Plattendreher bedürfen, ob des sehr kleinen Ausgangspegels von MC- und MM-Tonabnehmern, zusätzlicher Vorverstärkung. Die Phono-Vorstufe hat Rega mittlerweile in seinen Kassenschlager Planar 1 integriert: Wir präsentieren den Rega Planar 1 Plus Plattenspieler im Test.

Viel zitiert, oft kopiert und hoch gelobt: Das ist Rega. Das Traditionsunternehmen aus England gilt heute als eine der prominentesten Marken in Sachen Schallplattenspieler. Zwar umfasst das Sortiment der Briten schon lange nicht mehr nur HiFi Plattenspieler, sondern bedient vom Lautsprecher über den Verstärker bis hin zum Wandler und CD-Spieler das ganze Feld der HiFi-Elektronik. Allerdings steht noch immer das gute alte Phono-System im Mittelpunkt des Schaffens. Und das seit nunmehr 45 Jahren, denn so lang ist es bereits her, dass Tony Relph und Roy Gandy beschlossen, den damals noch etwas überschau-bareren HiFi-Markt um ihre authentischen Phono-Systeme zu erweitern. Von Anfang an mit dabei ist der Rega Planar 1, der damals wie heute Vinyl-Liebhaber zu überzeugen weiß. So war die Freude groß innerhalb der HiFi-Community, als Rega im Jahre 2016 eine Neuauflage des P1 auf den Markt brachte. Um genau zu sein, veranlasste die Renaissance der Phono-Kultur das Unternehmen zur Neuauflage von gleich drei Systemen im Jahr 2016: dem Planar 3 (► Testbericht), dem P2 (Testbericht in AUDIO TEST Nr. 06/17) und letztlich dem P1 ( hier Test lesen). Wenn Sie die damaligen Ausgaben vom AUDIO TEST HiFi-Magazin studiert haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass wir die drei „neuen Klassiker“ bereits ausführlichen Tests unterzogen haben. Dabei schnitten diese mit guten bis sehr guten Ergebnissen ab. Jedoch darf ein Hersteller wie Rega in einem Spezial zum Thema Schallplatte natürlich nicht fehlen.

Rega Planar 1 Plus Plattenspieler Turntable Test Review Tonarm Tonabnehmer
Von Haus aus ist Regas hauseigener Tonabnehmer Rega Carbon MM bestückt.

Rega Planar 1 Plus – Hochpegelpaket

Daher haben wir Rega Plattenspieler P1 ein weiteres Mal in unsere Redaktionsräume gebeten, allerdings in der Spezialausführung Planar 1 Plus. Der Rega Planar 1 Plus gleicht dem P1 beim ersten Hinsehen bis aufs Haar, jedoch verfügt der Rega P1 Plus überein wesentliches Feature, welches ihn von der Standard-Variante unterscheidet: eine integrierte Phono-Vorstufe. Diese ist unter dem Tonarm im Gehäuse des P1 verbaut und direkt mit dem Tonarmkabel verbunden. Rega verspricht hier durch eine sorgfältige Schirmung des Kabels einen weitestgehend von störenden äußeren Einflüssen befreiten Signalfluss. Angeschlossen wird der P1 Plus somit über Cinch mit Hochpegel-Inputs einer jeden Anlage, was zweifelsfrei äußerst praktikabel sein kann. Wer später vielleicht doch eine externe Vorstufe nachrüsten will, der sollte sich vielleicht lieber den klassischen Rega P1 anschauen, denn die Phono-Entzerrung ist beim Plus-Modell fest verbaut. Abgesehen von der integrierten Vorstufe des P1 Plus ist das Phono-System ganz ein klassischer Rega Planar Plattenspieler. Der simple Chic des schwarzen Hochglanzchassis aus MDF ist kennzeichnend für die britische HiFi-Schmiede. Die Zarge ruht auf drei Standfüßen, welche dem P1 Plus einen stabilen und kippelfreien Stand garantieren.

Angetrieben wird das Laufwerk des Vinyl-Drehers durch einen 24 Volt Wechselspannungs-Synchronmotor, der beim aktuellen Modell des P1 unter einer neuen Abdeckung mit Kühlrippen verschwindet. Der Motor des P1 und des P1 Plus wurde des weiteren mit neuen Bauteilen, wie einer optimierten Platine und einem Aluminium-Treibrad versehen, wodurch Rega seinem Kassenschlager einen verbesserten Gleichlauf ermöglicht. Und diesen können wir dem Rega P1 Plus besten Gewissens attestieren. Der 23 Millimeter hohe, resonanzarme Kunststoffteller dreht sich in beiden Geschwindigkeiten sehr konstant mit nur minimalen Abweichungen. Das Lagergehäuse des P1, beziehungsweise des Rega Planar 1 Plus, ist aus Messing gefertigt und wurde ob seiner verbesserten Präzision und dadurch nochmals verminderte Reibung, von Rega sogar zum Patent angemeldet.

