Die Nubert nuPro SP-200 Aktivlautsprecher wollen trotz ihrer kompakten Größe für großen Klang sorgen. Ob ihnen das gelingt?

Ende 2021 gab Nubert bekannt, zwei neue Aktivlautsprecher auf den Markt zu bringen. Die Nubert nuPro SP-200 und die nuPro SP-500. Während die Nubert nuPro SP-500 mit ihren 100 Zentimetern Höhe als Standlautsprecher fungieren, sind die nuPro SP-200 mit ihren 51 Zentimetern Größe waschechte Regallautsprecher. Sie passen aufs Bücherregal, Sideboard neben den TV, auf den Schreibtisch oder einen schicken Lautsprecherständer.

Generell sind beide Nubert Modelle leibhaftige Aktivlautsprecher. Wir müssen Sie nur ans Netz anschließen und schon kann es losgehen. Beide zeichnen sich dabei durch ihre Bluetooth-Konnektivität aus. Sie unterstützen nämlich aptX HD, aptX Low Latency sowie AAC und das mit Bluetooth 5.

Des Weiteren besitzen beide Nubert SP Aktivboxen einen HDMI-Eingang mit eARC. Wir erinnern uns, ARC ist der Audio Return Channel, also der Audio-Rückkanal über den beispielsweise eine Soundbar vom TV ihr Audiosignal erhält und es dann passend zum Bild abspielt.

eARC ist der Enhanced Audio Return Channel, sprich der erweiterte Audio-Rückkanal. Das bedeutet, hier können mehr Daten vom TV zur Soundbar geschickt werden. Mehr Daten bedeutet etwa, dass unkomprimierte 24-Bit/192kHz-Datenströme mit bis zu 38 Mbps möglich sind. Die brauchen wir etwa um Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio oder Dolby Atmos und DTS:X ohne Komprimierung zu übertragen.

Zum Vergleich ARC erlaubt 1 Megabit pro Sekunde, was gerade einmal für Dolby Digital ausreicht. Natürlich bringt ein eARC-Anschluss an einem Audiogerät nichts, wenn der HDMI-Ausgang am TV nur ARC bietet. Hier sollte man immer darauf achten, den richtigen Anschluss am Fernseher zu nutzen und nicht einfach irgendeine freie HDMI-Buchse. Doch genug des Ausflugs in die Welt des eARC.

Lieferumfang

Nubert-typisch ist der Lieferumfang der nuPro SP-200 Aktivboxen phänomenal. Wir bekommen wirklich alles mitgeliefert, um sofort loslegen zu können. So finden wir etwa ein 3 Meter langes 3,5 Millimeter-Stereo-Klinke-Cinch-Kabel im Karton. Damit leiten wir analoge Signale eines jeden Zuspielers, der einen 3,5 Millimeter Klinkenausgang besitzt, in die Lautsprecher.

Des Weiteren legt Nubert ein 1,5 Meter langes Toslink-Kabel bei. Das ist ideal für alle Nutzerinnen eines älteren Fernsehers, der nur einen optischen Audioausgang bietet, um darüber den Ton zu den Lautsprechern zu bringen. Ein CD-Player oder Ähnliches ließe sich damit natürlich auch anbinden. Richtig lobenswert ist die Beigabe des 1,5 Meter langen HDMI-Kabels, für den bestmöglichen Anschluss an den TV. Diese umfangreichen Kabelbeigaben sind bei den Mitbewerbern leider keine Selbstverständlichkeit. Hier merken wir einfach, dass Nubert an seine Kundinnen und Kunden denkt.

Der Lieferumfang der nuPro SP-200 kann sich sehen lassen. Alle Kabel, die wir zum Einstieg benötigen, sind dabei

Aufbau und Steuerung

Doch nicht nur die eben aufgeführten Anschlüsse bieten die Nubert nuPro SP-200 Aktivlautsprecher. Wir können einen digitalen Zuspieler per COAX anschließen und sogar einen Subwoofer mit den Nubert Aktivboxen verbinden. Ob der überhaupt notwendig ist, wird dann unser Hörtest verraten. 

Der Aufbau der aktiven Lautsprecher ist wirklich kinderleicht. Wir stellen den Masterlautsprecher rechts auf und verbinden den linksstehenden Client-Lautsprecher via 3 Meter langem Link-Kabel. Nun muss der Masterlautsprecher nur noch mit dem Stromnetz verbunden werden und das war es schon. Wer einen größeren Abstand zwischen den beiden Lautsprechern braucht, kann sich bei Nubert das 5 oder 7 Meter lange nuCable MC-1 bestellen.

Eine magnetisch haftende Staubschutzabdeckung gibt es natürlich genauso zu den Lautsprecherboxen dazu, wie eine IR-Fernbedienung. Ja richtig gelesen, diese Aktivlautsprecher brauchen keine App. Das macht diesen Tester glücklich, denn inzwischen sind datenhungrige Apps ja schon für jedes noch so kleine Gerät notwendig.

