Bereits die Mission LX-5 MKII Standlautsprecher konnten diesen Tester mehr als begeistern. Gelingt den QX-3 MKII des britischen HiFi-Herstellers Mission nun das Gleiche?

Richtig gute Standlautsprecher – das ist doch, was die meisten HiFi-Fans wollen. Aber nicht jeder audiophile Mensch kann oder will mehrere Tausend Euro für ein Paar Lautsprecher ausgeben. Doch wenn das Paar Lautsprecher nur 999 Euro kostet – wie sieht es dann aus? Zu dieser UVP werden nämlich die QX-3 MKII von Mission angeboten. Nun stellt sich bei diesem Preis natürlich die Frage nach der Leistung dieser 2-Wege Standlautsprecher. Schauen wir sie uns also genauer an.

Design

Die Mission QX-3 MKII Lautsprecher sind gerade leicht genug, um sie noch bequem allein aufbauen zu können. Das Einzige, was wir „installieren“ müssen, sind die Spikes, auf denen die Lautsprecher stehen. Für die gibt es sogar noch kräftige Unterleger, falls der Fußboden zu empfindlich sein sollte. Wer die Lautsprecher noch ansprechender und vielleicht auch sicherer aufstellen will, schraubt die mitgelieferte Sockelplatte an – das ist Geschmackssache.

Haben wir die Mission Lautsprecher dann auf die Spikes gestellt und die Folie entfernt, überrascht zuerst das tolle Gehäuse. Wir müssen zugeben, sie sehen richtig schick aus. Ein italienischer Design-Lautsprecher oder ein Modell im dänischen Stil könnte kaum schöner sein. Richtig genial ist dabei die schwarze Aluminium-Abdeckplatte. Hier könnten wir bei einer Party das Bier drauf abstellen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Allerdings ist die Platte dafür nicht gedacht. Sie sorgt für zusätzliche Steifheit des Gehäuses und ist ein optischer Blickfang.

Die Lautsprecherbox fasst sich übrigens genauso gut an, wie sie aussieht. Die Ecken und Kanten sind herrlich abgerundet und das Gehäuse wirkt wie aus einem Guss. Nur auf der Rückseite fällt eine Art Naht auf. Hier wurde wohl das Furnier zusammengeklebt. Jedoch ist solch ein kleiner, optischer Störer bei einem Lautsprecher, der 500 Euro das Stück kostet, nicht der Rede wert. Zumal der Lautsprecher vom Design und der Haptik her locker mit viermal so teuren Boxen mithalten kann. Erhältlich ist der Mission QX-3 MKII Lautsprecher übrigens in den drei matten Farben: Weiß, Schwarz und Walnuss.

Mission QX-3 MKII - Rückseite Lautsprecher Test Review
Die Spikes werden auf der Unterseite des Lautsprechers eingeschraubt und entkoppeln ihn wunderbar vom Fußboden. Alternativ können wir auch die mitgelieferte Sockelplatte anschrauben, wodurch die Mission einfach noch schicker dastehen.

Bestückung der Mission Lautsprecher

Wir wissen gar nicht, wie wir die Mission QX-3 MKII Standlautsprecher ansprechender finden: mit oder ohne textile Abdeckung? Ohne Gitter zeigen sie zumindest die toll aussehenden Treiber. Für die QX MKII-Treiber wurde ein verbessertes Konusmaterial aus Acryl-Faser gewählt. Das wirkt nicht nur filigraner als das in dieser Preisklasse übliche Material. Es macht den Treiber auch widerstandsfähiger und soll für natürliche Mitten und außergewöhnliche Klarheit sorgen.

Im Zentrum der Lautsprechertreiber finden wir die „Ring-Kalotte“ mit einem deutlich sichtbaren „Phase Plug“. Dadurch soll eine erweiterte Hochton-Wiedergabe ermöglicht werden, da sich die Hochfrequenzwellen, die in der Nähe der Membranmitte erzeugt werden, nicht mehr über die Mittelachse auslöschen. Zudem verspricht Mission, dass sich bei ihrer Hochtöner-Konstruktion aufgrund der „Ringkuppel“ ein besser kontrolliertes und viel konsistenteres Verhalten von 10kHz bis 20kHz und weit darüber hinaus ergibt. Die musikalische Detailtreue, insbesondere bei Obertönen und Oberschwingungen von Instrumenten, soll zudem nochmals verbessert worden sein.

Die geriffelten Treibersicken, die uns sofort ins Auge springen, sind übrigens nicht einfach ein Design-Element. Sie streuen Reflexionen und verringern Luftstrominterferenzen. Damit soll sich die Leistung der Treiber und der Ports verbessern.

