Der dänische Hersteller Clint benannte alle Produkte der Asgard-Reihe nach germanischen Göttern. Ob der Lautsprecher Odin, das größte dieser Geräte, göttliche Töne von sich gibt, oder ob er eher nach Götterdämmerung klingt, haben wie für Sie getestet.

Asgard – so nannten die Wikinger ihren Götterhimmel. Was liegt da näher, als eine Reihe kabelloser Lautsprecher ebenfalls den Namen Asgard zu verleihen? Das dachte sich zumindest der dänische Lifestyle-Audio-Hersteller Clint selbstbewusst. Die Asgard-Reihe besteht bisher aus drei nach Göttern benannten Modellen: dem Lautsprecher Freya in der Wi-Fi- und in der Bluetooth-Variante sowie dem großen Stereolautsprecher Odin. Odin war der Göttervater des nordgermanischen Pantheons, galt als überaus weise und als König der Dichter – man nannte ihn auch „den Liedermacher“. Letzteres mag die dänischen Ingenieure zu diesem Namen inspiriert haben.

Design

Mit 39,4 mal 24,3 mal 24,3 Zentimetern und 6,9 Kilogramm ist der Odin für einen Wireless-Lautsprecher relativ groß und schwer. Das Gehäuse mit keilförmigem Grundriss besteht überwiegend aus Metall und stabilem Kunststoff und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Wer beim Namen Odin ein klassisches Design vermutet hat, liegt falsch, denn anstatt antiken Miefs gibt es reduzierte Kurven und klare Linien – die Formensprache des 21. Jahrhunderts. Stabil, robust, stylisch – so könnte man das Äußere des Odin beschreiben. Im Lieferumfang ist ein passender Alu-Ständer inbegriffen. Auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich das Bedienfeld mit Volume-Reglern, Play-/Pause-Knopf, Mute-Schalter und dem Schalter zum Aktivieren der Multiroomfunktion, die wir leider nicht testen konnten. Rückseitig sind der Wi-Fi-Schalter, die USB-Buchse und der analoge Aux-Eingang verbaut. Hier schließt man auch das Netzkabel an, denn der Odin besitzt keinen Akku. Der Wi-Fi-Schalter ist wichtig für die Verbindung des Odin mit einem Gerät oder dem Netzwerk.

Die Taste WIFI SETUP ist für die Netzwerkanbindung des Odin von Bedeutung. Im Anschlussfeld finden sich außerdem der USB-Slot für Apple-Geräte sowie eine analoge AUX-Buchse

Die Taste WIFI SETUP ist für die Netzwerkanbindung des Odin von Bedeutung. Im Anschlussfeld finden sich außerdem der USB-Slot für Apple-Geräte sowie eine analoge AUX-Buchse

Bedienung

Der Verbindungsaufbau ist verhältnismäßig kompliziert aber schaffbar, wobei der Hersteller verschiedene Verfahren anbietet. Die App „Asgard by Clint“, die es kostenlos für Apple- und Androidgeräte gibt, benötigt man dafür in jedem Fall. Nach der Ersteinrichtung hat man seine Ruhe, denn danach verbinden sich die Geräte immer wieder von selbst. Die Bedienung per App geht leicht von der Hand. Intuitiv fügt man Songs aus dem Netzwerk hinzu, navigiert sich zu den EQ-Einstellungen und aktualisiert die Firmware. Weniger nachvollziehbar ist die LED-Statusanzeige des Odin. Mittels einer farbigen und vier weißen LEDs können elf verschiedene Modi angezeigt werden, wie die Wiedergabe über AirPlay und DLNA, und USB-Kabel sowie die Verstärkung analoger Signale über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Etwas schade finden wir, dass der USB-Anschluss ausschließlich zum Anschluss von Apple-Geräten dient. Es ist möglich, ein mobiles Gerät direkt kabellos mit dem Odin zu verbinden, indem man diesen in den verfügbaren WLAN-Netzen auswählt. Eine Bluetooth-Schnittstelle hat der Odin nicht.

Auf der Oberseite ist das Bedienfeld des Clint Odin angebracht. Dessen Design fügt sich nahtlos in das optische Gesamtkonzept ein

Auf der Oberseite ist das Bedienfeld des Clint Odin angebracht. Dessen Design fügt sich nahtlos in das optische Gesamtkonzept ein

Sound

Der erste Soundeindruck ist mächtig. Die zwei 25 Watt-Verstärker mit DSP-Technologie sorgen für einen kräftigen Bassbereich, der zwar nicht in die untersten Regionen hinunterreicht, für diese Produktkategorie aber dennoch bemerkenswert ist. Uns scheinen die Tiefmitten sogar etwas überbetont zu sein, was eine leichte Klangfärbung zur Folge hat. Dadurch verträgt sich der Odin am besten mit Pop-Musik und elektronischen Klängen, die aus diesem Frequenzband ihre Lebendigkeit ziehen. Bei der tieffrequenten Energie hätte man das dänische Dynamikwunder eigentlich auch nach dem Donnergott Thor benennen können. Die oberen Mitten und die Höhen sind eher zurückhaltend, was ebenfalls Popmusik gut tut, denn deren scharf abgemischte digitale Perkussionsinstrumente können bei einer Überbetonung in diesem Bereich schnell ins Schmerzhafte abrutschen. Dicht arrangierte Genres, wie Klassik und Rockmusik stehen dem Odin weniger gut zu Gesicht als die schlanken Arrangements von Jazz-, Reggae- und Folkmusik, die etwas mehr von der schieren Power des Odin vertragen können, ohne überladen zu wirken. Für den räumlichen Eindruck ist die Sitzposition entscheidend, denn die Keilform des Odin wurde nicht zufällig gewählt. Die beiden Kanäle strahlen sozusagen voneinander weg, weshalb man sich genau mittig vor den Schallgeber setzen sollte. Natürlich kann ein einzelner Lautsprecher aus physikalischen Gründen keine so gute Räumlichkeit fabrizieren, wie zwei einzelne im Stereodreieck aufgestellte Schallwandler. Dennoch schneidet der Odin hier weit besser ab als die meisten Konkurrenzprodukte.

Fazit

Der Wireless-Lautsprecher Odin der dänischen Firma Clint verfügt über Leistungsreserven, die einem Göttervater angemessen sind und macht trotz einiger kleinerer Minuspunkte Lust auf mehr. Das Konzept eines höherpreisigen Streaming-Lautsprechers aus edlen Materialien ist interessant und geht größtenteils auf. Daher freuen wir uns schon auf viele weitere Vertreter der Asgard-Serie.

Clint Odin: Mächtiger Soundeindruck
Wiedergabequalität81%
Ausstattung/ Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit75%
Preis/ Leistung83%
81%Gesamtwertung
Leserwertung: (2 Votes)
100%

Über den Autor

Tobias Hecklau

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