Konzert fürs Wohnzimmer

Ein paar Klangeindrücke der Xplorer erhaschten wir bereits bei deren Positionierung im Raum und beim Einspielen der Lautsprecher. Nun wollen wir uns aber der Beurteilung im Detail widmen.

Wir beginnen die Testsession mit einem Lieblingsstück unserer Tester: „Le sacre du printemps“ von Igor Strawinsky. Die ersten hohen Fagottsoli, die bei der Uraufführung 1913 für Gelächter beim Pariser Publikum sorgten, bauen sich mit Iota-typischer Plastizität im Testraum auf. Wir können sie präzise bis auf den Millimeter im Raum verorten. Dabei ist die Abbildung so detailliert, dass wir auch den Abstand zu uns hören. Wir lauschen wahrhaft in die Tiefe der Konzerthalle hinein.

Allerdings ist der Anfang des Stücks nicht die wahre Herausforderung für die Xplorer. Dafür kennen wir einfach zu Iota-Serie zu gut. Wir wollen hören, wir sie klingen, wenn auch die tiefen Töne ins Spiel kommen. Also warten wir auf den „Tanz der jungen Mädchen“. Die Streicher setzen mit hämmernden Rhythmus ein und werden durch Blechbläser-Einwürfe unsanft durchbrochen. Dieser Wirbel des ekstatischen Tanzes kommt mit krachenden Pauken zum Erliegen, um sich danach gleich wieder aufzubauen. Instrumentenfülle, Rhythmus und melodiöse Kapriolen – alles kommt hier in einem unvergleichlichen Klangerlebnis zusammen.

Die Xplorer erforschen dieses Soundereignis ausgiebig und lassen es lebendig und raumfüllend auf uns wirken. Keine Frage, hier merken wir den Unterschied zu den kleineren Alphas. Die Xplorer haben einfach mehr Volumen oder wie man so schön sagt: „Mehr Bums“. Wobei wir hier uns nicht missverständlich ausdrücken wollen: Es sind keine Bassmonster, die alles mit Rumpeln zuschütten, um mächtig zu wirken. Vielmehr verleihen sie den tiefen Frequenzen genau die Kraft, die Klassik in den eigenen vier Wänden zum Erlebnis macht. Für 4000 Euro kann sich wohl kaum einer preiswerter ein eigenes Konzerthaus ins Wohnzimmer bauen.

Lebendiges Kino

Soundbars und Co. erobern die Wohnzimmer, um uns Kunden ein besseres TV-Erlebnis in den eigenen vier Wänden zu bescheren. Dabei profitieren sie davon, dass viele HiFi-Lautsprecher mit Filmton weniger gut umgehen können. Sind hier die Xplorer eine Ausnahme? Wir starten „Star Wars: Die letzten Jedi“. Nun mag man von der Filmreihe halten was man will, aber soundtechnisch setzte sie schon immer Maßstäbe. Also der perfekte Kandidat, um die Iota Xplorer zu testen.

Der orchestrierte Vorspann kommt schön weit und voll herüber, die Stimmen sind fantastisch dreidimensional. Was wir damit meinen? Wir müssen uns nicht anstrengen, um das Gesagte zwischen all den Explosionen und der Musik in den Actionszenen zu hören, alles ist räumlich an seinen Platz. Unsere Ohren werden mit einem Sounderlebnis konfrontiert, was eigentlich nur 5.1 Systeme bieten. So macht Filmsehen Spaß.

Iota Xplorer: Integrierter Subwoofer

Wobei wir auch zugeben müssen, dass sie keine neutralen Klangwiedergaberoboter sind. Sie haben definitiv ihren eigenen Stil und machen keinen auf Monitorwiedergabe. Genau das gefällt uns, da ihr Klang sofort ins Ohr geht. Darauf verzichten? Wir schicken unsere Testexemplare nur sehr, sehr ungern zurück.

Wofür nicht nur der dreidimensional wirkende Sound sorgt, sondern auch der im Xplorer integrierte „Subwoofer“. Er macht wirklich Druck, ohne sich in den Vordergrund zu drängen – perfekt. Überall zu Hause Nach den Ausflügen in die Klassik und den Film gönnen wir uns noch Jazz, Pop und Rock mit den Iota Xplorer. Hier wird unser bisheriger Klangeindruck der Iota bestätigt.

Weitere Informationen zu den Neat Acoustics Iota Xplorer Standlautsprechern finden Sie über den deutschen Neat Acoustics Vertrieb Bellevue Audio unter: www.bellevueaudio.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 1/2019.

Test: Neat Acoustics Iota Xplorer Standlautsprecher - All you need is Neat
Größer ist in diesem Fall auch besser – die Iota Xplorer setzen genau da an, wo die Alpha ihre Schwächen hatten. Sie erweitern den Bassraum spürbar und geben so Filmsound sowie jeder anderen Art von Musik ein perfektes Fundament. Klarer Fokus ihrer Wiedergabe ist die extrem detaillierte Räumlichkeit. Hier kann den Briten kein anderes Stereopaar etwas vormachen.
Wiedergabequalität93%
Ausstattung/Verarbeitung100%
Benutzerfreundlichkeit70%
Preis/Leistungsverhältnis90%
Vorteile
  • beste Räumlichkeit
  • Bassstärke
Nachteile
  • nicht unbedingt neutral
91%Gesamtergebnis
Leserwertung: (3 Votes)
79%

Bildquellen:

  • EMIT-Bändchen: Auerbach Verlag
  • Bassreflexausgang der Neat Acoustics Iota Xplorer: Auerbach Verlag
  • Neat Acoustics Iota Xplorer richtig aufstellen: Auerbach Verlag
  • Anschlüsse Neat Acoustics Iota Xplorer: Auerbach Verlag
  • Test Neat Acoustics Iota Xplorer: Auerbach Verlag