… und einen Subwoofer hat uns Dali für diesen Artikel zukommen lassen. Beim Test dieses Dolby Atmos-Lautsprecher-Arrangements stießen wir jedoch auf ein Problem: Wie können wir uns jemals wieder mit weniger Heimkino-Sound zufrieden geben?

Wie bereits im AUDIO TEST Artikel auf Seite 78 (Anm.: Testbericht zum NAD AV-Receiver T777 V3 und NAD CI 940) angekündigt, folgt an dieser Stelle ein Erfahrungsbericht über unsere Begegnung mit Dalis Dolby-Atmos-Lautsprecher-Ensemble, bestehend aus vier Modellen aus Dalis Oberon-Kollektion, sowie dem Subwoofer E-12 F und vier Atmos-Speakern namens Fazon Sat (Wandlautsprecher). Selbstverständlich war die Vorfreude auf den Praxistest überaus hoch, als wir ein Dutzend Pakete in unserem Hörraum vorfanden. Jedoch galt es erstmal, die Ärmel hochzukrempeln und sich an den Aufbau des Surround-Lautsprecher Set-Ups zu machen. Dies gestaltete sich auch im Großen und Ganzen recht unkompliziert. Lediglich die vier Dali Fazons zeigten sich bei der Installation etwas umständlicher. Bei jedem der vier Lautsprecher möchten nämlich zuerst die Stative auseinander geschraubt werden, sodass die Lautsprecherkabel in den dort ansässigen Schraubklemmen fixiert werden können. Diese fallen obendrein etwas eng aus, sodass wir uns zuerst daran machen müssen, den Durchmesser unserer Lautsprecherkabel etwas zurechtzustutzen. Selbigen Prozess wiederholen wir am anderen Ende der Leitung, wo die Kabel in ebenfalls schmalen Schraubklemmen der Phönixstecker der Vierkanal-Endstufe CI 940 von NAD Platz finden wollen. Dies ist allerdings unser Problem – wir hätten ja auch dünnere Kabel auf Lager haben können… Sind alle Lautsprecher verkabelt und positioniert, gestaltet sich die Formation wie folgt: zwei Standlautsprecher Dali Oberon 5 als Frontlautsprecher, ein Dali Oberon Vokal als Center-Speaker, zwei Dali Oberon 3 Kompaktlautpsrecher als Rear-Speaker und zwei kompakte Dali Oberon 1 werden links und rechts neben dem Hörplatz aufgestellt.

Testbericht Review Dali Fazon Oberon Surround Heimkino Speaker Test Review

Für die Tief-Mitteltöner der Dali Oberons kommen Holzfaser-Membranen zum Einsatz

Dali Oberon Lautsprecher

Dalis Produktreihe Oberon umfasst insgesamt 6 Modelle. Neben den vier uns vorliegenden Schallwandlern gehören ein Standlautsprecher-Flaggschiff Oberon 7 und 2-Wege-On-Wall-Speaker zur Familie. Alle Modelle setzen auf eine vielseitige Verwendbarkeit und eignen sich laut Hersteller für jede erdenkliche Zusammenstellung. Die Formensprache der Oberon-Serie von Dali ist zeitlos und unaufdringlich. Das klassische Design der Lautsprecher ist in vier verschiedenen Farbausführungen erhältlich: Schwarz, Weiß, Walnuss und Eiche. Apropos Holz: Interessant ist die Beschaffenheit der Tief-Mitteltöner der Oberon-Serie. Denn deren Membranen sind einer Holzfaser-Papier-Verbindung gefertigt. Diese Materialkomposition verspricht laut Hersteller ein optimales Verhältnis zwischen Steifheit und Leichtigkeit, sodass die Treiber impulsfreudig und unverfälscht aufzuspielen wissen.

