Test: Roksan Attessa Integrated Amplifier – Stereo-Vollverstärker

Mit dem Attessa Integrated Amplifier will uns Roksan den Einstieg in die neue Attessa-Serie ermöglichen, die aus insgesamt vier Geräten besteht. Nach dem Test vom Streaming-Amp ( hier im Test) und dem Plattenspieler ( zum Test) folgt nun also der Vollverstärker.

Auspacken und los – das funktioniert beim Roksan Attessa Integrated Amplifier bestens. Im Prinzip, denn der Hersteller empfiehlt auf seiner Webseite zunächst ein Update des Verstärkers. An diese Empfehlung wollen wir uns gern halten, um wirklich Alles aus dem Roksan Amp rauszuholen. Um ihn upzudaten, schalten wir den Verstärker ein und wenn er läuft, halten wir den Powerknopf so lange bis dieser blau leuchtet. Dann teilt uns der Verstärker mit, dass kein WiFi verbunden sei und wir sind verwundert.

WiFi? Das ist doch ein reiner Verstärker und kein Streaming-Verstärker wie der Roksan Attessa Streaming Amplifier, den wir bereits Ende 2021 im Test hatten und der mit einem wohlverdienten “ausgezeichnet” wieder nach Hause ging. Ganz selbstbewusst möchten wir anmerken, dass wir seinerzeit die weltweit ersten Redakteure waren, die in den Attessa Streaming-Verstärkern als exklusive Preview reinhören durften. Danke und Gruß an der Stelle an die deutsche Roksan-Vertretung von der Pannes Vertriebs KG.

Moderner Vollverstärker in stylisher Optik - der Roksan Attessa Integrated Amplifier.
Moderner Vollverstärker in stylisher Optik – der Roksan Attessa Integrated Amplifier.

Weiter im Text: Eine kurze Recherche zeigt, dass das Gerät tatsächlich WiFi integriert hat, aber ausschließlich, um darüber Updates zu ziehen. Also laden wir uns die MaestroUnite-App herunter und fügen den Roksan Attessa Vollverstärker hinzu und führen das Update in zwei-drei Schritten aus – fertig.

Steuerung des Roksan Attessa Integrated Amplifier

Leider können wir den Roksan Attessa Vollverstärker über die MaestroUnite-App nicht steuern, aber es lassen sich ein paar interessante Einstellungen vornehmen. Wir aktivieren oder deaktivieren den 12V Trigger, auch stellen wir hier die Balance ein. Welche Empfindlichkeit die analogen Eingänge haben sollen, ist ebenso wählbar.

Und das Beste: Wir dürfen uns für jeden Eingang, den uns der Roksan im Display anzeigt, ein passendes Icon aussuchen. Wir müssen uns also nicht merken, dass die Spielkonsole am Eingang D2 hängt, sondern wir legen einfach das Controller-Symbol für diesen Anschluss fest. Genial gelöst!

Am Gerät oder per Fernbedienung

Die eigentliche Steuerung erfolgt entweder direkt am Gerät oder mittels Fernbedienung. Nun hat der Attessa Integrated Amplifier, der ja fast exakt so aussieht wie der Attessa Streaming Amplifier (übrigens gerade mit dem Eisa Award ausgezeichnet) nur den Power-Button und den mittigen Drehregler. Dieser ist natürlich zum Einstellen der Lautstärke da, doch wenn wir den silbernen Ring hineindrücken, können wir die Quelle anwählen.

Die Soundausgabe deaktivieren wir, indem wir auf die Mitte des Volume-Reglers drücken. Das klingt ganz durchdacht, aber in der Praxis stellt es sich so dar: Wollen wir die Quelle wählen, deaktiviert sich die Soundausgabe oder die Lautstärke wird kleiner bzw. größer. Irgendwie müssen wir da wohl den Druck gekonnt regulieren – das benötigt vom Nutzer noch etwas Feingefühl in den ersten Tagen, mit der Zeit hat man aber den Kniff raus.

