Mit der nuPro AS-3500 bringt Nubert ein neues All-in-One-Soundsystem auf den Markt. Ob es wirklich Filmton und Musik so wiedergeben kann, dass selbst Tester-Ohren glücklich werden?

Die Nubert nuPro AS-3500 ist die neueste Soundbar des schwäbischen Traditionsunternehmens, das im letzten Jahr 45 Jahre alt wurde. Aktuell sind somit 3 Soundbars im Portfolio der Schwäbisch Gmünder. Dabei positioniert sich die Nubert nuPro AS-3500 Soundbar zwischen der kleineren nuBox AS-225 (► lesen Sie hier unseren Test) und der größeren nuPro XS-7500 (► lesen Sie hier unseren Test). Wobei sie dann doch mehr Gemeinsamkeiten mit der AS 225 hat. Doch dazu gleich mehr.

Erster Eindruck der neuen Nubert Soundbar

Der erste Eindruck, den die Soundbar von Nubert auf uns macht: Ein ganz schöner Klopper! Immerhin wiegt sie 20 Kilogramm und misst in der Länge 90 Zentimeter. Beim Auspacken und Anfassen spüren wir die exzellente Verarbeitungsqualität der Aktivlautsprecher-Box. Das Gehäuse besteht aus einem dickwandigem, resonanzarmem Holzfasermaterial und fühlt sich mit seiner glatten, mattschwarzen Oberfläche einfach gut an. (Anm.: Es gibt die nuPro AS-3500 übrigens auch in weißer Farbausführung.) Keine Kante oder Naht stört beim Streichen darüber.

Auf unserem YouTube-Kanal findet sich auch ein kurzes Testvideo zur neuen Nubert Soundbar nuPro AS-3500.

Auch die Lautsprecher sind perfekt in das Gehäuse eingelassen. Schrauben sehen wir nicht. Nur die Steuereinheit an der Front nutzt ein paar kleine Schräubchen, die aber optisch verschwinden. Wer zudem die magnetisch haftende Stoffabdeckung nutzt, sieht von der Einheit ohnehin nichts. Wobei diese Steuerung echt gelungen ist. Immerhin hat es Nubert geschafft, dass wir mit einem Drehknopf alle wichtigen Funktionen der Soundbar aufrufen können.

Da ist zunächst die Lautstärke. Sie wird optisch präsentiert, durch die um den Drehschalter kreisrund angeordneten Dioden, welche entsprechend der Lautstärke Weiß aufleuchten. Wenn wir den Drehknopf einmal drücken, aktivieren wir die Eingangs-Wahl. Drücken wir ihn dann noch einmal, können wir die Stärke des Basses bestimmen. Die Dioden leuchten dann Grün. Nach erneutem Drücken wechselt die Farbe zu Blau und wir stellen die Mitten und Höhen ein.

Die weiteren Funktionen wie „Loudness“ oder „Wide“ (Weite) steuern wir über die wirklich hochwertige und sehr intuitive Fernbedienung. Gerade die Weite-Funktion haben wir in unserem Test ins Herz geschlossen. Darauf kommen wir später zurück.

Display Bedienung der Soundbar Nubert nuPro AS-3500 Test Review
Die LEDs um den Multifunktionsknopf können in verschiedenen Farben leuchten, je nachdem welche Funktion gerade gesteuert wird. Hier im Bild zeigen sie den Voice+ Modus an.

Weniger Bar als Base

Noch eine Anmerkung zum Gehäuse. Da die Nubert Soundbar 90 × 16 × 33 Zentimeter misst, ist sie weniger eine Bar als eine Base. Deshalb können wir sie nicht vor einen stehenden TV legen. Dafür ist sie einfach zu hoch und tief. Aber sie kann eine zusätzliche Last von bis zu 100 Kilogramm tragen. Also selbst ein richtig schwerer Fernseher findet auf dem Nubert nuPro AS-3500 HiFi-/TV-Aktivlautsprecher Platz. Natürlich nur, wenn dieser einen mittigen Standfuß hat und nicht zwei seitliche. Ein 50 Zoll-TV hat ja schon um die 110 Zentimeter Breite. Da würden der TV über der Soundbar stehen müssen und die Bar zwischen seinen Beinen liegen. Doch dafür ist sie zu hoch. 16 Zentimeter hohe Standbeine hat nämlich kaum ein TV. In diesem Fall hilft dann nur die Wandmontage des Fernsehers.

Anschlüsse

Wenn wir uns die Anschlussmöglichkeiten der Nubert Soundbar ansehen, dann fühlen wir uns absolut an die kleinere nuBox AS-225 erinnert. Wie dort gibt es an der nuPro AS-3500 den analogen Cinch-Eingang. Dann finden wir je einen Anschluss für optisch und coaxial digital. Ein Subwoofer kann ebenfalls angebunden werden und natürlich HDMI und Bluetooth. Anders als bei der kleinen Schwester sind aber HDMI und Bluetooth geupdatet. HDMI kann jetzt neben ARC auch eARC und CEC. Bluetooth ist als 5er Version integriert und unterstützt nun aptX-HD & AAC.

