Lauter produzierte Aufnahmen werden im direkten Vergleich zu leiseren als besser klingend empfunden, weshalb der Pegel moderner Musikproduktionen an der Grenze des technisch Machbaren kratzt. Erreicht wird die extreme Lautheit durch starke Kompression, bei der die leisen und die lauten Passagen einander angeglichen werden und der Gesamtpegel in der Folge an die 0 Dezibel-Grenze angenähert wird. Das als „Loudness War“ bezeichnete Wettrennen um die lauteste Produktion nahm in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre Fahrt auf, bevor es in den 2000er Jahren seinen Höhepunkt erreichte. Objektiv betrachtet führt die hohe Aussteuerung jedoch zur Verschlechterung des Klanges, der nun an fehlender Dynamik lahmt und teilweise verzerrt. Das bekannteste Beispiel lieferten Metallica mit ihrem 2008 erschienenen Album „Death Magnetic“, für das sie viel Kritik aus den Reihen der Musiker, Soundingenieure und Audiophilen einstecken mussten. Den Otto-Normal-Verbraucher kümmerte es kaum, und so erklommen sie in 32 Ländern Platz eins der Albumcharts.

Ähnliche Einträge

Über den Autor

Erik Schober

Als Musiker und Dirigent verschiedener Orchester und Ensembles weiß ich genau, wie sich live die verschiedenen Instrumente und die menschliche Stimme anhört. Demzufolge habe ich hohe Erwartungen an eine Hifi-Anlage. Diesem schweren Urteil muss sich jeder Lautsprecher und das Zubehör bei mir stellen.

Ähnliche Beiträge