Opulenten Musikgenuss auf kleinem Raum versprechen die 13.2 Advanced Line von Inklang. Dank feinster Bauteile sollen sie dem HiFi-Freund ein luftiges Klangbild ins Wohnzimmer zaubern. Wir haben nachgehört.

Trotz ihres jungen Alters hat sich die Lautsprecher-Manufaktur Inklang bereits einen Namen auf dem HiFi-Markt gemacht. Das erst 2013 gegründete Hamburger Unternehmen konnte uns schon mit einigen Modellen von seiner Handwerkskunst überzeugen. Wir stürzen uns daher ohne lange Vorrede in den Test und lauschen, was die 13.2 Advanced Line so unter der Haube haben.

So sieht’s aus

Schon beim Herausnehmen aus dem Karton fällt die angenehme Haptik der Inklang auf. Die Hand streicht über eine seidenglatte Oberfläche. Die Ecken und Kanten sind abgerundet, was nicht nur beim Berühren Freude macht, sondern vor allem dem Klang zu Gute kommt. Außerdem sorgt es für eine moderne Optik. Auch die Metallplatte in der Rückseite passt sich ideal ins Gehäuse ein, da stört keine Kante. Mit ihren elf Kilogramm (kg) Gewicht versprechen die Inklang 13.2 einen sicheren Stand, ohne eine allzu große Herausforderung für das Regal zu sein. Als Anschlüsse haben die 2-Wege-Bassreflex-Boxen ein vergoldetes Bi-Amping-Anschlussterminal mit HQ-Brücke. Hoch- und Mitteltieftöner können also bei Bedarf getrennt mit den Signalen des Verstärkers angesteuert werden. Die Front präsentiert sich aufgeräumt. Der schmale Ausgang des Bassreflexkanals liegt direkt unter dem Hochtöner. Der Mitteltieftöner kann mit einer Hexagon Designabdeckung geschützt werden, die per Magnet haftet. Insgesamt ist das Erscheinungsbild unseres anthrazitfarbenen Modells technisch, strukturiert und mit klarer Linie. In anderen Farbtönen kann dieser Eindruck aber anders sein. Immerhin sind die Kompaktlautsprecher in elf Farben erhältlich. Eine Besonderheit des 13.2 Advanced Line fiel uns direkt beim Aufstellen ins Auge. Die Füße sind hier keine einfachen Spikes, die sich unweigerlich in jede Unterlage bohren, sondern Rändel-Spikes. Sie verbinden den Vorteil von flachen Füßen mit den Entkopplungseigenschaften von klassischen Spikes. Schon anhand dieser Kleinigkeit merken wir, wie gut die Hamburger an ihre Kunden denken und deren Wünsche vorwegnehmen können. Der Mitteltieftöner misst 15 Zentimeter und kann auf ein Volumen von gut neun Litern zurückgreifen. In Kombination mit dem großen Bassreflexrohr, sollte der Kompaktlautsprecher die Bässe druckvoll präsentieren können. Inklang gibt übrigens einen Frequenzgang mit 45 Hz bis 25 kHz für seine Regallautsprecher an. Der 29-Millimeter-Hochtöner übernimmt ab 2,6 kHz die Tonausgabe. Maximal kommt der 13.2 Advanced Line auf eine Musikbelastung von 150 Watt. Inklang empfiehlt eine Verstärkerleistung ab 30 Watt. Die Impedanz liegt nominal bei acht Ohm. 

Inklang spendiert seinen Lautsprechern ein qualitativ hochwertiges Bi-Wiring-Terminal

Inklang spendiert seinen Lautsprechern ein qualitativ hochwertiges Bi-Wiring-Terminal

Zurückhaltend

Doch genug der technischen Daten, denn die sagen nichts über den Klang. Also Verstärker eingeschaltet und Ennio Morricones „Most Famous Hits“ in den CD-Player geschoben. Immerhin hat der Großmeister der Filmmusik in diesem Jahr seinen ersten Musik-Oscar bekommen und das im stolzen Alter von 88 Jahren. Die CD springt an und das wohl bekannteste Westernthema der Welt ertönt: „The Man With The Harmonica“. Doch was ist das? Irgendwie haben wir das Gefühl, dass die Inklang schüchtern sind. Sie halten die Töne zurück, als ob sie nicht zeigen wollen, was sie können. Auf einigen Gesichtern im Testraum macht sich schon Enttäuschung breit. Kein Problem, wir drehen den Lautstärkeregler ein wenig hoch und jetzt entfalten sie ihre Kraft. Sie treten selbstbewusst in die erste Reihe. Langsam schwebt die Mundharmonika heran, die Bläser steigern sich, und als die verzerrte E-Gitarre ertönt, passiert etwas Merkwürdiges, vielmehr es passiert nicht. Doch dazu gleich. Absolut deutlich setzten sich die Instrumente voneinander ab. Praktisch jede einzelne Geige der Streichersektion ist zu hören. Da ist es selbstverständlich, dass auch die Räumlichkeit präzise bis ins Detail ist. Das Ohr kann wirklich jeden Klang im akustischen Raum orten bis in die hinterste Ecke der Konzerthalle. Als nächstes Stück suchen wir uns das Thema von „The Good, The Bad And The Ugly“ aus. Hier trommeln in der Ferne die Indianer, die Celli und Kontrabässe zementieren sich im Raum und die Fanfaren rufen uns zur Schlacht. Plastischer geht es wohl kaum. Genau so kenne ich dieses Stück, schließlich saß ich bereits im zarten Alter von neun Jahren vor dem Plattenspieler und hörte die LP meiner Eltern „Greatest Western Hits“ rauf und runter. Bei den Titeln „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Zwei glorreiche Halunken“ liefen mir größere und kleinere Schauer über die Schultern und kribbelnd bildete sich Gänsehaut. Aber beim Hören über die Inklang stellt sich dieses Gefühl nur langsam ein. Etwas zu seziert servieren die 13.2 Advanced Line die Melodien. Jeder Ton wird einzeln durch die Luft getragen, statt einer Klangwolke gibt es glasklare Durchhörbarkeit.