Nutzen wir die Nubert-Soundbar 20 Minuten nicht, dann stellt sie sich in den Stand-by. Dabei verbraucht sie weniger als 0,5 Watt die Stunde. Wer sie vollständig vom Netz trennen will, kippt einfach den Schalter auf der Rückseite um.

Rückseite Anschlüsse der Soundbar Nubert nuPro AS-3500 Test Review Testbericht
Die Anschlüsse der nuPro AS-3500 sind absolut ausreichend, da ihr HDMI- Anschluss ja ARC,
eARC und CEC unterstützt und damit nur eine Quelle, sprich den TV, benötigt
.

Technik und Audioformate

Wie es sich für die Schwaben von Nubert gehört, setzt die neueste Soundbar auf hochwertige Technik, die für den perfekten Klang mit der nötigen Kraft sorgen soll. So ist ein Digitalverstärker mit 160 Watt Nenn- und 240 Watt Musikleistung integriert. Der treibt zwei Hochtöner, zwei Mitteltöner und zwei Tieftöner an. Bei den Hochtönern wird eine 25 mm Seidengewebekalotte genutzt. Die Tief- und Mitteltöner setzen auf eine Polypropylenmembran. Sie messen 119 mm (Mittel) und 169 mm (Tief). Die Frequenzaufteilung verläuft teilaktiv. Zum einen wird eine passive Weiche eingesetzt und zum anderen bereitet ein Digitalsoundprozessor die Signale auf. Was diese Kombination zu leisten vermag, schauen wir uns gleich an.

Der Frequenzumfang der nuPro AS-3500 TV-Aktivlautsprecher beträgt 36 Hz bis 22 kHz bei plus/minus 3 dB. Wer noch gern mehr Kraft in den unteren Frequenzen hätte, kann einen Subwoofer anschließen. Wie geschrieben, beherrscht die nuPro AS-3500 Bluetooth 5 mit den zwar verlustbehafteten, aber doch hochauflösenden Codex aptxHD. AAC ist ebenfalls dabei. Der unterstützt die Mehrkanal-Kodierung schon von Hause aus. Doch wichtiger sind dem Heimkino-Audiogourmet sicher Dolby Digital und DTS Digital Surround, denn beide Formate kann die Nubert Soundbar problemlos dekodieren.

Für Dolby Atmos ist sie hingegen nicht ausgelegt. Wobei wir trotzdem jedem ans Herz legen, diese Tonspur, sofern vorhanden, mit der Nubert zu testen. Wir verraten gleich warum. Wer gern hochauflösendes Tonmaterial etwa in Form einer SACD hört, freut sich über PCM bis 192 kHz bei 24 Bit.

Fernbedienung der Nubert nuPro AS-3500 Test Review Testbericht Remote Control
Die Fernbedienung ist wirklich intuitiv und hochwertig gearbeitet.

Überraschende Tonspuren

Wir starten unseren Test mit dem ersten Teil der Neuauflage von „Es“. Wer den Film kennt, der weiß, dass dieser mit einem Regentag beginnt. Die Tonspur ist auf Englisch. Wir müssen also umschalten und wählen einfach aus Neugier „Deutsch – Dolby Atmos“. Und was sollen wir sagen? Der Sound plustert sich plötzlich auf. Der Regen scheint nicht nur um uns, sondern zum Teil auch über uns zu sein. Das kann zwar nicht sein, da es keine Atmos-Lautsprecher in der Soundbar gibt – aber ihre akustische Abstimmung ist so gut gelungen, dass wir uns bei bestimmten Geräuschen tatsächlich nicht sicher sind, ob sie nicht doch von oben kommen.

Auf jeden Fall ist die Klangbühne mächtig groß und weit. Die Lautsprecher stehen gefühlt viel weiter links und rechts als die Soundbar lang ist. Ja sogar neben uns scheinen auch noch Boxen zu existieren. Sound direkt von hinten kann die Soundbar allerdings nicht virtuell aufbauen. Wobei es schon Geräusche gibt, die zumindest hinter unserer Schulter auftauchen.

Interessant wird dann der Wechsel von „Es“ auf „Deutsch DTS-HD Master Audio“. Hier schrumpft der Kinosound auf ein sehr, sehr gutes Stereo-Erlebnis. Das ist merkwürdig.

Genau andersherum ist es bei „Ready Player One“. Hier beschert Dolby Atmos uns, sagen wir ein normales Hörerlebnis, während DTS-HD Master Audio die Klangbühne richtig groß und super weit werden lässt. Die Explosionen krachen um uns herum, die Autos crashen weit links und rechts von uns ineinander.

Wir stellen also fest: Die Abmischung der verschiedenen Tonformate macht im Endeffekt den Unterschied, wie gut das Audio-Erlebnis ist. Deshalb raten wir jedem Heimkino-Freund, mal zwischen den Tonformaten zu wechseln und nicht nur einfach auf die Angabe der Tonspur zu vertrauen.

