HEOS Homecinema, HEOS 1, HEOS 5, HEOS 7: Mit seiner HEOS-Reihe etablierte Denon ein Multiroom-Musiksystem auf den Markt, das gut klingen soll und auch noch einfach zu vernetzen ist. Wir haben es in Wohnzimmer, Büro, Bad und Kaminzimmer getestet. 

Als Denon im Juli 2014 sein neues Multiroom-Musiksystem mit Namen HEOS vorstellte, klang es zu schön, um wahr zu sein. Angeblich sei es einfach zu installieren, zu bedienen und der Klang würde auch dem anspruchsvollen HiFi-Freund eine Freude machen. Jetzt haben wir das HEOS HomeCinema, HEOS1, HEOS 5 und HEOS 7 – alle in der Version HS2 – endlich in die Hände bekommen. Obwohl wir schon die beiden Letzteren im Test hatten, holen wir wie sie noch einmal mit auf den Prüfstand und wollen wissen, wie sie in der neuen Version und als Multiroom-Einheit arbeiten.

Grundsätzlich läuft die Installation der HEOS-Geräte in der gleichen Art und Weise ab und ist wirklich simpel. Allerdings mussten wir mehr Zeit bei der Installation aufwenden, als wir erwartet haben, weil jeder HEOS-Lautsprecher sich aktualisiert und die neuen Updates aus dem Internet holt. Anschließend haben wir uns ausgiebig dem Test gewidmet. 

Installation

Um eines der HEOS-Produkte mit dem Netzwerk zu verbinden, installieren wir die HEOS-App auf einem Android-Smartphone. Die App gibt es natürlich auch für iOS. Windows-Phone-Nutzer gehen, wie so oft, leer aus. Wird die App geöffnet, bittet sie darum, das HEOS-Gerät per 3,5-mm-Klinkenkabel mit dem Smartphone zu verbinden. Ein solches Kabel liegt jedem Lautsprecher bei. Steht die Verbindung, müssen wir nur das WLAN-Passwort eingeben und die Installation abwarten. Anschließend vergeben wir noch einen Namen. Für das Homecinema wählen wir den vorgeschlagenen Namen HEOS HC. Die HEOS 1 wird unser „Büro“, die HEOS 5 unser „Kaminzimmer“ und die HEOS 7 das „Bad“. So lassen sich in der App alle Geräte sortieren und steuern. Das geht wirklich sehr schnell. Die Soundbar ist als Erstes fertig.

Noch ein kleiner Hinweis: das Musiksystem braucht zum Betrieb ein Intranet, ob WiFi oder LAN ist dabei egal. Es läuft also überall, wo es einen Router gibt. Ein

Jedes HEOS-Produkt ziert das Logo und darunter eine LED, die als Statusmeldung fungiert. Hier bedeutet das blaue Leuchten, dass die Soundbar mit dem Netzwerk verbunden ist

Internetzugang ist nicht unbedingt erforderlich, außer für Updates oder Musikstreamingdienste wie Napster und Co.

Ein blaues Licht an der Unterseite jedes HEOS ist ein kleiner Hingucker. Je nach Farbe, sowie Leuchtmodus, gibt es Auskunft darüber, was das Gerät gerade tut. So wird bei blauem Blinklicht ein Neustart ausgeführt, während es bei dauerhaft blauem Leuchten mit dem Netzwerk verbunden ist. Leuchtet es Gelb, dann wurde der HEOS noch nicht konfiguriert. Und blinkt es hektisch Rot, kam es zu einem Hardwarefehler. Wir hoffen, dass keiner unserer Leser das je zu sehen bekommt.

In der HEOS-App sind die drei Hauptmenüpunkte Räume, Musik und Wiedergabe unten am Bildschirm angeordnet. Für ein Multiroomsystem ist sicherlich „Räume“ der wichtigste Punkt.

Diese Räume können wir einzeln auswählen, wie etwa das HomeCinema (HEOS HC). Dann lässt sich über den Punkt „Musik“ eine Quelle auswählen, die wiedergegeben werden soll. Zur Verfügung stehen Deezer, Napster, Soundcloud und Tidal. Auch haben wir die Möglichkeit den TV, ein angeschlossenes USB-Medium, unser Smartphone, oder den netzinternen Musikserver als Quelle festzulegen. Über den Punkt „Eingänge“ ist es außerdem möglich AUX anzuwählen, genauso wie HDMI. Die Soundbar wechselt übrigens automatisch auf HDMI, wenn der angeschlossene Blu-ray-Player gestartet wird. Aber wir können jederzeit zurück auf eine andere Quelle schalten.

