Ein kleines Modul, was die bekannten Lautsprecher anders oder sogar besser klingen lässt? Nubert will genau das mit dem Aktiv Tuning Modul (kurz: ATM) erreichen. Ob die Schwäbisch Gmünder da den Mund zu voll nehmen? 

Irgendwann ist es soweit, wir bekommen dieses Gefühl im Magen, diese Unruhe. Wir spüren, es muss sich etwas ändern. Sicher, wir sind eigentlich mit unserer HiFi-Anlage zufrieden. Der Verstärker passt, die Kabel und die Lautsprecher sind top. Alles ist richtig gut abgestimmt. Aber geht da nicht noch mehr? Kann das System nicht noch ein wenig schwungvoller klingen? Können wir nicht ein Tick mehr Klarheit herauskitzeln? Oder geht noch mehr Bass ohne, dass wir gleich einen Subwoofer anschaffen müssen?

Wir schalten den PC an und recherchieren im Netz, wie wir unser Soundsystem verbessern können, ohne unsere lieb gewordenen Komponenten verschrotten zu müssen. Da gibt es wirklich interessante Sachen, mit denen uns die Hersteller in neue Klangdimensionen bringen wollen. Wobei einige Dinge ins Reich der Esoterik gehören, denn nur der Anwender, der daran glaubt, hört einen Unterschied. Doch bei Nuberts ATM („Aktives Tuning Modul“) müssen wir sicher nicht an irgendwas glauben, um einen Unterschied zu hören. Immerhin sind die Schwäbisch Gmünder für ihren Skeptizismus bekannt, mit dem sie allem HiFi-Voodoo begegnen. Wir laden uns also das Nubert ATM zu einem Test ein und wollen mal sehen, ob Soundtuning mit dem nicht einmal 300 Euro teurem Gerät wirklich etwas bringt.

Koffer des Nubert ATM
Beim Lieferumfang des ATM lässt sich Nubert nicht lumpen. Das Tuning-Modul wird in einem funktionalen Hardcase

Das macht der Nubert ATM

Das ATM oder Aktive Tuning Modul von Nubert moduliert die Mitten, Höhen und den Bassbereich in einer Art und Weise, wie es der Höhen- oder Bassregler am Verstärker nicht leistet. So wird bei den Höhen nicht punktuell der Frequenzgang angehoben oder abgesenkt, sondern kontinuierlich. Damit erreicht das Modul einen Eingriff in die Soundwiedergabe, der den Charakter des Lautsprechers sowie die Gesamtharmonie erhält. Das ist vergleichbar mit dem Nachwürzen einer Suppe. Die Regler am Verstärker salzen nur nach und es schmeckt eben salziger. Der ATM gibt eine zum Charakter der Suppe passende Würzmischung hinzu und die intensiviert deren Geschmack, ohne ihn zu verändern.

Da aber Kompakt- und Standlautsprecher unterschiedliche Klangcharaktere haben, gibt es das ATM in zwei Ausführungen – eben für große und kleine Boxen. Beide Geräte sind allerdings nahezu identisch. Nur der Eingriff in den Bassbereich liegt beim ATM für Kompaktlautsprecher ein wenig höher im Frequenzgang als beim Tuning-Modul für Standlautsprecher. Wichtige Anmerkung: Um das Nubert ATM zu verwenden, braucht es keine Nubert-Lautsprecher. Es arbeitet praktisch mit allen Lautsprechern zusammen.

Installation mit Stolperstein

Wer einen Verstärker sein Eigen nennt, der Pre-Out und MainIn integriert hat, also über eine trennbare Vor- und Endstufe, der kann sich freuen. Hier wird einfach das ATM per Cinch zwischen beide Ausgänge gesteckt und fertig. Auch geht es, wenn der Verstärker über Tape-In- und Tape-Out-Anschlüsse verfügt. Das Anschlussprinzip ist hier gleich: In das Tuning-Modul geht das Tape-Out-Signal und in den Verstärker wird über Tape-In das ATM-Signal geschickt.

Test Nubert ATM Aktives Tuning Modul Review
Bis zu drei analoge Geräte können an das Nubert ATM angeschlossen werden. Wobei es wesentlich komfortabler zu nutzen ist, wenn es zwischen Vor- und Endstufe hängt

Komplizierter wird es, wenn der Verstärker diese Trennung nicht vorsieht – was leider auf sehr viele Geräte zutriff t. In diesem Fall können wir drei analoge Quellen an das ATM anschließen und das Tuning-Modul dann an einen analogen Eingang des Verstärkers. Per Eingangswahlschalter am Modul wählen wir dann die gewünschte Quelle und am Verstärker eben den Eingang, an dem das ATM hängt. Wer viele digitale Anschlüsse nutzt, wird von dieser Lösung nicht begeistert sein. Und selbst wenn nur die analogen Eingänge am Verstärker verwendet werden, ist es notwendig, händisch die Quelle am ATM umzustellen. Über die Fernbedienung geht es dann nicht mehr.

Am elegantesten ist es sicher, wenn Sie eine separate Vorstufe haben und deren Ausgang mit dem ATM verbinden. Dessen Signal geht dann in die Endstufe und fertig. Die Stromversorgung des Nubert ATM erfolgt über ein separates Netzteil, was natürlich beiliegt. Hier noch ein Wort zur Verpackung. Da lassen sich die Schwäbisch-Gmünder nicht lumpen. Ein kleines Hartschalen-Case bildet nämlich die Verpackung. Wie in einem Werkzeugkoff er ruhen darin das Modul, das Netzteil und die Cinch-Verbindungskabel.

Auf Seite 2 erfahren Sie, ob der Klang sich wirklich ändert.

Bildquellen:

  • _MG_0870: Auerbach Verlag
  • Nubert ATM Rückseite: Auerbach Verlag
  • Nubert ATM Kompakt- und Standbox: Auerbach Verlag