Inklang 10.2 AdvancedLine: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie man sich in Zukunft Lautsprecher kaufen wird? Durch unseren Test der 10.2 AdvancedLine von Inklang sind wir auf die Antwort gestoßen.

Inklang ist eine recht junge Firma, ein Art Audio-Startup, das es mit innovativen Mitteln versteht, den Platzhirschen der Branche gehörig Angst einzujagen. Der Einfallsreichtum des Hamburger Herstellers offenbart sich besonders im Inklang Konfigurator: Inspiriert von der Produktionsmethodik der Automibilindustrie, kann der Kunde seinen Lautsprecher nach seinen Wünschen online zusammenstellen, die Produktion beginnt erst nachdem er die Bestellung abgesendet hat (siehe Kasten).

Unser Testmodell, die 10.2 AdvancedLine fand in einer etwas aufgemotzen Ausführung den Weg in unsere heiligen Hallen. Lackiert ist sie in der attraktiven Inklang-Akzentfarbe Petrol (19,95 Aufschlag), einem ins Blau tendierenden Türkis, das in Natura viel freundlicher strahlt als auf dem Vorschaubild im Internet. Am meisten freuten wir uns über die eingebaute Referenz-Frequenzweiche unseres Testkandidaten, die mit hochwertigen Materialien für optimale Klang-Erlebnisse sorgen soll. Vibrationsfreie Spulen, niedrige Vorwiderstände, Supreme-Folienkondensatoren und -widerstände – alles auf höchstem Niveau. Übrigens kommt der Name AdvancedLine nicht von ungefähr, denn tatsächlich wurden alle Modelle der Reihe bis ins kleinste Detail durchdacht. So ist die Frequenzweiche in einer eigenen Kammer luftdicht untergebracht, das Gehäuse mit Schwerfolie ausgekleidet und mit strömungsoptimierten Gehäuseverstrebungen und Bassreflexkanälen ausgestattet. Das alles hat natürlich seinen Preis. Der Online-Shop zeigt für unser Testmodell in dieser Konfiguration einen Paarpreis von 2007,70 Euro an. In der Grundausstattung kosten die 10.2 AdvancedLine 1798 Euro.

Edel, aufgeräumt und stylisch wirkt auch die Rückseite mit dem hochwertigen Bi-Wiring-Terminal. Die Brücke zwischen den beiden Anschlusspaaren lässt sich ohne Werkzeug abschrauben

Was auf den Bildern nicht auffällt: Die 10.2 AdvancedLine ist mit 33,4 Zentimetern (cm) Höhe, 14,2 cm Breite und 28,9 cm Tiefe ziemlich klein. Klein aber sexy! Mit den stylischen abgerundeten Ecken und abgeflachten Kanten bekommt der Lautsprecher von uns eine glatte 10.0 in der B-Note. Eine Besonderheit ist die Anordnung der Wandler, bei der der Tieftöner oben und der Hochtöner unten verbaut wurde. Eine längliche Bassreflexöffnung befindet sich zuunterst an der Vorderseite, was die Box für eine Aufstellung im Regal oder Sideboard prädestiniert, da ungünstige Wellenüberlagerungen durch Rückwandreflexionen minimiert werden.

Auf der Rückseite finden wir ein hochwertiges Bi-Wiring-Terminal. Eine Brücke verbindet standardmäßig die beiden Anschlusspaare miteinander, kann aber einfach und ohne Werkzeug entfernt werden.

Bevor es losgeht, müssen Rändel-Standfüße in den Boden eingeschraubt werden. Die haben den Vorteil, dass sich die Lautsprecher im Stand bequem und ohne Werkzeug justieren lassen. Übrigens stehen die 10.2 AdvanceLine aufgrund ihres überraschend hohen Gewichtes von knapp 9 Kilogramm je Lautsprecher sehr sicher. Für 359 Euro Aufpreis kann übrigens ein passender Design-Standfuß geordert werden.

