„Where there is a Jam, there is a party!“ Das ist das Motto von Jam Audio. Mit ordentlich Wums sorgen die Produkte der Wireless Audio Marke auf dem Markt für Furore, doch kann der Jam Heavy Metal mit seinem „Booming Base“ die Party am laufen halten?

Ein elegantes Design aus poliertem Aluminium mit abgerundeten Kanten und Gummisockel lässt der Name „Heavy Metal“ nicht vermuten. Dennoch überzeugt er gerade mit diesem simplen klassischen Aussehen jede Altersgruppe. Ein Touch Retro-Feeling vollendet ein gelungenes Konzept und erinnert an das Design der 70er Jahre. Besonders überzeugt hat uns die Verarbeitung des Gerätes selbst. Alle Kanten sind sorgfältig abgeschliffen und der Übergang zu Gummi- und Plastikeinsätzen, zum Beispiel am Rand der Lautsprechergitter vorne und hinten, ist makellos. Sogar die eben genannten Gitter, sowie die Tasten an der Oberseite des Gerätes, weisen keinerlei scharfe Kanten auf. Mit dem Gummisockel steht der Speaker gerade und ohne Wackler auf der Oberfläche. So spricht nichts dagegen, den 600 Gramm schweren, wasserflaschengroßen Jam in die Tasche zu schmeißen und die Party überallhin mitzunehmen. Zu Kabelsalat bei der Schlüsselsuche kann es gar nicht kommen, denn der Jam Heavy Metal ist ein Bluetooth-Speaker. Zwar kann er über einen 3,5 Millimeter Aux-Anschluss mit Handy, Laptop und sonstigen Geräten verbunden werden, aber auch komplett kabellos agieren.

Jam-Heavy-Metall-III

Auch die Tasten sind sehr gut verarbeitet und haben einen sehr guten Druckpunkt. Praktisch: Es gibt keine Doppelbelegung

Ready to Pair

Sobald der Einschaltknopf auf der Oberseite des Gerätes betätigt ist, erklingt die Stimme einer Roboter-Dame, um dem Benutzer zu erklären, dass der Lautsprecher „Ready to pair“ ist, also eine Bluetooth-Verbindung eingehen kann. Natürlich kann sie das nicht nur auf Englisch sagen, auch andere Sprachen wie Deutsch, Französisch und Italienisch sind über ein kleines Löchlein an der Seite des Jams mit einer kleinen mitgelieferten Nadel mit etwas Geschick einstellbar. Es ist auch möglich, auf Töne umzustellen, doch ganz verstummen kann der Jam leider nicht. Wenn er fünfzehn Minuten nicht verwendet wird, schaltet er sich mit großem Getöse aus. Super fanden wir die einfache Bedienung. Ändern kann man die Lautstärke oder den Track über die Tasten an der Oberseite. Dort findet man keine doppelt belegten Tasten wie bei vielen Geräten. Auch die Tasten sind gut verarbeitet fühlen sich qualitativ hochwertig an.

Und es macht Boom!

Zehn Meter Bluetooth-Reichweite soll das Teil mit einem dualen Treiber und dualen Passiv-Radiatoren haben und 2 × 10 Watt Leistung. Das klingt gut. Aber kann ein so kleiner Lautsprecher wirklich so viel Krach machen? Er kann! Im Nebenzimmer kann man den Jam noch immer gut hören. Da sich auf beiden Seiten Treiber befinden, kommt es sogar zu wummernden Bässen. Zwar macht der Jam Heavy Metal auch Outdoor eine super Figur, aber man kann von einem Gerät dieser Größe keine Konzertklänge erwarten. Dauern kann die Grill-Party dann sogar bis zu acht Stunden, bis der 4 000-mAh-Akku, eine Lithium-Ionen-Batterie, wieder für ca. drei Stunden aufgeladen werden muss.

Jam-Heavy-Metall-II

Seitlich am Speaker findet man einen 3,5-mm-Aux-Anschluss, einen Micro-USB-Anschluss und ein kleines Löchlein über das man mit der mitgelieferten Nadel die Sprache verstellen kann

Hard Rock Halleluja

Passend zum Namen, der sich zwar eher auf das Material und das Gewicht des Jam Heavy Metal bezieht, spielen wir zuerst etwas „härtere“ Musik. „Hard Rock Halleluja“ von Lordi wird mit kräftigen, wummernden Bässen wiedergegeben. Auch die Höhen sind klar und die Mitten gut definiert. Bei dem Genre House fallen dann aber kleine Mängel auf. Der Bass klingt hier im Gesamtbild etwas zu hart und übertrumpft teilweise die Mitten und Höhen. Auffällig werden bei geringer Lautstärke kleine Störgeräusche in den tiefen Lagen, welche bei Erhöhen der Lautstärke aber wieder verschwinden.

„Summertime“ von Ella Fitzgerald überraschte uns dann allerdings wieder. Der Track wird von dem Jam sehr klar und trotzdem groovy wiedergeben. Klare Klavierklänge und die sanfte, warme Stimme von Ella Fitzgerald können die kalten Tage versüßen. Das Problem mit den teils überdefinierten Bässen tritt hier nur minimal auf. Die Kontrabassstimme wirkt warm und tragend. Teilweise wird Jazz vom Jam dennoch ein bisschen zu klar und basslastig wiedergegeben. Hier kommt es ganz auf den Track und den Geschmack des Hörers an.

Für alle die dann doch eher Lust auf klassisch Rockiges haben ist der Jam super empfehlenswert. „Rock ’n’ Roll Train“ von AC/DC klingt wahnsinnig gut! Die Gitarrenstimme kommt genau richtig heraus und es entsteht kein Klangmatsch. Trotz kleinem Volumen hat der Jam fast schon einen halligen, tiefen Klang. „Super!“, finden wir und welchseln zum nächsten Musik-Genre. Auch in puncto klassischer Musik weiß der Speaker zu überzeugen. Um dann nochmal die Höhen richtig durchzutesten tritt die Königin der Nacht mit ihrer Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus Mozarts „Zauberflöte“ an. Und siehe da, es hört sich sogar richtig gut an. Es hat sogar durch den leicht halligen Effekt etwas von einem Mini-Konzertsaal. Besonders überzeugend ist dabei die klare Höhen- und Mittenwiedergabe, wobei kein Ton untergeht.

Fazit

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Verarbeitung und Design finden wir spitzenmäßig. Da spielt der Jam Heavy Metal ganz oben mit. Klangreichweite und Lautstärke sind auch überzeugend. Kleine Mängel werden geübte Hörer allerdings finden. Der Bass ist oft etwas zu mächtig und manchmal werden Tracks etwas zu klar und gestochen, teils sogar deutlich überzeichnet wiedergegeben. Wir empfehlen den Jam Heavy Metal Hörern, welche viel Wert auf einen dynamischen und rockigen Speaker legen. Der „Booming Base“ macht den Jam zu etwas ganz Besonderem unter den Bluetooth Lautsprechern und selbst wenn man dann doch Lust auf Mozart hat, kriegt er das auch noch hin. Echt gut!

JAM Heavy Metal: Das Kraftwerk
Wiedergabequalität 86%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit88%
Preis/Leistung86%
88%Gesamtwertung
Leserwertung: (11 Votes)
66%

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