AKG N40: Ob unterwegs oder beim Sport, In-Ear Kopfhörer sind klein, handlich und transportabel. Leider schlägt sich das oft in der Klangqualität nieder. Wir haben fünf Modelle auf Herz und Nieren getestet und festgestellt: Platzsparen kann auch gut klingen.

Im Bereich von High-End-Audioprodukten wird selten über die kleinen Kopfhörer gesprochen, die wie Ohropax im Gehörgang sitzen. Dabei haben diese genau den Vorteil, dass sie unmittelbar am Trommelfell sitzen und den Schall von außen am effektivsten abdämpfen. Während der Klangwiedergabe kann der Ohrstöpsel, dank der unmittelbaren Nähe, das Trommelfell unter Verwendung von wenig Energie in Schwingung versetzen. Dadurch sind sie besonders gut für transportable Musikgeräte geeignet.

Wichtig ist allerdings die Passform. Fest im Gehörgang müssen sie sitzen, damit keine Frequenzen verloren gehen. Rutscht der Ohrhörer aus dem Ohr heraus, klingt die Musik stumpf und verliert die Bässe. Unwahrscheinlich wichtig ist es, bei dieser Art der Kopfhörer auf die Lautstärke zu achten. Weil der Klang direkt in den Gehörgang fließt, kann dieser leicht unwiederbringlich geschädigt werden.

AKG N40

Wir beginnen mit den teuersten Gehörganghörern dieses Tests. Stolze 400 Euro kostet der N40 von AKG by Harman mit einer Impedanz von 20 Ohm. Dafür bietet er einiges. Im Lieferumfang befinden sich neben zwei Kabeln, einem hochwertigen Transportetui, vier unterschiedlichen Ohrpass-Bezügen und weiterem Zubehör auch drei Klangfilter. Diese lassen sich mit etwas Fingerspitzengefühl an den Ohrstöpseln anbringen und verstärken somit tiefe, mittlere oder hohe Frequenzen.

Nicht nur mit dieser technischen Finesse hat das ursprünglich Wiener Unternehmen, das bald sein 60. Gründungsjubiläum feiert, den N40 ausgestattet. Ein hybrides Lautsprechersystem, bestehend aus Balance-Armature und dynamischen Treibern, teilt die Wiedergabebereiche clever unter sich auf. Elektrodynamische Lautsprecher arbeiten bekanntlich unter Verwendung der Wechselwirkung zwischen Magnet und einem stromdurchflossenen Leiter wie einer Spule.

Dabei entsteht die sogenannte Lorentzkraft, welche die Spule und damit die Membran bewegt. Im Tieftonbereich entstehen sehr einheitliche Schwingungen, die mit steigender Frequenz leider unkoordinierter werden. Deswegen sorgen beim N40 dynamische Treiber für einen tiefen, klaren Bass und der ausbalancierte Magnetanker übernimmt die Höhen.

Eine hochwertige Verpackung und zahlreiches Zubehör, wie Klangfilter und ein praktisches Hardcase, machen aus dem AKG N40 ein optisches sowie klangliches Erlebnis

Diese kleinen rechteckigen Treiber sind extrem platzsparend und es wird ihnen meist ein Frequenzbereich zugeschrieben. Eine stromdurchlaufene Spule wird bei diesem Prinzip an einem Anker befestigt, der in neutraler Position ruht. Fließt Strom, wird der Anker im Umfeld eines Permanentmagneten auch magnetisch und bewegt sich wie eine Membran. Im Gegensatz zu dynamischen Treibern sind Balanced-Armature sehr teuer und sind meist für ausgezeichnete Höhen zuständig. Weil sie die Luft von außen nicht abhalten können, klingen Bässe weniger kraftvoll. Insgesamt werden Frequenzen von 10 Hertz bis 40 Kilohertz abgedeckt.

Auch optisch hat der N40 einiges zu bieten und überzeugt als silberner Knopf im Ohr. Dank der unterschiedlichen Ohrpassbezüge lässt sich der Gehörgang fast vollkommen von Außengeräuschen abdichten und schafft ein tolles Klanggefühl.

Gut gefiltert

Lohnen sich die Klangfilter nun wirklich oder sind sie nur ein nettes Gimmick? „Easy Lover“ von Phillip Bailey und Phil Collins von Genesis klingt mit dem Reference-Filter dynamisch und kraftvoll. Das Highlight des Hits, die hohen Töne der beiden Ausnahmetalente, werden weich und dennoch gut hörbar wiedergegeben. Die Mitten in Form von E-Gitarre und E-Piano klingen ausgeglichen und schaffen einen klangvollen Hintergrund. Genauso gut, aber nicht zu stark klingen die Bässe und schaffen ein tolles Raumgefühl.

Diese Dynamik verändert sich mit Wechseln zum Bass-Boost-Filter etwas. Nun tritt der Bass etwas mehr hervor und die Mitten ein kleines Bisschen zurück. Ausgewirkt hat sich das besonders auf das Gitarrensolo, das etwas zarter aber auch kraftloser klingt, als mit dem Reference-Filter. Der Gesang wird dennoch nicht übertönt. Wer mehr Bass möchte, bekommt ihn also, muss aber Abstriche in den Mitten machen.

Unter Verwendung des High-Boost-Filters konnten wir wieder eine kleine Änderung vernehmen. So treten die Bässe nun zurück und die Höhen strahlen umso mehr. Das geschieht in diesem Falle nicht auf Kosten der Mitten, somit schindet das Gitarrensolo ordentlich Eindruck.

weitere Infos unter: www.akg.com

Test: AKG N40 - Sport Frei!
Tolle In-Ear-Kopfhörer mit Klangfiltern für den ambitionierten Hörer.
Wiedergabequalität74%
Ausstattung/Verarbeitung98%
Benutzerfreundlichkeit91%
Preis-/Leistungsverhältnis82%
Vorteile
  • ausgewogener Raumklang
  • drei unterschiedliche Klangfilter im Zubehör
  • hybrides Lautsprechersystem
Nachteile
  • lässt der Musik teilweise zu wenig Platz am Ohr
83%AKG N40
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