Der BD32 MKII wird von Primare als ein echtes Multitalent präsentiert. Von CDs, DVDs über Blu-ray-Discs bis hin zu Musik und Video über LAN und Internet spielt er alles ab. Ob ein Gerät wirklich sämtliche Player ersetzen kann, zeigt unser Test.

HiFi-Komponenten nicht nur fürs Ohr, sondern auch für das Auge zu entwerfen, war und ist der Anspruch von Primare. Das 1985 in Schweden gegründete Unternehmen besitzt nicht umsonst einen ausgezeichneten Ruf bei Kunden und Designern. Da ist es kein Wunder, dass die 928er-Serie aus dem Hause Primare 1986 Einzug ins Copenhagen Museum of Industrial Art hielt. Die klaren Formen und die minimalistische Linienführung der Serie waren dem Design seinerzeit weit voraus. Doch es war nicht nur eine schicke Hülle, auch der Inhalt überzeugte vollends. Wobei den Skandinaviern das Kunststück gelang, hochwertige Technik zuverlässig und einfach bedienbar zu gestalten. Das ist auch heute noch bei den Produkten von Primare der Fall, wie der Universalplayer BD32 beweist. Dieses Multitalent kann mit Blu-rays genauso umgehen, wie mit CDs, DVDs, SACDs und vielen weiteren Formaten.

Die aufgeräumte Rückseite bietet alle wichtigen Anschlüsse. Oben links sind die XLR-Ausgänge für die Aktivmonitore zu sehen

Die aufgeräumte Rückseite bietet alle wichtigen Anschlüsse. Oben links sind die XLR-Ausgänge für die Aktivmonitore zu sehen

Viel Zubehör

Angenehm überrascht waren wir vom Packungsinhalt, denn im Gegensatz zu manch anderen Herstellern, sind die Schweden spendabel. So ist neben dem schicken Player und der eleganten Fernbedienung auch ein hochwertiges HDMI-Kabel enthalten. Außerdem liegt ein WLAN-Stick bei. Der kann direkt auf der Rückseite in eine der USB-Buchsen des BD32 gesteckt werden oder in das USB-Verlängerungskabel, was ebenfalls beiliegt. Dank des darin integrierten Fußes steht der WLAN-Stick dann wie eine kleine Antenne. Des Weiteren finden sich im Karton eine Anleitung und eine CD-Rom wieder, die nochmals die Bedienungsanleitung in verschiedenen Sprachen als PDF bereitstellt. Die Gebrauchsanweisungen gibt es natürlich auch im Netz.

Der WLAN-Stick steckt im mitgelieferten Verlängerungskabel. Dank dem Fuß kann er, wie eine Antenne platziert werden

Der WLAN-Stick steckt im mitgelieferten Verlängerungskabel. Dank dem Fuß kann er, wie eine Antenne platziert werden

Ästhetische Front

Auf jeden Fall besitzt der Blu-ray-Player eine sehr ansprechende Front. Sie wird vor allem von dem dunklen Rechteck mit den beiden abgerundeten Seiten bestimmt. Hier sehen wir die typischen Buttons (Power, Play, Eject, Stop usw.) sowie das Display und die Player-Lade. Auch sehr ansprechend ist das unten rechts eingearbeitete Primare Logo. So setzt sich der Player sehr aufgeräumt und stilvoll in Szene. Von der Seite stört etwas die breite Kerbe zwischen Front und Gehäuse. Sicher ist dieser Designeinfall ungewöhnlich, doch er ist Geschmackssache. Der BD32 wirkt, als wurde die Front nicht richtig ins Gehäuse geschoben. Vielen jedoch könnte genau das gefallen.

Die Steuerbuttons an der Front bieten schnellen Zugriff auf alle klassischen Playerfunktionen

Die Steuerbuttons an der Front bieten schnellen Zugriff auf alle klassischen Playerfunktionen

Aufgeräumte Rückseite

Die Rückseite ist mit allen Anschlüssen ausgestattet, die das Audio- bzw. Video-Herz begehrt. Ausgänge für Multichannel Audio finden wir hier, um mit maximal acht Kanälen Kino-Sound ins Wohnzimmer zu zaubern. Weiter-

hin sind ein optischer und ein coaxialer Ausgang vorhanden sowie drei HDMI-Anschlüsse (2 × Out, 1 × In), eine LAN-Buchse und zwei USB-Schnittstellen. Für unseren Test verbinden wir den Player per HDMI mit unserem Fernseher und per optischen Kabel mit dem Verstärker. Was allerdings nicht immer von Vorteil ist, worauf wir aber noch zu sprechen kommen. Hinweisen wollen wir noch auf die zwei balancierten Audioausgänge (XLR), um Aktivlautsprecher anzuschließen. Ideal für alle, die auf einen Verstärker verzichten wollen. Natürlich sind alle Ein- und Ausgänge exzellent eingefasst. Keiner wackelt oder macht irgendwie einen unzuverlässigen Eindruck. Positiv ist auch der Netzschalter. Der BD32 lässt sich also komplett vom Netz trennen, was Stromsparer freuen wird.

Einrichten

Der Player ist schnell angeschaltet und zeigt nach ein paar Sekunden das Hauptmenü. Hier stellen wir zunächst unser WLAN unter dem Punkt Setup ein. Das geht sehr einfach, denn das System scannt alle Netzwerke und zeigt sie an. Nun muss nur das richtige WLAN ausgewählt und das Passwort eingegeben werden. Die Möglichkeit sich per WPS anzumelden, ist ebenfalls vorhanden. Übrigens können wir den Player auch ohne Fernseher nutzen. Wird etwa eine Audio-CD eingeschoben, erkennt sie das Gerät automatisch und gibt sie wie ein CD-Player wieder.

