Platten zu kaufen ist die eine, lange etwas von ihnen zu haben die andere Sache. Denn als mechanisch abgetastetes Medium Bedarf das gute alte Vinyl spezieller Zuwendung.

In neuem Glanz

Als Vinylfan hat man es schon nicht einfach. Irgendwie ist man ständig auf der Jagd nach dem schwarzen Gold in Scheibenform. Und oft findet man das Objekt der Begierde nur in gebrauchtem Zustand. Auf dem Flohmarkt, über Discogs, oder gar beim lokalen Plattenladen. Und diese Funde tragen als Gratisbeigabe nicht selten eine Menge Schmutz vom Vorbesitzer in den Rillen. Was also tun? Das Gleiche wie bei allem anderen, das schmutzig wird: waschen!

Halbautomatik

Wer jetzt schon in Badeklamotten mit der Plattensammlung unterm Arm in Richtung Badewanne unterwegs ist, dem sei geraten lieber kurz weiterzulesen. Es gibt nämlich zum einen elegantere und auch wesentlich effizientere Lösungen. Etwa in der Form einer Plattenwaschmaschine. Genau eine solche ist unser Testkandidat.

Die in Deutschland über das HiFi-Studio Wittmann vertriebene Okki Nokki 2 von Cadence kann man als halbautomatischen Vertreter ihrer Art bezeichnen. Während das Absaugen der Reinigungsflüssigkeit automatisch erfolgt, muss das Auftragen und Einbürsten von Hand vorgenommen werden. Neben der Okki Nokki 2 selbst, einem Stromkabel und dem noch zu montierenden Absaugarmbefindet sich auch eine Bürste aus Ziegenhaar und genügend Konzentrat für einen Liter Reinigungsflüssigkeit im Lieferumfang. Es kann also direkt losgehen.

Okki Nokki 2 Plattenwaschmaschine Test Review

Sowohl eine Plattenbürste aus Ziegenhaar als auch genügend Konzentrat liegt bei

Konstruktion

Mit sieben Kilogramm Lebendgewicht ist die Okki Nokki 2 zwar nicht federleicht, aber auch nicht so schwer wie erwartet. Das liegt nicht zuletzt an dem verwendeten Material. Das Gehäuse der Okki Nokki besteht aus Dibond, einem Verbundsstoff aus Aluminium und Polyethylen, welches hohe Stabilität mit geringen Gewicht verbindet. Erhältlich ist die Okki Nokki 2 sowohl im schicken Weiß unseres Testexemplars, als auch in klassischem Schwarz. Die Verarbeitung der Kanten des Dibond ist etwas rustikal ausgefallen, wodurch ein wenig Vorsicht bei der Handhabung geboten ist. Auch der Einsatz von Senkkopfschrauben ohne diese auch wirklich zu versenken, ist rein optisch nicht unbedingt elegant.

Abgesehen von der Verarbeitung ist die Konstruktion der Okki Nokki2 extrem stabil und macht den Eindruck, den einen oder anderen Testredakteur überleben zu können. Der griffig gummierte Plattenteller hat auf horizontaler Achse keinerlei unerwünschtes Spiel und die Schalter machen ebenfalls einen langlebigen Eindruck. Der Absaugarm besteht aus leicht rauem Kunststoff und wird schlichtweg in die vorgesehene Öffnung auf der Oberseite eingebracht. Passende Versionen für 10 und 7 Zoll Platten sind ebenfalls erhältlich. Genauso wie Ersatz für die Samtlippen, die an der Öffnung des Absaugrohrs angebracht sind.

Die zu reinigende Platte selbst wird von einer Plattenklemme in Form eines metallenen Pucks fixiert, welcher auf den Dorn in der Mitte des Tellers aufgeschraubt wird. Zum Schutz der Platte besitzt die Klemme auf der den Kontakt zur Platte herstellenden Seite eine Gummierung. Da diese beim Festziehen der Klemme leicht nachgibt, braucht man etwas Übung um hier das richtige Maß zu finden. Ist man zu vorsichtig bleibt die Platte beim Absaugen gerne mal stehen, während sich der Teller weiter dreht.

Glänzende Reinigung

Die Reinigung selbst geht kinderleicht von der Hand. Wir testen das Ganze mit einem Flohmarkt-Fund von Peter Gabriels Album „So“. Einfach zunächst den Plattenteller und die Platte selbst von groben Schmutz befreien, damit es beim Wenden nicht direkt wieder zu Verunreinigungen kommt. Dann die Platte auflegen, mit der Klemme fixieren und den Motor anschalten. Nun gilt es die Reinigungsflüssigkeit aufzutragen und via Bürste zu verteilen, bis der gesamte Spielbereich benetzt ist.

Bei Bedarf kann man dabei auch die Drehrichtung wechseln. Zum Absaugen muss man nun nur noch den entsprechenden Mechanismus aktivieren und den über die Platte gesenkten Absaugarm mittels leichtem Druck Richtung Platte an diese heranführen. Die letzten Millimeter übernimmt der Unterdruck. Zwei Umdrehungen reichen um die Flüssigkeit komplett zu entfernen. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Peter Gabriel erstrahlt in neuem Glanz. Die Wiedergabe wirkt frischer und, mangels eines weniger blümeranten Wortes in diesem Kontext: sauberer. Man muss sich beim Hören schlichtweg weniger anstrengen um Details der Aufnahme herauszuhören.

Weitere Infos unter: www.okkinokki.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 8/2018 mit großen Plattenspieler-Spezial.

 

Test: Cadence Okki Nokki 2 Plattenwaschmaschine
Die Okki Nokki 2 hat mehr zu bieten als ihre zugegeben niedliche Namensgebung. Die stabile Konstruktion garantiert, dass die Plattenwaschmaschine über viele Jahre ihrer Vinylsammlung treu zur Seite stehen wird. Die Okki Nokki 2 überzeugt nicht zuletzt durch ihr hervorragendes Ergebnis nach dem Waschvorgang.
Reinigungsergenbis90%
Ausstattung/Verarbeitung79%
Benutzerfreundlichkeit91%
Preis/Leistung81%
Vorteile
  • gutes Reinigungsergebnis
  • einfache Handhabung
Nachteile
  • leichte Mängel in der Verarbeitung
87%Gesamtwertung
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Bildquellen:

  • _MG_4626: Bild: Auerbach Verlag
  • Okki Nokki 2: Bild: Auerbach Verlag