Die technischen Daten lesen sich entsprechend gut. Ein Frequenzgang von 42 bis 24000 Hertz bei +/-3 dB und bei -6 dB sogar 36 Hertz. Ein wenig klein erscheint uns der Kennschalldruck. Der liegt bei 88 dB (Spannung 2 Volt und 1 Meter Abstand). Normalerweise haben Standlautsprecher hier einen höheren Wert. Und tatsächlich sind die Mission im Vergleich zu anderen Standlautsprechern in unserem Testraum doch etwas leiser. Wir müssen also den Verstärker mehr aufdrehen, um die Mission QX-3 MKII richtig zu beleben.

Auf der Rückseite der Mission finden wir dann das sehr hochwertige Anschluss-Terminal. Das ist sogar für Bi-Wiring und Bi-Amping ausgelegt. Die Verarbeitung der Anschlüsse und die Integration im Gehäuse sind über jeden Zweifel erhaben. Da ist es kein Wunder, dass wir unsere Bananenstecker schnell in den Anschlüssen versenken und dann mit dem Hörtest loslegen.

Mission QX-3 MKII im Filmton-Test

Viele unserer Leserinnen und Leser nutzen ihre Lautsprecher nicht nur zum Musikhören, sondern genießen damit auch den Fernsehton. Deshalb schauen wir zunächst, wie sich die QX-3 MKII in dieser Disziplin schlagen. Wir werfen also Disney+ an und scrollen uns durch das Angebot.

Da wir wissen, dass es bei den Avengers-Filmen soundtechnisch immer ordentlich zur Sache geht, schauen wir in „Civilwar“ hinein. Hier offenbaren die Mission QX-3 MKII ihr Potenzial schon in den ersten 30 Sekunden. Die anschwellenden Streicher, der kalte Wind, das Aufschließen des riesigenMetalltores -alles klingt lebendig und kinoreif. Der Bass ist wundervoll kräftig und anschmiegsam. Als dann der Winter Soldier Bucky Barne im Labor wieder reaktiviert wird, ist es schon mehr als eindrucksvoll, wie lebendig, die Mission die Labor-Atmosphäre werden lassen. Teilweise klingt es wirklich so, als ob der Ton von der Seite kommt. So weit treiben die Standlautsprecher den Sound in unseren Testraum.

Und da wir schon Disney+ aktiviert haben, schauen wir mal in „Eternals“ hinein. Hier haut uns erneut der wahnsinnige Bass um, etwa als das Raumschiff an der Sonne vorbeifliegt. Nein, mit den Mission QX-3 MKII braucht das Heimkino keinen Subwoofer – es funktioniert auch so.

Beim anschließenden Kampf mit den Monstern knallen die Soundeffekte ordentlich rein. Die Musik wird phänomenal weit und offen präsentiert. Das Einzige, das uns ein wenig negativ auffällt, ist die Stimmwiedergabe. Keine Sorge, die Stimmen sind toll und deutlich wahrnehmbar. Doch andere Lautsprecher schaffen es diese etwas knackiger zu präsentieren.

Eine knackige Stimmwiedergabe ist besonders schön, wenn wir spät in der Nacht schauen und die Nachbarn nicht stören, aber trotzdem alles verstehen wollen. Bei den Mission klingen die Stimmen dafür schön voluminös und wirken mehr in den Gesamtsound eingepasst. Das Ganze ist also eher eine Geschmacksache, als ein objektiver Kritikpunkt an den Standlautsprechern.

Mission QX-3 MKII - Anschluss Lautsprecher Test Review
Die Mission QX-3 MKII können sogar mit Bi-Wiring oder Bi-Amping betrieben werden. Die Anschlüsse sind sehr hochwertig verarbeitet.

Abtauchen in die Natur

Naturgeräusche erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auf Youtube kommen viele Nature-Sound-Videos auf über 20 Millionen Zuschauer innerhalb eines Jahres. Und selbst die Apps von einigen Kopfhörerherstellern bieten inzwischen eine „Meditationsfunktion“ mit Naturgeräuschen. Es scheint also einen Bedarf zu geben.

Deshalb wollen wir mal hören, ob die Mission QX-3 MKII Standlautsprecher Wald, Wasser, Donner usw. überzeugend zum Leben erwecken. Wir hören einen plätschernden Bach in einem nordamerikanischen Wald. Die Vögel zwitschern und kreischen in Nah und Fern und das Wasser plätschert fröhlich vor sich hin. Die Tiefenstaffelung macht Freude. Nah erscheint das Wasser und dieser eine krächzende Vogel. Der Specht erscheint weiter weg und in der Ferne verorten wir ein paar Singvögel und sogar einen Kuckuck.

Wie schon beim Film umgibt uns der Sound – es wirkt, als hätten wir Seitenlautsprecher installiert. Auffällig ist hier wieder der kraftvolle Bass, der dem fließenden Bach eine Art geheimnisvolle Kraft verleiht.

