Let‘s connect

Beim ersten Anschalten des Lautsprechers, wenn er noch mit keinem Netzwerk verbunden ist, ertönt ein Geräusch, welches an das charakteristische „woowwoow“ des Knight-Rider Autos KITT erinnert, nur deutlich in der Geschwindigkeit reduziert. Ein bisschen mysteriös wirkt der Lautsprecher an dieser Stelle schon. Angeschlossen werden kann der Phantom über Ethernet oder ein optisches Kabel. Letzteres ist vor allem interessant für TVs oder externe Vorstufen als Zuspieler jenseits des Netzwerks. Beide Eingänge verstecken sich extrem gekonnt unterhalb des Power-Buttons auf der Rückseite hinter der Abdeckung des Stromkabels. Sie sind ehrlich gesagt so gut versteckt, dass wir sie für unseren Test beinahe übersehen hätten. Aber selbst das wäre nicht weiter tragisch, denn schließlich testen wir „den besten Wireless-Lautsprecher der Welt“ und die Integration ins Netzwerk ist – ohne zu übertreiben – wirklich exzellent gelöst. Auf dem Smartphone installieren wir dafür die Phantom Remote- App von Devialet, welche den Lautsprecher schlagartig findet, denn dieser sendet auf Werkseinstellungen ein Bluetooth-Signal und gibt sich somit auch ohne Netzwerk öffentlich zu erkennen. Über eine weitere, hauseigene App lässt sich ebenfalls eine ganze Palette hochklassiger Streamingdienste nutzen, darunter alte Bekannte wie Deezer, Spotify, Qobuz und Tidal, aber auch klassische Webradios oder die hauseigene Plattform „Live on Phantom“, über die Devialet Livestreams aus großen Konzerthäusern anbietet. Wir entscheiden uns ganz schnöde für unseren lokalen Server. Doch sobald man dann einmal Zugang hat und dem Lautsprecher die heimische Netzwerkperipherie eröffnet, ist es vorbei mit schnöde. Es ist, als hätte der Phantom sein Leben lang darauf gewartet zu spielen.

User Experience

Umgangssprachlich würde man sagen „er geht ab, wie Schmidts Katze“. So sehr, dass unmittelbar noch während unseres ersten Testtitels die Kollegen aus den Nachbarredaktionen angelaufen kamen, weil sie einen so großen Schreck bekommen hatten, woher auf einmal dieser heftige Bass kommt. Wir konnten es den Kollegen erklären und für Sie hier noch mal schriftlich: Der Devialet Gold Phantom hat eine untere Grenzfrequenz von 14 Hertz. Gepaart mit den eingangs erwähnten 4 500 Watt, sollte das als Erklärung vorerst hinreichend sein. Die obere Grenzfrequenz liegt übrigens bei ebenfalls beeindruckenden 27 Kilohertz. Ergänzend ist vielleicht noch für die Faktensammler erwähnenswert, dass der Gold Phantom 108 Dezibel Schalldruck auf einen Meter Abstand erzeugen kann. Lust auf einen Techno-Rave? Wir schon. Sofort entstand in unserem Hörraum ein Leipziger Underground-Technoclub, der dem Berliner „Tresor“ zumindest in puncto Schalldruck und Musikauswahl in nichts nachstehen musste. Und wir müssen dazu erwähnen, dass wir nur einen Lautsprecher aufgebaut hatten. Wir reden hier also gerade von Mono. Wovon wir hier aber nicht reden, sind diese kleinen, rumpelnden und zerrenden Akku-Boomboxen, die gerade zuhauf die Saturns und Media Märkte überfluten und die voraussichtlich wieder zahlreich zu Weihnachten an Enkelkinder und solche, die es geblieben sind, herausgegeben werden. Davon ist der Gold Phantom weit entfernt. Nicht nur deshalb, weil er keinen Akku hat und weil er mit seinen 11,4 Kilogramm ein wenig schwer für den Schulranzen ist, nein, vor allem ist der Gold Phantom kein Alltagsgegenstand. Er ist, wie die französische Lebensart „savoir-vivre“, also einerseits eine Form guten Benehmens, aber auch die Kunst des Lebens selber. Ein Spielzeug für Erwachsene. Dafür spricht nicht nur die bloße, strotzende Kraft des Boliden, sondern auch sein Understatement, um die Briten wieder mit ins Boot zu holen. Die Seiten mit edlem 22 Karat Rosé-Blattgold sind ebenso Zeichen seiner lebensbejahenden Art, wie die Leichtigkeit der Tief- und Mitteltöner-Membranen aus Aluminium. Nur die Hochtöner-Membran aus Titan bringt eine leichte Prise Härte mit ins Spiel, aber das meinen wir natürlich nicht klanglich. Denn was das Timbre betrifft, spielt der Gold Phantom genauso makellos auf, wie sein optisches Auftreten suggeriert. Weiß beinhaltet schließlich alle Farben des Spektrums in seiner Ganzheit und Reinheit. Es ist also sinnbildlich die optimale Farbe um das zusammenzufassen, was akustisch passiert. Denn das Weiß des Phantom – eigentlich ein RAL 9016 – vermittelt den Charme einer Leinwand, auf die farbenfrohe Bilder gezeichnet werden. Oder vielleicht auch das Weiß einer Tischdecke einer reichhaltig gedeckten Tafel inmitten von Weinbergen der Provence.

Die beachtliche Membranauslenkung vom Devialet Phantom Gold im Praxis-Video

 

Bei den Gold-Applikationen an der Seite handelt es sich um echtes 22-Karat-Roségold, welches dem größten Phantom-Modell seinen Namen gibt

Lesen Sie das Testfazit auf Seite 3

Bildquellen:

  • Devialet Gold Phantom: Devialet
  • Devialet Gold Phantom: Johannes Strom
  • Devialet Gold Phantom: Johannes Strom
  • Devialet Gold Phantom: Johannes Strom
  • Devialet Gold Phantom: Johannes Strom
  • Devialet Gold Phantom: Johannes Strom