Über den Menüpunkt „Wiedergabe“ haben wir die Möglichkeit, die Musik zu stoppen und die Lautstärke zu regeln. Zudem lassen sich Soundveränderer dazuschalten. Der Dialog „Enhancer“ soll die Verständlichkeit der Sprache in Filmen erhöhen, der Nachtmodus fährt den Bass zurück, damit die Nachbarn nicht gestört werden. Außerdem können wir zwischen Musik- und Filmmodus wählen.

Das ist Multiroom

Bevor wir auf die HEOS-Produkte näher eingehen, erklären wir die Multiroom-Funktionsweise etwas genauer. Denn uns interessiert wie es ist, wenn die Musik auch im Kaminzimmer, Bad oder Büro läuft. Dazu schieben wir das Badezimmer in der App auf die HEOS HC. Nun sollten sie gruppiert sein und die gleiche Musik abspielen. Doch wir erhalten nur die Meldung, dass die „TV-Ton-Gruppierung“ deaktiviert ist. Um den Ton des Fernsehers zu übertragen, müssen wir nämlich noch zusätzliche Schritte ausführen. Zunächst gehen wir auf Musik und wählen oben die Einstellungen über das Zahnrad aus. Unter dem Punkt Meine Geräte lässt sich die „TV-Ton-Gruppierung“ aktivieren. Sie ist zwar in der Beta-Phase, aber funktioniert bei uns tadellos. Aus dem Badezimmer-Lautsprecher ertönt nach der Aktivierung der Funktion und dem Gruppieren die gleiche Musik wie aus der Soundbar. Besonders beeindruckt uns, dass jede Quelle auf jedem HEOS im System abgespielt werden kann. Sogar analoge Signale über AUX wandeln die Lautsprecher in digitale Signale um, senden sie an eine andere Box und spielen sie dort ab. Dabei kommt es natürlich zu einer zeitlichen Verzögerung, denn der Umwandlungsprozess analog-digital und digital-analog braucht einen Moment. Je nach Stabilität des Netzes brauchen die Lautsprecher einen Moment, um auf Befehle zu reagieren. Die Musik aus dem Wohnzimmer wird also nicht sofort im Bad abgespielt, nur weil man den Lautsprecher auf der App aktiviert. Es kann unter Umständen mehrere Sekunden dauern. Doch dafür ist allein die Stabilität des verwendeten Netzwerkes verantwortlich und nicht die Lautsprecher.

Auf der Rückseite befinden sich alle Anschlüsse. Das Bluetooth-Modul ist schon in der HEOS 5 integriert

Läuft die Musik aus anderen Quellen wie Napster, USB-Stick oder vom Telefon, ist die Gruppierung ohne die beschriebenen Schritte möglich. Das ist Multiroom, wie wir es uns vorstellen, einfach und intuitiv.

HEOS Homecinema

Das HEOS Homecinema ist eine Soundbar für den Fernseher, die mit einem Subwoofer kombiniert wird. Da die Soundbar in der Regel vor dem TV platziert wird, kann es dabei zu einem Problem kommen. In vielen Fällen verdeckt sie nämlich den IR-Empfänger des Fernsehers. Denon denkt aber mit und hat deshalb einen IR-Blaster beigelegt. Er wird hinten an der Soundbar befestigt und leitet die Signale zum TV-Gerät um. Alternativ kann die HEOS auch an der Wand montiert werden. Auf der Rückseite finden wir neben dem IR-Blaster-Anschluss Eingänge für USB, HDMI In und Out sowie Coaxial In, Optical In und AUX In. Wer kein WLAN zu Hause hat, kann hier auch ein Netzwerkkabel anschließen. Ein wenig kniffelig ist es, unser hochwertiges aber sehr steifes HDMI-Kabel in die abgesenkte Buchse auf der Rückseite zu stecken. Für den Betrieb zu Hause sollte ein abgewinkeltes Kabel oder ein entsprechender Adapter verwendet werden, erst recht, wenn die Soundbar an der Wand montiert wird. Der Subwoofer besitzt nur einen Stromanschluss. Er verbindet sich kabellos und völlig automatisch mit der Soundbar

Die Heos Homecinema-Soundbar

und kann frei im Raum aufgestellt werden, Hauptsache eine Steckdose ist in der Nähe.