Irgendwann können wir nicht mal mehr ein Toastbroat rösten, ohne uns vorher beim Toaster-Hersteller registrieren zu müssen. Doch Nubert setzt auf die klassische Bedienung und die ist mit der wirklich hochwertigen Fernbedienung ein Kinderspiel. Jede Taste ist selbsterklärend und die LED-Beleuchtung an der Box gibt uns immer die entsprechende Rückmeldung.

Das gilt ebenso für die Steuerung über den Drehregler an der Masterbox. Damit steuern wir die Lautstärke, die Quellenwahl oder den Klang.

Über den Drehregler an der Masterbox steuern wir alle wichtigen Funktionen der Lautspre- cher – alternativ gibt es auch noch eine IR-Fernbedienung für die nuPro SP-200

Technik

An Bestückung bietet die Nubert nuPro SP-200 einen 2,5 Zentimeter messenden Hochtöner mit Seidengewebekalotte und einen knapp 15 Zentimeter großen Tiefmitteltöner mit Polypropylenmembran. Für die Verstärkung der Signale sorgen die integrierten Digitalverstärker mit zweimal 20 Watt für die beiden Hochtöner (links/rechts) und zweimal 40 Watt für die Mittel/Tieftöner. Die Musikleistung der aktiven Lautsprecherbox beträgt 60 Watt.

Um die Tiefpasswiedergabe zu verbessern, werden die Frequenzbereiche präzise getrennt und linearisiert. Das erreicht Nubert dadurch, dass das Tonsignal zuerst durch die aktive DSP-Weiche und erst dann an die Verstärker geleitet wird. Insgesamt bilden die nuPro SP-200 bei -3 dB einen Frequenzgang von 46 bis 22000 Hertz ab.

Der integrierte Decoder verarbeitet Dolby Digital (AC3) sowie DTS Digital Surround und PCM bis 96 kHz bei 24 Bit. Wichtig in Zeiten der immer weiter steigenden Energiepreise ist natürlich auch der Stromverbrauch der Aktivboxen im Standby. Der liegt bei weniger als 0,5 Watt und ist damit wirklich gering. Wer selbst dieses halbe Watt sparen will, kann die nuPro SP-200 vollständig vom Netz trennen. Dafür hat die Masterbox auf der Rückseite einen Kippschalter.

Links die Masterbox mit allen Anschlüssen und dem Ausgang für einen Subwoofer. Rechts ist die Clientbox – sie wird über ein 3 Meter langes Linkkabel mit der Masterbox verbunden.

Kinoklang?

Da es selbst uns alten Testredakteuren ab und zu passiert, hier noch ein Hinweis bevor wir zum Soundtest kommen: Wer die Nubert Aktivlautsprecher am TV nutzt und nichts hört, muss den Fernsehton auf PCM- oder Dolby Digital-Ausgabe stellen. Diese Einstellung findet sich im Audio-Menü des Fernsehers, hier meist unter den erweiterten Einstellungen. Ist das geschehen, erschallen auch die Lautsprecher. Doch kommen wir zum ersten Hörtest.

Wir suchen aus dem umfangreichen Angebot der Streamingdienste einen Filmklassiker heraus: „Sherlock Holmes“ mit Robert Downey Jr. und Jude Law. Der Film ist ja sehr unterhaltsam und klug gemacht, doch das wirklich besondere ist der Soundtrack von Hans Zimmer.

Das Einstiegslied „Discombobulate“ ist einfach der Kracher. Dessen erste Töne genießen wir gleich zu Beginn des Films. Das Zymbal, was das bekannte Thema gepaart mit dem Kneipenklavier, anspielt – macht einfach Spaß. Und wenn dann der rhythmische Bass einsetzt, wird der Spaß noch größer, gepaart mit dem Kutschensound, dem Krächzen der Krähe und dem Klicken der Waffe des Inspektors Lestrade. Das alles klingt wunderbar transparent und deutlich. Nie würden wir darauf kommen, dass wir gerade „nur“ Stereo hören. Dafür klingt alles viel zu räumlich und detailreich.

Der ein oder andere treue Leser wird jetzt sicher anmerken: „Schön und gut, das lese ich auch über andere Nubert-Lautsprecher. Doch was ist das Besondere?“ Nun, die Antwort liegt einmal mehr im Bassbereich. Die erwähnten Streicher, die einen rhythmischen Bass herzaubern, klingen wahrhaft voll und groß. Später, in den zahlreichen Actionsequenzen kracht es dann auch richtig und wir fühlen uns praktisch wie im Kinosaal – und das ganz ohne Subwoofer!

Hörizont-Erweiterung

Dann haben wir noch die zauberhafte Hörizont-Erweiterung. Die können wir in zwei Stufen auslösen und damit einen virtuellen Surround-Sound erzeugen, der sich vor echtem Surround aus zusätzlichen Seitenlautsprechern nicht verstecken muss.