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Das Kugelgelenk der Dali Fazon Satelliten Wandlautsprecher dient gleichzeitig der Signalübertragung

Hinzukommt eine hauseigene Entwicklung Dalis, welche die Performance der Tief-Mitteltonchassis zusätzlich vor Verzerrungen bewahren soll: Ein als SMC-Disk patentiertes Polstück, welches an einem Ende der Metallachse angebracht ist. Diese Scheibe reduziert die negative Einflussnahme der Metallachse auf den Ferritmagneten. Dadurch bringt es Dalis Oberon-Reihe zu erstaunlich geringen Verzerrungswerte, vor allem in den oberen Mitten sind diese überaus homogen. Alle Modelle der Oberon Kollektion von Dali arbeiten übrigens als offene 2-Wege-Lautsprecher, wobei jedoch beim Standlautsprecher Oberon 5 zwei Tief-Mitteltöner die Arbeit bis 2400 Hertz (Hz) übernehmen. Dort liegt auch beim Kompaktlautsprecher Oberon 3 die Trennfrequenz. Beim Dali Center-Speaker ist diese bei 2600 angesetzt, beim Oberon 1 bei 2800. Oberhalb des Crossovers kommt bei allen Oberon-Lautsprechern ein Hochtöner mit einer 29 Millimeter (mm) messenden Gewebekalotte zum Einsatz. Der Durchmesser fällt vergleichsweise hoch aus, wodurch Dali eine höhere Belastbarkeit, ergo mehr Schalldruck im Hochtonbereich verspricht.

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Den Kompaktmodellen der Dali Oberon-Reihe wurden Wandhalterungen spendiert

Dali Fazon Sat Wandlautsprecher

Für die vertikale Raumachse kommen in unserm Versuchsaufbau vier Modelle Dalis kompakter Sateliten-Lautsprecher aus der Fazon-Kollektion zum Einsatz: Dalis Fazon Sat. Der äußerst aerodynamisch auftretende Schallwandler lässt sich entweder mithilfe des mitgelieferten Stativs auf Bücherregalen positionieren wie in unserem Fall, oder wahlweise direkt an der Wand, beziehungsweise an der Decke montieren. In jedem Fall kann bei der Ausrichtung des Lautsprechers von Dalis so genannter „Twist `n Tilt“-Funktion profitiert werden. Denn durch die bereits erwähnte Unterbringung der Lautsprecherkabel im Stativ, bzw. der Haltevorrichtung, ist der Lautsprecher selbst nur durch ein felxibles Kugelgelenk mit ebendieser verbunden. Dieses Gelenk fungiert zugleich als Schnittstelle zwischen Schraubklemme und Lautsprecher. Über eine üppig ausfallende Feststellschraube lässt sich das Gelenk lockern und fixieren. Der Dali Schwallwandler selbst arbeitet als geschlossenes 2-Wege-System. Bei einem Frequenzgang von 86 Hz bis 25 kHz kommen, wie auch bei den Oberon-Speakern, ein 29 mm Gewebehochtöner und ein 4,5-Zoll Tief-Mitteltöner mit Dalis hauseigener Holzfasermembran zum Einsatz.

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Level, Phasenangleichung, Trennfrequenz – der Bassound kann hier feinjustiert werden

Dali E-12 F Subwoofer

Zu guter letzt wollen wir Ihnen noch den Tiefgänger dieses Ensembles vorstellig machen: den Dali Subwoofer E-12 F. Dieser bringt zwischen 28 und 190 Hz bis zu 220 Watt auf die Waage – für ein gängiges Wohnzimmer mehr als ausreichend. Übersetzt wird das Signal von einer 12 Zoll messenden Aluminium-Polymer-Membran. Diese wird unterstützt durch einen Downfire-Bassreflex. Ansteuern lässt sich der Sub via Mono- oder Stereo-Cinch. Löblich hervorzuheben ist die Anpassbarkeit des Dali E-12 F Subs. So lässt sich an der Rückseite nicht nur die Lautstärke einstellen, sondern auch die Grenzfrequenz und die Phasenausrichtung lassen sich hier feinjustieren.

