Die Digitalisierung macht vor nichts Halt und hat inzwischen auch die Welt der Musik und der Konzerte maßgeblich verändert. Spieluniversen aller Art verbinden schon jetzt Menschen aus der ganzen Welt und ermöglichen einen Grad der digitalen Interaktion wie nie zuvor.

Während immer mehr Erlebnisse in den digitalen Raum verschoben und dort mit anderen geteilt werden, haben inzwischen auch Konzerte in virtuellen Welten Einzug gehalten. Spiele wie Fortnite machen vor, wie das digitale Konzert der Zukunft aussieht. Mit Mark Zuckerbergs Plänen für das Metaverse der Zukunft, in dem Menschen gewissermaßen ein zweites, virtuelles Leben leben können, könnte die Konzertlandschaft zukünftig noch ordentlich revolutioniert werden.

Gemeinsame virtuelle Erlebnisse werden immer bedeutender

Während zwar das Metaverse in dem Sinne, wie es Mark Zuckerberg vor Augen hat, aktuell noch kaum umgesetzt ist, gibt es tatsächlich bereits eine ganze Reihe an kleinen Metaverses, die gemeinsame Erlebnisse im virtuellen Raum möglich machen. Es ist schließlich heutzutage längst gang und gäbe, sich mit Freunden im Netz zu verbinden und etwa in digitalen Game-Welten zusammenzukommen. Im Zuge dessen ist etwa der klassische Spieleabend heute auch virtuell umsetzbar. Jetzt muss niemand mehr seine Freunde um den Tisch versammeln, um gemeinsam Karten- und Brettspiele zu spielen. Zum Beispiel ist es über den Videoanruf-Service Zoom bereits möglich, während eines Videocalls beispielsweise Würfel- und Ratespiele zu spielen. Strategen können über das Catan Universe mit anderen Spielern digital das Gesellschaftsspiel spielen und sich sogar mit VR zum Spielen verabreden. Auch der klassische Pokerabend kann einfach auf einen virtuellen Spieltisch verschoben werden, denn auf Online-Plattformen ist es möglich, Poker mit Freunden im virtuellen Raum zu spielen und damit das klassische Kartenspiel auf neue, moderne Weise mit anderen zu erleben. Mit Poker VR lässt es sich sogar in die dritte Dimension verlegen. Eine Art Metaverse mit umfangreichen Möglichkeiten im digitalen Raum bietet zudem MMO-Rollenspiele wie etwa World of Warcraft – und das schon seit geraumer Zeit. Bereits vor Jahrzehnten wurde so eine virtuelle Welt geschaffen, in der tausende Spieler zusammenkommen und mit ihren eigenen individualisierten Avataren interagieren, spielen und etwa auch handeln. Digitale Gemeinschaftserlebnisse verschiedenster Art sind damit schon jetzt allgegenwärtig.

Fortnite auf musikalischen Wegen

Das Battle-Royale-Spiel Fortnite von Epic Games hebt diese digitalen gemeinsamen Spielerlebnisse inzwischen seit ein paar Jahren auf eine neue Ebene – und bringt reichlich Musik ins Spiel. Fortnite ist ein Videospiel, in dem bis zu 100 Spieler auf einer Insel landen, die dann gegeneinander kämpfen, bis nur noch einer übrig bleibt – so weit zumindest das grundlegende Gameplay des Spiels. 2020 hat Epic Games das Spiel jedoch um einen ganz neuen Bereich erweitert, die Party Island, in der Waffen und Kämpfe komplett abwesend sind. In diesem Bereich des Spiels geht es nämlich nur darum, mit anderen Spielern zu interagieren, allerlei virtuelle Entertainmentangebote zu nutzen und einfach eine gute Zeit zu haben. Damit handelt es sich bei Fortnite gewissermaßen bereits um ein kleines Metaverse.

Was Fortnite für Musik-Fans so besonders macht, sind die Konzerte und Partys, die Epic Games großschreibt. Hier werden regelmäßig alle möglichen musikalischen Events veranstaltet, die Spieler über Controller und Tastatur dazu einladen, das virtuelle Tanzbein zu schwingen. 2019 legte DJ Marshmello mit einem spektakulären digitalen Konzert vor, 2020 folgte Rapper Travis Scott seinem Beispiel und veranstaltete ein galaktisches Konzert im Game. Zu beiden Veranstaltungen waren über 10 Millionen Gamer anwesend. Im August 2021 legte Popstar Ariana Grande noch eins drauf und lud Spieler zu einem virtuellen Musik-Erlebnis der anderen Art ein. Mit Minispielen bespickt und einer farbenfrohen Fantasiewelt war es ein digitales Konzert wie kein anderes, das uns einen Blick in die eventuelle Zukunft virtueller Konzerte erhaschen ließ.

Großes steht bevor

Waren die meisten von uns vor einigen Jahren virtuellen Veranstaltungen gegenüber noch misstrauisch gestimmt, sind sie in letzter Zeit wahrlich durch die Decke geschossen. Immer mehr Menschen begeben sich in virtuelle Welten, um mit anderen zu interagieren und Entertainmentangebote aller Art zu nutzen. Im Zuge dessen hält auch die Musik immer mehr Einzug im digitalen Raum und lädt Musikfreunde zu Konzerten am Bildschirm ein. Konzerte wie sie in Fortnite abgehalten werden, zeigen bereits, was in virtuellen Welten alles möglich ist, in denen die Physik der hiesigen Welt unbeachtet bleiben kann. Von riesigen holographischen Darstellungen der Künstler bis hin zu Performances im Weltall sind digitalen Konzerten kaum Grenzen gesetzt.

In Zukunft könnten diese virtuellen Erlebnisse jedoch auf eine noch höhere Stufe gehoben werden. Heutzutage ist immer wieder die Rede vom Metaverse der Zukunft, in dem Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um alltägliche Tätigkeiten im virtuellen Raum auszuführen und sich digital mit anderen zu verbinden. Neben immersiven Versionen von Online-Shopping, Games und Kinobesuchen sollen hier auch Konzerte ein neues Zuhause finden. In Kombination mit der virtuellen Realität könnten Performances in Zukunft selbst aus den eigenen vier Wänden heraus zu enorm lebensechten und immersiven Musikerlebnissen werden. Mit digitalen Konzerten wie der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, die live und auf Abruf online erlebt werden können, oder Liveübertragungen von Festivals wie Coachella und Rock am Ring gehen schon jetzt Musiker und Veranstalter digitale Wege. Mit dem Metaverse der Zukunft könnte dies womöglich noch weiter ausgebaut werden.

Wo die Zukunft mit dem rasanten technologischen Fortschritt hinführen wird, ist aktuell zwar noch ungewiss, doch einige Vermutungen lassen sich zweifelsohne bereits machen. Es ist davon auszugehen, dass Konzerte im virtuellen Raum weiterhin an Bedeutung gewinnen und digitale Bühnen und das Metaverse vermutlich bei zahlreichen Künstlern auf den Tournee-Kalender kommen werden. Mit den Möglichkeiten der virtuellen Spielwelten werden die Erlebnisse im digitalen Raum zudem sicherlich noch abgefahrener. Es wird spannend, zu sehen, wie sich dies auf die Musik- und Konzertlandschaft auswirken wird.

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