Bang & Olufsen BeoSound35: Bang & Olufsen sind bekannt für authentische Designsprache und einen hohen technischen Anspruch. Mit dem BeoSound 35 haben sie nun ein Universalgerät auf den Markt gebracht, dass eben diesen Maximen gerecht zu werden hofft.

In Struer, einer idyllischen Kleinstadt im Westen Dänemarks, entwickelt man seit dem Jahr 1925 anspruchsvolle Unterhaltungselektronik. Zwei junge Ingenieure gründeten damals den Konzern, der rasch zum größten Arbeitgeber der Region heranwachsen sollte. Dabei waren Peter Bang und Svend Olufsen zwar bereits sehr ambitioniert und voller innovativer Ideen, jedoch auch einem eventuellen Scheitern des Unternehmens gewahr. Dementsprechend wurde das Firmengebäude so konzipiert, dass es im Falle einer Insolvenz als Schule weiterbetrieben werden konnte. Allerdings blieb dieser Fall eine bloße Eventualität. Denn zweifelsohne entwickelte sich Bang & Olufsen zu einem äußerst namhaften Betrieb. Innovative technische Konzepte und eine sehr individuelle Designsprache verliehen der Manufaktur schon bald einen respektablen Ruf. Auch heute assoziiert man B&O-Produkte mit ausgefallener Optik und einem signifikanten technischen Mehrwert. Man denke an in die in Wände integrierbaren Lautsprecher BeoLab 15 & 16, das intelligente 360° Stand-Alone Lautsprechersystem BeoLab 90 oder TV-Geräte, welche mit motorisierten Ständern aufwarten können. Ob in Sachen Sound, Bild oder dem noch recht jungen Zweig des Smart Home – Bang & Olufsen ist seit jeher ein Garant für hohe Qualität und ansprechendes Design. Jedoch ließ die Öffentlichkeitsabteilung vor Kurzem verlauten, dass man die Fertigung von Fernsehgeräten nächstes Jahr auf Eis legen werde. Allerdings werde sich der südkoreanische Betrieb LG Electronics der Weiterführung dieser Produkte widmen. Dies wiederum erlaubt den Dänen, Kreativität und Fertigkeiten vermehrt auf die übrigen Disziplinen zu konzentrieren. So nahm man sich nun einer der aktuell beliebtesten Genres der HiFi-Branche an – dem Wireless-Speaker.

Die Lautstärke lässt ganz intuitiv einstellen und regiert perfekt auf die Touchsteuerung. Das Display ist sehr gut ablesbar

Eindeutig: B&O

Mit dem BeoSound 35 gebar B&O vor wenigen Monaten ein Allround-System, welches auf den ersten Blick seine Herkunft verrät. An dieser Stelle ist es eine Erwähnung wert, dass die optisch authentische Formsprache der verschiedenen B&O-Produkte gar nicht den Federn hausinterner Designer entspringt. So wurde beispielsweise der BeoSound 35 vom dänischen Designer Torsten Valeur entworfen. Die futuristisch anmutende fünfeckige Gehäusekonstruktion aus Aluminium fußt auf einem elegant geschwungenen Sockel. Zentriert in die vorderseitige Textilabdeckung eingebettet befindet sich die sehr reduziert gehaltene Steuereinheit unter dem Display. Die Abdeckung ist mithilfe einer simplen Steckvorrichtung am Gehäuse fixiert. Nimmt man sie ab, erblickt man die durchaus spannende Anordnung der einzelnen Treiberkomponenten.

Mit der Alarm-Einstellung lassen sich individuelle Weckfunktionen einstellen

Die beiden 1,9 Zentimeter kleinen Hochtöner mit einer entgegengesetzten Neigung von 30 Grad an den äußeren Enden des Gehäuses montiert. Bang & Olufsen garantiert damit ein breites Stereo-Panorama auch außerhalb des „Sweet Spot“. Links und rechts neben dem Display findet man die Tieftontreiber mit einem Durchmesser von 10 Zentimeter. An der Rückseite des BeoSound 35 verstecken sich hinter einem abnehmbaren Verdeck Anschlüsse für eine optische oder analoge Kopplung mit einem Abspielgerät sowie eine Buchse für ein Ethernet-Kabel. Allerdings besteht der funktionale Fokus des Geräts in der kabellosen Anwendung. Daher sind Streaming-Dienste wie Spotify Connect und Deezer, Online-Radio TuneIn, Apples AirPlay und natürlich Bluetooth 4.0 bereits im System integriert. Diese lassen sich, wie auch die mögliche Unterbringung in einem Multiroom-System, bequem über die B&O-App konfigurieren. Selbstverständlich kann das Audiosystem über WiFi auch auf heimische Netzwerkspeicher zugreifen. Dabei vermag das Gerät neben komprimierten Dateiformaten, wie MP3 oder WMA, auch hochauflösende Formate, wie unter anderem WAV, FLAC oder AIFF, wiederzugeben.

