SACD oder High-Resolution-Dateiformaten in Studiomaster-Qualität aus. Studioproduktionen weisen zum Teil weitaus höhere Kanaltrennungen auf und wirken schon bei weniger ausgefeilten Hi-Fi-Anlagen beeindruckend.

Pegel und Laufzeit

a und b haben gleiche Laufzeiten und Pegel, die Lokalisation der Schallquelle ist mittig. Beim zweiten Schallereignis (c, d) braucht der Schall länger, bis er ans linke Ohr kommt. Durch den weiteren Weg von c ist der Schallpegel zudem geringer als bei d. Wir lokalisieren die Schallquelle nach rechts ausgelenkt.

Laufzeitunterschiede

Schematische Darstellung von Laufzeitunterschieden