Direkt nach seinem fünfzigsten Jubiläum bringt Technics den neuen Premium-Stereo-Kopfhörer EAH-T700 auf den Markt. Ausgerüstet mit einem innovativen Zwei-Wandler-System, übertrifft der Kopfhörer das menschliche Hörvermögen um Welten.

Man möchte meinen, bei dem Technics EAH-T700 handelt es sich um einen Over-Ear-Kopfhörer, auf den die Welt gewartet hat. Allein die hochwertige Technik sorgt für Aufsehen in der Redaktion und verspricht ein neuartiges Erlebnis des Musikhörens. So schafft es der Kopfhörer, mal eben einen Frequenzbereich von sagenhaften 3Hz bis 100kHz abzudecken. Verantwortlich dafür sind zwei Wandler, bestehend aus einem dynamischem 50-mm-Treiber für den Tiefen- und Mitteltonbereich, sowie einem 14-mm-Superhochtöner für die hohen Frequenzen. Beide sind schwebend in einer leichten Anwinkelung gelagert und für den neugierigen Hörer hinter der hauchdünnen Netzabdeckung klar sichtbar. Massives Aluminium umgibt die Treiber und ein zusätzlicher Antivibrations-Rahmen sorgt dafür, Resonanzübertragungen vom Gehäuse zu vermeiden. Mit dieser Ausstattung und der durchdachten Verarbeitung macht der Kopfhörer vom Start weg einen sehr guten Eindruck auf uns.

Komplett

Äußerlichkeiten

Die schwarze Verpackung wirkt futuristisch, als wolle man auch hier das Statement setzen, dass die enthaltenen Kopfhörer ihrer Zeit weit voraus sind. Öffnet man den Klappmechanismus, heben sich die Kopfhörer automatisch aus der Verpackung, dass man gar nicht widerstehen kann, sie endlich in die Hand zu nehmen. Selbst das Kabel und die Klinkenstecker wirken äußerst luxuriös, vor allem aber stabil und bruchsicher. Trotz der robusten Bauweise ist der Kopfhörer erstaunlich leicht und umschließt die Ohren perfekt. Dank seiner Größe und dem angenehmen Auflagedruck sitzt er sehr luftig auf dem Kopf, dass man ihn nach dem ersten Kontakt gar nicht mehr absetzen möchte. Der gepolsterte Kopfbügel kann durch eine horizontale Verstellung und die schwenkbare Gehäuseneigung formgenau angepasst werden. Die Ohrpolster sind ergonomisch geformt und ermöglichen problemlos ein stundenlanges Tragen, ohne dass sich nennenswert Hitze darunter anstaut. Unterwegs lassen sie sich durch den Schwenkmechanismus flach verstauen, sofern man tatsächlich vorhat, sie je wieder abzusetzen. Im Lieferumfang befindet sich ein abnehmbares Kabel mit einer vergoldeten 3,5-mm-Klinke, das am anderen Ende an beiden Hörern gesteckt oder verschraubt wird. Zusätzlich gibt es ein zweites identisches Kabel mit einem aufgesteckten 6,3-mm-Adapter und ein schwarzes Stoff-Etui zur Aufbewahrung.

Passgenau: Horizontale und vertikale Verstellbarkeit

Passgenau: Horizontale und vertikale Verstellbarkeit

 

Die Detailverliebtheit findet sich sogar am Kabel wieder und sind sehr gut verarbeitet

Die Detailverliebtheit findet sich sogar am Kabel wieder und sind sehr gut verarbeitet

Klangwelten

Nachdem wir uns lange genug mit Äußerlichkeiten aufgehalten haben, widmen wir uns endlich der Frage, ob Technics auch diesmal seinem Motto „Rediscover Music“ Folge leistet und begeben uns gespannt in das Testlabor. Zum Aufwärmen beginnen wir mit einem Stück von Francesco Tristano, der am Flügel im Konzertsaal ebenso wie am Mischpult im Club begeistern kann. „Ein gutes Piano-Recital ist wie ein DJ-Set“ meint Tristano und veröffentlichte 2007 prompt eine grandiose Klavierversion des Techno-Klassikers „Strings Of Life“ von Derrick May. Wir ziehen den Track direkt in unsere Playlist und verfolgen gespannt die ersten Piano-Licks. Der Schall wird kristallklar gewandelt und gibt einen, mitunter etwas scharfen, aber überraschend kontrastreichen Verlauf der Höhen wieder. Die spürbare Dramatik lässt auch unsere Anspannung parallel zum Crescendo mit jedem Ton ansteigen, während die Tonintervalle auf- und abwärts fließen und mit weichen Obertönen ausdrucksstark ausklingen. Die dynamische Wiedergabe lässt spürbar werden, wie sich die Energie abwechselnd bündelt und entlädt, während samtweiche Hallfahnen atmosphärisch die Weiten des Raumes enthüllen.