Eine Design-Lautsprecherabdeckung mit Magnethalterung schützt den Treiber

Eine Design-Lautsprecherabdeckung mit Magnethalterung schützt den Treiber

Bass angenehm voll

Platz 59 der „100 Greatest Japanese Rock Albums of All Time“ des japanischen Rolling Stones Magazins belegt das Album „Future Listening“ von Towa Tei. Sehr tanzbar und von der Bass-Drum bis hin zum piepsigen Synthi klanglich sehr ausgewogen. Ein echtes Schmankerl für die Inklang. Sie präsentieren das Bassfundament in angenehmer Fülle, ohne es damit zu übertreiben. Sehr erfreulich für Kompaktlautsprecher, die ja gerade in den tiefen Frequenzen oft Schwierigkeiten haben. Die Höhen und Mitten tendieren einen Hauch zur Überbetonung, was aber keinesfalls nervig wirkt. Eher wird hierdurch wieder die exakte Trennung jedes einzelnen Sounds und Instruments ermöglicht. Die 13.2 Advcanced Line liefern kein Tongemisch ab, sondern präsentieren die Musik in einer detaillierten, äußerst feinen Textur; raumfüllend und technisch brillant inszeniert bis zum letzten Samples-Schnipsel. Das ist das Genre, das den 13.2ern bestens zu Gesicht steht! Design und Klang in Harmonie. Selten kann gesagt werden, dass ein Lautsprecher genauso klingt, wie er aussieht. Die 13.2 Advanced Line präsentieren sich technisch kühl und sehr klar. Genauso klingt in unseren Ohren ihr Sound. Sie nehmen das Signal und wandeln jede Frequenz präzise in Schallwellen um. So ermöglichen sie dem Hörer, wirklich die feinsten Nuancen wahrzunehmen. Da wird nichts beschönigt oder gar verwoben. Patzer beim Abmischen der Musik offenbart der Inklang 13.2 ohne Kompromisse. Eine technische Glanzleistung, die von hoher Ingenieurskunst zeugt. Dem einen mundet ein Gericht nur dann, wenn er jedes einzelne Aroma herausschmecken kann, ein anderer will das Rundum-Geschmackserlebnis, in dem die Teile zu einem Ganzen verschmelzen. Klanglich entscheiden Sie, einen Test sind die 13.2 allemal wert.

Durch den Vorführraum hat man Einblick in die gutsortierte Werkstatt

Durch den Vorführraum hat man Einblick in die gutsortierte Werkstatt

Inhaber Thomas Carstensen erklärt uns die Hintergründe von Inklang

Inhaber Thomas Carstensen erklärt uns die Hintergründe von Inklang

Fazit

Mit der 13.2 Advanced Line sind Inklang mehr als überzeugende Regal- Lautsprecher gelungen. Um ihre Klangkraft vollends zu präsentieren, braucht sie zwar eine gewisse Grundlautstärke, das ist allerdings kein Beinbruch. Beim Sound sind die Kompakten über jeden Zweifel erhaben, wobei dem ein oder anderen das seziert wirkende Klangbild vielleicht nicht so behagt.

Weitere Infos unter: www.inklang.de

Ein neuer Inklang-Lautsprecher liegt fast fertig zur Auslieferung bereit

Ein neuer Inklang-Lautsprecher liegt fast fertig zur Auslieferung bereit

Die Rändel-Spikes gibt es in zwei Ausführungen – in Schwarz und in Weiß

Die Rändel-Spikes gibt es in zwei Ausführungen – in Schwarz und in Weiß

 

Inklang 13.2 Advanced Line: Die Sezierer
Wiedergabequalität85%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit78%
Preis/Leistung83%
84%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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