Raumfeld Sounddeck True Wireless High Fidelity: Parallel zur steigenden Popularität von Soundbars, steigt auch die Anzahl neuer technischer und optischer Innovationen in diesem Feld. Auch Raumfeld, die Multiroom-Marke von Teufel, schickt ein ganz besonderes Sounddeck ins Rennen. 

Ins Leben gerufen wurde Raumfeld 2007 von den zwei audiophilen Klang-Enthusiasten Michael Hirsch und Stephan Schulz. Finanziert wurde die Entwicklung der patentierten Raumfeld Software Technologie mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung. 2010 wurde das Berliner Start-up in das Teufel-Unternehmen integriert. Seinen Idealen von möglichst verlustlosem, hervorragendem Klang in Verbindung mit zahlreichen Vernetzungskonzepten und Nutzung der Vielfalt des Internets, bleibt Raumfeld weiterhin treu. Keine Lust auf Kabelsalat im Wohnzimmer und wenig Platz für eine großzügige 5.1 Anlage? Hersteller lösen diese Probleme ihrer Kunden mit der Produktion von Soundbars. Diese sollen den Klang von Flachbildschirmen, denen der nötige Platz für tolle Treiber fehlt, aufwerten und nebenbei noch als Musikanlage dienen. Soundbars vereinen mehrere Lautsprecher für unterschiedliche Frequenzbereiche, welche unterschiedlich angesteuert werden und so virtuellen Surroundklang erzeugen. Verstärker, sowie Bedienungselemente verschmelzen in einem Gehäuse. Oft sind diese Geräte circa ein Meter lang und haben ein sehr geringes Gehäusevolumen, weswegen der Subwoofer separat geliefert wird. Im Gegensatz dazu sind sogenannte Sounddecks wesentlich größer und tiefer. Hier ist es möglich die Tieftöner, in Form von Downfire-Subwoofern, direkt in das Gerät zu verbauen. Wie bei größeren Soundbars besteht auch die Möglichkeit, Lautsprecher seitlich zu verbauen und den Klang seitlich abzugeben. Wie in den ursprünglichen LCR-Soundbars sind die Lautsprecher meist so verbaut, dass der Klang sowohl Links und Rechts, als auch mittig aus der Soundbar kommt. Teilweise auch noch aus den Seiten des Geräts. Dieser virtuelle Raumklang kann mit dem einer 5.1 oder 7.1 Anlage dennoch nicht ganz mithalten. Es fehlen dazu die aktiven Schallquellen hinter oder neben dem Hörer. Trotz dieser physikalischen Einschränkungen bieten Soundbars bzw. -decks eine multifunktionale, platzsparende Option, wenn man keine große Anlage möchte.

Kaum zu glauben, dass das elegante, elf Zentimeter hohe Sounddeck ein Holzgehäuse hat. Die Standfüße sind mit Anti-Rutsch-Plastik überzogen. So steht der Klangbalken sicher unter dem Fernseher

Ein wahres Sonnendeck

Stolze zwölf Kilogramm wiegt das 73 Zentimeter lange und 41 Zentimeter tiefe Sounddeck und das kommt nicht von ungefähr. Neben einer tollen Inneneinrichtung glänzt das Oberdeck in klarem Design. 2015 bekam Raumfeld für das von schwarzem oder weißem Schleiflack ummantelte, schwere Holzgehäuse sogar den „Reddot Design Award“.  Steuerelemente aus gebürstetem Aluminium und eine schwarze Lautsprecherblende vollenden das elegante Klangdeck. Doch nicht nur schön ist besagtes Konzept. So wurden genau diese Materialien ausgewählt, um klangliche Vibrationen und ungewünschte Resonanzen zu vermeiden. Besonders interessiert uns wie immer der Blick hinter das Stoffgitter. Hier finden wir sechs Breitbandlautsprecher, zwei Tieftöner sowie einen Class-D-Verstärker. Alle sechs Breitband-Chassis bestehen aus beschichteter Zellulose und haben einen Durchmesser von 70 Millimetern. Vier davon wurden auf der Vorderseite, jeweils eher rechts und links, und zwei Lautsprecher an den Seiten verbaut. Auf der Unterseite des Soundecks stoßen wir auf die beiden 130 Millimeter Down-Fire-Subwoofer, deren Arbeit durch die kleinen Füßchen unter dem Gehäuse möglich gemacht wird. Gemeinsam decken Lautsprecher und Tieftöner einen Frequenzbereich zwischen 42 Hertz bis 20 Kilohertz ab. Erreicht werden solche Tiefen durch die Bauweise des Gehäuses nach dem Bassreflexprinzip. Die gleichnamigen Öffnungen auf der Rückseite ermöglichen einen hervorragenden Bass. Etwas Sorgen hingegen macht und das 2-Wege-System des Klangdecks. Weil der gesamte Frequenzbereich linear wiedergegeben wird, kann zwar ein homogeneres Klangbild entstehen und auch ein Erreichen einer Kugelwelle, welche aus einem Punkt entsteht und durch den Raum rollt, aber oft haben solche Systeme Probleme mit der detailreichen Wiedergabe von sowohl hohen als auch tiefen Frequenzlagen.