High-Tech: Dynamischer Treiber und Superhochtöner

High-Tech: Dynamischer Treiber und Superhochtöner

Weiter geht es mit dem Album „Ego-Trip“ des französischen Hip-Hop-Duos Chill Bump, das es immer wieder schafft, die Grenzen der Genres zu sprengen, um mit Tiefgang gegen die Strömung zu fahren. Auch hier werden wir nicht enttäuscht: knackige Kickdrums wummern mit dem Puls der Großstadt, während geloopte Bass-Schlaufen konturiert und druckvoll den Sound anreichern. Alles ist im Fluss, verbindet sich im rhythmischen Einklang, ohne dass die mitreißenden Statements auch nur eine Sekunde untergehen. Die zahlreichen dynamischen Differenzen werden lebendig akzentuiert, die Mitten bringen reichlich Farbe ins Spiel, ohne zu dick aufzutragen. Auch bei einem starken Schalldruckpegel bleibt der Klang tadellos verzerrungsfrei. Zum krönenden Abschluss bewegen wir uns in kosmische Sphären und schweifen in die Umlaufbahn der EP „The Edge“ von Neonlight und Wintermute. Die drei Produzenten präsentieren sich bei ihrer Zusammenarbeit als handwerkliche Meister, die es ebenso verstehen, mit ihren Sets eine Tanzfläche zum Kochen zu bringen. Beste Vorraussetzungen also, um den neuen Technics auf seine volle Leistung zu prüfen. Wir sind noch nicht mal beim ersten Bassdrop angekommen und schon völlig hypnotisiert. Der satte, energiegeladene Sound verführt dazu, die Augen zu schließen und gedanklich in einen der internationalen Clubs abzutauchen. Dramatisch breitet der EP-Opener „Influx“ einen epischen Horizont vor dem geistigen Auge aus. Warm rollende Bässe und treibende Percussions dominieren kontrastreich den Vordergrund, während grell flimmernde Synths das unendliche Stereopanorama offenbaren. Selbst die feinauflösende Darstellung der komplexen Drum-Patterns gelingt dem EAH-T700 mühelos. Seine Impulstreue ist schlichtweg hervorragend, jeder Punch wird auf den Punkt getroffen. Durch die ausgewogene Balance des Klangspektrums fügt sich Neonlights luftiger, cleverer Neurofunk mit Wintermutes düsterem, eingängigem Techstep nahtlos zusammen. So wirkt die EP trotz ihrer Vielseitigkeit ungezwungen dynamisch und lässt sich mit jedem Durchlauf neue Facetten abgewinnen. Während die Bassline pochend das Ende ankündigt, beginnt ein heftiges Gemurmel im Testlabor. Plötzlich möchte jeder von uns den Kopfhörer eine Weile für sich beanspruchen um die eigenen Lieblingslieder noch einmal völlig neu zu erleben. Selbst Produzenten werden mit diesem Kopfhörer ihre Freude haben, da durch seine transparente Wiedergabe jede musikalische Nuance hörbar wird und kein Detail verschwiegen bleibt.

Robustes Leichtgewicht: stabil und wahnsinnig bequem. Selten haben Kopfhörer solche Qualität

Robustes Leichtgewicht: stabil und wahnsinnig bequem. Selten haben Kopfhörer solche Qualität

Fazit

Technics sorgt bei uns mit seiner atemberaubenden Performance selbst im tiefsten Winter für Frühlingsgefühle. Er besticht mit kompromisslosem Klang, hohem Tragekomfort und tadelloser Fertigungsqualität. Durch die ausgewogene Frequenzbreite und enorme Pegelfestigkeit bietet er einen hervorragenden Sound, der direkt ins Blut geht. Zudem zeigt er an allen getesteten Wiedergabegeräten eine kräftige Lautstärke und macht in sämtlichen Anwendungsbereichen eine gute Figur. Für uns ist er jetzt schon ein Klassiker, dessen Sound man einfach lieben muss, auch wenn man für ihn sparen wird.

Technics EAH-T700: Unendliche Klangwelten
Wiedergabequalität 95%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis/Leistung95%
93%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*