Canton Smart Soundbar 9 im Test

Der Klangriegel Smart Soundbar 9 ähnelt auf den ersten Blick der Soundbar DM 5, welche wir in Ausgabe 02/18 genauer unter die Lupe nehmen durften. Mit einer Länge von 89 cm ist sie gute zehn Zentimeter kürzer als die Smart Soundbar 10. Dennoch findet sich hier Platz für ganze 10 Chassis! Vier Tieftöner mit einer Aluminium-Membran von 5 cm Durchmesser, zwei Mitteltöner von ebenfalls 5 cm Durchmesser, zwei Hochtöner aus 1,9 cm Gewebekalotten und zwei ovale Passivtreiber aus Aluminium von 14,7 mal 5,7 cm Fläche. Während die Smart Soundbox 3 nur eine analoge Anschlussmöglichkeit in Form einer 3.5 mm Klinkenbuchse aufweist, lässt sich die Smart Soundbar 9 neben gleich drei HDMI-Inputs auch über Cinch, Koaxial-Kabel oder TOSLink in eine Gerätekette einfügen. Obendrein verfügt sie über einen Sub-Out, zwei Netzwerkanschlüsse und einen HDMI-Ausgang. Wie auch der Smart Soundbox spendierte man der Smart Soundbar Chromecast Built-in für Multiroom-Anwendungen, sowie Spotify Connect. Wird die Soundbar alleinstehend betrieben, vermag sie übrigens, sowohl Dolby Digital-Formate, als auch DTS Digital Surround zu dekodieren. In unserem Test-Setup wird die Smart Soundbar 9 jedoch als Center-Speaker dienen und im Frequenzkeller durch einen aktiven Subwoofer unterstützt.

Testbericht: Canton Surround
Die Verarbeitung durchgeschleiften Videosignals wird von der Smart Soundbar 9 übernommen. Ein paar analoge Eingänge stehen hier eben- falls zur Verfügung, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf der kabellosen Einbindung ruht

Canton Smart Sub 8 im Test

Cantons aktiver Subwoofer Smart Sub 8 wird in unserem Arrangement für die ordnungsgemäße Wiedergabe des Bassfundaments Sorge tragen. Der 33 cm hohe Würfel tritt zwar augenscheinlich nicht auf wie ein Koloss, jedoch lassen die 200 W Leistung zwischen 30 und 200 Hz auf einen ordentlichen Schalldruck hoffen. Zwar verfügt der Sub über einen Cinch-Eingang, jedoch wäre das Prädikat „Smart“ wohl fehlplatziert, ließe sich der Smart Sub 8 nicht ebenfalls kabellos ins Arrangement einfügen. Doch dazu an späterer Stelle mehr. Der Smart Sub 8 arbeitet mit einer 22 cm messenden Cellulose/Graphit-Membran in Downfire-Manier. Das heißt, dass die Bässe nach unten abgestrahlt werden. Dies hat den Vorteil, dass sich der Klang diffuser im Raum verteilt und eine Ortung erschwert. Auf der anderen Seite sollte darauf geachtet werden, den Sub auf einer möglichst glatten Oberfläche zu positionieren. Ein Hochflorteppich kann bereits erheblichen Einfluss auf die Bassperformance nehmen, da die vom Subwoofer ausgegebenen Schallwellen umgehend teilweise absorbiert und somit stark gedämpft werden.

Einrichtung

Jeder, der einmal ein Mehrkanalsystem einrichten durfte, wird nachvollziehen können, welch ein Aufwand hierfür betrieben werden muss. Kabel wollen so verlegt werden, dass sie möglichst unsichtbar hinter Möbelstücken und unter Teppichen verlaufen. Zudem ist ein AV-Receiver vonnöten, welcher in seiner Anschaffung meist nicht unwesentlich zu Buche schlägt. Canton ist hier bereits einige Schritte weiter. Denn für die Einrichtung des 5.1-Arrangements brauchen wir keine halbe Stunde. Sobald alle Lautsprecher auf Position sind, wird zunächst der „Master“-Speaker ans Stromnetz gehangen. Auch eine physische Verbindung zum heimischen Netzwerk sollte hergestellt werden. Über die App „Google Home“ wird in unserem Falle die vordere linke Smart Soundbox 3 sofort erkannt. Über die Fernbedienung kann nun das übrige Ensemble hinzugeschaltet werden.