Die hochwertigen Referenz-Frequenzweichen von Mundorf gibt es für einen Aufschlag von 84,90 Euro. Hochwertige Bauteile versprechen besten Klang

Sound

Der erste Höreindruck ist durchweg positiv, die 10.2 AdvancedLine weiß sogar zu überraschen. Denn was aus diesen schuhkartongroßen Kisten kommt, ist aller Achtung wert. Selbst hinter größeren Lautsprechern müssen sie sich nicht verstecken. Allerdings können sie die Physik nicht überlisten, und so ist der Bass zwar gut durchhörbar, fällt aber in den tiefsten Frequenzen etwas ab. Abraham Laboriel, einer der berühmtesten E-Bassisten der USA, setzt sein Instrument im Song „Knock Out!“ virtuos als Solo-Instrument ein. Es klingt dabei durchweg druckvoll, impulsiv und ganz und gar nach E-Bass. Da stört es kaum, dass das Fundament nicht aus dem tiefsten Keller kommt. Dreht man die Lautstärke zu weit auf, kann es zu Nebengeräuschen und Verzerrungen im Bassbereich, kommen weswegen man es nicht übertreiben sollte. Am besten klingen die Lautsprecher irgendwo im Bereich zwischen „fast laut“ und „laut“, wobei man sich nur behutsam an „sehr laut“ herantasten sollte. Aufgrund der geringen Größe eignen sich die 10.2 AdvancedLine als alleinige Vollbereichslautsprecher für kleine bis mittlere Räume bis zu 20 Quadratmetern, bei größeren Räumen sollte ein Subwoofer zur Unterstützung hinzugezogen werden. Begeistert haben uns die linearen Mitten, die im Gegensatz zum Tiefbass sehr kräftig daherkommen. Rockige Gitarren, wie im Klassiker „November Rain“ von Guns N’ Roses, klingen dadurch knackig, griffig und dennoch rund. Wie übrigens auch Sänger Axel Roses spezielle Stimme, deren guäkendes Timbre stets unter Kontrolle gehalten wird. Von der sauberen Mittenwiedergabe überzeugte uns außerdem das von Rose gespielte Piano, das an Natürlichkeit kaum zu überbieten ist. Die Höhen – in den Song erzeugt durch Hihat, Becken und Schellenring – klingen natürlich und nicht übermäßig spitz. Dasselbe gilt für die hin und wieder erklingende stahlbesaitete Akustikgitarre.

Da Dynamik- und Lokalisationsfähigkeit an glattkomprimierter Popmusik weniger gut nachvollziehbar sind, nehmen wir uns als nächstes ein klassisches Stück zur Brust. Die Wahl fällt auf eine Aufnahme des Fliegenden Holländers von Richard Wagner. Hier lassen sich die Blechbläser trotz ihrer hohen Lautstärke ganz hinten im Orchestergraben verorten, während sich die Holzbläser eindeutig davor abzeichnen. Auch die Tiefenstafflung klappt also vorzüglich, was wohl unter anderem an der hochwertigen Frequenzweiche liegt, die unser Testgerät beinhaltet. Bei diesem Stück wird zudem deutlich, dass die 10.2 AdvancedLine für einen Kompaktlautsprecher enorm dynamisch aufspielt, will heißen, dass sie Forte- und Piano-Passagen mit der möglichen Effizienz aber auch aller nötigen Zurückhaltung wiedergibt.

Unsere Boxen haben Standfüße. Gegen 19,95 Euro Aufschlag kann man stattdessen Rändel-Spikes bestellen. Bei diesen ist die Standfläche kleiner und die Entkopplung vom Boden größer

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die 10.2 AdvancedLine trotz ihrer geringen Abmessungen in kleinen bis mittleren Räumen als alleiniger Lautsprecher zum Musikhören eignet. Allein schon wegen des einmaligen Online-Konfigurators, mit dem der Kunde das Äußere und das Innenleben nach seinen Vorstellungen gestalten kann, lohnt sich ein Blick auf die Inklang-Homepage. Als Vorreiter nutzt Inklang konsequent die Vorteile des Internets um die Kundenfreundlichkeit auf ein bisher unerreichtes Niveau zu heben. Wir sind uns ziemlich sicher, dass dies die Zukunft des Lautsprecherbaus und -kaufs ist.

weitere Infos unter: www.inklang.de

Inklang 10.2 AdvancedLine: Die Zukunft des Lautsprecherbaus
Wiedergabequalität91%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis/Leistung91%
Vorteile
  • tolles Design
  • Dynamikumfang
Nachteile
  • wenig Tiefbass
91%Gesamtwertung
Leserwertung: (6 Votes)
52%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*