Sonoros Maestro ist eines dieser Geräte, die sich schwer in eine Schublade pressen lassen. Vollverstärker? CD-Player? NetzwerkStreamer? Radio-Receiver? Stimmt alles irgendwie. Der Maestro ist definitiv auf jeden Fall mehr als die Summe seiner Teile.

Sonoro ist ein noch verhältnismäßig junges Unternehmen in der Audiobranche und spezialisiert sich unter dem Motto „German Audio and Design“ vor allem auf Produkte, die eher im Lifestyle-Sektor zu platzieren sind. Hartgesottene Audiophile mit einem aus mehreren Tonnen sorgfältigst kuratierten Einzelkomponenten bestehenden Anlagenfuhrpark werden vielleicht die Nase rümpfen, aber es gibt ohne Frage ein berechtigtes Bedürfnis nach gut klingenden, einfach zu bedienenden und wenn möglich auch noch schick anzuschauenden HiFi-Gerätschaften. Und der Sonoro Maestro bietet das alles auf einmal.

Wie schon erwähnt, vereint der Sonoro Maestro in sich die Funktionen diverser Geräte. Sonoro weist den Maestro als einen smarten All-in-One HiFi-Receiver mit Internetradio und CD-Player aus. Das fasst die Sache schon mal gut zusammen. Etwas genauer aufgeschlüsselt, kombiniert das Multitalent einen kräftigen Vollverstärker inklusive Phonovorstufe mit einem CD-Spieler, einem FMund DAB+-fähigen Receiver und garniert das Ganze mit einer Netzwerkanbindung und dem Support aller gängigen Streamingdienste von Tidal, über Napster, Deezer, Qobuz und Amazon Music, bis hin zu Spotify. Internetradio ist natürlich auch nutzbar. Am Ende hat man es wohl am ehesten mit so einer Art gehobenen und modernen Kompaktanlage minus Lautsprechersektion zu tun. Ohne Frage ein interessantes Konzept.

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Der Sonoro Maestro ist ebenfalls mit einem CD-Laufwerk ausgestattet. Dieses besitzt jedoch keine Schublade, sondern ist ein sogenanntes Slot-In-Modell bearbeitet

Konstruktion

Der werte Herr Dirigent hat sich auf jeden Fall für seinen Auftritt in der AUDIO TEST in seinen feinsten Zwirn geworfen. Makellose, glänzend weiße Lackierung, blitzblankes Aluminium, leuchtstarkes 2,8 Zoll TFT-Farbdisplay. Das kann sich sehen lassen. Alternativ ist der Maestro übrigens auch im schwarzen Hochglanz-Frack erhältlich. Auch sonst macht das erstaunlich leichte Gerät einen tadellosen Eindruck. Versenkte Schraubköpfe, haptisch angenehme Drucktaster und der wohlige Widerstand des Encoders zur Lautstärkeregelung und Menü-Navigation zeugen von einem Auge fürs Detail.

Beim rückseitigen Anschlussfeld wurde ebenfalls nicht gespart. Neben dem schon erwähnten Cinch-Eingang der MM-Phonovorstufe findet sich noch ein analoger Aux-Eingang via Cinch, sowie ein weiterer analoger Input mittels 3,5 Millimeter Stereo-Klinke. In Sachen digitaler Eingänge verfügt unser Testproband sowohl über einen koaxialen, wie einen optischen Input und bietet auch die Option Speichermedien mittels USB anzuschließen. Eine Bluetooth-Schnittstelle ist ebenfalls mit an Bord, wenn auch ohne aptX oder aptX HD. Für die Netzwerkanbindung stehen sowohl eine RJ45-Buchse für die kabelgebundenen Variante, wie auch ein Anschluss für die mitgelieferte WiFi-Antenne zur Verfügung. Und wo wir gerade beim Thema Antennen sind: Die ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Wurfund Teleskop-Antennen werden rückseitig mittels BNC-Buchse angeschlossen. Und natürlich finden sich hier auch die obligatorischen Lautsprecheranschlüsse.

