Kompakte Bluetooth-Lautsprecher haben nicht unbedingt den besten Ruf. In ihnen muss nämlich viel Technik untergebracht werden, da bleibt oft nicht genug Raum, um guten Klang zu erzeugen. Ob KEF es besser macht, verraten wir jetzt.

Da stehen also die KEF EGG auf unserem Schreibtisch im Testraum und spätestens jetzt erklärt sich der Name. Sie sehen wirklich aus wie ein Ei bzw. die Hälfte eines solchen und selbst der Fuß nimmt die ovale Grundform auf. Unser weißes Testpaar spricht uns wirklich an. Und auch wer dunklere Farbtöne bevorzugt, wird von den Briten nicht enttäuscht. Die Eier sind nämlich ebenfalls in Blau und Schwarz erhältlich. Da die 2-Wege-Bassreflex-Boxen nur 27 Zentimeter hoch und 14 Zentimeter breit sind, sollten sie selbst in einem zugestellten Bücherregal ihren Platz finden oder neben dem Fernseher auf dem TV-Rack. Die kleinen Eier sind also ziemlich universell einsetzbar, wofür auch die Anschlussvielfalt spricht. In den jeweils 2,5 Kilogramm schweren Lautsprechern steckt einiges an Technik. Da wäre der Verstärker, der immerhin eine Ausgangsleistung von 50 Watt realisiert. Das reicht sogar für die Beschallung von mittelgroßen Räumen. Der DA-Wandler arbeitet mit einer Auflösung von maximal 24 bit und einer Samplingrate von bis zu 96 kHz. Doch die hängt von der Quelle ab und davon gibt es viele. Zunächst lassen die Eier sich drahtlos via Bluetooth anfunken. Dazu müssen wir nur die Bluetooth-Taste auf der Fernbedienung oder dem Lautsprecherfuß einen längeren Moment gedrückt halten. Die Diode blinkt blau und unser Smartphone kann sich an die KEF koppeln. Auch können wir eine optische Verbindung herstellen, beispielsweise vom Fernseher aus. Über den gleichen Eingang können wir analog Audiogeräte per 3,5-mm-Klinke anschließen. Echtes Plug and Play erleben wir beim Anschluss unseres Laptops an die KEF. USB-Kabel eingesteckt und schon geben die Aktivboxen den Sound mit 24 Bit bei 96 kHz wieder. Zusätzlich erlauben es die EGG einen Subwoofer anzuschließen.

Fast alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Fußes der Master-Box

Fast alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Fußes der Master-Box

Die Lautsprecher selbst werden über ein 1,8 Meter langes Kabel miteinander verbunden. Wer es nicht so lang braucht, kann im Fuß der Slave-Box das überschüssige Kabel aufwickeln. Leider hat dieses Verbindungskabel ein Problem, die Gummierung des Steckers rutscht schnell herunter. KEF weiß das und will hier nachbessern. Die Stromversorgung wird per externem Netzteil realisiert. Damit ist die Stromwandlung als mögliche Ursache für Störgeräusche ausgeschlossen. Allerdings störte unsere Bluetooth-Tastatur die Lautsprecher im Bluetooth-Modus. Ein leises Zirpen und Zischen konnten wir ausmachen. Wer also eine derartige Tastatur nutzt, sollte sie weit genug von den KEF entfernen oder diese per Kabel mit der Quelle verbinden.

Klangwunder

Nachdem wir alle Eingänge getestet haben, entschließen wir uns, einigen Musiktiteln per Bluetooth zu lauschen. Mal sehen was der 19-Millimeter-Hochtöner mit belüfteter Aluminiumkalotte und der 115-Millimeter-Mittentieftöner aus Aluminium zuwege bringen. Wir nehmen dafür einen der schönsten Songs der Musikgeschichte „Feeling Good“ interpretiert von der unvergleichlichen Nina Simone. Wir wundern uns, denn es kommt nur wenig Glanz in die Musik. Es fehlt an Fülle und Volumen. Die Höhen sind gut ausgebaut und die Mitten dominieren klar, aber das Fundament in den tiefen Mitten und darunter fehlt. Wir probieren es mit der Instrumentalversion von Goldfinger. Doch auch hier das gleiche akustische Bild. Der Sound ist okay, aber nicht überwältigend.

Schlicht im Design die Infrarotfernbedienung. Die Vor- und Zurück-Funktion ist nur bei Anschluss via USB möglich

Schlicht im Design die Infrarotfernbedienung. Die Vor- und Zurück-Funktion ist nur bei Anschluss via USB möglich

Als wir die Position der Lautsprecher verändern, konnten wir was Erstaunliches feststellen. Denn als die Musik anläuft, sind wir versöhnt. Der Bassbereich legt kräftig zu und die Musik wird voll und reichhaltig. Die KEF EGG machen optisch den Eindruck, dass sie den Ton nach oben abstrahlen würden. Doch sie entfalten erst auf Kopfhöhe ihre Kraft. Ein Subwoofer ist nicht unbedingt notwendig, außer man will eine Tanzparty veranstalten. Nina Simone wird plötzlich lebendig und die Hallfahne ihrer Stimme am Anfang des Liedes wirkt schön lebendig. Toll, wie die EGG Räumlichkeit vermitteln. Allerdings sind die Mitten weiterhin etwas überbetont. Die EGG behalten prinzipiell die Oberhand bei der Wiedergabe und sind in ihrer Größe unschlagbar und eine Anschaffung wert.

Weitere Infos unter: www.kef.com

 

KEF EGG: Musik aus dem Ei
Wiedergabequalität85%
Ausstattung/Verarbeitung86%
Benutzerfreundlichkeit87%
Preis/Leistung83%
Vorteile
  • sehr gute Räumlichkeit
  • präziser Klang
Nachteile
  • Mitten zu betont
85%Gesamtwertung
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