Wir wechseln zu einem Regenschauer im Wald. Dabei können wir sehr schön heraushören, wie die einzelnen Tropfen auf die Blätter fallen. Die Detailwiedergabe stimmt also auf jeden Fall. Zwar haben wir den Track schon oft gehört, aber mit den Mission QX-3 Standlautsprechern fällt uns das erste Mal auf, dass sich da wohl ein wenig Wind im Mikrofon verfängt. Ein leichtes Rauschen – eben ein typisches Windgeräusch – ist ab und zu wahrnehmbar. Andere Lautsprecher schaffen es nicht, diesen „Fehler“ herauszuarbeiten.

Der Wüstenplanet mit den Mission QX-3 MKII Standlautsprechern

„Dune“ sprengt die üblichen Genre-Grenzen des Science-Fictions. Statt Laserpistolen gibt es hier Schwerter und statt rivalisierenden Aliens: Adelshäuser. Die Neuverfilmung ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber der Soundtrack ist ohne Zweifel phänomenal. Bei diesem können die Mission QX-3 MKII so richtig zeigen, was sie draufhaben.

Gerade der Einsatz des Chores erzeugt Gänsehaut. Er erscheint teilweise wie ein fremdartiges Instrument und ist kombiniert mit neuen, kreativen Sounds. Insgesamt schafft Hans Zimmer damit einen Filmsoundtrack, der weit über die üblichen Hollywood-Blockbuster-Hymnen hinausgeht. Die Mission sind dafür genau die richtigen Wiedergabequellen, denn sie verstehen es diese Art „neuer Musik“ lebendig in Szene zu setzen.

Musik-Check mit Klassik, Pop und Jazz

Um die Klassik-Fähigkeiten der Mission QX-3 MKII Speaker zu testen, bemühen wir mal wieder Strawinsky. Da weiß dieser Tester einfach, was ihn erwartet. Und natürlich bemüht er den „Dance Of The Young Girls“, denn dieser kracht einfach richtig. Die Mission präsentieren dieses „Krachen“ äußerst vollmundig, ja fast schön lässig, elegant. Das ist einfach ein herrliches Hörerlebnis, wie souverän die Lautsprecher damit umgehen und das Werk so zum Leben erwecken, als ob sie ein eigenes Orchester wären. Ja, sie machen aus der Wiedergabe ein eigenes Spiel und toben sich lebendig und höchst musikalisch aus.

Bei der Wiedergabe diverser Jazz-Alben werden die Mission zur entsprechenden Band und zaubern die Töne in unseren Testraum, dass es eine Freude ist. Im Vordergrund stehen dabei immer Wärme und Musikalität. Der Detailreichtum verbindet sich mit einer Art analogem Zauber. Ja, wer digitale Musik hört, wird die QX-3 MKII allein wegen dieser Art der Klangwiedergabe lieben. Selbst „kälter“ klingende Aufnahmen werden mit ihnen weich und vollmundig.

Pop, House und andere elektronische Musikstile profitieren ebenso von der hohen Musikalität der Mission. Wobei wir Eines feststellen müssen: Die QX-3 MKII von Mission sind keine nüchternen Abmischboxen. Wer einen absolut neutralen Klang präferiert, sollte lieber zu anderen Lautsprechern greifen. Menschen, die hingegen sehr lange ihrer Lieblingsmusik lauschen möchten und dabei Wert auf ein gewisses Gefühl bei der Soundwiedergabe legen, werden diese Lautsprecher lieben.

Preis und Verfügbarkeit

Die Mission QX3-MKII Standlautsprecher sind im Handel erhältlich. Sie kosten 999 Euro (Paarpreis, UVP). Vertrieben und vermarketet werden die Mission Lautsprecher in Deutschland von der IAD GmbH.

Webseite: www.mission-deutschland.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 02/2022.

▶ Lesen Sie hier: Test der Mission LX-5 MKII Standlautsprecher – Basstastischer Wohlklang

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Test: Mission QX-3 MKII - Zweiwege-Standlautsprecher
Mit den QX-3 MKII setzt Mission seine Tradition fort, phänomenale Standlautsprecher zum günstigen Preis zu bauen. Hier stimmen Gehäuse, Design und Verarbeitung. Und der Sound ist vollmundig, saftig und ungemein musikalisch. Sicher sind sie keine Neutralitätsmeister, aber jeder Mensch, der Musik liebt, sollte die Mission zumindest Probe hören. Denn diese Lautsprecher lieben ebenfalls Musik und das hört Mann und Frau in jeder Sekunde.
Wiedergabequalität 97%
Ausstattung/Verarbeitung 80%
Benutzerfreundlichkeit 80%
Preis/Leistung100%
Vorteile
  • kraftvoller, voluminöser Bass
  • tolle Weite
  • sehr musikalisch
Nachteile
  • weniger neutral im Klang
93%Mission QX-3 MKII
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Bildquellen:

  • Mission QX-3 MKII – Rückseite: Auerbach Verlag
  • Mission QX-3 MKII – Anschluss: Auerbach Verlag
  • Mission QX-3 MKII – Standlautsprecher: Auerbach Verlag