Omnes Audio Monitor Nr. 4 Royal: Im Netz mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, kamen die kleinen Boxen von Blue Planet Acoustic nicht um einen ausgiebigen Testdurchlauf in unserem Klanglabor herum.

Blue Planet Acoustic oder kurz bpa ist noch ein recht junges Unternehmen. Gegründet wurde es im Jahr 2003. Die Frankfurter haben sich den Im-/Export, die Produktion sowie die Entwicklung und den Vertrieb von Lautsprechern zur Aufgabe gemacht. Mit der Marke Omnes Audio etabliert sich bpa seit kurzem unter anderem im HiFi-Eigenbau. Allerdings erreichte uns das Paar fabrikneuer Lautsprecher im schicken titanfarbenen Gehäuse bereits komplett fertiggestellt. Mit Abmessungen von 16,2 × 23 × 20 cm ist die Box recht klein. In Verbindung mit der hellen Papiermembran und dem kupferfarbenen Aluminium-Phase Plug gefallen die Royals schön äußerlich. Hochwertige Terminals auf der Rückseite runden das Bild ab.

Das Bassreflexrohr ist zum Hörer hin geöffnet – ein Vorteil bei wandnaher Positionierung oder im Regal. Als Treiber über den gesamten Frequenzbereich fiel die Wahl auf das Breitbandmodul WA-1879 von Tang Band. Die Membran besteht aus bambusverstärktem Holzverbundstoff oder einfacher ausgedrückt Papier. Dem Chassis eilt laut Anbieter der Ruf voraus, Höchstleistungen in Klang, Tiefenbass und Dynamik zu liefern. Wir sind gespannt. Breitbandlautsprecher haben gegenüber Mehrwegesystemen den Vorteil, dass die Musik nur aus einer Richtung kommt. Die Abstände der Schallquellen zum Hörer sind identisch. Je nach Position der Box treten nahezu keine Verzögerungen (Laufzeitunterschiede) von Bass- oder Höhenwiedergabe auf. Somit ist die Musik präziser zu orten und klingt oft räumlicher. Allerdings ist die tonale Darstellung problematisch. Um hohe Frequenzen abzustrahlen benötigt man kleine Membrane. Für den Tieftonbereich sind naturgemäß die Membrane mit hohem Durchmesser zuständig. Hier liegt die Kunst darin, vom virtuellen Hochtöner auf das Basschassis übertragene Schwingungen zu minimieren, um negative Effekte für den Klang zu vermeiden.

Kraftzwerg – Das Breitbandmodul WA-1879 von Tang Band liefert gute Arbeit ab

Klangtest

Aufgebaut und angeschlossen an einen Rotel RA-1592 wirken die kleinen Schallwandler in unserem recht großen Hörraum erst etwas verloren. Doch schon die ersten Takte von Lenny Kravitz „Are You Gonna Go My Way“ lassen erahnen, dass Großes in den Boxen steckt. Zackig und munter spielen sie schon beim ersten Hörtest ohne lange Aufwärmphase auf. Dabei offenbart sich eine sehr ausgewogene tonale Abstimmung. Im Klangbild kommen Bässe und Höhen gleichermaßen gut zur Geltung, ohne dass sich irgendeine Tendenz heraushören ließe. Weder stören überspitze Höhen noch versinkt der Sound im Basseinheitsbrei. Jedes Instrument bekommt seinen Platz zugewiesen und behält dabei den ganz eigenen Charakter. Bei mitreißenden Gitarrensoli und staubtrocken einsetzenden Bässen kommt richtig Stimmung auf. Einfach beeindruckend, was hier dargeboten wird. Das macht Lust auf mehr.

Kurzer Szenenwechsel für unsere kleinen Lautsprecher: Alljährlich finden unter der Leitung von Katharina Wagner in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele statt. Aktuell kosten die besten Karten für das Spektakel rund 300 Euro. Auf dem Schwarzmarkt werden hierfür, je nach Kategorie, bis zu 700 Prozent mehr bezahlt. Doch kein Grund, auf Wagner zu verzichten.

Sicher kann die ganz private Aufführung vor der heimischen HiFi-Kette nicht die Atmosphäre der Livedarbietung ersetzen. Dennoch gelingt es den Omnes Audio Monitor Nr.4 Royal, auch klassische Musik absolut authentisch wiederzugeben. Ein Genuss, wie breit gestaffelt zum Beispiel Richard Wagners Overtüre aus dem „Fliegenden Holländer“ erklingt. Auf den Punkt genau wiedergebend und dabei angenehm unaufgeregt lassen sich die Boxen-Zwerge nicht aus der Ruhe bringen.

Die Rückseite der Monitor Nr. 4 Royal im königlichen Titan von Omnes Audio

Im heutigen Review sollen auch Freunde des gepflegten Jazz auf ihre Kosten kommen. Die Wahl fällt auf Diane Krall. In „Cry Me A River“ aus dem im Jahr 2001 erschienenen Album „The Look Of Love“ swingt die in New York lebende Kanadierin mit gewohnt samtrauchiger Stimme. Leichte Besen und involvierende Bässe begleiten die Sängerin ohne das Geschehen zu dominieren. Gut kontrolliert geht es zur Sache. Erst ab höheren Pegeln weit jenseits der Zimmerlautstärke und der Erweiterung des Hörraums offenbart unser Testkandidat, dass auch er die Physik nicht außer Kraft setzen kann. Für solche Disziplinen ist die Royal schon aufgrund ihrer Größe und Bauart nicht konzipiert.

Für jene, die gern selbst zum Lötkolben greifen, bietet Blue Planet Acoustic seine Lautsprecher als Bausatz an. Das schont den Geldbeutel und ermöglicht es dem Enthusiasten, individuelle Anpassungen vorzunehmen.

weitere Infos unter: www.blueplanetacoustic.com

Omnes Audio Monitor Nr. 4 Royal: Klein und Groß
Wiedergabequalität81%
Ausstattung/Verarbeitung78%
Benutzerfreundlichkeit79%
Preis/Leistung77%
79%Gesamtwertung
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