Zum Glück haben wir ja noch die Fernbedienung, die durchaus solide aber nicht “high-endig” daher kommt. Statt direkter Quellenwahl-Buttons gibt es hier nur eine Wippe, auf der wir die Quellen durchschalten. Da das Display des Verstärkers jedoch recht klein ausfällt, sehen wir aus 2 Meter Entfernung kaum noch, welche Quelle wir angewählt haben.

Doch genug gemeckert. Richtig gut gefällt uns die Anzeige der Lautstärke. Diese erfolgt rechts neben dem Volume-Button durch kleine, orange-leuchtende Striche. Je mehr davon strahlen, desto lauter ist es. Das hat einen ungeheuer stylishen 80er-Charme, das müssen wir zugeben. Insgesamt ist das Design des Attessa Verstärkers wirklich modern puristisch und dabei doch irgendwie retro – eine echt gelungene Mischung, die uns schon beim Roksan Streaming-Verstärker zu gefallen wusste.

Die Fernbedienung hätte nach unserem Geschmack etwas großzügiger ausfallen können. Auch ist sie wenig intuitiv – so verwechselt man gern die Quellenwahl mit der Lautstärkeregulierung.

Attessa Amplifier: Anschlüsse und Bluetooth

Kommen wir zu den Anschlüssen vom Roksan Attessa Integrated Amplifier. Da kann er sich wirklich sehen lassen. Wir finden zwei analoge Cinch-Eingänge am Verstärker, wovon einer sogar eine Signalerkennung hat, um ihn im AV-Modus zu nutzen. Daneben ist noch ein Phono-Eingang für MM-Tonabnehmersysteme vorhanden. Des Weiteren gibt es vier digitale Eingänge – zweimal optisch, zweimal Cinch – die direkt an den leistungsstarken Burr Brown 24/192 Bit/kHz Digital-/Analog-Wandler weitergereicht werden.

Ein Pre-Out und Triggeranschlüsse sind ebenso vorhanden. Zudem beherrscht der Roksan Attessa Amp auch Bluetooth, und zwar mit SBC, aptX und AAC. Musik vom Smartphone, Tablet und jedem anderen Bluetooth-fähigen Gerät ist also ebenso schnurstracks hochwertig wiedergegeben. Die Reichweite liegt bei ungefähr 15 Metern – je nach Beschaffenheit des Raumes bzw. der Wohnung oder des Hauses. An der Front gibt es noch den Kopfhörerausgang (3,5 Millimeter Klinke) des integrierten separaten Kopfhörerverstärkers. Den probieren wir gleich Mal aus.

Zwei analoge Cinch-Eingänge und einen Phono-Anschluss für MM-Systeme bietet der Roksan Attessa Vollverstärker neben seinen vier Digital-Eingängen. Kabellos lässt sich der Vollverstärker via Bluetooth mit aptX bespielen.

Kopfhörerklang

Wenn wir den Kopfhörer einstecken, wechselt dieser zunächst automatisch auf einen geringen Pegel. So besteht keine Gefahr, dass unser Trommelfell beim Aufsetzen der Kopfhörer platzt. Das ist übrigens auch umgedreht so. Ziehen wir die Kopfhörer raus, schaltet der Roksan Verstärker sofort in eine leise Volume-Stufe. Sehr gut gelöst!

Wir testen mehrere Kopfhörer (u. a. Technics, Mark Levinson, Bowers & Wilkins). Natürlich haben alle ihr eigenes Klangprofil, doch wir merken sofort, der integrierte Kopfhörerverstärker des Attessa löst feinfühlig auf. Klangräume sind weit und Hallfahnen bis in den letzten Moment wahrnehmbar.

Bei rockig-poppigen Tönen macht er richtig Druck und verliert nie die Kontrolle über die Musik. Allein schon mit unserem kleinen Kopfhörer-Test kommt schon richtig Spaß mit dem Roksan Amp auf und so macht er uns neugierig auf den Klangtest an den großen Stereo-Lautsprechern.

