Der aktuelle HEMIX (Home Electronics Markt Index Deutschland) offenbart interessante Entwicklungen im Audio-Sektor. So wurden im letzten Jahr im Vergleich zu 2016 wieder mehr Audio-Einzelkomponenten wie Verstärker, Player, Receiver usw. verkauft. Auch für die klassischen Lautsprecherboxen lief es besser, während Kompaktanlagen auf immer weniger Gegenliebe stoßen.

Einmal im Quartal erhebt die gfu (Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland) den Home Electronics Markt Index Deutschland. Die Markstudie gibt Aufschluss darüber, welche elektronischen Geräte in Deutschland wie oft verkauft werden und was sich das die Konsumenten im Schnitt kosten lassen. Daraus können Rückschlüsse gezogen werden, worauf die Deutschen besonderes Augenmerk legen und was sie eher weniger interessiert. Ein Trend lässt sich aus der aktuellen Erhebung unzweifelhaft erkennen, die Konsumenten wollen wieder mehr hochwertige Audiotechnik.

Nein zur Kompaktanlage – Ja zur Einzelkomponente

Kompakt-, Mikro- und Minianlagen haben ihre Hochzeit hinter sich. Gaben im Jahr 2016 die deutschen Konsumenten dafür noch 31 Millionen Euro aus, so waren es 2017 nur noch 20 Millionen Euro. Auch die einstmals so beliebten Heim-Kino-Systeme mussten einen herben Umsatzrückgang hinnehmen. So sorgten sie 2016 noch für 54 Millionen Euro Umsatz. Im Jahr 2017 waren es nur noch 34 Millionen Euro.

Bei den Einzelkomponenten, also Player, Verstärker, Receiver usw. setzte ein leichter Aufwärtstrend ein. Im Jahr 2016 erwirtschafteten sie einen Gesamtumsatz von 218 Millionen Euro. Ein Jahr später waren es schon 222 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 2,1 Prozent und zeigt, die Deutschen legen wieder mehr Wert auf selbstbestimmten Sound.

Lautsprecherboxen – klassisch und Multiroom legen zu

Bei den klassischen Lautsprecherboxen ist ebenfalls ein Aufwärtstrend zu erkennen, wenn auch nicht in absoluten Verkaufszahlen. 2016 konnten zwar 1,334 Millionen Stück verkauft werden, aber der Gesamtumsatz lag bei 418 Millionen Euro. Im Jahr 2017 wurden 1,330 Millionen Stück verkauft, allerdings sorgten die für insgesamt 452 Millionen Euro Umsatz. Die Deutschen waren also zurückhaltender bei ihrer Kaufentscheidung, gaben dann aber mehr für einen guten Lautsprecher aus. Im Durschnitt waren es 340 Euro. Im Jahr 2016 lag der Durschnittspreis noch bei 313 Euro.

Bei Multiroom-Systemen stellte sich der gegenteilige Effekt zu den Lautsprecherboxen ein. So stieg der Absatz 2017 in Vergleich zu 2016 um 5,6 Prozent, jedoch sank der Gesamtumsatz um 1,1 Prozent. Das ist mit den gesunkenen Preisen für Multiroom-Systeme zu erklären. 2016 kosteten die Komponenten im Schnitt 246 Euro, 2017 waren es nur noch 230 Euro.

Bluetooth und smarte Lautsprecher und Kopfhörer boomen

Extrem ist der Zuwachs bei den sogenannten Docking-Lautsprechern, darunter zählt die gfu smarte und Bluetooth-Lautsprecher. Diese konnten in 2017 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg von 42,3 Prozent für sich verbuchen. Insgesamt gaben die Deutschen 444 Millionen Euro im Jahr dafür aus. Kopfhörer und Stereo Mobilfunkheadsets spülten 478 Millionen Euro in die Kassen der Verkäufer. 2016 waren es 434 Millionen Euro.

Fazit von likehifi.de

Die Zahlen belegen das, was auch wir in der Redaktion von AUDIOTEST, zu den Mitteldeutschen HiFi-Tagen, auf likehifi.de und in den sozialen Medien feststellen: Moderne Technologien wie Sprachassistenten setzen neue Akzente und Kaufanreize. Gleichzeitig wird wieder mehr Wert auf ehrlichen und natürlichen Sound gelegt, der in unserer digitalen Welt gern in analoger Wärme erstrahlen darf.

Die komplette Datenübersicht des Home Electronics Markt Index Deutschland erhalten Sie hier.

Bildquellen:

  • Geld-Lautsprecher: Bild: Collage von Thomas Kirsche