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Der Sonoro Maestro bietet eine Vielzahl digitaler und analoger Anschlüsse und lässt sich so gut an eventuell schon vorhandene Peripherie wie etwa Plattenspieler anbinden

Bei den verbauten Endstufen handelt es sich um Class-D-Typen die mit 2 × 100 Watt (W) Nennleistung an einer Abschlussimpedanz von 8 Ohm und 2 × 170 W an 4 Ohm spezifi ziert werden. Genug Power also, um auch etwas leistungshungrigere Lautsprecher angemessen anzutreiben. Die Endstufenmodule stammen übrigens vom bekannten niederländischen Hersteller Hypex, welcher seine eigene Produktionsstätte in Malaysia unterhält und neben Verstärkermodulen auch Netzteile und DSPs herstellt. Bedienung Wenig überraschend ist der Sonoro Maestro schnell verkabelt und eingerichtet. Die Bedienung erfolgt entweder direkt am Gerät selbst, mittels der beiliegenden Fernbedienung, oder aber mittels der kostenlos für iOS und Android verfügbaren Undok App des Drittanbieters Frontier Silicon. Letzteres empfi ehlt sich vor allem, zumal das Display, so schick es auch ausschaut, für die treff sichere Bedienung aus der Ferne etwas klein geraten ist.

Apropos Apps: Der Maestro verfügt auch über eine integrierte Raumkorrektur. Diese bedient sich des Mikrofons ihres Mobilgerätes, was leider den Nachteil mit sich bringt, dass sie nur für iOS-Geräte verfügbar ist. Ohne genormtes Mikrofon mit bekanntem Frequenzgang lässt sich nun mal schlecht messen. Die Sonoro Room Correction App steht für iPhones ab dem Modell 6S zur Verfügung. Die Lösung Raumkorrektur und generelle Bedienung auf zwei Apps zu verteilen, erscheint uns ehrlich gesagt etwas unpraktisch. Da die Einmessung aber in der Regel nur einmal vorgenommen wird und danach ohne App aktiviert und deaktiviert werden kann, ist dieser Punkt am Ende zu verschmerzen. Vor allem da die Bedienung, abseits der genannten Punkte, durchaus flink und intuitiv von der Hand geht.

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Der Anschluss der mitgelieferten Wurfantenne erfolgt wie gewohnt mittels BNC-Stecker mit Schraubverschluss. Die Buchse befi ndet sich auf dem rückseitigen Anschlussfeld

Klang

Aber nun zum nach wie vor wichtigsten Punkt eines jeden Audiogerätes: dem Klang! Generell bangt man ja bei solchen multi-talentierten Geräten oft, ob das Feature-Set Vorrang vor dem Klang hat. Beim Sonoro Maestro können wir da aber volle Entwarnung geben. Mit seinem runden und doch ausgewogenen Klang macht der Maestro sogar richtig Spaß und spielt mit der dem Namen gebührenden Musikalität auf. Die Class-D-Endstufen sprechen schnell an und Transienten werden entsprechend natürlich abgebildet. Ein Mü mehr Klarheit im Klangbild wäre das proverbiale Sahnehäubchen gewesen, aber angesichts des exquisiten Preis-/Leistungsverhältnisses kann man das leicht verzeihen.

Zum Abschluss noch ein Hörbeispiel. Wir entscheiden uns für den Glen Campbell Klassiker „Wichita Lineman“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1968. Mister Campbells stimme ertönt mit genau der richtigen Gusto für diese 60er Hochglanz-Popnummer. Die Streicher hüllen einen in eine sonnig, warme Klangdecke. Die Drums spielen mit authentischem Pappsound auf und der Bass komplementiert die Rhythmussektion mit klassischem Knacksound, während die Bläser weiche Akzente setzen. Trotz dichtem Arrangement, sind alle Elemente stets klar wahrnehmbar. So muss das sein.

Weitere Infos unter: www.sonoro.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 4/2020.

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Test: Sonoro Maestro All-in-One HiFi Receiver - Taktvoller Gefährte
Der Sonoro Maestro gibt im wahrsten Sinne des Wortes mit seinem ausgefuchsten Konzept den Takt an. Trotz minimaler Schwächen in der Bedienung, bietet sich die Verstärker-, Player-, Streamer und Receiver-Kombination nicht zuletzt dank ihrer überzeugenden Klangeigenschaften für alle an, die unkompliziert von analog bis digital verschiedenste Medien über ihr Paar Lieblingslautsprecher erklingen lassen wollen. Und die schicke Optik schadet auch nicht.
Wiedergabequalität85%
Ausstattung/Verarbeitung95%
Benutzerfreundlichkeit87%
Preis-/Leistung90%
Vorteile
  • Funktionsumfang
  • Preis-Leistung
Nachteile
  • Display etwas klein
88%Gesamtwertung
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Bildquellen:

  • _MG_5464: Auerbach Verlag
  • _MG_5476: Auerbach Verlag
  • _MG_5478: Auerbach Verlag
  • Sonoro Maestro Test: Auerbach Verlag