Der Klang dringt schon bei der ersten Stufe der Hörizont-Erweiterung bis tief in den Testraum ein und umhüllt uns fast vollständig. Bei der zweiten Stufe, die ideal für Kinofilme ist, wird das Klangerlebnis dann vollendet. Ja, wir fühlen uns akustisch ins England des ausklingenden 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Das ist einfach ein berauschendes Klangerlebnis, welches wir nicht mehr missen wollen.

Doch damit nicht genug. Wir aktivieren nun die „Fokussierung auf die Sprachwiedergabe“ dabei wird die Stimme deutlich gepusht. Das ist gerade bei schlecht abgemischten Filmen und Serien ein Genuss, denn wer kennt es nicht: Die Musik und Effekte sind wahnsinnig laut, während die Gespräche sehr leise daher kommen. Dieses Ärgernis beenden die Nubert nuPro SP-200 Aktivlautsprecher!

Nicht vergessen wollen wir auch die adaptive Loudness-Schaltung. Damit verbessern wir bei geringer Lautstärke die Basswiedergabe.

Wir merken an dieser Stelle, dass die nuPro SP-200 Aktivlautsprecher tatsächlich in der Lage sind, eine wirklich hochwertige Soundbar zu ersetzen. Selbst ohne zusätzlichen Subwoofer haben sie genug Kraft, um uns echtes Bauchkribbeln zu bescheren. Zudem braucht es dank der exzellenten virtuellen Surround-Abbildung keine zusätzlichen Lautsprecher. Sicherlich können sie kein Dolby Atmos, doch wenn wir ehrlich sind: Haben wir lieber ein richtig gutes Surround-Erlebnis als ein halbgares Atmos-Geschehen. Denn die meisten verfügbaren Soundbars, die angeblich Atmos beherrschen, machen das mehr schlecht als recht.

Musik wie aus der Anlage

Wir haben ja die Nubert nuPro SP-200 Kompaktlautsprecher eben hochlobend mit einer richtig hochwertigen Soundbar verglichen, aber es sind offensichtlich zwei Lautsprecher und damit liegt ja ein anderer Vergleich eher auf der Hand, und zwar der mit einer HiFi-Anlage. Nicht umsonst erfreuen sich Aktivlautsprecher immer größerer Beliebtheit. Denn wo es sonst Receiver, D/A-Wandler und Verstärker plus Lautsprecher benötigt, reicht hier ein Paar Lautsprecherboxen.

Und da HiFi-Anlagen ja ihre Stärke bei der Musikwiedergabe haben, testen wir die aktiven Nuberts mit viel – ganz viel Musik.

Wie schon im TV-Betrieb hüllen uns die Lautsprecher auch im Musikmodus in eine wundervolle Klangwolke. Wieder auffällig ist der kraftvolle und doch nuancierte Bass. In den Mitten spielen sie absolut klar und präzise und die Höhen sind durchscheinend transparent. Da fällt die Ortung der Instrumente und Stimmen leicht – zumal die Tiefenstaffelung durch den perfekt dargestellten Hall eine echte Freude ist.

Doch bei all der Präzision beleben die nuPro SP-200 jeden Titel, den wir hören mit einer musikalischen Lebendigkeit, dass wir zu jedem Zeitpunkt begeistert sind. Für mittelgroße Räume bis 25 Quadratmeter sind diese Lautsprecher sicher die beste Empfehlung, die wir geben können, sofern man sich nicht zwischen Soundbar und HiFi-Anlage entscheiden will oder kann.

Preis und Verfügbarkeit

Die Nubert nuPro SP-200 Aktivlautsprecher sind zum Paar-Preis von 845 Euro direkt auf der Nubert-Webseite erhältlich.

Webseite: www.nubert.de/nupro-sp-200

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 06/2022

▶ Lesen Sie hier: Test der Nubert nuBoxx A-125 pro – Aktivlautsprecher der nächsten Generation

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Test: Nubert nuPro SP-200 - Aktivlautsprecher für TV und Desktop
Wer in seiner Wohn-Einrichtungen keinen Platz für riesige HiFi-Bausteine und unförmige Soundbars mit dicken Subwoofern hat, dem können wir die nuPro SP-200 nur ans Herz legen. Sie schaffen es die musikalischen Qualitäten einer HiFi-Anlage mit den Klangeigenschaften einer hochwertigen Soundbar zu vereinen und das auch noch zu einem mehr als günstigen Preis.
Wiedergabequalität 94%
Ausstattung/Verarbeitung 90%
Benutzerfreundlichkeit 90%
Preis/Leistung90%
Vorteile
  • Intuitive Bedienung
  • Hörizonterweiterung und Sprachverstärkung
  • Neutral und doch musikalisch
Nachteile
  • keine
93%Nubert nuPro SP-200
Leserwertung: (1 Judge)
95%

Bildquellen:

  • Nubert nuPro SP-200 Zubehör: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro SP-200 Steuerung: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro SP-200 Rückseite: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro SP-200 im Test: Auerbach Verlag