Seit Mitte November steht fest: Dual ist insolvent. Was sich vor allem Vinyl- und Plattenspielerfans nun fragen: Wie geht es weiter mit der HiFi-Traditionsmarke – einst Deutschlands größter Hersteller von Plattenspielern?

Die Zeiten sind aktuell für viele Menschen sehr schwer. Der Ukrainekrieg, die Coronakrise – welche immer noch ihre Nachwehen zeigt – Lieferengpässe und Inflation machen es selbst etablierten Firmen immer schwerer, ihr Geschäft aufrecht zu halten. Von den enormen Energiepreisen wollen wir gar nicht erst reden…

Dual: große Geschichte, viele Eigentümer

Nun muss man zugeben Dual ist nicht mehr Dual, wie es der geneigte HiFi-Fan aus den 1960er oder 70ern Jahren kennt. Damals war die Marke der größte Produzent von Schallplattenspielern in Deutschland. Das liegt daran, dass Dual schon 1981 Insolvenz anmeldete und von der französischen Thomson-Gruppe übernommen wurde. Die verlagerte die Produktion der meisten Geräte nach Fernost, in Deutschland wurden nur noch bestimmte HiFi-Produkte gebaut. Dann wurde Dual 1988 an die Schneider Rundfunkwerke AG verkauft. Im Stammwerk in St. Georgen fokussierte man sich alsbald ausschließlich auf Plattenspieler.

1994 ging die Marke an die Karstadt AG. Ausschließlich die Nutzungsrechte am Markennamen für analoge Plattenspieler behielt Schneider. 2004 verkaufte die KarstadtQuelle AG die Nutzungsrechte der Marke Dual für Europa an Linmark Electronics Ltd. Für den asiatischen und pazifischen Raum gingen die Rechte an die Namsung Corp. Diese bekam auch die Rechte für Nordamerika.

Im Juli 2009 meldete Linmark Electronics Ltd. Insolvenz an. Die Dual GmbH aus Fuchstal (Landkreis Landsberg am Lech) erwarb daraufhin die Markenrechte für Europa vom Insolvenzverwalter. Doch auch ihre brachte der Name scheinbar wenig Glück, denn am 15. November 2022 meldete sie beim Amtsgericht Augsburg Insolvenz an.

Dual GmbH Geschäftsführer Dr. Josef Zellner (r.) mit dem 2019 vorgestellten Top Modell Primus Maximus und Dual-Sammler Alfred Langer (l.) mit dem dem Dual Plattenspieler-Modell CS 714Q von 1979. (Bild: Webseite Dual GmbH)
Dual GmbH Geschäftsführer Dr. Josef Zellner (l.) mit dem 2019 vorgestellten Top Modell Primus Maximus und Dual-Sammler Alfred Langer (r.) mit dem dem Dual Plattenspieler-Modell CS 714Q von 1979. (Bild: Alex Gretter / Webseite Dual GmbH)

Dual Plattenspieler auch von Alfred Fehrenbacher

Übrigens: Von 1993 bis 2021 stellte das St. Georgener Unternehmen Alfred Fehrenbacher die hochwertigen Plattenspieler der Marke Dual her. Als dann die Lizenz dafür auslief wurden Plattenspieler der Marke Rekkord dort gebaut, die sich praktisch nicht von den vorher gebauten Dual-Plattenspielern unterscheiden, wobei es natürlich auch Neuentwicklungen gibt. Leider meldete auch Alfred Fehrenbacher am 19. April 2022 Insolvenz an. Doch aktuell sind Rekkord-Plattenspieler weiterhin erhältlich. Fehrenbacher scheint also gut durch das Insolvenzverfahren zu kommen.

Insolvenz von Dual: Es ist nicht das Ende

Christian Plail ist der aktuelle Insolvenzverwalter der Dual GmbH aus Fuchstal bei Landsberg am Lech und er setzt alles daran, das Unternehmen erfolgreich durch das Insolvenzverfahren zu bringen. So werden Dual Plattenspieler – und sonstige Produkte wie Radios, Haushaltsgeräte etc., die den Großteil des Umsatzes ausmachen – auch weiterhin verkauft, denn das Weihnachtsgeschäft will man sich nicht entgehen lassen. Findet sich jetzt noch ein Investor, der Potenzial in Dual sieht – was ja gerade im Phonobereich mehr als da ist – dann wird uns Dual auch weiterhin erhalten bleiben.

Erste Kontakte zu möglichen Investoren wurden bereits geknüpft. Der Geschäftsbetrieb kann aktuell uneingeschränkt fortgeführt werden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten!

Dr. Josef Zellner, Geschäftsführer Dual GmbH


Dual CS 329: Vollautomatischer Plug & Play Plattenspieler
Zuletzt vorgestellt: Der Vollautomat Dual CS 329. Weitere Modelle wie die direktangetrieben CS 618Q oder CS 718Q sollen zeitnah folgen.

Auch der Vertrieb der Dual Plattenspieler Sintron aus Iffezheim kann besorgte Kunden beruhigen: „Am operativen Geschäft hat sich bis dato nichts geändert. Nicht für die Kunden und nicht für uns. Die Warenlieferungen sind aktuell sichergestellt, ebenso wie der Service.“

Wir hoffen, dass für Dual schnell eine Lösung gefunden wird und die traditionsreiche Geschichte der Marke weitergeschrieben werden kann. Hier auf www.likehifi.de halten wir Sie zur Dual Insolvenz weiter auf dem Laufenden.

Mehr Infos unter: www.hifi.dual.de

► Lesen Sie hier: Test: Dual CS 418 Plattenspieler mit Riemenantrieb und Phonovorverstärker

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Bildquellen:

  • Dual CS 329: Bild: © Sintron Distribution GmbH
  • Dual Logo: Dual GmbH