Ist der Sumiko Starling einfach nur ein Stück Angebertechnik für luxusverwöhnte Audio-Fans? Oder kann der über 2.200 Euro teure Tonabnehmer wirklich mehr zum Klangerlebnis Vinyl beitragen? Wir haben montiert und probiert. 

Der Plattenspieler – wohl kein anderes HiFi-Gerät kann so wirkungsvoll getunt werden. Dabei lädt auch kein anderes so sehr dazu ein wie die Vinylschleuder. Wir können Tonarme austauschen, den Riemen wechseln oder den Plattenteller mit einer Filzmatte bestücken, um den Sound weicher zu machen. Die Verwendung eines hochwertigeren Netzteils steigert in vielen Fällen den Musikgenuss und ein besserer Entzerr-Vorverstärker sorgt ebenfalls für mehr Klanggrazie. Den wohl größten Zugewinn erreichen wir durch einen neuen Tonabnehmer. Hier hört sogar der blutigste Schallplattenanfänger sofort, dass es einfach besser klingt und manchmal auch schlechter.

Da wir in dieser AUDIO TEST (05/19) uns ganz und gar dem Thema HiFi-Tuning widmen, wollen wir diese einfache Möglichkeit mehr aus dem schwarzen Scheibengold herauszuholen, genauer beleuchten. Dazu haben wir beim Vertrieb Audio Reference den Sumiko Starling geordert. Ein MC-Tonabnehmer, der zumindest Preislich weiter oben mitspielt. Und weil wir Tester von Haus aus skeptisch sind, wollen wir herausfinden, ob hier wirklich alles Gold ist, was glänzt.

Aufregender Anblick

Der Sumiko Starling kommt in einer unaufgeregten Schachtel daher. Die ist nicht größer als eine Ringschatulle vom Juwelier. Darin ruht er sicher, da er mit den Montageschrauben für den Tonarm in der Verpackung festgeschraubt ist. Ein passender Außensechskant ist beigelegt, um den Sumiko zu montieren. Das ist wirklich eine zum Understatement neigende Verpackung, denn als wir den Starling herausnehmen, fällt uns sein wirklich ansprechendes Erscheinungsbild auf.

Das liegt vor allem an der offenen Bauweise des Tonabnehmers, die uns sein „Inneres“ präsentiert. Wir sehen den MC-Generator sowie die beiden Polplatten und natürlich den aus Bor bestehenden Nadelträger. Das Material des Nadelträgers sowie der Micro-Ridge-Schliff der Nadel machen den Unterschied zum Sumiko Songbird aus, den es für die Hälfte des Preises gibt. Der Hersteller verspricht seinen Kunden dank dieser Änderungen „großes Orchester“, d. h., der Starling soll luftig und sehr räumlich klingen und dabei selbst komplizierte Aufnahmen detailreich abbilden. Dabei scheut er auch nicht die tiefsten Tiefen. Laut Herstellerangaben beginnt der „Star“ nämlich bei 12 Hz seine Wiedergabearbeit und endet erst, wenn er die 50 kHz erreicht hat.

Interessant sind auch die Werte für Kanaltrennung und Kanalbalance. Die Kanaltrennung liegt bei wirklich hervorragenden 35 dB bei 1 kHz. Die Kanal-Balance kommt auf 0,5 dB bei 1 KHz. Da wollen wir doch sofort loshören. Vorher müssen wir aber Montage und Justierung vornehmen. Wer schon mal einen Tonabnehmer gewechselt hat, weiß, dass das wirklich sehr frustrierend werden kann. Mal sehen welche Erfahrung wir beim Starling machen.

Sumiko Starling MC Tonabnehmer Cartridge Test review Box
Wie ein edler Ring, so ruht auch der Sumik Starling in seiner Schatulle. Ein Außensechskant gehört zum Lieferumfang

Wenn alle Montagen so wären

Für den Test des Sumiko Starling nutzen wir das Clearaudio Innovation Compact Laufwerk, wobei wir den Tonabnehmer an einen Satisfy Kardan Aluminium Tonarm montieren. Laufwerk und Tonarm testen wir übrigens auch in dieser Ausgabe. Die Montage gestaltet sich als erstaunlich einfach. Ja, wir schrauben den Starling am Headshell fest, stellen die Auflagekraft ein und das war es auch schon. Der Azimuth stimmt gleich und auch am Abtastwinkel müssen wir nicht weiter rumschrauben. Wäre eines von beiden falsch, würde der Sumiko das unerbittlich offenbaren. Wodurch er zwar eine Diva ist, aber uns nie um Unklaren lässt, was nicht stimmt. Sprich: Wenn er nicht richtig justiert ist, hören wir das und wir können entsprechend korrigieren, ohne herumprobieren zu müssen. So lieben wir unsere Tonabnehmer.

Klangeindruck und Testergebnis finden Sie auf Seite 2.

Bildquellen:

  • Verpackung Sumiko Starling: Auerbach Verlag
  • Sumiko Starling – Detailaufnahme: Auerbach Verlag
  • Sumiko Starling: Auerbach Verlag