In der HEOS Soundbar verrichten zwei neu entwickelte Mittel-/Tieftöner ihre Arbeit, die mit ovalen Treibern und Doppelmagneten ausgestattet sind. Die zwei 20 Millimeter großen Weichkalotten-Hochtöner haben einen besonders großen Abstrahlwinkel. In Soundbar wie Subwoofer kommen Class-D-Endstufen zum Einsatz. Zwei 5,25-Zoll große Treiber verleihen dem Tiefton-Lautsprecher ordentlich Kraft. In der Soundbar werden alle digitalen Signale mit 32 Bit verarbeitet, und zwar vom gleichen Prozessor, der auch in den Premium-A/V-Receivern von Denon eingesetzt wird. An Codecs versteht die HEOS WAV, MP3, M4A, AAC sowie WMA und FLAC. Sie verbessert nämlich nicht nur den Fernsehton, sie ist in Kombination mit der App ein echter Netzwerkplayer.

Richtig satt

Für den Klangtest haben wir den Musikmodus gewählt und Enhancer sowie Nachtmodus deaktiviert. Viele Soundbars haben in Verbindung mit Subwoofern die Angewohnheit, die Musik mit tiefen Frequenzen derart zuzuschütten, dass vom eigentlichen Sound nichts mehr übrig bleibt. Die HEOS ist hier eine rühmliche Ausnahme. Sehr angenehm fügt sich der Bass bei der Symphonie Nummer 4 von Schumann ein. Die Bläser klingen voll und rund. Die Streicher wiegen sich weich ein und geben dem Stück seinen Glanz. Die Tiefenstaffelung ist hörbar und wir können die Position der Instrumentengruppen gut ausmachen. Leider ist das Stereobild nicht ganz so berauschend, wie bei zwei im Stereodreieck angeordneten Lautsprechern. Doch da stößt die Physik einfach an ihre Grenzen. Die Soundbar hat eine Länge von 101 Zentimetern und die bestimmt den Abstand des linken und rechten Kanals. Nachdem wir Schumann eine Weile gelauscht haben, wechseln wir zu Peter Cincotti. 2003 kam sein Album “Eponymus“ heraus, was heute merkwürdigerweise unter dem Titel „Peter Cincotti“ verkauft wird. Doch nichtsdestotrotz macht diese Jazz-CD einfach Spaß. Wir hören den Titel „Sway“ an. Sehr schön mittig bringt sich Cincottis Stimme in Stellung. Der Bass ist herrlich rund und die Percussions bleiben wie das Klavier angenehm zurückhaltend. Ein wenig schärfer könnte die Trennung der Instrumente voneinander sein. Das liegt sicher daran, dass das HEOS Homecinema in den Höhen etwas dezent ist. Dafür sind die Mitten ausgewogen und nicht übertrieben. Dass der Subwoofer den Sound toll abrundet, haben wir ja schon geschrieben.

Auch bei Musik der schnelleren Gangart macht die Soundbar eine gute Figur. Das beweist uns das Album „Komm an Bord“ von der Berliner Gruppe Beatplanet. Der Titel „Immer wenn du tanzt“ zeichnet sich durch einen schönen Hall aus, den die HEOS sehr gekonnt aufbauen. Bass und Percussions haben auch hier ordentlich Druck, ohne zu nerven. Insgesamt ist das Hörbild stimmig und der akustische Raum schön aufgelöst. Aber hier fällt uns ebenfalls auf, dass Gitarre, Saxophon usw. doch differenzierter klingen könnten.

HEOS 1 mobil mit GoPack

Gegenüber den HEOS 7 und HEOS 5 hat der HEOS 1 eine wichtige Besonderheit. Dank des optional erhältlichen GoPacks wird er zu einem mobilen Lautsprecher. Damit können wir ihn zirka sechs Stunden auch an Orten betrieben, die keine Steckdose in der Nähe haben. Leider verfügt der HEOS 1  nur über AUX- und USB-Eingänge, aber das GoPack bringt noch einen Bluetooth-Stick mit. So wird er zu einem echten mobilen Bluetooth-Lautsprecher. Nette Idee am Rande: Der Stick wird mit einer Gummiabdeckung geliefert. Sie schützt die Anschlüsse vor Staub, Dreck und Spritzwasser, falls die Box im Freien genutzt wird. Und wer sein Smartphone unterwegs aufladen will, kann das dank des GoPacks direkt am Lautsprecher erledigen. Wir wollen an dieser Stelle noch anmerken, dass das GoPack

Die blauen LEDs zeigen den Akkustand an. Darüber sieht man die Abdeckung, die die Anschlüsse samt BT-Stick verdeckt

für 100 Euro verkauft wird. Im Bundle mit dem HEOS 1 kostet es nur noch 50 Euro.