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Durch die üppige Wave-Sicke vermag der Sub sehr lebendig aufzuspielen

How-To: Raumsound

Wie wir im Bericht zum AV-Receiver NAD T777 (Anm.: siehe AUDIO TEST 06/2019 Seite 78 ff.) ereits anklingen ließen, lassen sich vor Inbetriebnahme noch eine Handvoll Konfigurationen vornehmen, um die bestmögliche Performance aus dem Setup herauszuholen. Die Raumeinmessung via DIRAC jedoch ist jedoch nur bis 5.1 möglich. Dennoch lohnt es natürlich, diese vorzunehmen, denn wie sich zeigen wird, ist der klangliche Zugewinn nicht zu vernachlässigen. Zu dessen Überprüfung legen wir den Film „Ready Player One“ von Steven Spielberg ein. Der familienfreundliche Scince-Fiction-Film weiß mit allerhand Action aufzuwarten und ist mit einer Dolby Atmos-Abmischung auf Blu-ray verfügbar. Es bedarf keiner großen Mühen, um uns von dem Lautsprecher-Ensemble zu überzeugen. Das Heimkino Lautsprecher Set-Up aus Dali Oberon und Dali Fazon spielt überaus kraftvoll und dennoch sehr detailfreudig auf.

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Die 29 mm messende Gewebekalotte über zeugt durch detailreiches Aufspielen

Die Dali Kombination aus dem E-12 Subwoofer und den Oberon-Speakern wirkt sehr fein auf einander abgestimmt, wobei wir die Möglichkeit sehr zu schätzen wissen, in den Bässen noch eine Schippe drauflegen zu können. Die räumliche Weite, welche sich vor allem durch die vier Fazon eröffnet, klingt sehr geschlossen und homogen, nachdem wir ein paar verschiedene Ausrichtungen ausprobiert haben. Insgesamt werden Bewegungen im Raum sehr flüssig transportiert. Währenddessen lässt sich schnell festhalten, dass die Kombination aus AV-Receiver NAD T777 und Vierkanal-Endstufe NAD CI 940 weitaus mehr Power unter der Haube hat als notwendig. Wir fahren des Ensemble noch nicht mal im Ansatz auf Vollast und können uns bereits sicher sein, dass wir in normalen Wohnverhältnissen die Geduld unserer Nachbarn überstrapaziert hätten. Alles in allem sind wir von der Performance dieser NAD/Dali-Kooperation mehr als begeistert. Nur ein großes Problem stellt sich uns, desto weiter wir im Test voranschreiten: Wie sollen wir gelingt uns nun die Rückgewöhnung auf schnöde Stereo-Set-Ups? Das werden wohl die nächsten Ausgaben zeigen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dali-speakers.com/de/.

Anmerkung: dieser Artikel erschien erstmals in Ausgabe 06/19 der AUDIO TEST

► Anmerkung: Das Test-Fazit bezieht sich auf den Testbericht der Dali Oberon 7 Lautsprecher.

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Test: Dali Oberon Surround Lautsprecher Atmos-Set - Elf Freunde...
Als größtes Modell der Oberon-Reihe bringt der Standlautsprecher Oberon 7 jede Menge Zugkraft mit. Sein weites Abstrahlverhalten kommt vor allem natürlich in der Stereo-Anwendung sehr zur Geltung. Jedoch zeigt sich der Siebener auch dank unterstützender Surround-Speaker als sehr kompetentes Zugpferd eines Mehrkanal-Arrangements.
Wiedergabequalität89%
Ausstattung/Verarbeitung80%
Benutzerfreundlichkeit80%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • ausgewogenes und detailreiches Klangbild
  • robuste Verarbeitung
89%Gesamtergebnis
Leserwertung: (2 Votes)
52%

Bildquellen:

  • Testbericht: Dali Fazon: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali Fazon: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali Oberon: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali E-12: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali E-12: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali Oberon: Auerbach Verlag
  • AUDIO TEST 3/20: Auerbach Verlag
  • Testbericht: Dali Atmos-Set: Auerbach Verlag