Roksan Attessa Verstärker im Soundtest

Wir hören den Roksan an unterschiedlichen Standlautsprechern (u.a. Nubert, Perlisten) sowie Regallautsprechern von Elac und Triangle. Wir nutzen dazu den TV-Eingang (optisch), Streaminginhalte von TIDAL (optisch), CD (analog) und Schallplatten (MM-Phonoanschluss) sowie Bluetooth. Generell agiert der Attessa Integrated Amplifier sehr schön agil und bleibt immer am Material. Egal was und aus welcher Quelle wir hören, er bleibt spritzig und ist detailverliebt, ohne aber die Gesamtheit des Sounds aus den Augen zu verlieren.

Bei „Cantalop“ von US3 fällt uns allerdings auf, dass der Attessa es vielleicht etwas zu gut mit der Spritzigkeit meint. Es klingt teilweise ein wenig zu scharf und ein Hauch an Oberbass fehlt. Allerdings ist das auch sehr von der Lautsprecherkombi abhängig, die am Gerät hängt. Vor allem bei sehr leistungshungrigen Boxen trat das Phänomen auf.

Weniger „hungrige“ Lautsprecher mit weicher Abstimmung sind hier klar im Vorteil. Da heißt es also ruhig mal ein wenig herumprobieren und verschiedene Lautsprecher an den Roksan hängen. Ihr Fachhändler des Vertrauens berät sie gern.

Roksan Attessa Serie News Test Review Amp Plattenspieler
Blick auf die gesamte Attessa Serie von Roksan. Neben dem Integrated Amplifier gibt es noch den Streaming Amplifier, den CD-Transport sowie Attessa Turntable. Die Geräte sind in Silber oder Schwarz erhältlich.

Vinylklang

Bei der Wiedergabe von Vinyl ist der Roksan mit jedem Lautsprecher eine empfehlenswerte Wahl. Seine Phonovorstufe ist derart gut abgestimmt, dass sich ein separater Vorverstärker – zumindest für die Wiedergabe von MM-Tonabnehmern – absolut erübrigt. Dank seiner äußerst agilen Wiedergabe kommen alle Aufnahme lebendig und frisch herüber. Das Medium Vinyl spendiert dann noch diese typische Wärme und damit ist das Klangerlebnis perfekt.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Der Roksan Attessa Vollverstärker lässt sich mit jedem modernen TV via Bluetooth verbinden. Da der Amp ohnehin „nur“ stereofähig ist, reicht die Bluetooth-Bandbreite allemal, um kabellos TV-Ton zu hören, und das ganz ohne wahrnehmbare Latenz. Sein wahnsinnig schneller Chipsatz macht diese Anwendung möglich! ■ Text: Thomas Kirsche, Benjamin Mächler

Preis und Verfügbarkeit des Roksan Attessa Integrated Amplifier

Der Vollverstärker Roksan Attessa Integrated Amplifier ist aktuell im Fachhandel für 1.299 Euro erhältlich. Farbausführung: silber und schwarz. Vertrieben und vermarktet werden die Produkte von Roksan in Deutschland von der Pannes Vertriebs KG.

Webseite: www.roksan.com/de // www.derbesteklang.de/roksan

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 07/2022

▶ Lesen Sie hier: Test: Roksan Attessa Turntable – Plattenspieler mit MM-Phono-Vorverstärker

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Fazit
Optisch weiß der Roksan Attessa Stereo-Vollverstärker sofort zu überzeugen. Seine Steuerung ist zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber das scheint wohl eine englische Eigenheit zu sein. Sein Klang wusste in unserem Test gerade mit etwas weicher abgestimmten Lautsprechern sehr zu überzeugen. Die integrierte MM-Phonovorstufe ist tadellos und mit Kopfhörern sowie per Bluetooth am TV macht der Attessa ebenso richtig Laune.
Wiedergabequalität
97
Ausstattung/Verarbeitung
92
Benutzerfreundlichkeit
83
Preis/Leistung
81
Leserwertung28 Bewertungen
43
Vorteile
sehr agiler, lebendiger Klang
toller MM-Vorverstärker
ansprechendes Design
Nachteile
unintuitive Fernbedienung
92
Roksan Attessa Integrated Amplifier

Bildquellen:

  • Attessa Vollverstärker: Roksan
  • Roksan Attessa-Serie: Roksan / Pannes Vertriebs KG