Die Surround-Lautsprecher R5 sind das neue Flaggschiff unter Samsungs Drahtlos-Lautsprechern. Wie ihre Geschwister der Wireless Audio 360-Reihe, feuern sie ihren Sound in alle Himmelsrichtungen. Das passiert gänzlich ohne Kabel. Aber sie haben noch ein ganz besonderes Schmankerl mit an Bord.

Samsung kann ja bekanntlich alles. Kein Wunder also, dass sich der Weltkonzern bei der Eroberung heimischer Wohnzimmer noch breiter aufstellt. Die R5 Surround-Lautsprecher sollen die Invasion der Ohren vorbereiten. Und sie sprechen sogar mit einem. „Connection is ready!“ Der erste Aha-Effekt geschieht unverzüglich nach dem Einstecken des Stromkabels. Nummer Fünf lebt. Eigentlich nur ein kleines Gimmick, erleichtert die Sprachfunktion den Anschluss doch ungemein. In einer ähnlich warmen Stimmlage wie Siri, der neuen Freundin vieler Smartphone-Nerds, halten uns die R5 mit Statusmeldungen versorgt. Versichert die Unbekannte dann „Connection is complete“, kann es auch schon losgehen.

Kabel adé

Das Einrichten des Systems geht komplett ohne Kabel vonstatten. Man kann die Verbindung entweder per Bluetooth oder WLAN herstellen. Die WiFi-Variante wird hierbei vom Hersteller bevorzugt empfohlen. Über sie soll eine völlig verlustfreie Übertragung gewährleistet werden. Für diese Art des Anschlusses ist Samsungs Multiroom App zwingend notwendig. Sie bietet den Vorteil, auf unterschiedlichen Boxen verschiedene Quellen auszugeben. So kann im Wohnzimmer ein Film und in der Küche die Lieblingshits über die R5 laufen. Wobei der Hersteller dadurch natürlich auch seine Vorteile hat, sprich Nutzungsdaten abrufen könnte. Auch wenn die App kostenlos ist, schwebt hier ein kleiner Beigeschmack mit. Schließlich hätte Samsung sie auch optional zur Verfügung stellen und die gebotenen (und zusätzliche) Extras als Anreiz zum Download nutzen können. Die Variante mit Bluetooth funktioniert auch ohne App und ist dadurch schneller einzurichten. Sie hinkt aber der WLAN-Lösung etwas hinterher, da das Signal störungsanfälliger ist. Bei einigen älteren Geräten kann es auch passieren, dass sie nur eine Bluetooth-Verbindung zur gleichen Zeit herstellen können. Was das ganze Surround-Feuerwerk dann leider zu einem Mono-Erlebnis macht und in Verbindung mit der App auch die Multiroom-Nutzung zunichte macht. Aus diesem Grunde empfiehlt sich schon die App zu installieren und zu benutzen.

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Die gesamte Oberfläche der Lautsprecher ist berührungsempfindlich. Per Wischen und Drücken lassen die jeweiligen Einstellungen verändern

Vollschlanker Zylinder

Das Design ist einfach und schlicht. Zwei düsenartige Zylinder stellt Samsung da ins Wohnzimmer. Dass die R5 so vollschlank wirken ist auch der Hierarchie der Reihe geschuldet. Das Design ist von R3 bis R5 stringent, der Anführer der Truppe natürlich mit den größten Dimensionen ausgestattet. Das führt dazu, dass die abgespeckten Versionen wie der R3 auch einen etwas schlankeren Eindruck hinterlassen als die R5. Hinter der kegelförmigen Fassade verstecken sich aber hier und da nicht vermutete Details. Denn die R5 haben es nämlich durchaus in sich.