Die wenigen Anschlussbuchsen lassen sich alternativ hinter einer Abdeckung verstecken

Kurzerhand eingerichtet

Je nach Vorliebe und Praktikabilität kann der BeoSound 35 nicht nur auf dem bereits erwähnten Fuß freistehend, sondern auch an der Wand montiert werden. Dies macht in Sachen Stil natürlich einiges her, jedoch empfiehlt sich für klangliche Bestleistung die stehende Variante. Bang & Olufsen empfiehlt hierbei einen Abstand zur Wand von mindestens 15 Zentimeter. Je nachdem, für welche Art der Platzierung sich der Nutzer entscheidet, besteht die Möglichkeit, in der App Klangeinstellungen entsprechend anzupassen. Ist das Gerät erst einmal positioniert, geht die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk einwandfrei von statten. Das Gerät eröffnet einen eigenen WLAN-Hotspot, in welchen man sich einloggt, um dort die notwendigen Zugangsdaten des eigenen Netzwerks einzuspeisen. Nun bestehen freie Quellenauswahl und die Möglichkeit zur Anwendung zahlreicher kleiner Features. Neben Lautstärke und Eingangssensibilität lassen sich beispielsweise Wecker stellen, welche mit spezifischer Quelle und Lautstärke versehen werden können. Wer abends gerne bei einem Hörbuch einschläft, aber das Gerät ungern die ganze Nacht hindurch laufen lassen möchte, kann umgekehrt einen Sleep-Timer einstellen, sodass sich der BeoSound 35 nach einer bestimmten Zeit in den Ruhezustand versetzt. Ebenfalls interessant, allerdings eher für technikaffine Nutzer relevant: Es lassen sich manuelle Pufferzeiten einstellen, welche den zeitlichen Vorlauf steuern, der beispielsweise beim Radiohören in den Zwischenspeicher geladen wird. Jedoch macht man nichts verkehrt, überlässt man dies dem Gerät.

So sieht’s beim BeoSound35 hinter den Kulissen aus.
An den Enden zu sehen: die eingewinkelten Kalotten

Klanglicher Mehrwert? Absolut!

Wir wollen uns dem wesentlichen Teil des Tests widmen und den BeoSound 35 in Aktion erleben. Zu Beginn werden die unterschiedlichen Aspekte bei Verwendung der TuneIn-Funktion untersucht. Hier lassen sich abertausende verschiedener Sender durchstöbern. Nach Genre oder Region sortiert. Aus den Favoriten lässt sich eine Liste zusammenstellen, sodass man sich sowohl in der App, als auch direkt am Gerät durch die liebsten Stationen schalten kann. Schon hier tritt auch die Musikalität des Geräts zutage. Wir wechseln zu AirPlay und unterziehen die Lautsprecher sogleich einer echten Herausforderung. Robert Marinis Interpretation der Symphonischen Fantasie und Fuge in d-moll op. 57, die sogenannte „Infernofantasie“ ertönt aus dem Kabinett. Und wie! Bei der Fülle an Registern neigt man fast dazu, dezente Zweifel an der Leistungsfähigkeit der kleinen Treiber zu hegen. Allerdings zu Unrecht. Sehr fein und emanzipiert erklingen einzelne Frequenzbänder, nur in den oberen Mitten geht ein wenig Brillanz verloren, dies sei aber in Anbetracht der verbauten Komponenten absolut zu entschuldigen. Beeindruckend ist auch der überraschend hohe Schalldruck, den das Gerät zu stemmen weiß. Völlig ausreichend ist ein Klanggewalt bei circa 75 Prozent des Volumenpegels. Alles darüber ist wahrlich nur bei Verwendung in größeren Hallen zu empfehlen, möchte man bleibende Schädigungen des Gehörs vermeiden. Klanglich lassen sich bei hoher Lautstärke keine Einbuße verzeichnen. Nichts zerrt, klirrt oder kreischt. Dies wäre bei einem knapp 2 300 Euro Produkt von B&O allerdings auch nur schwerlich akzeptabel. Im Feldtest erweist sich auch die Anordnung der Hochtöner als überaus sinnvoll. Sicherlich gestaltet das Audiosystem nicht die präziseste räumliche Anordnung. Jedoch verteilt sich der Klang so gleichmäßig, dass sich kaum Veränderungen vernehmen lassen, bewegt man sich im Raum umher.

So sieht’s beim BeoSound35 hinter den Kulissen aus.
An den Enden zu sehen: die eingewinkelten Kalotten

weitere Infos unter: www.bang-olufsen.com

Bang & Olufsen BeoSound35: Ein universeller Geniestreich
Wiedergabequalität88%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit89%
Preis/Leistung87%
Vorteile
  • klanglich sehr gut
  • Bedienung komplex und dennoch einfach
Nachteile
  • App läuft noch etwas holprig
89%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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