Mit dem Namen Sony verbinden die meisten HiFi-Fans preiswerte Klangkisten von der Stange. Aber Vorurteile sind dazu da, um mit ihnen aufzuräumen. Ob das dem MDR-100ABN gelingt?

Wie es sich inzwischen für Kopfhörer höherer Preisklassen gehört, kommt auch der MDR-100ABN in einem schicken Beautycase daher. Darin ruht das 300 Euro teure Stück sicher und platzsparend, denn die Ohrmuscheln lassen sich nach innen klappen. Unser Testexemplar hat die Farbe Viridian Blue, also „blau“. Insgesamt gibt es den MDR-100ABN in fünf Farben, wovon Charcoal Black sicherlich die meisten HiFi-Freunde ansprechen wird. Die anderen Farbtöne wirken doch sehr gewollt jugendlich-hip. Daneben bestimmen elegant geschwungene Linien das Design, die konsequent durchgezogen werden und sich wirklich nur an den Scharnieren brechen. Ganz klar soll diese Gestaltung auf die urbane Jugend abzielen. Zusätzlich finden wir in der Verpackung ein USB-Kabel zum Akku Laden und ein Kopfhörerkabel für den Anschluss via 3,5-mm-Klinke. Insgesamt bringt der Sony 290 Gramm auf die Waage. Das ist für einen kabellosen Kopfhörer gutes Mittelmaß. Was aber ganz und gar nicht Mittelmaß ist, ist der Tragekomfort. Als wir ihn aufsetzten, wirkte es, als ob wir nur ein Zehntel des Gewichts trugen. So leicht und angenehm liegt er auf dem Kopf. Auch die Ohren werden nicht eingepresst oder abgedrückt. Hier hat Sony hervorragende Arbeit geleistet. Während des Tests vergessen wir sogar manchmal, das wir den MDR-100ABN tragen.

20 Stunden Laufzeit

Mit aktiviertem Noise Cancelling (NC) verschafft der eingebaute Lithium-Ionen-Akku dem Kopfhörer im Bluetooth-Betrieb eine Laufzeit von 20 Stunden. Verzichten wir auf NC, schafft er noch knapp zwei Stunden mehr. Das ist ein wirklich ordentlicher Wert. Zumal der Akku über den Micro-USB-Anschluss mit jedem Handyladegerät, Laptop oder einer Powerbank aufgeladen werden kann. Dabei hat der Akku bereits nach einer Stunde Ladezeit Energie für vier Stunden Betrieb. Wird der Kopfhörer per Kabel an das Audiogerät angeschlossen, können wir insgesamt 38 Stunden auf das NC zurückgreifen.

Neben der Akkulaufzeit sollte noch erwähnt werden, dass der MDR-100ABN auch als Headset fürs Smartphone fungiert. Dazu dient das eingebaute Mikrofon. Über die Funktionstasten am linken Ohrhörer lassen sich Gespräche annehmen sowie in den Musiktiteln vor- und zurückspringen. Die Lautstärke wird hier auch geregelt. Am rechten Ohrhörer sind der Powerbutton und der NC-Button zu finden. Übrigens teilt uns ein kurzer Druck auf dem Powerbutton mit, wie voll der Akku ist.

Die intuitiv angebrachten Buttons am rechten Ohrhörer lassen alles steuern

Die intuitiv angebrachten Buttons am rechten Ohrhörer lassen alles steuern

Noise Cancelling

Hat der Kopfhörer auf den Ohren Platz genommen, fällt sofort die gute Abschirmung auf. Hohe und mittlere Frequenzen dringen kaum noch durch. Der Praxistest des NC wird auf einer Straße durchgeführt. Das tiefe Rumpeln der vorbeifahrenden Autos sowie das Schnarren und Rattern der Baugeräte ist deutlich wahrnehmbar. Wir aktivieren das Noise Cancelling. Und was hören wir? Das tiefe Rumpeln und Rattern ist verschwunden. Nur ein leises, nicht unangenehmes Rauschen ist zu hören. Fährt ein Auto vorbei, wird es akustisch zu einem Spielzeugfahrzeug. Es dringt ein gedämpftes mittelfrequentes Surren an unser Ohr. Keiner von uns hätte erwartet, dass der Effekt so deutlich ist. Immerhin hatten wir schon andere Kopfhörer mit Noise Cancelling-Funktion im Test. Die überzeugten uns weniger. Aber mit dem MDR-100ABN haben wir einen Equalizer für die Welt, der die tiefen Töne einfach rausschmeißt. Und schon sind wir verführt, den Kopfhörer auch ohne Musik aufzusetzen, einfach um den Krach der Welt auszusperren. Eine gute Idee im Büro, Zug, Flugzeug oder zu Hause, aber eine schlechte Idee als aktiver Verkehrsteilnehmer.

Dank dem integrierten Mikro dient er außerdem ein Headset fürs Smartphone

Dank dem integrierten Mikro dient er außerdem ein Headset fürs Smartphone

Präzise und klar

Anschließend verbinden wir den MDR-100ABN per Bluetooth mit unserem Smartphone. Dazu aktivieren wir die Funktion am Kopfhörer, indem wir die Powertaste beim Einschalten noch für sieben weitere Sekunden gedrückt halten. Unser Smartphone hat den Sony schnell gefunden und wir können loslegen.

Wir führen uns eine Aufnahme des Orchestre Philharmonique Royal de Liege unter der Leitung von John Neschling zu Gemüte. Das „Andante sostenuto“ aus der Sinfonia Drammatica von dem italienischen Komponisten Ottorino Respighi erklingt wohldefiniert und befördert ständig dramatische Schauer an unser Ohr. Die Pauken, die die Tragik zum Schluss verstärken, werden kraftvoll wiedergegeben. Ebenso setzt der Streicherklang gekonnt die Dramatik in Szene. Gelungen. Der Raumhall ist perfekt, wir hören den Interviewer so realistisch, als ob er wirklich neben uns stehen würde.

Abschließend stellen wir fest, dass der Sound der MDR-100ABN ein wenig satter klingt, wenn die NC-Funktion aktiviert ist.

Weitere Infos unter: www.sony.de

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