Wir freuen uns wiederum auf kraftvolle, starke Töne, hervorgerufen durch den 280-Watt-Verstärker. Als maximale Ausgangsleistung für den Satellitenkanal, also die Breitbandchassis, gibt Raumfeld 25 Watt an, dabei bleibt die Sinus-Ausgangsleistung mit jeweils 20 Watt sehr optimistisch. Übrig bleiben 130 Watt für beide Subwoofer bzw. eine Sinus-Dauerton-Leistung von 80 Watt.

Neben den fünf Anschlüssen werden auf der Rückseite noch ein Setup-Knopf, eine Reset- und eine Powertaste, sowie ein Netzkabelanschluss geboten

Interessant ist auch der digitale Signalprozessor mit integrierter Wellenfeld-Technologie, der durch intelligentes Zuspielen der einzelnen Chassis, ein räumliches Klangbild erzeugen soll. Vom Sounddeck aus verbreitet sich der Klang bei dieser Technologie wellenförmig und verhindert durch Gleichmäßigkeit, dass nur ein sogenannter „Sweet Spot“ entsteht. Um das Sofa muss nicht mehr gekämpft werden, denn auch der Sessel abseits vom Raumzentrum bietet ein tolles Hörerlebnis.
Bevor wir uns ungeduldig in Klangmeere stürzen, müssen wir das Sounddeck erst einmal aufbauen und anschließen. Hierzu finden wir auf der Rückseite fünf Anschlussmöglichkeiten. Einen analogen Stereoanschluss, einen optischen Anschluss, einen USB-Anschluss, als Alternative zu WLAN einen Netzwerkanschluss sowie ein HDMI-ARC/CEC Anschluss für den Fernseher. Eigentlich genügend, doch uns reicht nur ein HDMI-Anschluss nicht wirklich. Gerne gesehen hätten wir vier HDMI-Eingänge für BluRay-Player, Spielkonsole, Kabel- bzw. Satellitenanlage sowie einen HDMI-AUX-Eingang, um das Deck als Steuerkonsole zu nutzen. Wir verbinden das Sounddeck mit dem TV und diesen wiederum mit unserem BluRay-Player.

Die Bedienung verläuft über das„Steuerrad“ des Sounddecks, einer Fernbedienung aus geschliffenem Aluminium und Satinplastik -Tasten. Eine wirklich tolle, hochwertige Haptik, die mit guter Funktionalität gekoppelt ist. So lässt sie sich nämlich in zwei unterschiedliche Modi, dem Musik-, oder TV-Modus versetzen. Neben den gewöhnlichen Lautstärke-, Power- und Quellentasten, kann hier im TV-Modus zwischen vier Wellenfeld-Klangmodi – Theater, Stereo, Arena und Voice entschieden werden. Praktisch ist die sogenannte Raumfeldtaste, geziert vom Firmenlogo. Drückt man diese, landet man beim Raumfeld Musik Streaming. Trotz einfacher Bedienung, hätte uns ein Display auf der Vorderseite des Sounddecks gefallen. So ist es oft nicht ganz einfach, Änderungen zielgerichtet vorzunehmen.

Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, über das Sounddeck einige Einstellungen vorzunehmen. Diese sind jedoch simpel gehalten und beschränken sich auf Lautstärkeregelung und An- und Ausschalten.