Abdeckung der Nubert nuPro AS-3500 Test Review Testbericht Soundbar schwarz
Die Formensprache des nuPro AS-3500 besticht durch Schnörkellosigkeit und zurückhaltende
Ausführung
.

Kinosound aus einer Box

Klanglich macht die nuPro AS-3500 bei diesen ersten Hör-Erlebnissen einen perfekten Eindruck. Die Geräusche sind super klar und fein ausdifferenziert. Die Filmmusik ist kraftvoll, energisch und spielt auf großer Bühne. Richtig beeindruckend ist die Wiedergabe der Stimmen. Sie klingen lebendig und sehr plastisch. Außerdem sind sie, selbst wenn es im Film sehr laut wird, immer perfekt zu verstehen. Dazu hat Nubert der Soundbar noch einen extra Sprachmodus spendiert. Diesen aktivieren wir über die hochwertige Fernbedienung. So können wir, selbst wenn wir den Film nur sehr leise hören, die Stimmen immer noch laut genug wahrnehmen. Gerade für eine Film-Session spät in der Nacht sehr zu empfehlen.

Nubert Soundbar liefert Musik mit Herz

Nun haben wir schon viele Soundbars testen dürfen. Beim Filmsound schlagen sich fast alle gut. Doch wenn es um das „einfache Musikhören“ geht, dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Die nuPro AS-3500 gehört absolut zum Weizen und zwar zum besten, der je auf den Soundbar-Testfeldern wuchs. Sie klingt wirklich musikalisch. Schon im einfachen Stereo-Modus macht sie dabei alles richtig. Die Bässe sind ausgewogen und präzise platziert. Die Mitten sind strukturiert und klar gezeichnet und in den Höhen sitzt einfach jeder Ton. Dazu kommt die tolle Räumlichkeit und die spürbare Klangpräzision, die aber nie auf Kosten der Musikalität geht.

Außerdem hat diese nuPro ja verschiedene „Weite-Modi“. Wir können also dem Stereo-Signal mehr Abstand zwischen dem linken und rechten Kanal geben – zumindest virtuell. Das überzeugt gerade bei Klassik. Im weitesten Modus klingt es wirklich wie im Konzerthaus. Dabei hören wir selbst solche feinen Details, wie das Knarren der Stühle, auf denen die MusikerInnen sitzen und spüren die allgemeine Unruhe, kurz bevor der Einsatz fürs gesamte Orchester kommt.

Bei einer CD mit remasterten Songs von Nina Simone ist allerdings der Stereo-Modus am überzeugendsten. Vergrößern wir hier die akustische Bühne reißt, es das Soundbild auseinander. Es kommt also immer auf die Aufnahme an. Deshalb gilt hier: Einfach mal mit den verschiedenen Weite-Modi der Nubert nuPro AS-3500 herumprobieren. Da lassen sich wirklich noch richtig viele neue Musikerlebnisse erschaffen.

Preis und weitere Infos zur Nubert nuPro AS-3500 Soundbar

Die Soundbar nuPro AS-3500 kann direkt bei Nubert zum Preis von 965 Euro gekauft werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.nubert.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in der Februar-Ausgabe vom Printmagazin AUDIO TEST 02/2021.

► Lesen Sie hier unseren Testbericht zu den Nubert nuPro X-3000 RC Aktivlautsprechern & nuSub XW-700 Subwoofer

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Test: Nubert nuPro AS-3500 Soundbar - Große Bühne fürs Wohnzimmer
Mit der nuPro AS-3500 schaffen es die Schwäbisch Gmünder TV-Sound auf ein neues Niveau zu heben. Sehr, sehr räumlich, unheimlich klar und differenziert und dabei immer ausgewogen – so klingt die Soundbar. Sie macht Filmansehen zu einem riesigen Spaß. Die Sprachverständlichkeit ist phänomenal. Eine Stereoanlage kann die Soundbar ebenfalls ersetzen, denn ihre Musikalität und Klangbühne ist angesichts ihrer kompakten Form beeindruckend.
Wiedergabequalität94%
Ausstattung/ Verarbeitung90%
Benutzer/freundlichkeit90%
Preis/ Leistung90%
Vorteile
  • perfekt ausgewogener Sound + super Sprachverständlichkeit
  • kraftvoller und präziser Bass
  • sehr große Klangbühne
Nachteile
  • eine Netzwerkfunktionen
  • für Soundbar recht hoch
93%Gesamtergebnis
Leserwertung: (12 Votes)
52%

Bildquellen:

  • Nubert nuPro AS-3500 Bedienelement: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro AS-3500 Anschlüsse: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro AS-3500 Fernbedienung: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro AS-3500 mit Abdeckung: Auerbach Verlag
  • AUDIO TEST Magazin Ausgabe 03 2021: Auerbach Verlag
  • Nubert nuPro AS-3500: Auerbach Verlag