3D-Sound dank Ringradiator

Durch den 3D-Sound ergeben sich völlig neue Einrichtungsmöglichkeiten, ist man doch nun nicht mehr an die herkömmliche HiFi-Aufstellung und -Ausrichtung angewiesen. Dank der erstmals bei den Vorgängern R6 und R7 eingesetzten Wireless Audio 360-Technologie strahlen die Lautsprecher gleichmäßig in alle Richtungen. Das funktioniert, weil die Schallwellen den Lautsprecher durch einen schmalen, horizontalen Spalt verlassen. Ein Ringradiatorsystem zeichnet sich dafür verantwortlich den Sound gleichmäßig auf die Membran und den darum liegenden Raum zu verteilen. Dafür stehen 80 Watt Maximalleistung zur Verfügung. Eine etwas schmale Brust, zumindest unter dem Aspekt des 3D-Sounds. Doch dieser funktioniert zumindest in unmittelbarer und mittelbarer Entfernung vorzüglich. In die hintersten Ecken eines großen Wohnzimmers reicht er aber nicht. Die Töner verschwinden im Innern der Box. Im Fall des R5 gilt dies jedoch nur für Mittel- und Hochtöner. Der Tieftöner befindet an anderer Stelle.

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Downfire: Der Tieftöner pumpt die Bässe nach unten

Die Tiefen kommen von unten

Der Fuß ist abgesetzt. Darin versteckt sich der Stromanschluss. Er bockt den Rest des Türmchens sozusagen auf. Das geschieht nicht ohne Grund. Der Tieftöner sitzt bei den R5 an der Unterseite der Zylinder. Downfiring nennt sich das und soll den Tiefen noch mehr Kraft verleihen. Das ist auch eine recht kluge Lösung, denn einen Töner mit einem solchen Durchmesser konnte man eigentlich nur an dieser Stelle anbringen. Vielleicht wäre es aber klüger gewesen dort eine Bassreflex-Öffnung zu positionieren. Der Töner verteilt seine Ausgabe zwar gleichmäßig horizontal, jedoch stellt man ja auch keine vertikalen Töner direkt vor eine Wand oder ein anderes Hindernis. Ein Bassreflexsystem könnte damit schon viel besser umgehen.

Intuitive Touch-Bedienung

Die Oberseite der R5 ist die Bedienfläche des Geräts. Im Zentrum des Geschehens ist eine Anzeige, die den Verbindungsstatus anzeigt. Die gesamte Fläche ist berührungsempfindlich. Links und rechts lassen sich voreingestellte Soundmodi und Lautstärke einstellen. Mit einem Wisch wechselt man den Song. Drückt man eine beliebige Stelle länger als zehn Sekunden gehen die Lautsprecher auf Stand-by. Dann verbraucht der R5 zwar nur noch 0,45 W, ganz aus bekommt man die Soundzylinder aber nicht, ohne das man den Stecker zieht. Sämtliche Touchfunktionen sind intuitiv zu bedienen und nachvollziehbar angeordnet. Generell gibt es nur einen Knopf an dem gesamten Gerät und den muss man auch erst einmal finden. An der Unterseite neben dem Netzteilanschluss befindet er sich. Es handelt sich um einen Reset-Knopf für das WLAN-Signal.

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Nur der Reset-Knopf für WLAN und die Serviceanschlüsse sind verborgen an der Unterseite

Von Techno bis Big Beat

Grundsätzlich eignen sich die Samsung R5 dazu Musik vielseitigster Art zu hören. Die Ihnen verliehene Stärke im Tiefenbereich im Vergleich zu Hoch- und Mitteltöner sorgt dafür, dass man am besten mit Techno- und Hip Hop fährt. Bei DJ-Größen wie Sven Väth oder Carl Cox kommen die Vorzüge am besten zum Ausdruck. Aber auch Fat Boy Slims Big Beat lässt sich super auf den R5 genießen. Vielleicht nicht bis in die letzten Winkel des zu beschallenden Raums, dank Multiroom-App aber in jedem Winkel des Hauses, wo man eine Steckdose hat.

Fazit

Theoretisch lässt sich mit den Samsung R5 vieles unter einen Hut bekommen, vor allem dank der Multi-Room-App. Doch für einen Klangenthusiasten, der zum Beispiel einen Plattenspieler sein Eigen nennt, sind sie nicht mehr als eine sehr interessante Ergänzung für die heimische HiFi-Infrastruktur. Für Menschen, die es bequem möchten und optische Abwechslung suchen, könnte sie aber genau das Richtige sein.

 

Samsung R5: NummeR5 lebt
Wiedergabequalität 79%
Ausstattung/Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit100%
Preis/Leistung90%
89%Gesamtwertung
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