Wie auch die Standard-Ausführung des Planar 1, so verfügt auch der P1 Plus über den Tonarm RB110, welcher für die neue Generation entworfen wurde. Zu den Neuerungen gehören hier zum Beispiel das Gegengewicht mit einer Masse von 111 Gramm und die automatische Anti-Skating-Einrichtung. Diese macht eine manuelle Justage des Anti-Skatings obsolet und unterstreicht einmal mehr das Motto des Rega Planar 1 Plus, das da lautet: Plug and Play! Von Werk aus ist der Rega Tonarm RB110 mit Regas hauseigenem Tonabnehmer Rega Carbon MM bestückt, welcher bei bisherigen Tests bereits durch ein solides und lebendiges Aufspielen zu überzeugen wusste.

Rega Planar 1 Plus Plattenspieler Turntable Test Review
Per Cinch lässt sich der P1 Plus mit dem Verstärker koppeln – als Hochpegelqelle

Rega Plattenspieler: Ganz der Alte

Den Klangtest des Rega Planar 1 Plus starten wir mit The Space Lady und ihrer Interpretation von „Ghost Riders In The Sky“, dem 1979 von Country-Legende Johnny Cash veröffentlichten Song. Der Rega Schallplattenspieler überzeugt sogleich mit einer fundierten und vor allem in den Bässen wohl stilvollen Performance. Die pochende Rhythmus-Maschine klopft sich gemeinsam mit dem Walking-Bass solide und gut gesättigt aus den Lautsprechern. Der P1 Plus ist mit dem Aux-Eingang unseres Referenzverstärkers verbunden und liefert tatsächlich ordentlich Schalldruck. Mit einer weiteren Cover-Version wollen wir die Spielfreude des P1 Plus überprüfen: „My Kind Of Town“, im Original gesungen vom großen Frank Sinatra, für unseren Test vorgetragen von Al Saxon. Die Hymne auf Chicago erklingt sehr vital und farbenfroh. Fein aufgelöst und einer schönen Räumlichkeit ertönt das Lied. Der Rega P1 Plus untermauert hier einmal mehr den guten Ruf seines Herstellers. Vor allem die Simplizität in Aufbau und Einrichtung und die Flexibilität im Anschluss durch die integrierte Phono-Vorstufe machen den Planar 1 Plus zu einem optimalen Plattendreher der Einstiegsklasse.

Preis und Verfügbarkeit

Den Rega Planar 1 Plus Plattenspieler gibt es im autorisierten HiFi-Fachhandel zum Preis (UVP) von 499 Euro zu kaufen. Vertrieben werden die Rega Produkte in Deutschland vom TAD-Audiovertrieb.

Webseite: www.tad-audiovertrieb.de und www.rega.co.uk

Übrigens: In der November-Ausgabe von AUDIO TEST (VÖ am 12.11.2021) finden Sie zudem ein großes Spezial zu Plattenspielern mit Tests von Modellen für jedes Budget. Von Einstieg bis High End ist für jede und jeden etwas dabei mit Tests von Acoustic Solid 311 Metall, Mark Levinson No. 5105, Pro-Ject Debut Pro, Roksan Attessa Plattenspieler, Technics SL-100C, VPI Player und vielen anderen mehr.

► Lesen Sie hier: Testbericht vom Rega Planar 1 Plattenspieler

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Test: Rega Planar 1 Plus Plattenspieler - Plug and Play für 499 Euro
Plug and Play – nach diesem Credo funktioniert der Plattendreher Planar 1 Plus von Rega. Unkomplizierte Inbetriebnahme, automatische Anti-Skating-Justage und vor allem die integrierte Vorstufe machen den Rega Planar 1 Plus zu einem überaus benutzerfreundlichen System, welches auch klanglich voll zu überzeugen weiß und mit einem UVP von nicht mal 500 Euro auch noch erschwinglich ist.
Wiedergabequalität85%
Ausstattung / Verarbeitung80%
Benutzerfreundlichkeit87%
Preis-Leistung90%
Vorteile
  • großer, satter Klang
  • integrierter Vorverstärker
  • schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme
Nachteile
  • benötigt etwas Einspielzeit
85%Rega Planar 1 Plus
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Bildquellen:

  • Rega Planar 1 Plus Plattenspieler Tonarm: Auerbach Verlag
  • Rega Planar 1 Plus Plattenspieler Turntable Test 03: Auerbach Verlag
  • Rega Planar 1 Plus Plattenspieler: Auerbach Verlag