Noch nie hatten wir einen Lautsprecher des englischen Herstellers Epos im Test. Mit der K2 fanden wir jedoch einen Kandidaten, der nicht nur auf dem Papier überzeugt.

Die Firma Epos, im Deutschlandvertrieb von Reson, wurde 1983 in der englischen Grafschaft Hertfordshire gegründet. In der Tradition großer britischer Lautsprecherhersteller legt man bei Epos größten Wert auf Qualität, was auch an unserem Testgerät, dem Standlautsprecher Epos K2, deutlich wird. Diesen gibt es in weißer (K2W) und in Schwarzer (K2B) Ausführung, für 59 Euro Aufpreis kann man ein Paar der schwarzen Magnetstoffblende MGK2 dazu ordern. In unsere Redaktionsräume flatterte die weiße Variante, die mit ihrem geradlinigen Design punktet und vom Kontrast des seidenmatt weißen Gehäuses zu den schwarzen Lautsprechern und dem schwarzen Sockel lebt. Wie von einem britischen Hersteller nicht anders zu erwarten, ist das Gehäuse perfekt verarbeitet. Zur akustischen Entkopplung können die mitgelieferten Spikes in den Sockel geschraubt werden. Mit ihren 87,5 mal 18,5 mal 25 Zentimetern (cm) und 13 Kilogramm gehört die aufrecht stehende Box zu den handlicheren Vertretern ihrer Zunft und fügt sich somit auch in engere Wohnraumsituationen harmonisch ein. Das schlichte klassische und elegante Design ist angenehm unaufdringlich und fühlt sich in jedem Wohnzimmer wohl. Der Epos K2 ist als 2 1/2 Wege-Box konzipiert und verfügt über zwei 150-Millimeter-Tiefmitteltöner und einen 25-Millimeter-Hochtöner.

Laut Hersteller werden die Lautsprecher von einer im Vergleich zum Vorgängermodell verbesserten Frequenzweiche mit Signalen gefüttert, wodurch Spielfreude und Lebendigkeit gesteigert werden konnten. Frontseitig befindet sich unter den Lautsprechern eine Bassreflexöffnung in Form eines Schlitzes. Folglich darf man den K2 gern näher an die Wand stellen, laut Gebrauchsanweisung gehen 20 cm Abstand in Ordnung. Dies ist schon alleine deswegen zu empfehlen, weil sich die Rückseite mit ihren großen Schraubenköpfen und sichtbaren Fugen nicht als Ansichtsseite eignet. Das rückseitig angebrachte Anschlussterminal verfügt über zwei Anschlussklemmenpaare mit standardmäßig eingebauten Brücken – der Epos K2 ist also Biwiring-fähig.

In der Testsituation fiel uns zu allererst das beeindruckende räumliche Darstellungsvermögen der Epos K2 auf. Die Lautsprecher scheinen die Signale tatsächlich mit mehr Hall auszugeben als vergleichbare Produkte. Dies macht bei vielen Genres Spaß, etwa bei Orchester- oder Salonmusik. Bei einigen Stücken werden Melodieinstrumente (allen voran Stimme oder Leadgitarre) mit so viel Rauminformationen ausgespielt, dass sie im Arrangement etwas nach hinten rutschen. Die Bässe stellt der K2 straff und direkt dar, wenngleich unser Sweep-Test eine im normalen Einsatz kaum merkliche Resonanz im Bassbereich entlarven konnte. Der Lautsprecher erreicht den Tiefbassbereich (der Frequenzgang beträgt laut Hersteller 45 Hertz bis 30 Kilohertz), aufgrund der kompakten Bauweise fällt dessen Pegel jedoch recht stark ab. Wir empfehlen, die K2 mit einem Subwoofer zu kombinieren, um auch die Subbässe genießen zu können. In den räumlichen Mitten gibt es keine Ausbrecher nach oben oder unten. Trotz oder gerade wegen der langen Hallfahne gefallen uns verzerrte Rhythmus-E-Gitarren auf dem Epos K2, sie klingen nach Stadion-Rock. Die große Stärke der Lautsprecher liegt in den fein aufgelösten aber zurückhaltenden Höhen. Selbst bei kritischen Songs mit scharf abgemischten Höhen zwischen 7 und 10 Kilohertz (kHz) bekommen S-Laute und Becken niemals einen beißenden Klang. Die Ortung im Panorama funktioniert ebenfalls sehr gut, auch die Stereomitte wird stabil dargestellt. Zusammen mit der tollen Abbildung räumlicher Tiefe macht dies den Epos K2 zum idealen Lautsprecher für Klassikaufnahmen – in einem guten Hörraum kommt man hier dem angestrebten Live-Erlebnis schon recht nahe. Mit 150 Watt Leistung haben die K2 genug Power, um das Konzert-Feeling in mittleren und größeren Räumen zu transportieren. Sie sind Klassikfan und möchten sich erschwingliche Hi-Fi-Lautsprecher zulegen? Mit echtem Hi-Fi-Sound und einem Paarpreis von sage und schreibe nur 1350 Euro sind die Epos K2 die Lautsprecher Ihrer Wahl. Kombinieren Sie die K2 mit einem Subwoofer und Sie werden nicht enttäuscht.

Der Konzertsaal im Wohnzimmer
Klang und Dynamik82%
Ausstattung und Verarbeitung85%
Installation und Bedienung90%
Preis / Leistung90%
87%Gesamtwertung
Leserwertung: (11 Votes)
51%

Über den Autor

Tobias Hecklau

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