Im HEOS 1 arbeiten jeweils ein Hoch- und ein Mittel-/Tieftöner. Diese beiden geben der kleinen Box überraschend viel Kraft. Ja, wir können sagen, im Verhältnis zur Größe ist der Bass sogar heftig. Ein Stereobild lässt mit einem zweiten HEOS leicht aufbauen, diese arbeiten dann als Stereo-Paar zusammen. Die Mitten sind vielleicht etwas zu dominant. Die Höhen könnten auch etwas luftiger klingen. Doch wir dürfen nicht die Maße der kleinen Klangkiste vergessen. Beachten wir die, dann leistet die HEOS 1 hervorragende Arbeit. Sie überragt sogar manch teure Aktivboxen für Computer und Tablet, wobei sie nicht einmal unbedingt einen Subwoofer braucht. Zusammen mit den GoPack ist der HEOS 1 ein echtes Multitalent. Er kann als Lautsprecher für PC und Tablet dienen oder in Bad und Küche das Radio ersetzen. Im nächsten Jahr soll er sogar als Rear-Box im Surround-System für das HEOS Homecinema arbeiten können. Auch im Freien ist die kleine Wunderkiste einsetzbar.

HEOS 7 und HEOS 5

Wie schon geschrieben, hatten wir die jeweils erste Version der HEOS 7 und der HEOS 5 schon 2014 beziehungsweise 2015 im Test. Jetzt wollen wir natürlich wissen, wie die Entwicklung weiterging. Mit der neuen HS2-Version wurde der Schritt zur Wiedergabe von hochauflösenden Audiodateien vollzogen. Hinzu kam, dass die beiden Modelle nun über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügen, sodass man jetzt absolut einfach seine Musik vom Smartphone darüber wiedergeben kann. Damit wurden beide Modelle noch flexibler. Wir gehen an dieser Stelle trotzdem noch einmal auf die Details ein.

Die HEOS 7 ist mit 48 Zentimetern Länge der größte Vertreter der kabellosen Lautsprecher der HEOS-Reihe. Unser weißes Testexemplar gefällt uns sehr gut, wobei alle Geräte in den Farben Schwarz oder Weiß erhältlich sind. Als Quellen können wir bei beiden Lautsprechern USB-Speicher, AUX und Bluetooth verwenden.

Überrascht waren wir, als wir die kleinere HEOS 5 in Betrieb nahmen. Hier arbeiten zwar nur vier aktive Treiber, davon sind zwei Hoch- und zwei Mittel-/Tieftöner sowie eine Passivmembran, aber der Bass klingt richtig schön satt. Der Klang ist schön ausgewogen. Diese kabellose Box kann einen fantstischen Klangraum aufbauen. Einem gerade mal 29 mal 20 mal 17 Zentimeter großen Lautsprecher hätten wir das nie zugetraut. Die Musik klingt vielleicht nicht so detailliert aufgelöst wie bei einem großen High-End-StandlautLautsprecher, aber dafür ist sie unheimlich kraftvoll.

Mit der neuen Version gibt es eine Aufwertung der beiden Multi-room-Lautsprecher.

Die HEOS-Lautsprecher machen es wirklich einfach, ohne Kabelgewirr Musik in Haus und Wohnung zu verteilen. Betrachten wir den Preis und die Leistung, dann ist HEOS auf jeden Fall eines der besten Multiroom-Musiksysteme auf dem Markt. Die Klangqualität ist absolut überzeugend, denn unsere Kritiken sind Kritiken auf höchstem Niveau. Wir waren so begeistert, dass wir unsere Testkandidaten nicht mehr hergeben wollten. Wer ein oder mehrere Multitalente für ein

Der Größte der Drei: Heos 7

Multiroomsystem sucht, ist bei HEOS richtig gut aufgehoben. Besonders die einfache Bedienung der App macht das Ganze zu einem leichten Spiel.

weitere Infos unter: www.denon.de

Die Testwertung bezieht sich auf Heos 7.

HEOS Homecinema, HEOS 1, HEOS 5, HEOS 7: Neue Version - noch mehr Faszination
Wiedergabequalität89%
Ausstattung/Verarbeitung93%
Benutzerfreundlichkeit93%
Preis/Leistung91%
Vorteile
  • kraftvoller Bass
  • Anschlussvielfalt
  • gute Räumlichkeit
Nachteile
  • Mitten überpräsent
92%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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