Die Technics OTTAVA f SC-C70MK2 Kompaktanlage will Premium-Sound auf kleinstem Raum präsentieren. Dazu beherrscht sie Multiroom, alle bekannten Streaming-Dienste, spielt DSD ab und und und – es folgt ein Test der Technics HiFi-Anlage voller Entdeckungen.
Kompakter Klangkünstler für Anspruchsvolle
Sie ist die Nachfolgerin der Technics OTTAVA f SC-C70, die SC-C70MK2. Dabei ist sie ein echtes Upgrade. So sind in ihr, im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, nun AirPlay 2 und Chromecast integriert. Damit ist die OTTAVA f SC-C70MK2 jetzt auch Multiroom-fähig. Neben Spotify und TIDAL, was ebenfalls die OTTAVA f SC-C70 beherrschte, kommt Deezer als StreamingDienst hinzu. Das sind alles feine Sachen, interessieren Akustik-Gourmets wie uns aber weniger. Wir wollen wissen, wie es klanglich um die Nachfolgerin steht. Und da gibt es ein super Feature.
Auf unserem YouTube-Kanal gibt es ein kurzes Testvideo zur Technics OTTAVA f SC-C70MK2.
Space Tune
Wie an unseren Fotos zu sehen ist, nimmt die Technics HiFi-Anlage OTTAVA f SC-C70MK2 das Wort „kompakt“ in Kompaktanlage absolut genau. In dem gelungenen Designgehäuse steckt wirklich alles drin, was wir zum Musikhören benötigen inklusive der Lautsprecher. Dafür hat Technics der OTTAVA f SCC70MK2 ein 2.1 System spendiert.
Doch wenn Lautsprecher auf so engem Raum platziert sind – immerhin misst die HiFi-Anlage in der Länge nur 45 Zentimeter – dann ist es um raumfüllenden Klang eher schlecht bestellt. Allerdings haben sich die Japaner für dieses Problem etwas einfallen lassen, und das nennt sich Space Tune.
Damit ist ein Verfahren gemeint, bei dem die Anlage selbstständig ermittelt, wie die Umgebung akustisch beschaffen ist. Anschließend stellt sie ihre Klangparameter so ein, dass sie ideal auf den Aufstellort abgestimmt sind. So lautet jedenfalls das Werbeversprechen von Technics. Wir haben das natürlich sofort ausprobiert.
Wichtig: Für Space Tune muss die Technics App genutzt werden. Die können wir auf iOS- oder Android-Geräten problemlos installieren. Die Bedienung der Kompakten ist per App intuitiv. Wobei auch eine sehr gelungene Fernbedienung der Anlage beiliegt. Allerdings lasssen sich mit der App SpecialFunktionen einfach schneller bzw. bequemer aktivieren.
Doch zurück zu Space Tune. Wir aktivieren also die Funktion und verhalten uns still, während die Anlage ihre Tonimpulse in den Raum sendet und misst. Danach können wir sagen: Der Klanggewinn der OTTAVA f SC-C70MK2 ist deutlich hörbar. Sie wirkt voller und vor allem größer als vor der Prozedur. Natürlich müssen wir Space Tune erneut einsetzen, wenn wir den Aufstellort verändern. Doch die Funktion ist wirklich ein Sound-Gewinn.
Bedienung der OTTAVA f SC-C70MK2
Zur Bedienung hatten wir ja bereits ausgeführt, dass sich die Technics-Anlage via Fernbedienung oder App steuern lässt. Die App ist übrigens wirklich durchdacht und bietet viele Optionen. Es gibt sogar die Möglichkeit das Bild der Anlage anzupassen, je nachdem ob wir das schwarze oder silberne Modell besitzen. Auf der Oberseite der Anlage gibt es zudem noch die wichtigsten Steuerelemente. Für die hat sich Technics auch etwas Besonderes überlegt.
Da haben wir zwei große glänzende Knöpfe, um die Lautstärke zu regeln. Die anderen Bedienelemente wie Titelsprung, Play oder Quellenwahl finden wir über diesen Buttons. Und die setzen auf Touch-Bedienung. Das ist irgendwie schick, weil wir einfach nur die aufgedruckten Symbole berühren müssen und schon spielt die Musik.
Am CD-Fach, was sich ebenfalls auf der Oberseite der HiFi-Anlage von Technics befindet, spalten sich hingegen die Meinungen in der Testredaktion. Auf jeden Fall ist die Lösung, es mittels Schwenkmechanismus zu öffnen, ausgefallen. Doch einige Redakteure meinen, es sollte sich schon motorbetrieben öffnen, weil das besser zum Luxuskonzept der Anlage passt. Andere Redakteure sehen das nicht so. Das manuelle Öffnen erinnert sie an DJ-ing, was aufgrund der berühmten TechnicsPlattenlaufwerke wohl auf ewig mit der Marke verbunden bleibt.
Multifunktional
Space Tune ist nur eine technische Finesse der OTTAVA f SC-C70MK2. So finden wir in ihr auch die Signal-Verarbeitung via JENO Engine. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, was komprimierte Signale akustisch erweitert. Dazu fügt es deren Frequenzband einen Bereich hinzu. Die Qualität komprimierter Musik, die etwa via Bluetooth oder Internetradio ins Gerät gelangt, erhöht sich dadurch auf CD-Niveau.
Außerdem kann die Kompakte praktisch alle gängigen Audio-Codecs verarbeiten. WAV, FLAC und MP3 in allen Qualitätsstufen sind ebenso darunter wie AIFF, ALAC oder AAC. Und als besonderes Schmankerl für alle Freunde von Direct Stream Digital: Die Technics kann DSD bis 11,2MHz akustisch präsentieren.