Der WALN-Stick macht das Einbinden des ins kabellose Netzwerk zum Kinderspiel

Der WALN-Stick macht das Einbinden des ins kabellose Netzwerk zum Kinderspiel

Apps

Auf dem BD32 sind einige interessante Apps installiert, doch leider merken wir der Auswahl schnell an, dass sie nicht für den deutschen Verbraucher getroffen wurde. So ist etwa die kostenfreie Musikstreaming-App Pandora installiert, die in Deutschland nicht funktioniert. Bei Vudu HD Movies sieht es nicht anders aus und auch Cinema Now bekommen wir in Europa nicht zum Laufen. Aber es gibt die App der Berliner Philharmoniker auf dem BD32, was gerade Klassikfreunde freuen wird. Allerdings ist hier die Anmeldung etwas umständlich – ohne Computer mit Internetzugang geht es nicht. Auch Rhapsody ist an Bord. Dieser Musikstreamingdienst kostet nur wenige Euro im Monat und kann wenigstens in Deutschland genutzt werden. Alle Netflix-User wird es freuen, dass die App auf dem Player installiert ist und problemlos arbeitet. Auch Youtube-Videos laufen dank der Youtube App über den Fernseher. Wir haben damit in ein paar Konzerte des guten alten J. S. Bach hineingehört und stellten fest, dass der Klang über den BD32 hervorragend ist. Bei gutem Videomaterial lässt sich also auch Youtube als Online-Musikarchiv mit dem Multi-Player nutzen.

Sound

Den Sound aus dem Internet konnten wir schon genießen, doch wie sieht es mit Klang vom Datenträger aus? Wir legen den letzten Star Wars Film „Das Erwachen der Macht“ in den Player. Auffällig ist hier, das er, bis auf ein kurzes Knacken beim Hochfahren des Gerätes und Wechseln der Datenträger,so gut wie geräuschlos arbeitet. Hier rumpelt und surrt keine Disc und stört damit den Hörgenuss. Aber zurück zum Film. Die Spezialeffekte von den Weltraumkämpfen gepaart mit der Filmmusik des 5-fachen Oscargewinners John Williams bieten dem Ohr eine perfekte Klangkulisse. Der BD32 MKII meistert seine Sache perfekt. Der Sound ist ausdifferenziert bis in die feinste Nuance. Spielerisch präsentiert er sein Können, selbst bei kaum wahrnehmbaren Nebengeräuschen. Wir haben den Multiplayer zwar nur an ein Stereosystem angeschlossen, aber auch damit wird eine Räumlichkeit gezaubert, die wirklich beeindruckt. Sicher liegt das an der Abmischung des Tons der Blu-ray aber auch an der hochwertigen Schaltung im Player. Sie reduziert Störgeräusche und Verzerrungen auf ein Minimum und bringt den Sound so zu Gehör, wie er vorliegt.

Jetzt greifen wir zu einer hochauflösenden SACD und was hören wir? Nichts! Ein Systemfehler? Wir probieren hin und her, bis uns die Bedienungsanleitung aufklärt. Aus rechtlichen Gründen werden SACDs nicht über optische oder coaxiale Verbindungen ausgegeben, was das hochauflösende Musikformat fast ad absurdum führt. Doch über HDMI bekommen wir den digitalen Sound. Und der macht wieder Spaß. Der Musiksammlung auf unserem Server können wir ebenfalls in durchweg hoher Qualität lauschen. Der BD32 beherrscht dazu alle bekannten Codecs, angefangen bei MP3 und MP4 bis hin zu Flac und WAV und natürlich auch alle gängigen Audioformate inklusive: DSD, Dolby True HD und DTS Master Audio. Der Digital-Audio-Wandler im Gerät, ein Crystal DSD DAC, arbeitet übrigens mit einer Auflösung von 24 bit bei 192 kHz. Wir stellen also beglückt fest: Als Audiogerät kann der Multiplayer ohne Probleme selbst hochwertige Einzelgeräte ersetzen. Es funktioniert also: Einer für Alle.

Bild

Der Primare BD32 MK II macht auch hier keine Kompromisse. Videosignalverzerrungen sind dank der eigens entwickelten linearen Stromversorgung auf ein Minimum reduziert. Sprich, er zaubert den Film genauso auf den Bildschirm, wie er auf der Blu-ray oder DVD vorliegt. Auch verschlimmbessern keine nervigen Bildtools den Film, dafür beherrscht er 4K-Upscaling. Wer also einen UHD-Fernseher zu Hause stehen hat, kann beruhigt zugreifen. Und selbst das Ansehen von 3D-Filmen ist mit ihm möglich. Außerdem fielen uns die schnellen Ladezeiten auf. In wenigen Augenblicken beginnt die Disc, quasi lautlos zu rotieren und bringt das Video auf den Bildschirm. So macht Heimkino Spaß. Auch wer lieber auf Netflix seine Filme ansieht, kann sicher gehen, mit dem Primare BD32 MKII das Maximum an Bild- und Klangqualität aus dem Stream zu holen.

weitere Infos unter: www.primare.net

Primare BD32 MKII: Extraklasse für Auge und Ohr
Wiedergabequalität96%
Ausstattung/Verarbeitung98%
Benutzerfreundlichkeit95%
Preis/Leistung89%
95%Gesamtwertung
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