Dafür wird über das Wireless-Setup „WIS“ das Menü zur Kopplung weiterer Wireless-Speaker „WSP“ aufgerufen. Hier wird zunächst die Rolle des „Masters“ zugewiesen. Danach wählen wir den den nächsten Lautsprecher vorne rechts „FR“ aus, die Statusanzeige des „Masters“ zeigt die Buchstaben „PIR“ an und wartet somit auf die Erkennung des „Slaves“, welchen wir nun einschalten. Nach wenigen Sekunden sind beide Lautsprecher miteinander verbunden. Dieses Prozedere wiederholen wir mit den verbleibenden vier Lautsprechern. Im Anschluss werden noch die Entfernungen von Hörposition konfiguriert, sowie eine HDMI-Verbindung zwischen Blue-Ray-Player und Fernseher über die Smart Soundbox 9 hergestellt. Und schon ist das Ensemble einsatzbereit.

Testbericht: Canton Surround
Über die drei Preset-Tasten können z.B. Spotify-Playlists abgerufen werden

Performance

Wer die AUDIO TEST regelmäßig studiert, wird wissen, dass wir bisher noch nie von Geräten der Weilroder enttäuscht worden sind. Dies wird sich mit diesem Test nicht ändern. Eine Szene aus „James Bond 007: Skyfall“ mit Javier Bardem als Bösewicht Raoul Silva genügt, um uns in blankes Staunen zu versetzen. Naturgemäß verlaufen klangliche Erwartungen in etwa proportional zur Größe des zuständigen Lautsprechers. Allerdings hätten wir es nach den zahlreichen Begegnungen mit Canton-Speakern besser wissen können. Denn der Sound, den Smart Soundbox 3, Smart Soundbar 9 und Smart Sub 8 zusammenstellen ist schlicht monströs. Als 007 den flüchtigen Silva in Londons Unterwelt zu stellen scheint, explodiert ein Teil des Gemäuers, bevor ein Zug mit viel Getöse durchs Gewölbe kracht. Dies ist nicht nur im Bild beeindruckend, sondern auch durch Cantons smartes 5.1-Setup überaus gewaltig. Es donnert und scheppert im ganzen Raum.

Hätten wir nicht bereits in vorangegangenen Tests den Eindruck gewonnen, dass Canton bisweilen die Grenzen des physisch machbaren infrage stellt, hätten wir wohl unseren eigenen Ohren nicht getraut. Dabei empfeheln wir den Sub zu integrieren, da er für die Vollendung der baßlastigen Punches im unteren Frequenzbereich sorgt. Es ist immer wieder erstaunlich, was uns die Weilroder präsentieren. Und mit den flexibel einsetzbaren Smart Soundbox 3, Smart Soundbar 9 und Smart Sub 8 erhebt Canton wieder einmal Anspruch auf die Pole-Position in Sachen klangstarkes Soundprocessing in der preislichen Mittelklasse. Bravo!

Weitere Informationen: www.canton.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 7/2019.

► Lesen Sie auch:

Test: Canton Smart Wireless 5.1 Set - Die Zukunft ist jetzt
Sowohl analog als auch digital lässt sich Cantons Smart Soundbar 9 vielseitig einsetzen, wobei der Fokus natürlich eindeutig auf der Verwendung als Komponente eines Mehrkanal-Setups liegt. Eine spielend leichte Einrichtung lässt hier freie Bahn für einen brillanten und weiträumigen Sound! Auf den ersten Blick würde man wohl nicht vermuten, wie viel Schub die kleine Smart Soundbox 3 zu leisten vermag. Ob als Stand Alone im Multiroom-Kontext oder als Teil eines Mehrkanal-Setups: Die Smart Soundbox 3 erweist sich als Universalgenie. Die Integration von Spotify-Connect und Googles Home-Assistant bescheren hier zusätzlich Punkte in der Kategorie Benutzerfreundlichkeit. Druckvoll, definiert und unkompliziert. Das sind wohl die drei ausschlaggebenden Attribute, um den Smart Sub 8 von Canton zu beschreiben. Die elegante Aufmachung des Downfire-Subwoofers muss sich dabei nicht verstecken und lässt sich ob der überschaubaren Maße prima in den heimischen Gerätekontext integrieren. Dieser Sub ist ein echter Geheimtipp!
Wiedergabequalität86%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit100%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • kraftvoller Klang
  • kinderleichte Einrichtung
  • vielseitig einsetzbar
94%Gesamtergebnis
Leserwertung: (5 Votes)
47%

Bildquellen:

  • Smart Box Back: Bild: Auerbach Verlag
  • Smart Box Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Smart Soundbar Back: Bild: Auerbach Verlag
  • Remote: Bild: Auerbach Verlag
  • Canton Smart Surround: Bild: Auerbach Verlag