Weiterhin dürfen wir zwei externe Quelle anschließen. Einmal analog, um vielleicht den Vorverstärker des Schallplattenspieler zu connecten und einmal digital (optisch). Dank zweitgenanntem Anschluss ersetzt die OTTAVA f SC-C70MK2 eine TV-Soundbar problemlos. Der in ihr integrierte Subwoofer mit seinen 40 Watt Leistung sorgt für kraftvollen Film-Sound.
Kein Anschluss für externe Lautsprecher
Was wir vermissen, ist ein Anschluss für externe Aktiv-Lautsprecher. Wie eben erläutert, ist die Technics nämlich absolut hochwertig bestückt und die Digital-Analog-Wandler in ihr sind über jeden Zweifel erhaben. Da können wir uns sehr gut vorstellen, hochwertige Aktixboxen anzuschließen, um einfach noch mehr Klang aus ihr herauszukitzeln. Vielleicht sorgt Technics bei der OTTAVA 3 dann für eine solche Anschlussmöglichkeit. Wäre wünschenswert.
Bester Kopfhörerverstärker
Und da wir gerade von den Anschlussmöglichkeiten reden. Einen USB-A-Eingang hat sie ebenfalls. Festplatten oder Sticks mit der eigenen Musiksammlung finden daran Platz. Für Kopfhörer-Fans ist ebenso gesorgt. Sie hat einen 3,5 mm Klinken-Anschluss an der Front gleich links neben dem OLED-Display. Selbst wer keine Kopfhörer mag, sollte diesen unbedingt ausprobieren. Es ist herausragend, wie gut er klingt.
Ehrlich gesagt würde, der Schreiber dieser Zeilen, die Anlage auch kaufen, wenn Sie keine Lautsprecher und nur diesen klasse Kopfhörerverstärker hätte. Darüber ist der Sound der Technics OTTAVA f SC-C70MK2 HiFi-Anlage so klar und feingliedrig zu hören, die Klangräume sind so wundervoll weit, dass dieses „in der Musikversinken“ sich sofort einstellt. Zumal nur über Kopfhörer hochaufgelöste FLAC-, WAV- oder DSD-Dateien wirklich zur Geltung kommen.
HiFi-Anlage von Technics nun mit Multiroom
Mit dem Netzwerk verbinden wir die OTTAVA f SC-C70MK2 von Technics auf zwei Arten: WLAN oder LAN. Natürlich raten wir immer zur kabelgebundenen Variante, da dann einfach die Netzwerkstabilität gegeben ist. Gerade bei hochaufgelöster Musik ein Muss. Da nicht immer ein Netzwerkanschluss im Zimmer vorhanden ist unser Tipp: Wir haben sehr gute Erfahrungen mit LAN über die Steckdose gemacht. Eine echte Alternative falls das WLAN zu instabil ist.
Da die Technics HiFi-Anlage nun auch Chromecast beherrscht, ist für sie die Einbindung in ein Multiroom-System kein Problem mehr. Wir weisen ihr einfach in der Google-Home-App das gewünschte Zimmer zu und schon können wir Sie als neues Familien-Mitglied begrüßen.
Über die Technics-App greifen wir auf unseren Musikserver zu oder Streaming-Dienste. Auch das Internetradio lässt sich so sehr bequem bedienen. Die Technics Kompaktanlage OTTAVA f SC-C70MK2 reagiert dabei sehr schnell auf unsere Eingaben und im gesamten Test kam es zu keinerlei Aussetzern. Das spricht für eine potente Netzwerkhardware.
Großer Sound
Nun hatten wir schon einige kompakte HiFi-Anlagen bei uns im Testlabor. Eine Gemeinsamkeit haben sie alle: Bei Pop-, Rock und Elektronischer Musik schlagen sie sich in der Regel hervorragend. Bei klassischer Konzertmusik brechen sie dann ein, da die ja praktisch immer von der Weite des Raumes lebt. Ist die nicht gegeben, ist das Klassikerlebnis nur lau.
Doch die Technics-Anlage schafft es, die für Konzertmusik so wichtige Weite und Räumlichkeit darzustellen. Dass ihr das trotz ihrer kompakten Maße gelingt, ist schon ein bemerkenswertes Stück akustischer Ingenieurskunst. Dabei ist ihr Klang immer ausgewogen und in den feinen Nuancen deutlich gezeichnet.
Den Bass wollen wir an der Stelle nochmal besonders erwähnen. Er ist wirklich richtig schön rund. Mit Kraft und Präzision setzt er genau an den richtigen Stellen ein und hält sich zurück, wenn es angebracht ist.
Nur ab und zu hatten wir das Gefühl, er wäre ein wenig zu spielfreudig. Nein, klanglich ist die OTTAVA f SC-C70MK2 unter den Kompakten sicher die Königin. Und wer noch etwas mehr aus ihr herauskitzeln will, sollte zum Kopfhörer greifen.
Preis und weitere Infos zu Technics OTTAVA f SC-C70MK2
Die HiFi Kompaktanlage Technics OTTAVA f SC-C70MK2 wird für 899 Euro in Fachhandel angeboten.
Weitere Informationen hier: www.technics.com
Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in der Januar-Ausgabe vom Printmagazin AUDIO TEST 01/2021.
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Bildquellen:
- Technics OTTAVA f SC-C70MK2 CD-Fach: Auerbach Verlag
- Technics OTTAVA f SC-C70MK2 Rückseite: Auerbach Verlag
- Technics OTTAVA f SC-C70MK2 Kopfhöreranschluss: Auerbach Verlag
- Technics OTTAVA f SC-C70MK2 Unterseite mit Subwoofer: Auerbach Verlag
- AUDIO TEST Magazin Ausgabe 03 2021: Auerbach Verlag
- Technics OTTAVA f SC-C70MK2: Auerbach Verlag