Raumfeld-App

Kurz vorm Ankerlichten müssen wir uns noch einmal für einen Moment gedulden, denn die Bedienungsanleitung empfiehlt uns, eine Verbindung mit dem hauseigenen WLAN herzustellen. Das geschieht ganz einfach über die Raumfeld App. Schritt für Schritt werden wir durch die Installation geleitet und sind in weniger als zehn Minuten startklar. Nun ist die App nicht nur das Mittel zur Verbindung, sondern verfügt über wirklich gute Funktionen. So finden wir hier einen Equalizer um Höhen, Mitten und Tiefen zu verstellen, verschiedenste Musikdienste wie zu Beispiel TuneIn, eine Multiroom-Funktion und viele mehr.

Zwei Subwoofer verstecken sich auf der Unterseite des Sounddeck. Hier gewährleisten die Standfüßchen, dass sich der Klang ungehindert entfalten kann

Klangdeck

Sanft und entspannend fließt Ian Shaws Stimme an unser Ohr. „How Do You Keep The Music Playing“ wird mit toller Tiefe und Schwung wiedergegeben. Der für Jazz typische gezupfte Kontrabass bietet eine wunderbar klangvolle und facettenreiche Basis für die tolle Stimme des britischen Jazzsängers. Dabei klingt er, aus zwei Downfire-Subwoofern und dem Tieftonbereich der Breitbandtreiber kommend, nicht zu stark und unterstützt den Fluss der Musik. Ebenso überzeugt das Klavier, das besonders in den Höhen kristallklar und trotzdem mit Leichtigkeit daherkommt. In puncto Raumklang haben wir hier wirklich nichts zu sagen, denn wie beschrieben, wird der Raum dank Wellenfeldtechnologie mit Klang regelrecht überspült. Wir ändern die Quelle von der Stereoanlage zur Raumfeld App und entscheiden uns für „Jesus Knows Me“ von Genesis. 1991 veröffentlicht, übt der Hit Kritik an Starallüren und Geldmacherei von TV-Evangelisten und ordnet sich dem Genre Mainstreamrock zu. Aus dem Sounddeck kommend, klingt er zwar gut, aber dennoch nicht perfekt. Zwar werden wir von der Musik mitgerissen und können nicht still sitzen, doch der Bass knallt uns zu sehr. Selbst mit Änderung der Equalizereinstellungen wird das nicht wirklich besser und setzt uns bei größeren Lautstärken etwas zu, denn der maximale Schalldruck beträgt schließlich 102 Dezibel beim Abstand von einem Meter. Abgesehen von dieser Kritik macht das Raumfeldgerät auch bei Rock eine gute Figur und wird viele Hörer mitreißen.

Bis zu diesem Zeitpunkt trat das von uns befürchtete Verzerren der Höhen nicht ein und auch die Detailwiedergabe bereitete uns keine große Unzufriedenheit. Leider erfuhren wir Ersteres beim Abspielen des 2009 erschienenen Film „Sherlock Holmes“. Wie auch schon in den vorherigen Klangproben erreichte uns der Ton sehr dynamisch und mit guten Mitten. Bei Actionszenen und dem schnellen Wechsel zwischen hohen und tiefen Frequenzen kam das Sounddeck nicht immer ganz mit. Das führte zu einem etwas blechernen Klang und dröhnenden Bässen sowie leicht grellen Höhen. Ganz an die Performance des Bach „Magnifikat“ kommt der Klangbalken hier nicht heran. Positiv fällt uns hingegen auf, dass besonders das akustische „Rein- und Rauszoomen“ der Bässe und auch Bassdrops fast kinoreif wirkt, denn schlecht macht das Sounddeck seine Sache nicht.

weitere Infos unter: www.raumfeld.com

Raumfeld Sounddeck True Wireless High Fidelity: Klang Ahoi!
Wiedergabequalität81%
Ausstattung/Verarbeitung79%
Benutzerfreundlichkeit81%
Preis/Leistung79%
Vorteile
  • Downfire-Subwoofer
  • Class-D-Verstärker
  • guter virtueller Surroundklang
Nachteile
  • nur ein HDMI-Anschluss
  • kein Display
80%Gesamtwertung
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